D.R. Horton Aktie (DHI) – Analyse & fairer Wert
Ticker: DHI ISIN: US23331A1097 WKN: 884312
D.R. Horton ist seit 2002 der größte Hausbauer der USA, gemessen an der Zahl der verkauften Häuser. Das Unternehmen kauft und erschließt Grundstücke, baut darauf Siedlungen aus Ein- und Reihenhäusern und verkauft sie – in 126 Märkten in 36 Bundesstaaten, vor allem im Süden und Südwesten.
Fakten (Stand: 22. Oktober 2026):
- Gründung: 1978 von Donald R. Horton in Fort Worth, Texas
- Börsengang: 5. Juni 1992 (NYSE)
- CEO: Paul J. Romanowski (seit Oktober 2023); Executive Chairman ist sein Vorgänger David Auld
- Hauptsitz: Arlington, Texas, USA
- Mitarbeiter: rund 14.300
- Branche/Sektor: Zyklischer Konsum, Wohnungsbau
- Marktkapitalisierung: ca. 39 Mrd. USD
- Kurs: 138,98 USD (21.10.2026)
- Dividende: 1,60 USD je Aktie für das Geschäftsjahr 2025, seit 2016 jedes Jahr erhöht; derzeit 0,45 USD je Quartal
- Geschäftsjahr: endet am 30. September
Zyklik: Stark zyklisch. Ob Familien ein Haus kaufen, hängt vor allem an den Hypothekenzinsen. In der Niedrigzinsphase 2021/22 verdiente D.R. Horton Rekordsummen; seit die Zinsen um 6 bis 7 % liegen, sinken Marge und Gewinn. Die breite Streuung über Regionen und Preisklassen dämpft den Zyklus, hebt ihn aber nicht auf.
| Geschäft | Größter Hausbauer der USA – rund 85.000 verkaufte Häuser im Jahr, dazu eigene Hypotheken und eigene Grundstücksentwicklung (Forestar) |
| Charakter | Zyklischer Marktführer · Umsatz je Aktie +14,5 % pro Jahr seit 2016 · Buchwert in jedem Jahr gestiegen · operative Marge 11 bis 23 %, je nach Zinsphase |
| Aktionäre | Dividende seit 2016 verfünffacht, Aktienzahl seit 2018 um 18 % gesunken, kaum Schulden |
| Lage 2026 | Hohe Zinsen und Verkaufsanreize drücken die Marge; Gewinn je Aktie nach neun Monaten −13 %, Jahreszahlen am 29.10.2026 |
| Einordnung | Solider Branchenprimus mit schmalem Burggraben, nach unserer Methode deutlich überbewertet – fairer Wert im Basisfall 67,28 USD, 52 % unter dem Kurs |
Geschäftsmodell
D.R. Horton baut Häuser in Serie. Statt Einzelaufträge für Bauherren auszuführen, entwickelt das Unternehmen ganze Siedlungen mit wenigen Standard-Grundrissen, baut viele Häuser auf Vorrat und verkauft sie über eigene Musterhäuser vor Ort. Im Geschäftsjahr 2025 lag der durchschnittliche Verkaufspreis bei rund 370.000 USD; die Spanne reicht von etwa 200.000 bis über 1 Mio. USD. Rund 84 % der Erlöse stammen aus freistehenden Einfamilienhäusern.
Für verschiedene Käufergruppen gibt es eigene Marken:
- Express Homes: Einstiegshäuser für Erstkäufer
- D.R. Horton: die Kernmarke für die breite Mitte
- Emerald Homes: gehobene Ausstattung, höhere Preise
- Freedom Homes: Siedlungen für aktive Senioren
Dazu kommen drei kleinere Bausteine: Forestar erschließt Bauland und verkauft den Großteil davon an D.R. Horton. DHI Mortgage und DHI Title finanzieren die Käufe und wickeln den Grundbucheintrag ab. Das Segment Vermietung baut Miethaus-Siedlungen und Mehrfamilienhäuser und verkauft sie anschließend an Investoren.
Forschung und Entwicklung im klassischen Sinn gibt es nicht. Fortschritt heißt hier Prozesseffizienz: standardisierte Pläne, Einkauf in großen Mengen, feste Subunternehmer. Als Antwort auf die hohen Zinsen wurden die Häuser kleiner. Die durchschnittliche Wohnfläche sank von rund 2.080 Quadratfuß (2020) auf rund 1.950 Quadratfuß (2025), also von etwa 193 auf 181 m². So bleiben die Häuser bezahlbar.
Vertrieb: über eigene Verkaufsbüros und Musterhäuser in den Siedlungen, die Website mit Hauskonfigurator und unabhängige Makler, die Käufer vermitteln. Die hauseigene Finanzierung ist dabei ein wichtiges Verkaufsargument: Nur ein großer Bauträger kann Käufern dauerhaft eine niedrigere Hypothekenrate anbieten.
Umsatzverteilung
Anteil der Segmente an Umsatz und Vorsteuergewinn in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 (Oktober 2025 bis Juni 2026), vor Konsolidierung. Quelle: Quartalsmitteilung vom 21.07.2026.
| Segment | Was dazugehört | Umsatz 9 Monate | Vorsteuergewinn | Marge |
|---|---|---|---|---|
| Hausbau (Homebuilding) | Grundstücke, Bau und Verkauf von Ein- und Reihenhäusern | 22,3 Mrd. USD | 2,5 Mrd. USD | 11,4 % |
| Forestar | Erschließt Bauland, rund 62 % gehören D.R. Horton; der Großteil der Grundstücke geht an D.R. Horton selbst | 1,1 Mrd. USD | 113 Mio. USD | 10,8 % |
| Finanzdienste | Hypotheken (DHI Mortgage) und Grundbuch-/Titelabwicklung für die eigenen Käufer | 598 Mio. USD | 180 Mio. USD | 30,1 % |
| Vermietung (Rental) | Baut Miethaus-Siedlungen und Mehrfamilienhäuser und verkauft sie an Investoren | 587 Mio. USD | 44 Mio. USD | 7,4 % |
Konzernumsatz nach Abzug der Geschäfte zwischen den Segmenten: 23,7 Mrd. USD. Im ganzen Geschäftsjahr 2025 lag der Konzernumsatz bei 34,25 Mrd. USD (SEC 10-K).
D.R. Horton ist ein Hausbauer durch und durch: Neun von zehn Umsatzdollar stammen aus dem Verkauf neuer Häuser. Die übrigen Segmente sind klein, erfüllen aber eine Aufgabe für das Kerngeschäft. Forestar sichert baureifes Land, die Finanzdienste machen den Kauf für die Kunden einfacher.
Auffällig ist das Verhältnis bei den Finanzdiensten: Sie bringen nur 2,4 % des Umsatzes, aber 6,3 % des Vorsteuergewinns, weil die Marge bei rund 30 % liegt. An der Zyklik ändert das wenig, denn ohne Hausverkauf gibt es auch keine Hypothek.
Burggraben
D.R. Horton hat nach unserer Einschätzung einen schmalen Burggraben. Ein neues Haus ist weitgehend austauschbar: Käufer vergleichen Lage, Größe und Preis, nicht die Marke. Der Vorsprung kommt allein aus der Größe.
- Skaleneffekte: Als größter Hausbauer kauft D.R. Horton Material, Grundstücke und Handwerkerleistungen günstiger ein als kleinere Wettbewerber
- Grundstücke über Forestar und Optionen: Zwei Drittel der Häuser entstehen auf Grundstücken, die Forestar oder Dritte erschlossen haben. Oft sichert sich D.R. Horton das Land nur per Kaufoption und trägt so weniger Risiko
- Eigene Finanzierung: Hypothek und Grundbuch aus einer Hand erhöhen die Abschlussquote und bringen zusätzliche Erträge
- Markenfamilie: Express, Emerald und Freedom decken fast jede Käufergruppe ab
- Starke Bilanz: Kaum Nettoschulden. Im Abschwung kann D.R. Horton weiterbauen und Grundstücke kaufen, wenn Schwächere sparen müssen
- Kein Netzwerkeffekt, keine Wechselkosten: Ein Haus kauft man selten zweimal beim selben Anbieter
- Preiswettbewerb: Im Abschwung locken alle großen Bauträger mit Rabatten und Zinsverbilligungen – der Größenvorteil schützt die Marge nicht
- Zinsabhängigkeit: Hohe Hypothekenzinsen treffen die ganze Branche gleichermaßen
- Starke Wettbewerber: Lennar ist fast gleich groß, NVR arbeitet mit noch weniger Kapital
Der Beleg in Zahlen: Die Kapitalrendite lag im Schnitt der letzten zehn Jahre bei rund 15 %. Im Boom stieg sie bis auf 25 %, 2025 fiel sie auf 10,8 % zurück (siehe Kennzahlen). Ein breiter Burggraben würde die Rendite auch im Abschwung oben halten. Hier folgt sie dem Zyklus.
Quantitative Faktoren
Alle Reihen umfassen die Geschäftsjahre 2016 bis 2025; das Geschäftsjahr endet jeweils am 30. September. Datenquelle der Kennzahlen ist roic.ai (Datenstand 20.10.2026); Umsatz, Gewinn je Aktie, Aktienzahl, Eigenkapital und Rückkäufe haben wir mit den Geschäftsberichten bei der SEC abgeglichen.
1. Umsatz je Aktie
Umsatz je Aktie in USD, Geschäftsjahre 2016–2025.
Von 32,77 auf 111,02 USD – mehr als das Dreifache, 14,5 % pro Jahr. Der große Sprung kam 2021 und 2022, als niedrige Zinsen und der Wunsch nach mehr Platz im Homeoffice die Nachfrage nach neuen Häusern antrieben.
Seit 2023 flacht die Kurve ab, 2025 ging der Umsatz je Aktie erstmals leicht zurück (111,02 nach 111,69 USD). Der Gesamtumsatz fiel sogar um 7 %; nur die Aktienrückkäufe haben das Minus je Aktie fast ausgeglichen. Für 2026 erwartet das Management einen weiteren Rückgang.
2. Operative Marge
Operatives Ergebnis geteilt durch den Umsatz, in Prozent.
Ein Lehrbuch-Zyklus: Von rund 11 % stieg die Marge bis auf 22,6 % im Boomjahr 2022 und fiel seitdem jedes Jahr, 2025 auf 12,9 % – fast wieder das Niveau von 2016 bis 2019.
Der Hauptgrund sind die Verkaufsanreize. Um Käufer bei Hypothekenzinsen von 6 bis 7 % zu halten, verbilligt D.R. Horton die Zinsen oder senkt die Preise. Im dritten Quartal 2026 lag die Bruttomarge im Hausverkauf noch bei 20,7 %.
3. Gewinn je Aktie
Gewinn je Aktie (unverwässert, GAAP) in USD laut SEC. Das letzte Jahr ist hervorgehoben.
Von 2,39 auf 11,62 USD (2025), 19,2 % pro Jahr. Die Zahl täuscht aber: Der Höhepunkt lag 2022 bei 16,65 USD, seitdem sinkt der Gewinn je Aktie. Nach neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 liegt er noch einmal 13 % unter dem Vorjahr; für das ganze Jahr sind rund 10,40 USD zu erwarten.
Für die Bewertung ist das entscheidend. Bei einem Hausbauer sagt der Gewinn eines einzelnen Jahres wenig darüber, was das Unternehmen über einen ganzen Zyklus verdient (mehr dazu beim fairen Wert).
4. Freier Cashflow je Aktie
Freier Cashflow je Aktie in USD. Das letzte Jahr ist hervorgehoben.
Die unruhigste Reihe der Analyse: 0,90 USD im Jahr 2017, 12,63 USD im Jahr 2023, zuletzt 11,09 USD. Das liegt nicht an schwankenden Gewinnen, sondern am Lagerbestand. Wächst D.R. Horton schnell, stecken Milliarden in Grundstücken und halbfertigen Häusern – 2021 und 2022 blieb so trotz Rekordgewinn kaum freier Cashflow übrig.
Sobald das Wachstum nachlässt, fließt das Geld zurück. Bei einem Hausbauer zeigt der freie Cashflow deshalb vor allem, wie schnell das Unternehmen gerade wächst, und weniger, wie profitabel es ist.
5. Buchwert je Aktie
Buchwert (Eigenkapital) je Aktie in USD.
Von 18,21 auf 82,15 USD, 18,2 % pro Jahr und in jedem einzelnen Jahr gestiegen, auch 2025, als der Gewinn sank. Ende Juni 2026 waren es 84,85 USD.
Bei einem Hausbauer ist der Buchwert aussagekräftiger als bei einem Softwarekonzern: Er besteht vor allem aus Grundstücken und Häusern im Bau. Beim Kurs von 138,98 USD zahlt der Markt rund das 1,6-Fache des Buchwerts.
6. Kapitalrendite (ROIC)
Return on Invested Capital in Prozent.
Derselbe Bogen wie bei der Marge: von 8,8 % (2016) auf fast 25 % (2022) und zurück auf 10,8 % (2025), den niedrigsten Wert seit 2017.
Damit verdient D.R. Horton derzeit kaum mehr als seine Kapitalkosten. Das bestätigt den schmalen Burggraben: Ein Unternehmen mit echtem Wettbewerbsvorteil hielte die Rendite auch dann hoch, wenn die Nachfrage nachlässt.
7. Schulden im Verhältnis zum freien Cashflow
Langfristige Schulden geteilt durch den freien Cashflow, in Jahren.
Die Kennzahl springt zwischen 1,2 und fast 11 Jahren – aber nicht, weil sich die Schulden stark ändern. Die langfristigen Schulden liegen seit Jahren zwischen 2,9 und 6,1 Mrd. USD. Es schwankt der freie Cashflow (siehe Kennzahl 4).
Aussagekräftiger ist hier die Bilanz: Das Eigenkapital macht rund 68 % der Bilanzsumme aus, die Schulden lagen Ende Juni 2026 bei 23 % des Gesamtkapitals, die Liquidität bei 6,1 Mrd. USD. Für einen Hausbauer ist das ausgesprochen solide.
8. Dividende je Aktie
Gezahlte Dividende je Aktie in USD. Das letzte Jahr ist hervorgehoben.
Von 0,32 auf 1,60 USD, 19,6 % pro Jahr und in jedem Jahr erhöht. Seit dem Geschäftsjahr 2026 zahlt D.R. Horton 0,45 USD je Quartal, aufs Jahr gerechnet 1,80 USD.
Die Ausschüttungsquote lag nie über 15 % des Gewinns. Selbst ein harter Gewinneinbruch würde die Dividende kaum gefährden. Die Rendite ist mit rund 1,3 % dennoch niedrig; das meiste Geld gibt D.R. Horton über Aktienrückkäufe zurück.
9. Aktienanzahl
Durchschnittliche Aktienanzahl (Basic Weighted Average) in Millionen Stück. Die Achse beginnt bei 300 Mio.
Seit dem Hoch 2018 (377 Mio.) ist die Zahl der Aktien auf 308 Mio. im Schnitt des Jahres 2025 gesunken, ein Minus von 18,3 %. Zuletzt hat sich das Tempo stark erhöht: 2025 flossen 4,3 Mrd. USD in Rückkäufe, die Zahl sank allein in diesem Jahr um 6,4 %.
Ende Juni 2026 waren noch 280,7 Mio. Aktien im Umlauf. Für das Geschäftsjahr 2026 sind weitere 2,5 Mrd. USD an Rückkäufen geplant. Der niedrige Kurs macht jeden Rückkauf-Dollar wirksamer.
10. Kurs-Gewinn-Verhältnis
Kurs-Gewinn-Verhältnis je Geschäftsjahr (GAAP); gestrichelt der Zehnjahresschnitt.
Zwischen 4 und 14,6, im Schnitt 10,85. Das KGV läuft gegen den Gewinn: Im Rekordjahr 2022 fiel es auf 4,0, weil der Markt den Boom-Gewinn nicht für dauerhaft hielt. Seit der Gewinn sinkt, steigt das KGV wieder, 2025 auf 14,6.
Beim Kurs von 138,98 USD und dem Gewinn 2025 von 11,62 USD liegt das KGV bei 12,0. Auf den erwarteten Gewinn 2026 von rund 10,40 USD gerechnet sind es gut 13 – deutlich über dem eigenen Durchschnitt.
Live-Finanzdaten von TradingView
Qualitative Faktoren
Wettbewerbsumfeld
| Wettbewerber | Wo er D.R. Horton trifft |
|---|---|
| Lennar | Zweitgrößter US-Hausbauer, ähnliche Größe, ebenfalls mit eigener Finanzierung |
| PulteGroup | Mehrere Marken (Pulte, Centex, Del Webb), stark bei Senioren-Siedlungen |
| NVR | Kauft Grundstücke fast nur per Option – sehr kapitalsparend und margenstark |
| Taylor Morrison, KB Home, Meritage | Mittelgroße Bauträger, regional im Sonnengürtel stark |
| Bestandsimmobilien | Wenn Eigentümer mit alten Niedrigzins-Krediten verkaufen, wächst das Angebot gebrauchter Häuser |
Position: D.R. Horton ist seit 2002 ununterbrochen die Nummer 1 nach verkauften Häusern – zuletzt rund 85.000 im Jahr. Der Schwerpunkt liegt auf bezahlbarem Wohnraum. Einordnung: dominant nach Größe, aber nicht preissetzend. Im Abschwung kämpfen alle großen Bauträger mit Anreizen um dieselben Käufer.
Management und Kapitalallokation
Paul J. Romanowski führt D.R. Horton seit dem 1. Oktober 2023. Er ist ein Gewächs des Hauses: von 1999 bis 2014 leitete er die Division Südflorida, ab 2021 war er einer von zwei operativen Vorständen. Sein Vorgänger David Auld (CEO 2014 bis 2023) ist heute Executive Chairman.
Kapitalallokation: D.R. Horton gab im Geschäftsjahr 2025 rund 4,8 Mrd. USD an die Aktionäre zurück (4,3 Mrd. USD Rückkäufe, knapp 0,5 Mrd. USD Dividende) – mehr als der operative Cashflow von 3,4 Mrd. USD. Für 2026 sind etwa 2,5 Mrd. USD Rückkäufe und 0,5 Mrd. USD Dividende geplant. Die Bilanz bleibt dabei konservativ.
Einordnung: Erfahrenes, aus dem eigenen Haus gewachsenes Management mit disziplinierter und aktionärsfreundlicher Linie. Größere Rechtsstreitigkeiten mit Folgen für die Bewertung sind uns nicht bekannt; eine eingehende Prüfung haben wir nicht vorgenommen.
Wachstumstreiber
- Wohnungsmangel: Seit der Finanzkrise 2008 wurden in den USA zu wenige Häuser gebaut – ein langfristiger Rückenwind, den die hohen Zinsen derzeit überdecken
- Sinkende Zinsen: Jede deutliche Senkung der Hypothekenzinsen würde Nachfrage freisetzen und teure Anreize überflüssig machen
- Bezahlbare Häuser: Kleinere Grundrisse und die Einstiegsmarke Express zielen auf die größte Käufergruppe, die Erstkäufer
- Vermietung: Miethaus-Siedlungen für Investoren sind ein zweites Standbein neben dem Verkauf an Familien
- Rückkäufe: Sinkt die Aktienzahl weiter um 5 bis 6 % im Jahr, wächst der Gewinn je Aktie auch ohne höheren Gesamtgewinn
Einordnung: Das Wachstum ist organisch und folgt dem Immobilienzyklus. Es gibt keine einzelne Wette auf neue Technik – vorhersehbar, aber stark zinsabhängig.
Risiken
- Zinsen. Bleiben die Hypothekenzinsen hoch oder steigen sie, sinken Nachfrage und Marge weiter. Das ist das größte Risiko, und das Management kann es nicht steuern.
- Margendruck. Die Verkaufsanreize kosten Marge. Werden sie zum Dauerzustand, liegt die Ertragskraft dauerhaft unter den Boomjahren.
- Bewertung. Der Markt preist bereits eine Erholung ein. Bleibt sie aus, ist nach unserer Methode ein fairer Wert von nur rund 51 USD drin (5 % Wachstum).
- Nur USA. Das gesamte Geschäft hängt am US-Wohnungsmarkt; eine Rezession dort trifft D.R. Horton voll.
- Volatilität. Die Aktie schwankt mit jeder Zinserwartung. Binnen zwölf Monaten fiel sie um rund 12 %, vom Hoch im September 2025 um rund ein Viertel.
Branche und Umfeld
Derzeit herrscht klar Gegenwind: Hypothekenzinsen um 6 bis 7 %, verunsicherte Käufer und wenig Bewegung bei gebrauchten Häusern, weil viele Eigentümer ihre alten Niedrigzins-Kredite nicht aufgeben wollen. Das hilft Neubauern einerseits, weil das Angebot knapp bleibt. Andererseits können sich viele Familien ein Haus schlicht nicht leisten. Mittelfristig spricht der Wohnungsmangel für die Branche – sobald die Zinsen sinken.
ESG
Für Hausbauer zählen vor allem die Energieeffizienz der neuen Häuser, Material und Lieferkette sowie die Sicherheit auf den Baustellen. D.R. Horton veröffentlicht einen Nachhaltigkeitsbericht mit Schwerpunkt auf Energiestandards und Arbeitsschutz. Eine vertiefte ESG-Prüfung haben wir nicht vorgenommen.
Das letzte Quartal (Q3 GJ 2026, veröffentlicht am 21.07.2026)
| Kennzahl | Q3 GJ 2026 | gegenüber Vorjahr |
|---|---|---|
| Konzernumsatz | 9,2 Mrd. USD | etwa auf Vorjahreshöhe |
| Hausverkäufe (Umsatz) | 8,7 Mrd. USD | +1 % |
| Übergebene Häuser | 23.983 | +4 %, oberes Ende der Prognose |
| Nettogewinn | 904,9 Mio. USD | −12 % |
| Gewinn je Aktie (verwässert) | 3,20 USD | −5 %, Erwartung der Analysten rund 3,00 USD |
| Bruttomarge Hausverkauf | 20,7 % | durch hohe Verkaufsanreize gedrückt |
| Stornoquote | 20 % | Vorjahr 17 % |
| Buchwert je Aktie | 84,85 USD | +5 % |
| Aktienrückkäufe | 4,2 Mio. Aktien für 616 Mio. USD | 9 Monate: 14,6 Mio. für 2,2 Mrd. USD |
Drittes Quartal des Geschäftsjahres 2026 (April bis Juni 2026), Quartalsmitteilung vom 21.07.2026. Die Zahlen zum vierten Quartal und zum ganzen Geschäftsjahr 2026 kommen am 29.10.2026.
Ein solides Quartal in einem schwierigen Markt: D.R. Horton hat mehr Häuser übergeben als vor einem Jahr, verdient aber an jedem Haus weniger. Der Grund sind die Verkaufsanreize – vor allem Zinsverbilligungen, mit denen D.R. Horton die Hypothekenrate für Käufer herunterkauft. Das Management erwartet, dass die Anreize auch im vierten Quartal hoch bleiben.
Nach neun Monaten liegt der Gewinn je Aktie bei 7,45 USD, 13 % unter dem Vorjahr. Für das ganze Geschäftsjahr 2026 plant D.R. Horton 32,5 bis 33,0 Mrd. USD Umsatz (2025: 34,25 Mrd. USD), rund 84.000 übergebene Häuser, Aktienrückkäufe von etwa 2,5 Mrd. USD und Dividenden von etwa 500 Mio. USD. Der Gewinn je Aktie dürfte damit bei rund 10,40 USD landen – noch einmal weniger als 2025.
Qualitatives Gesamtfazit
- Größter Hausbauer der USA seit 2002
- Sehr solide Bilanz, Eigenkapitalquote rund 68 %
- Buchwert und Dividende in jedem Jahr gestiegen
- Hohe Rückkäufe, Aktienzahl seit 2018 −18 %
- Grundstücke, Bau und Finanzierung aus einer Hand
- Erfahrenes Management aus dem eigenen Haus
- Schmaler Burggraben, austauschbares Produkt
- Stark abhängig von Hypothekenzinsen
- Marge und Kapitalrendite sinken seit 2022
- Gewinn 2026 erneut rückläufig
- Nur US-Geschäft
Fairer Wert
Wir rechnen bei ValueForge immer nach derselben Methode, damit die Analysen untereinander vergleichbar bleiben. Sie ist bewusst einfach und bewusst streng:
In Worten: Wir schreiben den heutigen Gewinn je Aktie zehn Jahre lang mit einer realistischen Wachstumsrate fort, bewerten das Ergebnis mit dem KGV, das der Markt diesem Unternehmen historisch zugestanden hat, und zinsen den so ermittelten künftigen Kurs mit 15 % pro Jahr auf heute ab. Die 15 % sind unsere Renditeforderung: Was mehr kostet als der so errechnete Wert, verspricht uns keine 15 % pro Jahr.
Unsere Methode schreibt den Gewinn eines Jahres zehn Jahre lang fort. Das passt am besten zu Unternehmen, deren Gewinn gleichmäßig wächst. Bei D.R. Horton schwankt er mit dem Zinszyklus: 16,65 USD im Boomjahr 2022, 11,62 USD im Jahr 2025, für 2026 rund 10,40 USD.
Dazu läuft das KGV gegen den Gewinn. Im Boom zahlt der Markt nur das 4- bis 7-Fache, im Abschwung das 13- bis 15-Fache. Wer das hohe KGV von heute mit einem Boom-Gewinn kombiniert, rechnet sich die Aktie schön; wer das niedrige Boom-KGV auf einen schwachen Gewinn setzt, rechnet sie klein.
| Annahme der Methode | Was das bei D.R. Horton bedeutet |
| Der Gewinn von heute ist eine faire Basis | 2025 liegt zwischen Boom und Tal. Das passt einigermaßen – solange 2026 nicht der neue Normalfall wird |
| Das Wachstum ist gleichmäßig | Nein – der Gewinn springt. Die 8 % sind als Durchschnitt über einen ganzen Zyklus gemeint |
| Das historische KGV ist ein stabiler Anker | Der Zehnjahresschnitt von 10,85 mittelt Boom- und Tal-KGV. Wir nehmen ihn trotzdem, weil er beide Phasen enthält |
Wir rechnen deshalb mit dem ausgewiesenen Gewinn je Aktie 2025 von 11,62 USD, dem vollen Zehnjahresschnitt beim KGV und einem vorsichtigen Wachstum. Zusätzlich zeigen wir, was herauskommt, wenn der Markt das heutige höhere KGV dauerhaft zahlt.
Die Rechnung im Basisfall
| Schritt | Ergebnis |
|---|---|
| Gewinn je Aktie heute (2025) | 11,62 USD |
| Gewinn je Aktie in zehn Jahren bei 8 % Wachstum | 25,09 USD |
| Kurs in zehn Jahren bei einem KGV von 10,85 | 272,19 USD |
| Abzinsungsfaktor bei 15 % über zehn Jahre | 4,046 |
| Fairer Wert heute | 67,28 USD |
Analysten erwarten nach dem Rückgang 2026 für das Geschäftsjahr 2027 wieder rund 8 % Gewinnwachstum. Wir setzen über zehn Jahre 8 % an – deutlich unter dem Wachstum des Umsatzes je Aktie der letzten zehn Jahre (14,5 %), weil dieses vom Pandemie-Boom aufgebläht ist. Kleine Abweichungen in den Zwischenschritten sind Rundung.
Szenarien
Jede Zeile verwendet dieselbe Formel und denselben Diskontsatz; unterschiedlich sind Gewinnbasis, Wachstum und KGV-Anker.
Fairer Wert je Szenario gegen den aktuellen Kurs. Grün: über dem Kurs. Orange: darunter. Diskontsatz jeweils 15 %.
| Szenario | Wachstum | KGV-Anker | Fairer Wert | gegen den Kurs |
|---|---|---|---|---|
| Pessimistisch – die Flaute hält an | 5 % | 10,85 | 50,76 USD | -63,5 % |
| Basisfall | 8 % | 10,85 | 67,28 USD | -51,6 % |
| KGV bleibt auf dem Niveau von 2025 | 8 % | 14,58 | 90,41 USD | -34,9 % |
| Optimistisch – kräftige Erholung | 12 % | 10,85 | 96,79 USD | -30,4 % |
Gewinnbasis jeweils 11,62 USD je Aktie (2025). 15 % Wachstum wäre der Deckel unserer Methode; für einen Hausbauer mit sinkendem Gewinn halten wir 12 % schon für optimistisch.
Bewertungsband vom pessimistischen bis zum optimistischen Szenario gegen den aktuellen Kurs.
Der Kurs von 138,98 USD liegt über allen Szenarien, auch über dem optimistischen (96,79 USD). Damit die Rechnung aufgeht, müsste der Gewinn je Aktie zehn Jahre lang um rund 16,1 % pro Jahr wachsen – beim KGV von 10,85. Bleibt es bei 8 % Wachstum, müsste der Markt D.R. Horton in zehn Jahren ein KGV von rund 22 zubilligen – mehr als in jedem Jahr seit 2016.
Anders gesagt: Der Kurs setzt eine kräftige Erholung des Hausbaus und ein dauerhaft höheres KGV voraus. Beides ist möglich, wenn die Zinsen deutlich fallen – aber für eine Renditeforderung von 15 % bleibt kein Puffer.
Sensitivität
Was passiert, wenn Wachstum und Ziel-KGV anders ausfallen? Zeilen: jährliches Gewinnwachstum. Spalten: KGV, mit dem der Gewinn in zehn Jahren bewertet wird. Gewinnbasis 11,62 USD (2025), Diskontsatz 15 %, alle Werte in USD je Aktie.
| Wachstum | 8,00 | 10,85 | 14,58 | 18,00 |
|---|---|---|---|---|
| 5 % | 37,43 | 50,76 | 68,21 | 84,22 |
| 8 % | 49,61 | 67,28 | 90,41 | 111,62 |
| 10 % | 59,60 | 80,83 | 108,62 | 134,10 |
| 12 % | 71,37 | 96,79 | 130,07 | 160,58 |
Grün hinterlegt: fairer Wert über dem aktuellen Kurs von 138,98 USD. Orange: innerhalb von 20 % darunter. Spalten: KGV 8 (Boomjahre), unser Anker (hervorgehoben), KGV 2025 und ein KGV von 18. Der Schnittpunkt mit der Zeile 8 % ist unser Basisfall.
Value-Rechner – drei Szenarien selbst einstellen
Unsere Annahmen sind nicht die einzig möglichen. Der Rechner ist mit den drei Szenarien vorbelegt; Gewinn je Aktie, Wachstum, KGV und Rendite lassen sich in jeder Spalte frei verstellen. Der Kurs kommt live aus unserer Watchlist.
Fairer Wert von D.R. Horton in drei Szenarien
Erfüllt die Aktie die Value-Kriterien?
- ✓✓Umsatz wächst mindestens 7 % pro Jahr12,2 % p. a. · stark
- ✓✓Gewinn je Aktie wächst mindestens 7 % pro Jahr19,0 % p. a. · stark
- ✓✓Free Cashflow wächst mindestens 7 % pro Jahr17,7 % p. a. · stark
- ✓✓Eigenkapital je Aktie wächst17,2 % p. a. · stark
- ✕Kapitalrendite (ROIC) im Schnitt über 10 %– im Schnitt · verfehlt
- ✓Bruttomarge stabil oder steigend25,3 % (3 J.) zu 24,8 % · erfüllt
- ✓✓Schulden in unter 3 Jahren aus dem Free Cashflow tilgbarschuldenfrei · stark
- –Kurs liegt unter dem fairen Wert
Ergebnis und Sicherheitsmarge
Fairer Wert im Basisfall: 67,28 USD
Aktueller Kurs: 138,98 USD
Der Kurs liegt rund 107 % über dem fairen Wert – nach unserer Systematik (mehr als 10 %) überbewertet.
Spanne der Szenarien: 50,76 bis 96,79 USD.
Nach diesem Modell besteht derzeit keine Sicherheitsmarge.
Wegen der starken Zyklik verlangen wir bei D.R. Horton eine Marge von 35 % – die Schwelle läge bei rund 44 USD. Das ist auch das Kaufziel nach unserer Watchlist-Regel.
Das ist kein Kursziel und keine Prognose, sondern die Schwelle, ab der die geforderten 15 % Jahresrendite auch mit einem Puffer für Fehler in unseren Annahmen erreichbar wären.
Was diese Methode nicht leistet. Sie ist kein vollständiger Unternehmens-DCF und kennt keinen Zyklus. Kaufen Anleger Hausbauer im Tal, wenn das KGV hoch und der Gewinn niedrig ist, kann sich das lohnen – wenn die Erholung kommt. Ein zweiter Blick lohnt auf den Buchwert: Mit dem rund 1,6-Fachen des Buchwerts ist D.R. Horton auch nach diesem Maß nicht billig. Wer anders gewichtet, kann im Rechner eigene Werte einsetzen.
Fazit
D.R. Horton ist der größte und einer der solidesten Hausbauer der USA: kaum Nettoschulden, ein Buchwert, der zehn Jahre lang jedes Jahr gestiegen ist, eine stetig steigende Dividende und Rückkäufe, die die Aktienzahl seit 2018 um fast ein Fünftel verringert haben. Der Burggraben ist aber schmal: Häuser sind austauschbar, und im Abschwung entscheidet der Preis. Seit 2022 sinken Marge, Kapitalrendite und Gewinn, weil hohe Hypothekenzinsen die Käufer bremsen.
Mit dem Gewinn 2025 (11,62 USD), 8 % Wachstum und dem durchschnittlichen KGV von 10,85 kommen wir auf 67,28 USD. Beim Kurs von 138,98 USD ist D.R. Horton nach unserer Methode deutlich überbewertet, der Kurs liegt rund 107 % darüber. Selbst das optimistische Szenario (96,79 USD) erreicht den Kurs nicht. Der Markt setzt offenbar auf sinkende Zinsen und eine kräftige Erholung des Hausbaus.
Vier Punkte würden wir im Blick behalten:
- Wie fallen die Jahreszahlen am 29.10.2026 und der Ausblick auf 2027 aus?
- Sinken die Hypothekenzinsen – und können die teuren Verkaufsanreize zurückgefahren werden?
- Stabilisiert sich die Bruttomarge im Hausverkauf bei rund 20 % oder fällt sie weiter?
- Hält D.R. Horton das Tempo der Rückkäufe, wenn der Cashflow sinkt?
Unsere Einordnung: solider Branchenprimus, nach unserer Methode überbewertet. Für einen Einstieg mit 35 % Sicherheitsmarge wäre ein Kurs um 44 USD nötig.
Quellen
Quellen & Referenzen:
- Kennzahlen 2016–2025: roic.ai (Datenstand 20.10.2026)
- Geschäftsberichte (10-K) bis GJ 2025: SEC EDGAR – Umsatz, Gewinn je Aktie, Aktienzahl, Eigenkapital, Rückkäufe (abgerufen 22.10.2026)
- Quartalsmitteilung Q3 GJ 2026 vom 21.07.2026 (Segmente, Prognose, Rückkäufe, Termin 29.10.2026): D.R. Horton Investor Relations
- Wechsel an der Spitze zum 01.10.2023: Mitteilung bei der SEC (8-K)
- Gewinnschätzungen der Analysten: MarketBeat, Wolfe Research, S&P Global (nicht eigens geprüft)
- Burggraben-Einstufung: eigene Einschätzung in Anlehnung an die Morningstar-Systematik
- Kurs- und Chartdaten: TradingView (NYSE:DHI)
Stand der Analyse: 22. Oktober 2026. Datenstand der Kennzahlen: 20.10.2026. Kurs: 138,98 USD vom 21.10.2026.
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