Erfolgreiches Investieren beginnt nicht an der Börse, sondern bei Deiner finanziellen Basis. Bevor Du das erste Mal investierst, müssen die Fundamente Deiner persönlichen Sicherheit stehen. Nur so können Deine Investments in Ruhe arbeiten, ohne dass Du bei der nächsten Krise in Panik gerätst.

Das Fundament: Die Eiserne Reserve schaffen

Deine oberste Priorität ist der Schutz vor unvorhergesehenen Ereignissen (Arbeitslosigkeit, Reparaturen, Krankheit).

Schaffe Dir eine Liquiditätsreserve von drei bis sechs Monatsgehältern (Brutto).

Diese Reserve dient ausschließlich als finanzieller Puffer. Sie wird auf einem Tagesgeldkonto oder einem anderen sicheren, sofort verfügbaren Ort aufbewahrt. Sie gibt Dir die notwendige Ruhe und Zeit, um auf Schocks zu reagieren, ohne Deine langfristigen Investments antasten zu müssen.

Trennung ist der Schlüssel: Wichtige Ziele sichern

Klarheit bei Deinen Zielen ist unerlässlich. Investieren darf niemals auf Kosten Deiner existentiellen oder kurzfristigen Träume geschehen. Das Geld für kurz- bis mittelfristige Ziele ist für Investitionen tabu. Dazu gehören: Urlaub, größere Anschaffungen, Zahlung für das Eigenheim, die Kindererziehung und Bildung. Diese Mittel müssen auf risikoarmen Konten (wie Tages- oder Festgeld) sicher aufbewahrt werden, damit sie zum geplanten Zeitpunkt verfügbar sind.

Stressfrei investieren: Nur den Überschuss nutzen

Sobald die Reserve steht und die wichtigen Ziele gesichert sind, kommt die Zeit des Investierens.

Investiere nur, was Du übrig hast – das, was Du langfristig nicht benötigst.

Deine Investitionen müssen in Ruhe arbeiten können. Nur wenn Du nicht ständig gezwungen bist, wegen unvorhergesehener Ausgaben Aktien oder ETFs verkaufen zu müssen, können der Zinseszins und die Langfrist-Strategie ihre volle Kraft entfalten.

Baue zuerst das Sicherheitshaus, und nutze erst dann den Überschuss für den Aufbau Deines Vermögens. Disziplin ist der wahre Schlüssel zu Deiner finanziellen Freiheit.

Ein Blick hinter die Kulissen (Nicht zum Nachbauen)

Der Aufbau eines erfolgreichen Depots ist keine Blaupause, die jeder einfach kopieren kann. Er ist vielmehr ein Spiegelbild der persönlichen Risikobereitschaft, der Anlageziele und der Komfortzone des Einzelnen.

Ich teile hier die Überlegungen und die Struktur meines eigenen Depots – nicht als Empfehlung zum direkten Nachbau, sondern als Anregung und Beispiel dafür, wie eine Strategie aussehen kann.

🧘 Regel Nummer Eins: Wohlfühlen

Das wichtigste Kriterium für jede Anlageentscheidung ist: Du musst Dich mit Deinem Depot insgesamt wohlfühlen.

Wenn Dich schon eine kleine Korrektur um den Schlaf bringt, ist Dein Risiko zu hoch gewählt. Ein nachhaltiges Depot ist eines, das Du auch in turbulenten Marktphasen ruhig halten und weiter besparen kannst. Mein Aufbau spiegelt genau diesen persönlichen Wohlfühlfaktor wider.

 

⚖️ Positionsgrößen und Risikomanagement

Besonders bei Anlageklassen, die eine hohe Volatilität aufweisen, ist ein striktes Risikomanagement entscheidend:

  • Riskante Anlageklassen: Positionen in riskanten oder spekulativen Bereichen (wie etwa Faktor-ETFs oder ausgewählte Einzelaktien) sollten immer nur einen kleinen, klar definierten Teil des Gesamtportfolios ausmachen.

  • Die goldene Regel: Die Positionsgrößen müssen so gewählt sein, dass selbst der Totalverlust des riskantesten Teils das Gesamtvermögen nicht existenziell gefährdet.

 

Depot
Depot Ziel

Eine Rendite von 13,9 % in den letzten anderthalb Jahren ist ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis. Es zeigt, dass die gewählte Strategie grundsätzlich aufgeht.

Doch wer an der Börse investiert, weiß: Der Weg ist selten eine gerade Linie nach oben.

Die Realität der Märkte: Schwankungen sind normal!

Wie der nebenstehende Chart unmissverständlich zeigt, sind nicht alle Monate durchgehend positiv. Es ist absolut normal und gehört zum Investieren dazu, dass es immer wieder negative Phasen und rote Monate gibt. Diese kurzfristigen Rückgänge sind das Rauschen des Marktes und dürfen langfristige Anleger nicht verunsichern.

Die Krise als Chance zur Überprüfung

Ich nutze diese Phasen der Korrektur oder negativen Monate bewusst zur kritischen Überprüfung meines Portfolios. 

  1. Fundamentale Prüfung: Hat sich an der globalen Wirtschaftslage, der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens oder den Index-Regeln fundamental etwas geändert?

  2. Rauschen vs. Trend: Oder handelt es sich lediglich um normale Marktschwankungen und kurzfristige Gewinnmitnahmen, die keine Anpassung der Langfriststrategie erfordern?

Portfolio-Rendite

Überlegungen zum Depot

P to P Kredite

Vorteile:

Regelmäßige, kalkulierbare Erträge durch attraktive Zinssätze. Nutzung des Zinseszinseffekts durch Reinvestition. Nach dem initialen Einrichten geringer Verwaltungsaufwand.

Risiken:

P2P-Kredite haben sich in meinem Portfolio als zuverlässige Ertragsquelle erwiesen. Dennoch ist diese Anlageklasse mit spezifischen Risiken behaftet, insbesondere dem Ausfallrisiko einzelner Kreditnehmer sowie dem Plattformrisiko. Eine zu hohe Gewichtung kann in Krisenzeiten das Gesamtportfolio destabilisieren.

Wachstumsplan:

Status Quo: Erfolgreiche Reduzierung der P2P-Quote von ursprünglich 20 % auf aktuell 14 %.

Zielsetzung: Aktive Senkung des Anteils auf eine Zielquote von 10 %.

Lösung für Risiko:

P2P ist eine riskante Anlageklasse. Die Diversifikation erfolgt über mehrere etablierte Plattformen (Mintos, Twino, Bondora, Monefit) und unterschiedliche Kreditarten. Die ideale Positionsgröße für P2P-Kredite hängt von der individuellen Risikotoleranz ab, liegt aber i.d.R. zwischen 5 % und 10 % des Gesamtportfolios.

Aktuelle Überlegungen:

P2P ist ein hervorragender Beitragszahler für den Cashflow, darf aber niemals das Fundament gefährden. Die Dosis macht das Gift.

Kryptos

Vorteile:

Knappheit und Dezentralität: Kryptowährungen (insbesondere Bitcoin) gelten als „digitales Gold“ und bieten eine dezentrale Alternative zu traditionellen Fiatwährungen. Asymmetrisches Renditepotenzial durch die frühe Phase der Asset-Klasse.

Risiken:

Hochriskante Anlageklasse! Extreme Volatilität (Kursschwankungen). Die Asset-Klasse sollte aufgrund des hohen Risikos nicht zu dominant im Gesamtportfolio werden.

Wachstumsplan:

Regelmäßiger Sparplan: Der Cost-Average-Effekt hat sich in dieser volatilen Anlageklasse als besonders effektiv erwiesen.

Antizyklisches Nachkaufen: Die Strategie, bei Kursschwäche gezielt nachzukaufen, nutzt die Volatilität aktiv aus, um den durchschnittlichen Einstiegspreis zu optimieren.

Lösung für Risiken:

Die gewählte maximale Positionsgröße von 10 % ist als Obergrenze für diese spekulative Asset zu verstehen. 

Die Position ist aktuell: angemessen 

Langfristig ausgerichtet (mindestens 10 Jahre). Dies ist notwendig, um kurzfristige Marktzyklen und die extreme Volatilität auszugleichen.

Aktuelle Überlegungen:

Die Krypto-Position ist klar als Spekulations- und Wachstumskomponente positioniert, deren Risiko durch einen disziplinierten Sparplan und eine feste Obergrenze kontrolliert wird.

Die Dominanz von Bitcoin (BTC) hinsichtlich Volumen und Marktkapitalisierung wird als Anker der Krypto-Strategie betrachtet.

ETF

Vorteile:

ETFs bilden das Fundament des langfristigen Vermögensaufbaus. Sie sorgen durch die breite Streuung automatisch für die notwendige Diversifikation des Portfolios.

ETFs sind in der kostengünstig und leicht zu managen.

Aktuelle Struktur: Das Core-Satellite-Modell

Um das Wachstum in der Aufbauphase zu optimieren, setze ich auf eine gezielte Aufteilung:

Core (87,5 %): iShares MSCI ACWI (IUSQ) – Die breiteste Abdeckung des Weltmarktes inklusive Schwellenländer, um die USA-Lastigkeit zu reduzieren.

Satellite (12,5 %): iShares Edge MSCI World Momentum – Ein gezielter „Turbo“, um von starken Markttrends zu profitieren.

Problem:

Positionsgröße: Mit derzeit 35 % ist die Gewichtung im Verhältnis zur strategischen Bedeutung noch zu gering. Aktuell überwiegen risikoreichere Assets den stabilisierenden ETF-Anteil.

Geografisches Risiko: Trotz ACWI bleibt der Markt derzeit USA-lastig. Die konsequente Erhöhung des ETF-Anteils ist daher die wichtigste Maßnahme zur Risikokontrolle.

Lösung für Risiken:

Die schrittweise Erhöhung der ETF-Quote auf 50 % senkt das Gesamtrisiko signifikant. Während das aktuelle Core-Satellite-Modell auf effizientes Wachstum getrimmt ist, wird die künftige Umstellung auf ein Allweather-Konzept sicherstellen, dass das Vermögen unabhängig von der Wirtschaftslage (Inflation, Deflation oder Rezession) geschützt bleibt.

Aktuelle Überlegungen:

Der Sparplan hat sich als diszipliniertes Werkzeug bewährt. Um das Positionsziel von 50 % schneller zu erreichen, wird die Umschichtung von Erträgen aus anderen, risikoreichen Quellen (z.B. P2P-Zinsen) in die ETF-Position forciert.

Die Position wird zügig auf 50 % des Gesamtportfolios ausgebaut. Dies schafft die notwendige Stabilität und senkt das Klumpenrisiko anderer Anlageklassen.

Wachstumsplan & Evolution

  1. Phase 1 (Aktuell): Aufbau der Position auf 50 % des Gesamtportfolios durch konsequente Sparpläne und Umschichtung von P2P-Erträgen.

  2. Phase 2 (Skalierung): Ab Erreichen einer definierten Portfoliogröße erfolgt die Evolution zum Allweather-Portfolio (nach Ray Dalio).

  3. Methode: Nutzung des Zinseszins-Effekts sowie gezielte Nachkäufe bei Marktschwäche mit einem Anlagehorizont von 15+ Jahren.

Aktien

Vorteile:

Gezieltes Investment in Unternehmen, die überdurchschnittliches Wachstum versprechen oder verlässliche Dividenden zahlen.

Problem:

Positionsgröße muss zwingend eingehalten werden, um kein Klumprisiko zu schaffen

Wachstumsplan:

Langfristige Haltedauer (Buy and Hold). Die favorisierten Wachstumsaktien sind klar für eine „Für-immer-Haltung“ vorgesehen.

Antizyklisches Nachkaufen bei Korrekturen, um den Einstiegspreis zu optimieren.

Lösung für Risiken:

Ich habe einen wichtigen Schritt vollzogen, indem ich Positionen halbiert und Gewinne realisiert habe. Diese Maßnahme hat das Einzelwertrisiko reduziert, und die verbleibenden Positionen sind nun von der Größe und Verteilung her im Lot.

 

Aktuelle Überlegungen:

Positionen habe ich halbiert und Gewinne realisiert. Die Positionen bleiben auf dem aktuellen Stand. 

Optionen

Vorteile:

1. Zusätzlicher Cashflow durch Prämien.

2. Disziplinierter Kauf von Aktien zu Preisen, die wir für gut erachten.

Problem:

Markt ist aktuell hochbewertet und die Volatilität gering. 

Der Optionshandel darf das Einzelwertrisiko nicht überproportional erhöhen.

Wachstumsplan:

Cash Secured Puts. Diese Methode erlaubt es, Prämien zu vereinnahmen und gleichzeitig Qualitätsaktien zu einem im Voraus definierten, günstigeren Preis (Strike) zu erwerben.

Lösung für Risiken:

Der aktuell hohe Cash-Anteil ist kein Zufall, sondern ein strategisch gewählter Puffer. Dieses Kapital ist das notwendige Dry Powder (trockenes Pulver) für den Optionshandel.

Die Liquidität muss sofort verfügbar sein, um die Sicherheit für die Cash Secured Puts zu gewährleisten (die Zusage, die Aktien bei Fälligkeit zu kaufen).

Dieses Geld wartet auf das optimale Verhältnis von Chance und Risiko, um in den Optionsmarkt einzusteigen.

Aktuelle Überlegungen:

Mein Depot verfolgt bewusst eine aktive Komponente, die durch den Optionshandel umgesetzt wird. Dieser Bereich erfordert jedoch absolute Disziplin und ein gezieltes Abwarten der richtigen Marktbedingungen.

Aktuell halte ich mich mit dem aktiven Optionshandel zurück. Die Märkte erscheinen hochbewertet und die Volatilität (VIX) ist gering.

  • Das Problem: Bei geringer Volatilität sind die Prämien, die wir für das Schreiben von Optionen erhalten, unattraktiv. Gleichzeitig sind die Kurse vieler Qualitätsaktien zu hoch, um attraktive Einstiegspreise zu finden.

  • Disziplin ist Gold: Meine Strategie lautet daher: Ruhe bewahren und abwarten. Derzeit stimmt das Verhältnis aus Preis und Volatilität nicht. Ich werde erst aktiv, wenn die Volatilität steigt und/oder sich attraktivere Einstiegspreise ergeben.

Der hohe Cash-Anteil ist die Rückversicherung für eine hochdisziplinierte, aktive Strategie, die nur in den richtigen Marktphasen startet, um die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Einstiegs zu maximieren.

Anleihen

Keine Anleihen im aktuellen Aufbau

In meinem aktuellen Depot-Aufbau (Ziel: 50 % ETFs) verzichte ich bewusst auf traditionelle Anleihen (Staats- und Unternehmensanleihen) als separaten Baustein. Dies ist keine generelle Ablehnung, sondern eine strategische Entscheidung für diese spezifische Phase meines Vermögensaufbaus.

Warum ich Anleihen aktuell ignoriere:

  1. Höhere Rendite-Alternativen: Anleihen dienen primär der Stabilität und liefern Zinseinkommen. Diese Funktionen werden in meinem Depot effizienter und mit höherem Renditepotenzial abgedeckt:

  • Cashflow-Ersatz: Der P2P-Anteil (10 %) liefert aktuell höhere Zinserträge und füllt damit die Rolle des Rentenbausteins aus.
  • Stabilität: Die 50 % in globalen Aktien-ETFs (ACWI) bieten bereits die notwendige breite Diversifikation und Stabilität.
  1. Fokus auf Wachstum: In der aktuellen Aufbauphase (ETF 33 % -> 50 %) liegt mein Hauptfokus auf der Maximierung des langfristigen Realwachstums. Anleihen würden dieses Wachstum im Tausch gegen Stabilität dämpfen, die durch den hohen ETF-Anteil bereits gewährleistet ist.

  2. Options-Ersatz: Mein 10 % Cash-Anteil dient strategisch als Puffer und zur Besicherung von Optionen. Dieses Kapital ist liquider und flexibler einsetzbar als fest gebundene Anleihen.

Gold

Gold als potenzieller Anker (Zukünftige 5%-Beimischung)

Derzeit liegt der Fokus meiner 10 %-Hedge-Position primär auf der Beimischung von Kryptowährungen. Ich schließe jedoch nicht aus, in Zukunft eine dedizierte Position in physischem Gold oder einem Gold-ETC in das Portfolio aufzunehmen.

Die Rolle der 5% -Gold-Beimischung

Die strategische Aufnahme von Gold dient als Zusatzversicherung und verfolgt klare Ziele, die über die reine Rendite hinausgehen:

  1. Nicht-korrelierter Hedge: Gold ist bekannt dafür, dass es oft entgegengesetzt zu Aktien läuft, insbesondere in Phasen hoher geopolitischer Unsicherheit oder schwerer Wirtschaftskrisen. Eine 5%-Beimischung würde die Stabilität des Gesamtportfolios weiter erhöhen, ohne die Rendite signifikant zu dämpfen.

  2. Klassischer Inflationsschutz: Gold ist seit Jahrhunderten ein bewährtes Mittel gegen den Kaufkraftverlust des Geldes. Es dient als klassische Wertsicherung abseits des Fiat-Währungssystems.

Fazit: Eine 5 % -Gold-Beimischung ist als strategischer Puffer und Versicherungsmechanismus in der Planung verankert, um die Robustheit des Depots in extremen Marktphasen zu maximieren. Ich werde den Zeitpunkt abwarten, der eine Beimischung zu fairen Konditionen ermöglicht.