Copart Aktie (CPRT) – Analyse & fairer Wert
Ticker: CPRT (NASDAQ) ISIN: US2172041061
Copart versteigert Unfallwagen, Totalschäden und gebrauchte Fahrzeuge online – im Auftrag von Versicherern, Händlern, Banken, Autovermietern und Privatleuten. Käufer sind Verwerter, Werkstätten, Händler und Exporteure aus aller Welt. Zusammen mit IAA (RB Global) beherrscht Copart den US-Markt für Unfallwagen.
Fakten (Stand: 22. Oktober 2026):
- Gründung: 1982 von Willis J. Johnson in Vallejo, Kalifornien
- Börsengang: 1994 (NASDAQ)
- CEO: Jay Adair (seit 31.07.2026; zuvor Executive Chairman, Schwiegersohn des Gründers) – Nachfolger von Jeff Liaw
- Chairman: Gründer Willis J. Johnson
- Finanzchefin: Leah Stearns
- Hauptsitz: Dallas, Texas
- Branche: Online-Fahrzeugauktionen
- Marktkapitalisierung: ca. 27 Mrd. USD
- Kurs: 29,09 USD (22.10.2026)
- Dividende: keine – seit dem Börsengang nie
- Geschäftsjahr: endet am 31. Juli
Zyklik: Gering bis mittel. Unfälle passieren in jeder Konjunkturlage. Die Zahl der Unfälle, der Anteil der Totalschäden und die Preise für Gebrauchtwagen und Ersatzteile schwanken aber – und damit die Zahl und der Wert der versteigerten Autos.
| Geschäft | Online-Auktionen für Unfall- und Gebrauchtwagen, über 250 Standorte in 11 Ländern, Käufer aus aller Welt · seit 16.10.2026 mit ACV auch Händlerauktionen |
| Charakter | Hochprofitabel und schuldenfrei: operative Marge 35 %, 4,5 Mrd. USD Cash und Staatsanleihen (vor dem ACV-Kauf) · aber 2026 erstmals Stillstand: Umsatz +0,4 %, verkaufte Autos −5,5 % |
| Hauptthese | Copart besitzt mit seinen Grundstücken und dem weltweiten Käufernetz eine kaum kopierbare Infrastruktur – die Frage ist, ob das Wachstum zurückkommt, nachdem ein Großkunde zur Konkurrenz ging |
| Größtes Risiko | IAA gewinnt weiter Versicherer, die Kosten je Auto steigen schneller als die Preise – und die 1,9 Mrd. USD teure, bisher verlustreiche ACV-Übernahme verwässert den Gewinn |
| Qualität | Watchlist 14 von 14 Punkten (Stufe „Spitze“), nach unserer Gegenprüfung 8 von 14 (Stufe „solide“) |
| Einordnung | Fairer Wert nach Profi-Standard rund 22 USD, nach unserem 15-%-Standard 13,06 USD – der Kurs von 29,09 USD liegt über beiden; nur die Cashflow-Rechnung sieht ihn leicht unter Wert. Kaufziel mit 30 % Sicherheitsmarge: rund 9,14 USD. |
| 1. Gewinn je Aktie | 1,53 USD |
| Pro forma nach dem ACV-Kauf: Gewinn GJ 2026 ohne den wegfallenden Zinsertrag, auf die heutige Aktienzahl gerechnet; ACV selbst laut Copart „neutral to EPS in the first full year“ und ab GJ 2028 gewinnsteigernd (Mitteilung vom 10.09.2026; skeptisch 1,40, laut Management 1,59 USD; GAAP GJ 2026: 1,55 USD). | |
| 2. Wachstum pro Jahr | 8 % |
| Analystenkonsens bis GJ 2028 rund 8 % pro Jahr (1,55 → 1,81 USD): Umsatz rund 7 % (USA, International, ACV) plus steigende Marge, keine Netto-Rückkäufe – so wie in den letzten zehn Jahren. | |
| 3. KGV in zehn Jahren | 16 |
| Feste Regel: 2 × Wachstum (8 × 2 = 16), höchstens der Zehnjahresschnitt (30,1). Heute rund 18. | |
| 4a. Profi-Standard: 9 % | rund 22 USD |
| Fairer Wert mit den Kapitalkosten des Marktes (erwartete Marktrendite nach Damodaran, Aug.–Okt. 2026: 8,9–9,5 %). Derselbe Satz gilt für alle Profi-Rechnungen dieser Seite. | |
| 4b. valueforge-Standard: 15 % | 13,06 USD |
| Unsere persönliche Zielrendite – wir kaufen nur, wenn auch bei Fehlern in unseren Annahmen eine gute Rendite bleibt. Dieser Wert steht in Watchlist und Value-Rechner. | |
| Kurs heute | 29,09 USD |
| 30 % über dem fairen Wert nach Profi-Standard, 123 % über unserem 15-%-Wert. | |
| Gegenrechnung | 7,0 % |
| So viel Cashflow-Wachstum pro Jahr unterstellt der Kurs bei 9 % Kapitalkosten (Reverse-DCF) – weniger als unser Basisfall (8 %). Nach dieser Rechnung läge der Kurs leicht unter dem Wert. | |
| Kaufziel | rund 9,14 USD |
| 15-%-Wert minus 30 % Sicherheitsmarge – Qualitätsstufe nach unserer Gegenprüfung: solide (Profi-Standard: rund 15,63 USD). | |
Gewichtet über vier Fälle (Stress, schwach, Basis, stark mit 10/20/50/20 %): rund 13,15 USD nach unserem Standard, rund 21 USD nach Profi-Standard. Jede Zahl ist weiter unten hergeleitet.
| unter rund 9 USD | Kaufzone nach unserem Standard |
| 9 bis 13 USD | beobachten – unter unserem 15-%-Wert, aber noch ohne volle Sicherheitsmarge |
| 13 bis 22 USD | für 15-%-Anleger zu teuer, nach Profi-Standard unter dem fairen Wert |
| über 22 USD | nach beiden Gewinnmodellen über dem Wert (die Cashflow-Rechnung sieht den Kurs leicht unter Wert) ← Kurs heute |
Wann wir neu rechnen: nach unten, sobald ein Abbruchkriterium eintritt (US-Versicherungsautos weiter unter Vorjahr, operative Marge unter 32 %, Gewinn GJ 2028 unter 1,60 USD); nach oben, wenn die Versicherungsautos in den USA wieder wachsen und ACV schwarze Zahlen schreibt. Spätestens nach den nächsten Zahlen (voraussichtlich Mitte bis Ende November 2026 – Q1 GJ 2027, Termin noch nicht angekündigt). Das ist eine Einordnung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
Fassung vom 22.10.2026 nach dem valueforge-Analyse-Standard 2.4 – sie ersetzt die Analyse vom Juli 2026 vollständig. Künftige Änderungen an Annahmen und Werten protokollieren wir an dieser Stelle mit Datum, altem und neuem Wert und Grund.
Podcast zur Analyse
Der Podcast erklärt in rund 23 Minuten, wie Copart aus Totalschäden ein Milliardengeschäft macht, warum Stückzahlen und Marge 2026 unter Druck geraten sind, was hinter der Übernahme von ACV steckt und wie wir nach Analyse-Standard 2.4 auf den fairen Wert und das Kaufziel kommen.
Zur Einordnung: Die im Kurs eingepreisten rund 7 % Cashflow-Wachstum (bei 9 %) liegen unter unserem Basisfall von 8 % – nach der Cashflow-Rechnung ist die Aktie also leicht unter Wert, nicht „absurd“ teuer. Der ACV-Kauf kostet vor allem Zinsen (rund 6 Cent je Aktie), neue Aktien gibt Copart nicht aus.
Aufgenommen im Oktober 2026 auf Basis dieser Fassung (Kurs rund 29 USD). Maßgeblich sind die Werte auf dieser Seite (Stand 22. Oktober 2026).
Geschäftsmodell
Wenn eine Versicherung ein Auto nach einem Unfall, Hagel oder Hochwasser zum Totalschaden erklärt, gehört das Wrack ihr – und sie will es schnell und zum besten Preis loswerden. Copart holt das Auto ab, stellt es auf einem seiner Standorte ab, erledigt die Papiere und versteigert es online. Copart verdient an Gebühren von Verkäufer und Käufer; je höher der Verkaufspreis, desto höher meist auch die Gebühr.
Der größte Teil der US-Autos kommt von Versicherern, der Rest von Händlern, Banken, Autovermietern, Flotten, Behörden und Privatleuten. Die Käufer sind Verwerter, die Ersatzteile gewinnen, Werkstätten, die reparieren, und Exporteure, die Autos nach Afrika, Osteuropa, Lateinamerika oder in den Nahen Osten bringen. Rund 38 % der US-Autos gehen ins Ausland.
Die Grundstücke sind der Kern. Unfallwagen brauchen viel Platz – nach einem Hurrikan müssen binnen Wochen Zehntausende Autos abgestellt werden. Copart besitzt den Großteil seiner Flächen selbst und hat in den letzten Jahren jährlich 340 bis 590 Mio. USD in Land und Standorte investiert. Genehmigungen für neue Schrottplätze sind in vielen Städten schwer zu bekommen.
ACV Auctions (übernommen am 16.10.2026 für rund 1,9 Mrd. USD in bar) ist eine reine Online-Plattform, auf der Händler Gebrauchtwagen untereinander versteigern – laut Copart über 800.000 Autos im Jahr, ohne eigene Grundstücke. ACV bleibt eine eigene Marke und soll Copart im Händlergeschäft stärken.
Umsatzverteilung
Anteil der Regionen an Umsatz und operativem Ergebnis im Geschäftsjahr 2026 (bis 31.07.2026). Quelle: Q4-Mitteilung vom 10.09.2026.
| Region / Umsatzart | Was dazugehört | Umsatz GJ 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| USA | eigene Standorte; Versicherer, Händler, Banken, Flotten | 3,81 Mrd. USD | −1,2 % |
| International | u. a. Großbritannien, Kanada, Brasilien, Deutschland, Spanien, Nahost | 0,86 Mrd. USD | +8,5 % |
| davon Service-Umsatz | Gebühren für Abholung, Lagerung, Auktion, Abwicklung (Copart vermittelt) | 3,97 Mrd. USD | ±0 % |
| davon Fahrzeugverkäufe | Autos, die Copart selbst ankauft und weiterverkauft (USA 0,42, International 0,28 Mrd. USD) | 0,70 Mrd. USD | +2,7 % |
Gesamtumsatz GJ 2026: 4,67 Mrd. USD (+0,4 %). Ohne die Sonderumsätze nach den Hurrikanen Helene und Milton im Vorjahr wären es +2,4 % gewesen (laut Management).
Copart ist ein US-Geschäft: Vier Fünftel des Umsatzes und sechs Siebtel des operativen Ergebnisses kommen aus den USA, mit einer Marge von rund 37 %. Das Auslandsgeschäft wächst schneller (+8,5 %), verdient aber weniger (Marge 27 %), weil Copart dort häufiger Autos auf eigene Rechnung kauft und verkauft.
Wichtig für das Verständnis: Der größte Teil des Umsatzes sind Gebühren. Copart besitzt die versteigerten Autos meist nicht, sondern verdient an Abholung, Lagerung und Auktion – Käufer und Verkäufer zahlen je Auto. Rund 38 % der in den USA verkauften Autos gehen an Käufer im Ausland.
Qualitätsprüfung
Bevor wir einen fairen Wert rechnen, prüfen wir, ob das Unternehmen gut genug ist. Unsere Note (je 0 bis 2 Punkte) steht auch in der Watchlist. Fällt eine Firma durch, gibt es keine Kaufempfehlung. Copart erreicht in den sechs dort bewerteten Kriterien die volle Punktzahl: 12 von 12, auf sieben Kriterien hochgerechnet 14 von 14 (Stufen der Watchlist: Spitze 12–14, stark 9–11, solide 6–8, schwach 0–5 Punkte). Eine Note, die nie durchfällt, ist aber kein Filter. Deshalb vergeben wir in der letzten Spalte die Punkte ein zweites Mal – so, wie sie nach unserer Gegenprüfung verdient sind: 1 statt 2, wo ein Einbruch im letzten Jahr oder ein Sondereffekt die Zahl relativiert, 0, wo das Kriterium heute nicht mehr erfüllt ist.
| Kriterium | Copart (2017–2026) | Watchlist | Gegenprüfung | Nach Prüfung |
|---|---|---|---|---|
| Umsatz wächst mind. 7 % im Jahr | 13,9 % p. a. | 2 | Im GJ 2026 nur +0,4 %, Großkunde an IAA verloren; heute nicht erfüllt | 0 |
| Gewinn je Aktie wächst mind. 7 % | 15,8 % p. a. | 2 | GJ 2026 erstmals gesunken (1,55 nach 1,59 USD) – heute nicht erfüllt | 0 |
| Free Cashflow wächst | 16,5 % p. a. | 2 | Geschönt durch niedrige Investitionen 2026 (337 statt 569 Mio.) | 1 |
| Eigenkapital je Aktie wächst | 26,3 % p. a. | 2 | Großteil ist angesparte Liquidität – aber echt verdient und einbehalten | 2 |
| Kapitalrendite (ROIC) über 10 % | 30,3 % im Schnitt | 2 | Neues Kapital verdient weniger (22 % zusätzliche Rendite seit 2021) – immer noch weit über 10 % | 2 |
| Schulden in unter 3 Jahren tilgbar | schuldenfrei | 2 | Keine Finanzschulden – kein Einwand | 2 |
| Bruttomarge stabil oder steigend | 44,7 % nach 45,2 % | – | Laut Quartalsmitteilung leicht fallend, im vierten Quartal 41,8 % nach 45,3 % | 1 |
| Summe | 14 (hochgerechnet) | 8 |
Alle Kennzahlen: eigene Rechnung aus SEC-Daten, splitbereinigt. Die Watchlist rechnet mit einer eigenen Datenbasis (anderes Startjahr) und bewertet die Bruttomarge nicht; maßgeblich ist die Spalte „Copart“.
Burggraben
Art: Coparts Burggraben hat zwei Quellen. Erstens Größe und Land: Ein flächendeckendes Netz großer, genehmigter Abstellflächen nahe den Ballungsräumen lässt sich kaum nachbauen – und nach einer Naturkatastrophe braucht ein Versicherer genau diese Kapazität. Zweitens ein Netzwerkeffekt: Wo die meisten Käufer bieten, erzielen Verkäufer die besten Preise, und wo die meisten Autos stehen, kommen die meisten Käufer. Käufer aus aller Welt bieten mit.
| Beleg | Befund | Spricht für den Graben? |
|---|---|---|
| Operative Marge über zehn Jahre | 32 % → 42 % (2021) → 35 % | Ja – hoch, aber seit 2021 rückläufig |
| Kapitalrendite | ROIC 25–35 %, ohne Finanzschulden | Ja – aber zusätzliches Kapital verdient nur 22 % |
| Marktstruktur | Copart und IAA beherrschen gemeinsam den US-Markt für Unfallwagen (amtliche Marktanteile gibt es nicht) | Ja – ein Duopol |
| Preissetzung | Verkaufspreise je Auto +3,5 %, aber Kosten je Auto +12,7 % (Q4 2026) | Eingeschränkt – Preise decken die Kosten derzeit nicht |
| Kundenbindung | Ein Großkunde wechselte 2025/26 zu IAA; Versicherungsautos USA −8 % im Jahr | Nein – der Wechsel zeigt, dass Versicherer wechseln können |
- Eigenes Land: rund 3,7 Mrd. USD Sachanlagen, vor allem Grundstücke – schwer zu genehmigen, teuer zu kopieren
- Weltweites Käufernetz: 38 % der US-Autos gehen ins Ausland, das treibt die Preise für die Verkäufer
- Katastrophen-Kapazität: nach Hurrikanen kann Copart Zehntausende Autos aufnehmen
- Mehr Totalschäden: Weil Reparaturen teurer werden, erklären Versicherer mehr Autos zum Totalschaden – 2025 ein Rekord von 23,1 %, im ersten Halbjahr 2026 23,5 % (CCC)
- IAA (RB Global): laut RB Global zuletzt rund 11 % mehr Autos (Q2 2026) – und hat Copart vermutlich einen Großkunden abgenommen
- Weniger Unfälle: Die Schadenhäufigkeit sank zuletzt um 3,5 % (Assistenzsysteme, weniger Fahrten)
- Steigende Kosten: Transport und Abwicklung werden teurer, die Marge sinkt seit 2021
- Digitale Händlerplattformen: brauchen kein Land – deshalb hat Copart ACV gekauft
Quantitative Faktoren
Alle Reihen umfassen die Geschäftsjahre 2017 bis 2026; das Geschäftsjahr endet am 31. Juli. Sämtliche Zahlen stammen aus den Geschäftsberichten bei der SEC (abgerufen am 22.10.2026). Werte je Aktie sind um die beiden Aktiensplits 2022 und 2023 bereinigt. Jede Karte endet mit einer Gegenprüfung.
1. Umsatz je Aktie
Umsatz je Aktie in USD, Geschäftsjahre 2017–2026 (SEC, splitbereinigt).
Von 1,53 auf 4,88 USD – mehr als das Dreifache, 13,8 % pro Jahr. Der Gesamtumsatz stieg von 1,45 auf 4,67 Mrd. USD (13,9 % pro Jahr).
Im Geschäftsjahr 2026 kam das Wachstum zum Stillstand: +0,4 %. Ohne die Sonderumsätze nach zwei Hurrikanen im Vorjahr wären es laut Management +2,4 % gewesen.
Aber: Ein großer Teil des Wachstums bis 2023 kam aus steigenden Gebrauchtwagenpreisen nach der Pandemie und aus dem Trend zu mehr Totalschäden – nicht nur aus Marktanteilen. Diese Rückenwinde lassen sich nicht einfach fortschreiben.
2. Operative Marge
Operatives Ergebnis geteilt durch den Umsatz, in Prozent.
Von 31,9 % stieg die Marge bis auf 42,2 % im Jahr 2021 – damals trafen hohe Preise auf wenig Kosten. Seitdem sinkt sie jedes Jahr, 2026 auf 35,4 %, im vierten Quartal auf 32 %.
Aber: Die Kosten je Auto stiegen zuletzt um fast 13 %, die Preise je Auto nur um 3,5 %. Solange das so bleibt, sinkt die Marge weiter. Eine operative Marge unter 32 % in zwei Quartalen ist ein Abbruchkriterium dieser Analyse.
3. Gewinn je Aktie
Gewinn je Aktie (GAAP, verwässert) in USD laut SEC, splitbereinigt. Das letzte Jahr ist hervorgehoben.
Von 0,41 auf 1,55 USD (GAAP, verwässert), 15,8 % pro Jahr – und 2026 erstmals gesunken (Vorjahr 1,59 USD).
Ein oft übersehener Teil des Gewinns sind Zinserträge: Copart verdiente 2026 rund 182 Mio. USD an Zinsen auf seine Barmittel, nach Steuern etwa 0,15 USD je Aktie – ein Zehntel des Gewinns.
Aber: Mit dem Kauf von ACV fließen netto rund 1,63 Mrd. USD Barmittel ab (Kaufpreis 1,9 Mrd. minus die Kasse von ACV). Dadurch entfallen rund 53 Mio. USD Zinsgewinn nach Steuern. Auf die zuletzt 932 Mio. Aktien gerechnet bleibt ein Gewinn je Aktie von rund 1,53 USD – unsere Bewertungsbasis. Copart erwartet, dass die Übernahme im ersten vollen Jahr den Gewinn je Aktie nicht verändert. Skeptisch gerechnet – mit dem GAAP-Verlust von ACV (2025: −66 Mio. USD) und Abschreibungen auf den Kaufpreis – wären es eher 1,40 USD, nach Managementaussage 1,59 USD.
4. Free Cashflow je Aktie
Free Cashflow = operativer Cashflow minus Investitionen, je verwässerter Aktie.
Der freie Cashflow je Aktie stieg von 0,34 auf 1,32 USD. In zehn Jahren erwirtschaftete Copart 6,8 Mrd. USD freien Cashflow. Aktienbasierte Vergütung spielt kaum eine Rolle (39 Mio. USD im Jahr).
Aber: Der Anstieg 2026 kommt nicht aus mehr Geschäft, sondern aus weniger Investitionen (337 statt 569 Mio. USD). Der operative Cashflow sank sogar von 1,80 auf 1,60 Mrd. USD. Für die Bewertung rechnen wir deshalb mit dem Investitionsschnitt der letzten fünf Jahre (454 Mio. USD).
5. Investitionen im Verhältnis zum Umsatz
Investitionen in Sachanlagen geteilt durch den Umsatz, in Prozent.
Copart steckt jedes Jahr 7 bis 27 % des Umsatzes in Land, Standorte und Software – mehr als die meisten Plattformen. Das ist der Preis des Burggrabens: Ohne eigene Flächen keine Katastrophen-Kapazität.
Aber: Land verliert zwar kaum an Wert, bringt aber für sich keine Rendite. Je mehr Copart investiert, ohne dass die Stückzahlen steigen, desto stärker sinkt die Kapitalrendite – genau das zeigt die Zerlegung unten.
6. Buchwert je Aktie
Eigenkapital je verwässerter Aktie in USD.
Der Buchwert je Aktie stieg von 1,16 auf 9,51 USD. Copart hat fast alle Gewinne einbehalten statt sie auszuschütten.
Aber: Knapp die Hälfte des Eigenkapitals (4,5 von 9,1 Mrd. USD) war Ende Juli 2026 Bargeld und Staatsanleihen – das bringt nur rund 4 % Zinsen. Ein wachsender Buchwert ist hier kein Beweis für ein besseres Geschäft.
7. Barmittel und Staatsanleihen
Barmittel plus bis zur Fälligkeit gehaltene Staatsanleihen zum Geschäftsjahresende, in Mrd. USD.
Copart hat keine Finanzschulden (Leasing ist mit rund 86 Mio. USD unwesentlich) und hortete Ende Juli 2026 4,49 Mrd. USD Barmittel und US-Staatsanleihen (Ende Juli 2025: 4,79 Mrd.). Nach dem Kauf von ACV bleiben laut CEO „über 2 Mrd. USD“ (Telefonkonferenz vom 10.09.2026).
Aber: Nicht alles davon ist frei verfügbar – ein Teil sind Auktionserlöse, die Copart an Verkäufer weiterreicht. Jahrelang lag das Geld fast ungenutzt. Ein Aktionär, der selbst Staatsanleihen kaufen kann, braucht dafür kein Unternehmen. Erst 2026 hat Copart begonnen, es einzusetzen – für Rückkäufe und für ACV.
8. Anzahl der Aktien
Verwässerte Aktienzahl im Jahresdurchschnitt, in Millionen (SEC, splitbereinigt).
Die verwässerte Aktienzahl lag zehn Jahre lang fast unverändert bei rund 950 bis 980 Mio. Erst 2026 sank sie (Jahresdurchschnitt 957 Mio.), Ende Juli standen 926 Mio. Aktien aus.
Aber: Der Rückgang 2026 kommt aus einem einzigen Rückkauf-Schub im Februar und März 2026. Seit April hat Copart keine Aktien mehr zurückgekauft – auch nicht, als der Kurs weiter fiel.
9. Kurs-Gewinn-Verhältnis
Kurs Ende Juli geteilt durch den GAAP-Gewinn je Aktie des Geschäftsjahres.
Das KGV lag meist zwischen 28 und 38, im Schnitt bei 30,1. Heute liegt es bei rund 18,8 – so niedrig wie zuletzt 2017.
Aber: Die hohen KGVs gehören zu einer Firma, die um 15 % im Jahr wuchs. Im Geschäftsjahr 2026 wuchs Copart gar nicht. Den Zehnjahresschnitt verwenden wir deshalb nicht als Maßstab – die alte Fassung dieser Seite rechnete noch mit einem End-KGV von 30.
Live-Finanzdaten von TradingView
Kapitalrendite zerlegt
ROIC = Gewinnmarge nach Steuern × Kapitalumschlag. Bei Copart rechnen wir die Barmittel und Staatsanleihen heraus – sie gehören nicht zum operativen Geschäft.
| Jahr | Gewinnmarge nach Steuern | × Kapitalumschlag | = ROIC | ROIC ohne Goodwill | Investiertes Kapital |
|---|---|---|---|---|---|
| 2017 | 28,5 % | 0,95 | 27,2 % | 35,0 % | 1,52 Mrd. |
| 2019 | 29,5 % | 1,03 | 30,2 % | 36,3 % | 1,99 Mrd. |
| 2021 | 35,2 % | 0,93 | 32,9 % | 37,6 % | 2,88 Mrd. |
| 2023 | 30,6 % | 1,06 | 32,6 % | 36,5 % | 3,63 Mrd. |
| 2025 | 29,8 % | 1,06 | 31,5 % | 35,7 % | 4,40 Mrd. |
| 2026 | 28,6 % | 1,01 | 28,9 % | 32,5 % | 4,61 Mrd. |
Investiertes Kapital = Eigenkapital + Finanzschulden − Barmittel − Staatsanleihen. Eigene Rechnung aus SEC-Daten.
- Umschlag stabil: Copart setzt seit zehn Jahren etwa einen Dollar Umsatz je Dollar Kapital um – das Geschäft braucht dauerhaft viel Land
- Marge entscheidet: Die Kapitalrendite folgt fast eins zu eins der Marge – Hoch 2022 mit 34,5 %, 2026 nur noch 28,9 %
- Goodwill unwichtig: Mit und ohne Goodwill liegen die Werte nah beieinander – Copart ist fast nur aus eigener Kraft gewachsen (das ändert sich mit ACV)
- Zusätzliches Kapital: Seit 2021 (dem Jahr der Rekordmarge) brachte jeder zusätzlich investierte Dollar 22 Cent operativen Gewinn nach Steuern pro Jahr – weniger als der Durchschnitt von rund 30 %, aber immer noch weit über den Kapitalkosten
- Die Kapitalrendite ist ehrlich verdient – nicht durch Schulden oder Rückkäufe aufgebläht
- Aber die neuen Standorte verdienen weniger als die alten. Das spricht für ein reiferes Geschäft
- Mit ACV kommen 1,9 Mrd. USD Kaufpreis ins Kapital, davon ein großer Teil als Goodwill – die Kapitalrendite wird dadurch sinken, auch wenn ACV gut läuft
Kapitalverwendung
Von 2017 bis 2026 erwirtschaftete Copart 6,8 Mrd. USD freien Cashflow – zusätzlich zu den 4,2 Mrd. USD, die in Land und Standorte flossen. Dividenden gab es nie. Bis 2025 wurde das Geld fast vollständig angespart; 2026 änderte sich das abrupt:
| Verwendung | Betrag | Einordnung |
|---|---|---|
| Land und Standorte 2017–2026 | 4,2 Mrd. USD | Fundament des Burggrabens |
| Barmittel angespart (Stand 31.07.2026) | 4,49 Mrd. USD | rund 4 % Zinsen, also weniger als die Kapitalrendite des Geschäfts |
| Rückkäufe 2019 | 0,37 Mrd. USD | einmalig |
| Schuldentilgung 2018–2022, kleinere Zukäufe | 0,6 + 0,3 Mrd. USD | seit 2022 schuldenfrei; u. a. Purple Wave (2022) |
| Rückkäufe GJ 2026 | 1,63 Mrd. USD | 43,4 Mio. Aktien zu Ø 37,63 USD; abzüglich Mitarbeiteraktien netto rund 1,59 Mrd. USD |
| ACV Auctions (Oktober 2026) | rund 1,9 Mrd. USD (netto 1,63 Mrd.) | größter Zukauf der Firmengeschichte |
Quellen: 10-K GJ 2026, ACV-Mitteilungen vom 10.09. und 16.10.2026.
Die Rückkäufe 2026: Copart kaufte 43,4 Mio. Aktien für durchschnittlich 37,63 USD – 5,5 Mio. davon bis Januar, den Rest im Februar und März 2026, nachdem der Kurs bereits rund 20 % gefallen war. Gemessen an unserem damaligen fairen Wert (31,66 USD laut alter Fassung dieser Seite) zahlte Copart rund 19 % zu viel; nach unserer heutigen, strengeren Rechnung (13,06 USD) fast das Dreifache. Zum heutigen Kurs liegen die Käufe rund 0,37 Mrd. USD im Minus. Dass Copart seit April nicht mehr zurückkauft, passt zu unserer Bewertung: Auch bei 28 USD läge der Preis über unserem fairen Wert.
ACV: Copart zahlte rund 1,9 Mrd. USD für ein Unternehmen mit zuletzt 760 Mio. USD Umsatz (+19 %). Nach GAAP schrieb ACV 2025 einen Verlust von 66 Mio. USD, erwirtschaftete aber einen kleinen positiven freien Cashflow (rund 69 Mio. USD). Strategisch ist der Kauf nachvollziehbar: Händlerauktionen wachsen, brauchen kein Land, und Copart war dort schwach. Finanziell ist er eine Wette: Der Zinsertrag auf das Geld fällt sofort weg, die Verzinsung des Kaufpreises muss erst entstehen. Umgewandelte ACV-Mitarbeiteroptionen verwässern zusätzlich leicht.
Vergütung an der Spitze: Jay Adair verzichtet zehn Jahre lang fast auf Gehalt (1 USD im Jahr) und bekommt dafür 20 Mio. Optionen in vier Stufen zu 26,27 bis 52,54 USD, frühestens nach fünf Jahren ausübbar (Zustimmung der Hauptversammlung steht aus). Das bindet ihn stark an den Kurs – und verwässert die Aktionäre um gut 2 %, falls alle Stufen erreicht werden. Seinem Vorgänger Jeff Liaw wurden beim Abschied die Kurshürden seiner Optionen gestrichen und die Sperrfristen verkürzt.
Vergütung bisher: Liaw erhielt im Geschäftsjahr 2025 rund 2,1 Mio. USD, das 46-Fache des mittleren Mitarbeiters. Die Jahreszahl ist niedrig, weil sein großes Aktienpaket von 2022 stammt (Beförderung zum Co-Chef) und über fünf Jahre verdient wird. Seit 2020 hängt mindestens die Hälfte jeder Aktienzuteilung an einer Kurshürde; auf der Hauptversammlung im Dezember 2024 stimmten rund 95 % der Aktionäre der Vergütung zu. Unser Urteil: bescheiden und am Kurs ausgerichtet, ohne Bonus, der Rückkäufe belohnt – das nachträgliche Streichen der Hürden für Liaw ist der einzige Schönheitsfehler (Quellen: Proxy-Statement DEF 14A vom 24.10.2025, 8-Ks 2026).
Qualitative Faktoren
Vergleich mit Wettbewerbern
| Firma | Geschäft | Umsatzwachstum | Bruttomarge | Operative Marge | ROIC | KGV | EV/FCF | FCF-Rendite |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Copart | Online-Auktionen für Unfall- und Gebrauchtwagen | 0,4 % | 44,7 % | 35,4 % | 28,9 % | 17,8 | 16,6 | 5,0 % |
| RB Global (IAA) | Auktionen für Unfallwagen (IAA) und Baumaschinen | 7,2 % | – | 15,5 % | 7,8 % | 41,7 | 24,3 | 4,5 % |
| OPENLANE | Händler- und Leasing-Rückläufer-Auktionen | 8,2 % | – | 10,2 % | – | – | – | – |
| ACV Auctions | Online-Händlerauktionen (seit 16.10.2026 Copart) | 19,2 % | – | -8,3 % | – | – | 23,1 | 3,9 % |
Einheitlicher Stichtag für alle Firmen: Kurs vom 21.10.2026 (deshalb Copart-KGV 17,8 statt 18,8 zum Kurs vom 22.10.). Letztes abgeschlossenes Geschäftsjahr laut 10-K (Copart: Juli 2026, übrige: Dezember 2025), Kurs vom 21.10.2026 (ACV: Übernahmepreis 10,50 USD). Copart-Börsenwert mit 926 Mio. Aktien, Liquidität vor dem ACV-Kauf. ROIC = operativer Gewinn nach Steuern ÷ (Eigenkapital + Schulden − liquide Mittel). OPENLANE: Gewinn je Stammaktie wegen Vorzugsdividenden negativ, daher kein KGV. Coparts Werte entsprechen dem GJ 2026 und damit den Zahlen im Text (KGV nach GAAP mit 1,55 USD; unsere Bewertung startet pro forma bei 1,53 USD).
Copart verdient mit Abstand am meisten: mehr als doppelt so viel operative Marge wie RB Global und fast die vierfache Kapitalrendite. Trotzdem wird RB Global mit mehr als dem doppelten KGV bewertet – weil es wächst (+7 %, IAA gewinnt Marktanteile), während Copart stillsteht. Der Markt bezahlt im Moment Wachstum, nicht Qualität.
Management und Kapitalallokation
Copart ist gründergeprägt: Gründer Willis Johnson ist Chairman, sein Schwiegersohn Jay Adair ist seit 31.07.2026 wieder CEO. Vorgänger Jeff Liaw trat ab; laut Unternehmen nicht wegen Meinungsverschiedenheiten. Die Ankündigung am 29.06.2026 kostete die Aktie 8 %. Neue Präsidentin ist Jane Pocock (bisher Chefin des Großbritannien-Geschäfts), Finanzchefin bleibt Leah Stearns.
Die Rückkehr des langjährigen Chefs, der das heutige Copart aufgebaut hat, ist für viele Anleger ein Vertrauenssignal – auch seine Vergütung (Optionen statt Gehalt). Gleichzeitig fiel seine erste große Entscheidung, der ACV-Kauf, in diese Zeit. Ob das Kerngeschäft wieder Marktanteile gewinnt, wird sein eigentlicher Prüfstein.
Wachstumstreiber
- Mehr Totalschäden: Reparaturen werden teurer (Teile +8 %, CCC Crash Course 2026), deshalb erklären Versicherer mehr Autos zum Totalschaden – 23,5 % im ersten Halbjahr 2026, ein Rekord. Selbst fahrbereite Autos werden häufiger abgeschrieben (11,2 % nach 6,3 % 2022, ebenfalls CCC)
- Älterer Fahrzeugbestand: Das Durchschnittsalter der US-Autos liegt bei fast 13 Jahren (S&P Global Mobility, 2025) – ältere Autos werden bei Schäden schneller zum Totalschaden
- International: +8,5 % Umsatz, neue Standorte in Brasilien (2026) und Spanien (2025)
- Händler und Flotten: Händlerautos +5,8 %, Banken, Vermieter und Flotten fast +20 % im vierten Quartal – verstärkt durch ACV
- Preise je Auto: steigen mit den Ersatzteil- und Gebrauchtwagenpreisen
Risiken
- Marktanteilsverlust an IAA: Ein Großkunde ist bereits gewechselt; weitere Wechsel würden das US-Geschäft direkt treffen.
- Weniger Unfälle: Assistenzsysteme und weniger gefahrene Kilometer senken die Schadenhäufigkeit (zuletzt −3,5 %, CCC).
- Kostenschere: Kosten je Auto +12,7 % gegen Preise +3,5 % – die Marge sinkt.
- ACV-Integration: verlustreiches Geschäft, 1,9 Mrd. USD Kaufpreis, wegfallender Zinsertrag.
- Ermittlungen: Seit Oktober 2023 untersucht das US-Justizministerium mögliche Verstöße gegen Geldwäschevorschriften; Copart kann das Risiko nicht beziffern (10-K).
- Steuern: Ein US-Steuervorteil für Auslandsgeschäfte (FDII) brachte 2026 rund 47 Mio. USD – etwa 0,04 USD je Aktie, politisch nicht garantiert.
- Export-Abhängigkeit: 38 % der US-Autos gehen ins Ausland – Zölle, Sanktionen oder Währungsschwankungen treffen die Preise.
Branche und Umfeld
Der US-Markt für Unfallwagen ist ein Duopol: Copart und IAA (seit 2023 Teil von RB Global) teilen sich den Großteil der Versicherungsautos; amtliche Marktanteile gibt es nicht. Für Versicherer ist der Wechsel zwischen den beiden aufwendig, aber möglich – wie 2025/26 geschehen. Von 12 Analysten raten 7 zum Kauf, 4 zum Halten, 1 zum Verkauf; das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 39 USD (Spanne 25 bis 55 USD; stockanalysis.com, Stand 20.10.2026; MarketBeat nennt am 11.10. 37,80 USD bei etwas anderer Verteilung).
ESG
Copart verlängert das Leben von Fahrzeugen und Ersatzteilen – viele Autos fahren nach der Reparatur in Ländern mit wenig bezahlbarer Mobilität weiter. Die großen Abstellflächen bergen Umweltrisiken (auslaufende Flüssigkeiten, teils Flächen auf alten Deponien), die Copart nach eigenen Angaben überwacht. Die laufenden Geldwäsche-Ermittlungen sind ein Governance-Risiko.
Gegenthese: Was müsste passieren, damit wir falschliegen?
Es ist 2031, und die Copart-Aktie hat sich seit heute noch einmal halbiert. Was ist passiert?
| Szenario | Wie es abläuft | Entspricht Fall |
|---|---|---|
| 1. IAA holt sich die Versicherer | Nach dem ersten Großkunden wechseln weitere zu IAA, weil RB Global mit Preisen und Service angreift. Copart verliert Stückzahlen und muss Gebühren senken. | schwach |
| 2. Weniger Unfälle, weniger Wracks | Assistenzsysteme und autonome Funktionen senken die Unfallzahl dauerhaft; der Totalschaden-Trend kehrt sich um, wenn Gebrauchtwagenpreise fallen. | Stress |
| 3. ACV wird zum Fass ohne Boden | ACV bleibt verlustreich, weitere Zukäufe folgen, die Kapitalrendite fällt unter 20 %; der Markt bewertet Copart wie einen gewöhnlichen Logistiker. | schwach |
- Gemeldete US-Versicherungsstückzahlen liegen auch nach Wegfall des Großkunden-Effekts (ab Q3 GJ 2027) zwei Quartale in Folge unter dem Vorjahr
- Operative Marge (GAAP) unter 32 % in zwei Quartalen in Folge (Q4 GJ 2026 lag genau bei 32,0 %)
- Gewinn je Aktie im GJ 2028 unter 1,60 USD oder eine Abschreibung auf den ACV-Goodwill (die Übernahme verwässert dauerhaft)
Wir prüfen diese Punkte nach jeder Quartalsmitteilung. Tritt einer ein, überarbeiten wir die Analyse und senken den fairen Wert – unabhängig vom Kurs.
Das letzte Quartal (Q4 GJ 2026, veröffentlicht am 10.09.2026)
| Kennzahl | Q4 GJ 2026 | Einordnung |
|---|---|---|
| Umsatz | 1,15 Mrd. USD | +2,4 % |
| Operatives Ergebnis | 369 Mio. USD | −10,6 % (Marge 32,0 %) |
| Gewinn je Aktie (GAAP, verwässert) | 0,35 USD | Vorjahr 0,41 USD; laut Investing.com (10.09.2026) 0,04 USD unter der Erwartung |
| Verkaufte Autos weltweit | – | −2,9 % (Gesamtjahr −5,5 %) |
| Versicherungsautos USA | – | −7,5 %; ohne einen verlorenen Großkunden +2,3 % |
| Autos von Händlern (USA) | – | +5,8 %; Banken, Vermieter, Flotten (BluCar) fast +20 % |
| Durchschnittlicher Verkaufspreis | – | +3,5 % weltweit |
| Kosten je Auto | – | +12,7 % (Investitionen in Transport, Abwicklung, Standorte) |
| Zinserträge | 39,6 Mio. USD | −20,5 %, weil Geld in die Rückkäufe floss |
Viertes Quartal des Geschäftsjahres 2026 (Mai bis Juli 2026), Mitteilung und Telefonkonferenz vom 10.09.2026. Nächste Zahlen: voraussichtlich Mitte bis Ende November 2026 – Q1 GJ 2027, Termin noch nicht angekündigt.
Ein schwaches Jahr mit einem Lichtblick: Copart hat weniger Autos verkauft als im Vorjahr, vor allem weil ein großer Versicherungskunde den Anbieter gewechselt hat. Copart nennt den Namen nicht; Analysten-Blogs (z. B. Simply Wall St) vermuten Progressive, das zum Konkurrenten IAA gegangen sein soll – das ist nicht bestätigt. Ohne diesen Kunden wären die Versicherungsautos in den USA im vierten Quartal gewachsen.
Belastend ist die Kostenseite: Je Auto stiegen die Kosten um fast 13 %, weil Copart in Transport, digitale Abwicklung von Fahrzeugbriefen und eigene Standorte investiert. Die operative Marge fiel im Quartal auf 32 %. Positiv: Die Preise je Auto stiegen weiter, und Händler, Banken und Flottenbetreiber liefern mehr Autos ein – genau das Geschäft, das ACV ab jetzt verstärken soll.
Qualitatives Gesamtfazit
- Duopol mit eigenem Land und weltweitem Käufernetz
- Operative Marge 35 %, Kapitalrendite fast 30 % – ohne Schulden
- Rückenwind durch steigende Totalschaden-Quoten und ältere Autos
- Gründerfamilie wieder an der Spitze, CEO fast nur über Optionen bezahlt
- Wachstum 2026 zum Stillstand, ein Großkunde an IAA verloren
- Kosten je Auto steigen deutlich schneller als die Preise
- Rückkäufe zu 37,63 USD – über dem damaligen fairen Wert
- ACV: teurer, verlustreicher Zukauf; Geldwäsche-Ermittlungen offen
Fairer Wert
Wir bewerten Copart mit unserem Gewinn-Multiplikator-Modell: Wir schreiben den Gewinn je Aktie zehn Jahre fort, übersetzen ihn mit einem passenden Kurs-Gewinn-Verhältnis in einen Kurs in zehn Jahren und rechnen diesen auf heute zurück – einmal mit den Kapitalkosten des Marktes von 9 % (fairer Wert, Profi-Standard), einmal mit unserer Zielrendite von 15 % (valueforge-Wert). Der valueforge-Wert ist der Preis, zu dem wir mit 15 % im Jahr rechnen dürften; er steht in Watchlist und Rechner.
Woher das Wachstum kommt
Statt einer Zahl aus der Vergangenheit setzen wir das Gewinnwachstum aus seinen Bausteinen zusammen. Der Gewinn je Aktie wächst, wenn der Umsatz wächst, die Marge steigt oder die Aktienzahl sinkt.
| Baustein | Schwach | Basisfall | Stark | Begründung Basisfall |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzwachstum (Ø 10 Jahre) | 4 % | 7 % | 9,5 % | Nach Regionen: USA (82 % des Umsatzes) rund 6 % – Preise je Auto +3,5 %, Stückzahlen +2 % durch den Totalschaden-Trend; International (18 %) rund 9 % – zusammen rund 6,5 %. ACV (rund 760 Mio. USD Umsatz) kommt 2027 einmalig dazu; weil ACV laut Copart im ersten vollen Jahr ergebnisneutral ist (Mitteilung vom 10.09.2026: „neutral to EPS in the first full year“), zählen wir für den Gewinn nur sein eigenes Wachstum mit rund 0,5 Punkten. Das ist mehr als 2026 (+0,4 %) und als der Konsens für GJ 2027 (+2,9 % ohne ACV): Der verlorene Großkunde fällt ab dem dritten Quartal GJ 2027 (Februar 2027) aus dem Vorjahresvergleich, und ohne ihn wuchsen die Versicherungsautos schon im vierten Quartal (+2,3 %). Konsens bis GJ 2028 rund 8 % pro Jahr beim Gewinn; nach Standard 2.4 ohne zusätzliches Abbremsen |
| Veränderung der Marge | sinkt leicht (≈ −0,5 % im Jahr) | steigt (≈ +1 % im Jahr) | steigt Richtung 40 % (≈ +1,5 % im Jahr) | Seit 2021 fällt die Marge, 2026 vor allem, weil die Fixkosten auf weniger Autos verteilt wurden (Kosten je Auto +12,7 %). Kommen die Stückzahlen zurück, sinken die Kosten je Auto wieder; der Konsens (1,55 → 1,81 USD bis GJ 2028) unterstellt genau diese Erholung. Gelingt sie nicht, gilt der schwache Fall |
| Weniger Aktien pro Jahr (netto) | 0,5 % | 0 % | 0 % | So wie in den letzten zehn Jahren: Trotz des Rückkauf-Schubs 2026 praktisch keine Netto-Schrumpfung (verwässert 948 Mio. Aktien 2017, 957 Mio. im Schnitt 2026, 926 Mio. heute). Copart hortet Geld eher, als es auszuschütten. Im schwachen Fall etwas mehr (tieferer Kurs, mehr Stücke je Dollar) |
| = Gewinnwachstum je Aktie | 4 % | 8 % | 11 % | Die Bausteine werden multipliziert und gerundet (Basisfall: 1,07 × 1,01 × 1,00 ≈ 1,08; stark: 1,095 × 1,015 ≈ 1,11) |
Unsere Annahmen neben den Analystenschätzungen
| Analysten | Unser Basisfall | Unterschied | |
|---|---|---|---|
| Gewinn je Aktie GJ 2027 | 1,62 USD (Konsens, +4,5 %) | 1,65 USD (1,53 × 1,08) | leicht über Konsens |
| Gewinn je Aktie GJ 2028 | 1,81 USD (Konsens, +12 %) | 1,78 USD | wir liegen darunter |
| Umsatz GJ 2027 | 4,8 Mrd. USD ohne ACV (+2,9 %); mit ACV bis 5,5 Mrd. | rund 4,97 Mrd. USD ohne ACV (+6,5 %); mit ACV (rund 9 Monate im GJ 2027) rund 5,6 Mrd. | ohne ACV über dem Konsens – wir rechnen damit, dass der verlorene Großkunde aus dem Vergleich fällt |
| Kursziel / Wert | Ø 38–39 USD (25–55 USD; stockanalysis.com 20.10.: 39, MarketBeat 11.10.: 37,80) | fairer Wert rund 22 USD (9 %), 13,06 USD (15 %) | Kursziele gelten für zwölf Monate; beide unserer Werte liegen darunter |
Konsens laut stockanalysis.com (Stand 20.10.2026) und Yahoo Finance (22.10.2026), nur 4 bis 12 Analysten. Copart weist kaum Bereinigungen aus; Konsens und unser Wert sind deshalb beide nahe am GAAP-Gewinn.
Wir rechnen über zehn Jahre gleichmäßig mit 8 %. Im ersten Jahr liegen wir damit leicht über den Analysten, danach darunter: Für 2028 erwarten sie bereits wieder 12 % Gewinnwachstum. Über beide Jahre sind das rund 8 % pro Jahr (1,55 → 1,81 USD) – genau unser Basisfall. Für zehn Jahre ist das nicht pessimistisch, solange offen ist, ob Copart den verlorenen Marktanteil zurückgewinnt.
Die Rechnung im Basisfall
Rechenweg Schritt für Schritt (aufklappen)
| Schritt | Wert |
|---|---|
| Gewinn je Aktie (GJ 2026 pro forma nach dem ACV-Kauf) | 1,53 USD |
| × (1 + 8 %)10 | 2,159 |
| = Gewinn je Aktie in 10 Jahren | 3,30 USD |
| × KGV in 10 Jahren | 16 |
| = Kurs in 10 Jahren | 52,85 USD |
| ÷ 1,1510 (15 % Rendite pro Jahr) | 4,046 |
| = Wert heute nach valueforge-Standard | 13,06 USD |
| Profi-Standard: ÷ 1,0910 statt 1,1510 | 2,367 |
| = fairer Wert heute nach Profi-Standard | 22,32 USD |
Warum ein End-KGV von 16? Wir leiten das KGV in zehn Jahren nach einer festen Regel her: 2 × Wachstum in Prozent, mindestens 12, höchstens der Zehnjahresschnitt (hier 30,1). Bei 8 % Wachstum ergibt das 16, im starken Fall mit 11 % ergibt es 22. Die Regel stammt aus der Rule-#1-Methode (Phil Town, „Rule #1“, 2006: künftiges KGV = das Doppelte der Wachstumsrate, höchstens der historische Schnitt), auf der auch unsere 15 % beruhen. Den alten Schnitt von rund 30 erreicht die Regel erst bei 15 % Wachstum – so schnell wuchs Copart, als der Markt dieses KGV zahlte. Zum Vergleich: RB Global wird heute mit rund 42 bewertet, Copart selbst mit rund 18.
Für den fairen Wert nach Profi-Standard gilt dasselbe KGV, höchstens aber 18 – der Wert, den man mit 9 % Kapitalkosten für ein reifes Unternehmen herleitet (0,85 × 1,04 ÷ (0,09 − 0,04) ≈ 18). Copart zahlt heute keine Dividende; die 85 % stehen für Ausschüttung über Rückkäufe oder Sonderdividenden in einer reifen Phase.
Vier Fälle mit Gewichten
| Fall | Die Geschichte dahinter | Wachstum | End-KGV | Wert (15 %) | Wert (9 %) | Gewicht (unsere Setzung) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stress | Weniger Unfälle und fallende Gebrauchtwagenpreise kehren den Totalschaden-Trend um (Gegenthese, Szenario 2) | 2 % | 12 | 5,53 USD | 9,45 USD | 10 % – die Totalschadenquote steigt bisher weiter |
| Schwach | IAA gewinnt weitere Versicherer, die Kosten je Auto steigen weiter, ACV bleibt Verlustbringer; Copart wächst kaum schneller als die Inflation | 4 % | 12 | 6,72 USD | 11,48 USD | 20 % – ein Großkunde ist bereits gewechselt |
| Basisfall | Copart stabilisiert die Versicherungsvolumen, profitiert vom Totalschaden-Trend und wächst mit Händlern, Flotten und International moderat | 8 % | 16 | 13,06 USD | 22,32 USD | 50 % – ohne den verlorenen Kunden wachsen die Versicherungsautos (+2,3 %) |
| Stark | Copart holt Versicherer zurück, ACV wird zum Wachstumsmotor, die Marge steigt wieder Richtung 40 % – fast das alte Tempo | 11 % | 22 | 23,62 USD | 33,03 USD | 20 % – Händler und Flotten +20 %, neuer Chef mit Kursanreiz |
| Gewichtet | 13,15 USD | 21,01 USD | 100 % |
Standardgewichte 10/20/50/20 % (Analyse-Standard 2.3, unverändert in 2.4). Die Gewichte sind unsere begründete Setzung, keine statistisch abgeleiteten Wahrscheinlichkeiten. Watchlist und Value-Rechner führen den Basisfall nach unserem 15-%-Standard.
Wert der vier Fälle nach unserem 15-%-Standard und gewichtet, gegen den aktuellen Kurs (gestrichelte Linie).
Spanne des Werts nach unserem 15-%-Standard vom schwachen bis zum starken Fall.
Sensitivität und Kipppunkte
Zwei Annahmen tragen das Ergebnis: Wachstum und End-KGV. Die Tabelle zeigt den valueforge-Wert (15 %) für verschiedene Kombinationen; grün liegt über dem heutigen Kurs.
| Wachstum \ End-KGV | 12 | 16 | 22 | 30 |
|---|---|---|---|---|
| 4 % | 7 USD | 9 USD | 12 USD | 17 USD |
| 8 % | 10 USD | 13 USD | 18 USD | 24 USD |
| 11 % | 13 USD | 17 USD | 24 USD | 32 USD |
Die dritte Stellschraube ist der Zinssatz. Nach Profi-Standard rechnen wir mit den Kapitalkosten des Marktes von 9 % (erwartete Marktrendite nach Damodaran), nach unserem eigenen Standard mit 15 % – weil wir nur kaufen wollen, wenn auch bei Fehlern in unseren Annahmen noch eine gute Rendite bleibt. Derselbe Basisfall ergibt:
| Zinssatz | 9 % (Profi) | 12 % | 15 % (valueforge) |
|---|---|---|---|
| Basisfall (Gewinn-Multiplikator-Modell) | 22,32 USD | 17,02 USD | 13,06 USD |
Kurs 29,09 USD. Grün = über dem Kurs. Profi-KGV = Regel-KGV, höchstens 18 (hier 16). Eigene Rechnung.
Kipppunkt Wachstum: Bei einem End-KGV von 16 muss der Gewinn je Aktie zehn Jahre lang um 17,0 % im Jahr wachsen, damit der Kurs von 29,09 USD unsere 15 % Rendite bringt.
Kipppunkt KGV: Bei 8 % Wachstum müsste die Aktie in zehn Jahren mit dem 35,6-Fachen des Gewinns bewertet sein.
Beides liegt über unserem starken Fall bzw. über dem Zehnjahresschnitt des KGV. Für 15 % Rendite muss es also besser laufen als erwartet.
Gegenrechnung über den Cashflow
Ein zweiter Blick mit einer anderen Methode: Welches Wachstum des freien Cashflows rechtfertigt den heutigen Börsenwert, wenn man mit den Kapitalkosten des Marktes von 9 % rechnet und nach zehn Jahren 3 % Dauerwachstum annimmt? Als Startwert nehmen wir den freien Cashflow des Geschäftsjahres 2026 nach Abzug der Mitarbeiteraktien, mit durchschnittlichen Investitionen der letzten fünf Jahre, ohne Zinserträge (die Barmittel zählen wir getrennt) und mit dem freien Cashflow von ACV: 1,03 Mrd. USD.
| Zinssatz | Im Kurs eingepreistes Cashflow-Wachstum (10 Jahre) | Deutung |
|---|---|---|
| 9 % (Profi-Standard) | 7,0 % pro Jahr | Weniger als unser Basisfall (8 % – bei 0 % Netto-Rückkäufen gilt das für den Cashflow insgesamt wie je Aktie). Nach dieser Rechnung liegt der Kurs leicht unter dem Wert |
| 15 % (valueforge-Standard) | 18,4 % pro Jahr | Mehr als Copart in den letzten zehn Jahren geschafft hat (freier Cashflow +16,5 % pro Jahr) – für 15 % zu teuer |
Unternehmenswert 24,1 Mrd. USD (Börsenwert minus rund 2,9 Mrd. USD Barmittel nach dem ACV-Kauf; nicht alles davon ist frei verfügbar – mit nur 2,0 Mrd. läge der Wert rund 1 USD je Aktie niedriger). ACV-Cashflow (69 Mio. USD, 2025) vor Abzug der Mitarbeiteraktien von ACV. Nach zehn Jahren jeweils 3 % Dauerwachstum. 9 % = implizite erwartete Marktrendite nach Damodaran (Staatsanleihen plus rund 4,2 % Risikoprämie; 1.9.2026: 8,9 %, 1.10.2026: 9,5 %). Eigene Rechnung.
Nach unserem 15-%-Standard ergeben Gewinnmodell (13,06 USD) und Cashflow-Rechnung (rund 16 USD) dasselbe Bild: Für 15 % Rendite ist Copart heute deutlich zu teuer.
Nach Profi-Standard (9 %) liegen die Methoden auseinander: Das Gewinnmodell kommt auf rund 22 USD, die Cashflow-Rechnung auf rund 31 USD. Der Hauptgrund: Copart kauft kaum Aktien zurück und hortet seinen freien Cashflow. Die Cashflow-Rechnung zählt dieses Geld, das Gewinnmodell nicht – ein bekannter Nachteil des Gewinnmodells bei Firmen, die Geld ansparen. Dazu kommen rund 3 USD Barmittel je Aktie. Der Kurs liegt dazwischen: nach Profi-Maßstab je nach Methode leicht über oder leicht unter dem Wert. Das Urteil „überbewertet“ hängt bei Copart also vor allem an unserem hohen Anspruch.
Value-Rechner – drei Fälle selbst einstellen
Unsere Annahmen sind nicht die einzig möglichen. Der Rechner ist mit dem schwachen Fall, dem Basisfall und dem starken Fall vorbelegt (den Stressfall zeigt er nicht); Gewinn je Aktie, Wachstum, KGV und Rendite lassen sich in jeder Spalte frei verstellen. Der Kurs kommt live aus unserer Watchlist.
Fairer Wert von Copart in drei Szenarien
Erfüllt die Aktie die Value-Kriterien?
- ✕Umsatz wächst mindestens 7 % pro Jahr13,9 % p. a., im GJ 2026 nur +0,4 % – heute nicht erfüllt · verfehlt
- ✕Gewinn je Aktie wächst mindestens 7 % pro Jahr15,8 % p. a., GJ 2026 gesunken – heute nicht erfüllt · verfehlt
- ✓Free Cashflow wächst mindestens 7 % pro Jahr16,5 % p. a., 2026 durch niedrige Investitionen geschönt · erfüllt
- ✓✓Eigenkapital je Aktie wächst26,3 % p. a. · stark
- ✓✓Kapitalrendite (ROIC) im Schnitt über 10 %30,3 % im Schnitt · stark
- ✓Bruttomarge stabil oder steigend44,7 % nach 45,2 %, leicht fallend · erfüllt
- ✓✓Schulden in unter 3 Jahren aus dem Free Cashflow tilgbarschuldenfrei · stark
- –Kurs liegt unter dem fairen Wert
Ergebnis und Sicherheitsmarge
Profi-Standard (9 %): fairer Wert 22,32 USD, gewichtet 21,01 USD – der Kurs liegt 30 % über dem Wert (Cashflow-Rechnung: leicht unter Wert).
valueforge-Standard (15 %): 13,06 USD, gewichtet 13,15 USD, Spanne 5,53–23,62 USD – der Kurs liegt rund 123 % darüber.
Aktueller Kurs: 29,09 USD. Nach Profi-Maßstab fair bis leicht überbewertet, für 15-%-Anleger deutlich überbewertet.
Maßgeblich ist die Qualitätsstufe nach unserer Gegenprüfung: 8 von 14 Punkten, Stufe „solide“ → 30 % Sicherheitsmarge (ohne Gegenprüfung wären es als „Spitze“ 20 %).
Kaufziel nach unserem Standard: 13,06 × 0,70 = 9,14 USD (Profi-Standard: 22,32 × 0,70 = 15,63 USD).
Das ist kein Kursziel und keine Prognose. Wer zum Kaufziel kauft und unser Basisfall eintritt, käme auf rund 19 % im Jahr.
Fazit
Copart ist ein außergewöhnlich profitables Unternehmen: rund 35 % operative Marge, fast 30 % Kapitalrendite, keine Schulden. Eigenes Land, Katastrophen-Kapazität und ein weltweites Käufernetz bilden einen echten Burggraben – im Duopol mit IAA. Doch 2026 stand das Wachstum still: ein Großkunde ging zur Konkurrenz, die Kosten je Auto stiegen viel schneller als die Preise, und die Marge sinkt seit 2021.
Mit dem Kapital ging Copart lange zu passiv um; 2026 folgten Rückkäufe zu durchschnittlich 37,63 USD – über dem damaligen Wert unserer Watchlist – und der Kauf des Händlerportals ACV für rund 1,9 Mrd. USD, das nach GAAP noch Verluste schreibt. Der zurückgekehrte Chef Jay Adair bringt Erfahrung und eine stark kursgebundene Vergütung mit – er muss nun zeigen, dass Copart wieder Marktanteile gewinnt.
Mit einem Gewinn je Aktie von 1,53 USD (pro forma nach dem ACV-Kauf), 8 % Wachstum und einem End-KGV von 16 kommen wir auf 13,06 USD (Spanne 6 bis 24 USD). Beim Kurs von 29,09 USD ist Copart für unseren Anspruch von 15 % im Jahr deutlich überbewertet; das bestätigt die Gegenrechnung über den Cashflow. Für Anleger, die nach Profi-Standard mit 9 % rechnen, ist sie etwa fair (Gewinnmodell 22 USD, Cashflow-Rechnung 31 USD).
Vier Punkte behalten wir im Blick:
- Stabilisieren sich die Versicherungsautos in den USA, sobald der verlorene Großkunde aus dem Vergleich fällt?
- Sinken die Kosten je Auto wieder – oder fällt die operative Marge unter 32 %?
- Wird ACV bis 2028 profitabel?
- Wie fallen die nächsten Zahlen aus (voraussichtlich Mitte bis Ende November 2026 – Q1 GJ 2027, Termin noch nicht angekündigt)?
Unsere Einordnung: hochprofitabler Marktführer im Duopol, der sein Wachstum erst zurückgewinnen muss – nach Profi-Maßstab etwa fair (fairer Wert rund 22 USD), für unseren 15-%-Anspruch deutlich überbewertet. Unser Kaufziel mit 30 % Sicherheitsmarge liegt bei rund 9,14 USD.
Interessenkonflikt: Der Autor hält keine Aktien von Copart und plant in den nächsten Wochen keinen Kauf. Alle eigenen Positionen stehen öffentlich unter Mein Depot.
Quellen
Quellen & Referenzen:
- Geschäftsberichte (10-K) GJ 2017–2026: SEC EDGAR, maschinenlesbare Daten über die SEC-Schnittstelle (abgerufen 22.10.2026), Werte vor 2021 um die Aktiensplits 2022 und 2023 bereinigt
- 10-K GJ 2026 vom 29.09.2026 (Rückkäufe 43,4 Mio. Aktien zu 37,63 USD, Zinserträge, Ermittlungen): sec.gov
- Q4-Mitteilung vom 10.09.2026: sec.gov; Telefonkonferenz (Stückzahlen, Großkunde, Kosten je Auto): Transkript
- ACV-Übernahme: Mitteilung 10.09.2026, Abschluss 16.10.2026 (8-K)
- Vergütung: Proxy-Statement (DEF 14A) vom 24.10.2025, SEC EDGAR
- Kapitalkosten (Profi-Standard 9 %): Aswath Damodaran, NYU Stern, implizite Risikoprämie, Startseite: 1.9.2026 4,14 % bei 4,75 % Staatsanleihe (= 8,9 %), 1.10.2026 4,20 % bei 5,29 % (= 9,5 %), abgerufen 22.10.2026
- Chefwechsel (8-K 29.06.2026) und Optionspaket für Jay Adair (8-K 16.10.2026): SEC EDGAR
- Totalschaden-Quote: CCC Crash Course 2026; Insurance Journal, 19.10.2026
- Analystenschätzungen: stockanalysis.com (20.10.2026), Yahoo Finance – nicht eigens geprüft
- Wettbewerber: 10-K von RB Global und ACV Auctions (SEC); Marktanteile laut Branchenberichten (nicht amtlich)
- Kurs- und Chartdaten: TradingView (NASDAQ:CPRT), Yahoo Finance über unseren Value-Rechner
Stand der Analyse: 22. Oktober 2026. Datenstand der Kennzahlen: 22.10.2026 (SEC: 10-K GJ 2026). Kurs: 29,09 USD vom 22.10.2026. Erstellt nach dem valueforge-Analyse-Standard 2.4.
Haftungsausschluss
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