PayPal Aktie (PYPL) – Analyse & fairer Wert

Ticker: PYPL   ISIN: US70450Y1038   WKN: A14R7U

PayPal ist der Knopf, auf den Millionen Menschen beim Online-Einkauf drücken, ohne ihre Kartendaten einzutippen. Dazu gehören Venmo für Zahlungen unter Freunden, Braintree für die Kartenabwicklung großer Händler, Xoom für Auslandsüberweisungen und Zettle für die Ladenkasse. Das Netz umfasst rund 439 Mio. aktive Konten in etwa 200 Märkten.

Fakten (Stand: 17. September 2026):

  • Gründung: 1998 als Confinity, 2000 Fusion mit X.com; 2002 von eBay übernommen
  • Börsengang: 20. Juli 2015 an der NASDAQ – als Abspaltung von eBay
  • CEO: Enrique Lores (seit 1. März 2026; zuvor Chef von HP Inc. und Vorsitzender des PayPal-Verwaltungsrats)
  • Hauptsitz: San José, Kalifornien, USA
  • Mitarbeiter: rund 23.800 (Ende 2025) – ein Abbau um rund 20 % über zwei bis drei Jahre ist angekündigt
  • Branche/Sektor: Finanzdienstleistungen / Zahlungsverkehr (Fintech)
  • Marktkapitalisierung: ca. 45,1 Mrd. USD
  • Kurs: 52,71 USD (Schlusskurs 16.09.2026)
  • Dividende: 0,14 USD je Quartal seit Dezember 2025, annualisiert 0,56 USD – Rendite rund 1,1 %

Zyklik: Moderat zyklisch. PayPal verdient an jeder Zahlung mit – kaufen die Menschen weniger ein, sinken die Gebühren. Genau das war 2025 zu sehen, als die Kaufzurückhaltung unterer und mittlerer Einkommen in den USA das Kerngeschäft bremste. Abgefedert wird das durch die Breite: Privatkunden und Händler, viele Länder, Online und Ladenkasse, Zahlungen und Kredit.

Auf einen Blick
GeschäftOnline-Bezahlknopf, Zahlungen zwischen Privatpersonen (Venmo), Kartenabwicklung für Händler (Braintree), Ratenkauf und Kredit
Charaktermoderat zyklisch · operative Marge 19,3 % · ROIC 17,6 % · Aktienzahl seit 2022 -17 %
BesonderheitDas KGV ist von 65 (2020) auf 10,7 (2025) gefallen – die Aktie wird heute wie ein reifes, langsam wachsendes Unternehmen bewertet
Lage 2026Umbau unter neuem CEO · Q2-Umsatz +5 %, Branded Checkout nur +2 % · Übernahmeangebot von Stripe und Advent (rund 60,50 USD je Aktie) laut Medienberichten Ende August gescheitert
EinordnungSolides Geschäft im Umbau, fair bis leicht günstig bewertet – fairer Wert im Basisfall 55,80 USD, rund 6 % über dem Kurs
Warum diese Bewertung anders aussieht

Unsere Standardmethode multipliziert den künftigen Gewinn mit dem historischen KGV – dem Mittel der letzten zehn Jahre. Bei PayPal liegt dieses Mittel bei 38,4. Es stammt aber zum größten Teil aus den Jahren 2016 bis 2021, als PayPal als Wachstumswert galt und Käufer das 50- bis 65-Fache des Gewinns zahlten. Seit 2023 liegt das KGV zwischen 11 und 21, zuletzt bei 10,7.

Setzt man das alte Mittel ein, kommt ein fairer Wert von 111,83 USD heraus – mehr als das Doppelte des Kurses. Dieses Ergebnis unterstellt, dass der Markt PayPal wieder so bewertet wie 2019. Dafür gibt es derzeit keinen Anhaltspunkt.

Wir rechnen deshalb transparent beides: die Standardformel als Obergrenze und einen Basisfall mit dem KGV-Schnitt 2023–2025 (15,94), also mit der Bewertung, die der Markt PayPal seit der Neubewertung tatsächlich zugesteht. Details im Abschnitt Fairer Wert.

Podcast zur Analyse

Die PayPal-Analyse zum Hören (ca. 20 Min.): warum nicht jede Gebühr gleich viel wert ist und der margenstarke PayPal-Knopf kaum noch wächst, wie Apple Pay vorne und Stripe hinten angreifen, was das gescheiterte Übernahmeangebot über den wahren Wert des Netzes verrät – und wie aus einem gefallenen Wachstumsstar mit KGV 10,7, steigender Kapitalrendite und erster Dividende eine Cashcow wird.

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PayPals Wandel vom Wachstumswunder zur Cashcow
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Geschäftsmodell

PayPal steht zwischen Käufer und Verkäufer. Wer bezahlt, muss dem Händler keine Karten- oder Kontodaten geben; der Händler bekommt sein Geld und die Sicherheit, dass die Zahlung geprüft ist. Für diese Vermittlung zahlt der Händler eine Gebühr – einen Prozentsatz des Betrags plus einen festen Anteil. Das ist der Kern: Über 89 % des Umsatzes sind Transaktionserlöse.

Aus diesem Kern sind mehrere Geschäfte geworden, die sehr unterschiedlich viel verdienen:

  • Branded Checkout – der PayPal-Knopf im Onlineshop. Der Kunde wählt bewusst PayPal, der Händler zahlt dafür eine vergleichsweise hohe Gebühr. Das margenstärkste Geschäft – und dasjenige, das zuletzt kaum noch wächst.
  • Braintree (PSP / unbranded) – PayPal wickelt im Hintergrund Kartenzahlungen für große Händler ab, oft ohne dass der Kunde es merkt. Riesige Volumina, aber dünne Margen, weil große Händler hart verhandeln.
  • Venmo – Geldsenden unter Freunden in den USA, zunehmend mit Debitkarte, Bezahlen im Handel und Werbung zu Geld gemacht.
  • Kredit und Ratenkauf – PayPal Credit, „Später bezahlen“ und Paidy in Japan.
  • Xoom und Zettle – Auslandsüberweisungen und Kassensysteme für den stationären Handel.

Daneben verdient PayPal an den Zinsen auf Kundenguthaben, an Kreditprodukten und an Werbung. Diese „Other Value Added Services“ sind kleiner, wachsen aber.

Forschung und Entwicklung fließt vor allem in Betrugserkennung per KI (jede Zahlung wird in Echtzeit bewertet), in den schnellen Gast-Checkout „Fastlane“, in die einheitliche Händlerplattform „PayPal Open“, in Bezahlprozesse für KI-Agenten und in den eigenen Stablecoin PYUSD.

Vertrieb: direkt über die PayPal- und Venmo-App und eigene Teams für Großkunden; indirekt über Shopsysteme wie Shopify, WooCommerce und Adobe Commerce, in die PayPal als Standard-Zahlart eingebaut ist, sowie über Partner wie Global Payments oder Verifone.

Der Kern in einem Satz
PayPal verdient an einem zweiseitigen Netz aus Käufern und Händlern – am meisten, wenn der Kunde bewusst auf den PayPal-Knopf drückt, und am wenigsten, wenn PayPal nur im Hintergrund Karten abwickelt. Die Frage der nächsten Jahre ist, wie sich das Gewicht zwischen diesen beiden verschiebt.

Umsatzverteilung

0,00 Mrd.10,00 Mrd.20,00 Mrd.30,00 Mrd.28,8429,802,963,37Transaktionen2024Transaktionen2025Zusatzleistungen2024Zusatzleistungen2025

Umsatz nach Erlösart in Mrd. USD, Geschäftsjahre 2024 und 2025 (Quelle: PayPal-Geschäftsbericht 10-K 2025).

Erlösart / Region2025AnteilWachstum zu 2024
Transaktionserlöse29,80 Mrd. USD89,8 %+3,3 %
Zusatzleistungen (Zinsen, Kredit, Partner, Werbung)3,37 Mrd. USD10,2 %+14,2 %
Gesamt33,17 Mrd. USD100 %+4,3 %
davon USA18,87 Mrd. USD56,9 %+3,3 %
davon übrige Länder14,30 Mrd. USD43,1 %+5,7 %

Transaction Margin Dollars 2025: 15,47 Mrd. USD (+6 %). Das ist der Betrag, der nach Abzug der Transaktionskosten und Kreditausfälle übrig bleibt.

Fast neun von zehn Dollar Umsatz sind Transaktionserlöse – Gebühren, die bei jeder Zahlung anfallen. Sie wuchsen 2025 nur um gut 3 %, obwohl das Zahlungsvolumen stärker stieg. Der Grund ist der Mix: Das margenschwache Braintree-Geschäft macht rund 44 % des Volumens aus und wächst, der margenstarke PayPal-Knopf kaum. Pro gezahltem Dollar behält PayPal deshalb immer weniger – im zweiten Quartal 2026 waren es 1,61 Cent je Dollar an Transaktionserlösen nach 1,65 Cent Ende 2025.

Am schnellsten wachsen die Zusatzleistungen (+14 %): Zinsen auf Kundenguthaben, Kreditprodukte und Partnererlöse. Ein Teil davon hängt am Zinsniveau und ist damit weniger verlässlich. Regional ist PayPal gut verteilt – die USA bringen 57 % des Umsatzes, das Ausland wächst etwas schneller.

Burggraben

PayPal hat einen schmalen Burggraben. Er ist echt – ein Netz aus 439 Mio. Konten und Millionen Händlern baut niemand nach –, aber er schützt nicht mehr überall. Am Bezahlknopf konkurrieren inzwischen Apple Pay und Google Pay, die direkt im Telefon und im Browser sitzen.

Was den Graben trägt
  • Netzwerkeffekt: Je mehr Käufer ein PayPal-Konto haben, desto mehr Händler bieten PayPal an – und umgekehrt
  • Marke und Vertrauen: Seit über 25 Jahren am Markt; in Deutschland die meistgenutzte Online-Zahlart, mit Käuferschutz als festem Begriff
  • Skaleneffekte: Rund 1,79 Billionen USD Zahlungsvolumen im Jahr liefern die Daten, mit denen die Betrugserkennung besser wird als die kleinerer Anbieter
  • Einbindung: In praktisch jedem Shopsystem ist PayPal mit wenigen Klicks aktiv – der Händler muss nichts entwickeln
  • Lizenzen: Zugelassen als Zahlungsdienstleister in vielen Rechtsräumen, in Europa mit eigener Banklizenz – eine Hürde für Neulinge
Wo er bröckelt
  • Apple Pay und Google Pay: sitzen im Betriebssystem und brauchen kein eigenes Konto. Sie greifen genau den Moment an, in dem der Kunde sich für PayPal entscheidet
  • Stripe und Adyen: gewinnen bei großen und technisch anspruchsvollen Händlern – dort, wo Braintree antritt
  • Geringe Wechselkosten für Käufer: Am Checkout ist die nächste Zahlart nur einen Klick entfernt – anders als etwa bei einem Betriebssystem
  • Klarna und Ratenkauf: Konkurrenz um junge Kunden, besonders in Europa
  • Schwaches Kerngeschäft: Der Branded Checkout wuchs im vierten Quartal 2025 nur noch um 1 %, im zweiten Quartal 2026 um 2 % (jeweils währungsbereinigt)

Der Blick in die Zahlen bestätigt das Bild. Die Kapitalrendite lag über Jahre zwischen 9 und 13 % – solide, aber kein Beleg für einen breiten Graben. Seit 2023 steigt sie auf zuletzt 17,6 % (siehe Kennzahlen). Das liegt vor allem an Kostendisziplin und Rückkäufen. Kartennetze wie Visa und Mastercard, die einen wirklich breiten Graben haben, kommen auf ein Vielfaches.

Quantitative Faktoren

Alle Reihen umfassen die Geschäftsjahre 2016 bis 2025. Datenquelle der Kennzahlen ist roic.ai (Datenstand 15.09.2026); die Werte zum laufenden Jahr stammen aus den Quartalsberichten von PayPal.

1. Umsatz je Aktie

0,00 $10,00 $20,00 $30,00 $40,00 $20162017201820192020202120222023202420258,96 $34,59 $

Umsatz je Aktie in USD, Geschäftsjahre 2016–2025.

Von 8,96 auf 34,59 USD – fast eine Vervierfachung, 16,2 % pro Jahr, ohne ein einziges Rückschlagjahr. Den stärksten Schub brachten 2020 und 2021, als der Onlinehandel in der Pandemie sprang.

Seit 2022 wächst die Kennzahl weiter um 12 bis 15 % im Jahr – deutlich schneller als der Konzernumsatz selbst. Der Unterschied kommt aus den Rückkäufen: Der Umsatz verteilt sich auf immer weniger Aktien (siehe Kennzahl 8).

2. Operative Marge

10,0 %12,0 %14,0 %16,0 %18,0 %20,0 %201620172018201920202021202220232024202514,6 %19,3 %

Operative Marge in Prozent. Die Achse beginnt bei 10 %, damit der Verlauf lesbar bleibt.

Die Marge pendelt zwischen 14,6 % und 19,3 % – kein stetiger Trend, eher Wellen. Das Tief 2022 fällt in das Ende des Pandemie-Booms, als PayPal noch kräftig investierte und die Inflation den Konsum bremste.

Seither geht es aufwärts, 2025 auf 19,3 %, den höchsten Wert der Reihe – das Ergebnis von Kostendisziplin und einem besseren Produktmix. Nach oben ist der Spielraum begrenzt: Von jeder Zahlung gehen Kartengebühren an Banken und Netzwerke ab, dazu kommen Betrugsverluste. Softwareunternehmen mit 30 % Marge und mehr sind deshalb kein passender Vergleich.

3. Freier Cashflow je Aktie

0,00 $2,00 $4,00 $6,00 $8,00 $20162017201820192020202120222023202420252,06 $5,80 $

Freier Cashflow je Aktie in USD.

Von 2,06 auf 5,80 USD, im Schnitt 12,2 % pro Jahr – aber mit deutlich mehr Auf und Ab als beim Umsatz. Ein Grund liegt im Geschäftsmodell: Wie viel Geld PayPal für Ratenkäufe und Händlerkredite vorstreckt, schwankt von Jahr zu Jahr und verschiebt den Cashflow.

Der Spitzenwert 2024 (6,58 USD) wurde 2025 nicht wieder erreicht. PayPal selbst weist für 2025 einen freien Cashflow von 5,56 Mrd. USD aus, bereinigt um Sondereffekte 6,41 Mrd. USD. Wichtiger als das einzelne Jahr ist die Größenordnung: PayPal erwirtschaftet jedes Jahr mehrere Milliarden Dollar, die für Rückkäufe und seit Kurzem auch für eine Dividende reichen.

4. Buchwert je Aktie

0,00 $5,00 $10,00 $15,00 $20,00 $25,00 $201620172018201920202021202220232024202512,19 $22,02 $

Buchwert (Eigenkapital) je Aktie in USD.

Von 12,19 auf 22,02 USD (+81 %, 6,8 % pro Jahr), mit nur einem kleinen Rücksetzer 2022. Das ist bemerkenswert, denn PayPal kauft seit 2022 in großem Stil Aktien zurück – und jeder Rückkauf verringert das Eigenkapital.

Dass der Buchwert trotzdem steigt, heißt: Die einbehaltenen Gewinne sind größer als das, was über Rückkäufe abfließt. PayPal gibt Kapital zurück, ohne die Bilanz auszuhöhlen. Beim aktuellen Kurs zahlt der Markt rund das 2,4-Fache des Buchwerts – für ein profitables Finanzunternehmen ein niedriger Wert.

5. Kapitalrendite (ROIC)

0,0 %5,0 %10,0 %15,0 %20,0 %20162017201820192020202120222023202420259,5 %17,6 %

Return on Invested Capital in Prozent. Für 2021 weist roic.ai keinen Wert aus; der Punkt ist zwischen 2020 und 2022 gemittelt.

Lange Zeit mittelmäßig: 9 bis 13 % von 2016 bis 2023. Das liegt nur wenig über den Kapitalkosten und passt nicht zu dem Bild eines Plattformunternehmens mit starkem Wettbewerbsvorteil.

Seit 2023 zieht die Kennzahl an, 2025 auf 17,6 % – den höchsten Wert der Reihe. Die Verbesserung fällt mit der steigenden Marge und den Rückkäufen zusammen: Das Unternehmen setzt sein Kapital heute spürbar effizienter ein. Ob das Niveau hält, ist eine der zentralen Fragen für die nächsten Jahre.

6. Verschuldung zu freiem Cashflow

0,000,501,001,502,002,501,471,671,652,042,291,461,802019202020212022202320242025

Langfristige Schulden geteilt durch den freien Cashflow, in Jahren. Für die Jahre vor 2019 liegen keine vollständigen Daten vor. Das letzte Jahr ist hervorgehoben.

Wie viele Jahre bräuchte PayPal, um die langfristigen Schulden allein aus dem freien Cashflow zu tilgen? Zwischen 1,46 und 2,29 Jahren. 2025 waren es 1,80 – rund 10,0 Mrd. USD Schulden gegen etwa 5,6 Mrd. USD freien Cashflow.

Das ist ein gut beherrschbares Niveau. Der höchste Wert (2023) fällt in ein Jahr mit schwächerem Cashflow, nicht in eine Phase steigender Schulden – die liegen seit 2022 recht konstant um 10 Mrd. USD. Zu beachten: PayPal hält als Zahlungsdienstleister zusätzlich hohe Kundengelder in der Bilanz; die zählen hier nicht mit, weil sie den Kunden gehören.

7. Dividende je Aktie

0,000,050,100,150,142016201720182019202020212022202320242025

Dividende je Aktie in USD, Geschäftsjahre 2016–2025.

Bis 2024 hat PayPal keine Dividende gezahlt. Im Oktober 2025 kündigte das Unternehmen erstmals eine Quartalsdividende von 0,14 USD an, die erste Zahlung floss am 10. Dezember 2025. Aufs Jahr gerechnet sind das 0,56 USD – rund 10 % des Gewinns 2025 und eine Rendite von etwa 1,1 %.

Die Dividende ist vor allem ein Signal: PayPal sieht sich nicht mehr als Wachstumsunternehmen, das jeden Dollar selbst braucht, sondern als reifes Unternehmen, das Geld übrig hat. Der größte Teil fließt weiterhin in Rückkäufe. Gemessen am Gewinn 2025 ist die Ausschüttung klein – es bleibt viel Raum für Erhöhungen.

8. Aktienanzahl

02505007501 0001 25020162017201820192020202120222023202420251 210959

Durchschnittliche Aktienanzahl (Basic Weighted Average) in Millionen Stück.

Von 2016 bis 2021 blieb die Aktienzahl fast unverändert bei 1,17 bis 1,21 Mrd. Stück – der Cashflow ging in Wachstum und Zukäufe wie Honey (2020). Ab 2022 ändert sich das deutlich: In vier Jahren fällt die Zahl von 1.154 auf 959 Mio. Stück, ein Minus von 17 %. Über zehn Jahre sind es -20,7 %.

Im Februar 2025 hat PayPal ein neues Rückkaufprogramm über 15 Mrd. USD beschlossen; Ende Juni 2026 waren davon noch 10,9 Mrd. USD offen. Für 2026 sind Rückkäufe von 6 Mrd. USD geplant, allein im zweiten Quartal wurden rund 33 Mio. Aktien für 1,5 Mrd. USD eingezogen. Ende Juli 2026 waren nur noch rund 855 Mio. Aktien im Umlauf. Bei einem Börsenwert um 45 Mrd. USD ist das ein großer Hebel: Schon ohne Gewinnwachstum steigt der Gewinn je Aktie dadurch spürbar.

9. Kurs-Gewinn-Verhältnis

0,020,040,060,080,0201620172018201920202021202220232024202510-Jahres-Schnitt 38,434,110,7

Kurs-Gewinn-Verhältnis je Geschäftsjahr; gestrichelt der Zehnjahresschnitt.

Die auffälligste Kurve dieser Analyse. 2020 zahlte der Markt das 65,4-Fache des Gewinns, 2025 nur noch das 10,7-Fache – ein Rückgang um mehr als 80 %. Der Gewinn je Aktie ist in dieser Zeit gestiegen; gefallen ist allein das, was Anleger dafür zu zahlen bereit sind.

Dahinter steht ein Stimmungswechsel: PayPal gilt nicht mehr als Wachstumsgeschichte, sondern als reifes Unternehmen unter Wettbewerbsdruck. Für die Bewertung heißt das: Der Zehnjahresschnitt von 38,4 beschreibt ein Unternehmen, das es so nicht mehr gibt. Wir verwenden im Basisfall den Schnitt der Jahre 2023 bis 2025 von 15,94 – siehe Fairer Wert.

Live-Finanzdaten von TradingView

Qualitative Faktoren

Wettbewerbsumfeld

WettbewerberWo er PayPal trifft
Apple Pay / Google PayDie gefährlichste Konkurrenz am Bezahlknopf: im Telefon und Browser eingebaut, ohne eigenes Konto, mit einem Fingertipp
Stripe (nicht börsennotiert)Technisch führende Zahlungsinfrastruktur für Händler und Plattformen – direkter Gegner von Braintree
AdyenZahlungsplattform für internationale Großhändler, online und im Laden
Block (Cash App, Square)Konkurriert mit Venmo bei Zahlungen unter Privatleuten und mit Zettle an der Ladenkasse
Klarna, AffirmRatenkauf und eigene Bezahl-Apps – in Deutschland ist Klarna die Nummer zwei im Onlinehandel
Visa / MastercardPartner und Konkurrent zugleich: Viele PayPal-Zahlungen laufen über ihre Netze, gleichzeitig bauen sie eigene Checkout-Lösungen

Position: In Europa und besonders in Deutschland ist PayPal weiterhin die erste Wahl beim Onlinekauf. Im Geschäft mit großen Händlern und bei Entwicklern haben Stripe und Adyen aufgeholt oder überholt. Einordnung: stark, aber nicht mehr unangefochten.

Management und Kapitalallokation

Enrique Lores führt PayPal seit dem 1. März 2026. Er war zuvor Chef von HP Inc. und saß fast fünf Jahre im PayPal-Verwaltungsrat, zuletzt als dessen Vorsitzender. Sein Vorgänger Alex Chriss musste nach zweieinhalb Jahren gehen, nachdem die Zahlen für das vierte Quartal 2025 enttäuscht hatten. Finanzchefin Jamie Miller leitete das Unternehmen im Februar übergangsweise. Den Vorsitz im Verwaltungsrat hat seither der unabhängige David Dorman – eine Trennung von Führung und Kontrolle, die wir begrüßen.

Umbau: Ende April 2026 wurde PayPal in drei Einheiten gegliedert (Checkout Solutions & PayPal; Consumer Financial Services & Venmo; Payment Services & Crypto). Anfang Mai folgte die Ankündigung, rund 20 % der Stellen über zwei bis drei Jahre abzubauen. Ziel sind Einsparungen von mindestens 1,5 Mrd. USD im Jahr, davon rund 0,4 Mrd. USD schon bis Ende 2026.

Übernahmeversuch: Mitte Juli 2026 wurde bekannt, dass Stripe gemeinsam mit dem Finanzinvestor Advent rund 60,50 USD je Aktie geboten haben soll. Ende August zog sich das Konsortium laut Bloomberg zurück, die Aktie fiel daraufhin um fast 13 %. PayPal bleibt eigenständig. Für Anleger ist der Vorgang trotzdem aufschlussreich: Ein Branchenkenner hielt das Unternehmen für deutlich mehr wert als den heutigen Kurs.

Kapitalallokation: Seit 2022 konsequent auf Rückkäufe ausgerichtet, seit Ende 2025 zusätzlich eine Dividende, weniger Zukäufe. Im Verwaltungsrat gab es 2026 weitere Wechsel: Alyssa Henry, früher Chefin des Square-Geschäfts von Block, kam neu hinzu; Gail McGovern trat nicht mehr an.

Einordnung: Der erzwungene Wechsel zeigt einen Verwaltungsrat, der eingreift. Lores kennt das Unternehmen von innen, und die Kapitalrückgabe ist aktionärsfreundlich. Ob der Umbau das Kerngeschäft wieder zum Wachsen bringt, ist im September 2026 aber noch nicht belegt.

Wachstumstreiber

  • Venmo zu Geld machen: Debitkarte, Bezahlen bei Händlern, Werbung – lange vernachlässigt, jetzt einer der Hebel mit dem größten Potenzial
  • Braintree: wächst mit dem Onlinehandel großer Händler; bringt Volumen, aber wenig Marge
  • Bezahlen für KI-Agenten: Wenn Software im Auftrag von Menschen einkauft, braucht sie eine Zahlungsschnittstelle. PayPal will diese Rolle besetzen – ein Umsatzbeitrag ist eher in zwei bis vier Jahren zu erwarten
  • PYUSD und PayPal Open: eigener Stablecoin und eine einheitliche Plattform für Händler – beides in einer frühen Phase
  • Kostenprogramm: Einsparungen erhöhen den Gewinn auch ohne Umsatzwachstum

Einordnung: Das Wachstum ist derzeit kleinteilig und hängt an der Umsetzung. Das margenstarke Kerngeschäft wächst kaum, die neuen Felder sind noch zu klein, um das auszugleichen.

Risiken

Die fünf Punkte, die diese Investition kippen könnten
  1. Erosion am Bezahlknopf. Wählen Kunden statt PayPal öfter Apple Pay oder Google Pay, schrumpft das Geschäft mit der höchsten Marge – und genau dort ist das Wachstum schon fast bei null.
  2. Umbau mit offenem Ausgang. Neuer Vorstandschef, Stellenabbau, neue Struktur – ob das Kerngeschäft dadurch wieder wächst, ist noch nicht belegt.
  3. Abhängigkeit vom US-Konsum. Die Kaufzurückhaltung unterer und mittlerer Einkommen hat die Zahlen bereits belastet. Eine Rezession träfe PayPal direkt.
  4. Margendruck durch den Mix. Wächst vor allem das Braintree-Geschäft, steigt der Umsatz, aber die Marge sinkt.
  5. Regulierung und Betrug. Neue Regeln in Europa (PSD3, DORA) und in den USA erhöhen die Kosten; bei diesem Volumen wiegt jeder Sicherheitsvorfall schwer.

Das letzte Quartal (Q2 2026, veröffentlicht am 28.07.2026)

KennzahlQ2 2026Q2 2025Veränderung
Umsatz8,68 Mrd. USD8,29 Mrd. USD+5 % (+3 % währungsber.)
Zahlungsvolumen (TPV)486,4 Mrd. USD+10 %
Branded Checkout+2 % (währungsber.)
Venmo-Zahlungsvolumen93,8 Mrd. USD+14 %
Transaction Margin Dollars3,90 Mrd. USD+1 %
Ergebnis je Aktie (GAAP, verwässert)1,25 USD1,29 USD–3 %
Bereinigtes Ergebnis je Aktie1,38 USD1,40 USD–1 %
Operative Marge (GAAP)16,4 %18,1 %–1,7 Prozentpunkte
Freier Cashflow1,78 Mrd. USD0,69 Mrd. USD+157 %
Aktive Konten439 Mio.+0,3 %
Aktienrückkäufe1,5 Mrd. USDrund 33 Mio. Aktien

Prognose 2026: bereinigtes Ergebnis je Aktie rund 5,38 USD (angehoben), Transaction Margin Dollars rund 15,6 Mrd. USD, bereinigter freier Cashflow über 6 Mrd. USD, Rückkäufe 6 Mrd. USD. Nächste Quartalszahlen: 27.10.2026.

Das Quartal zeigt beide Seiten von PayPal. Das Zahlungsvolumen wuchs um 10 %, Venmo um 14 %, das Braintree-Geschäft sogar zweistellig. Beim Ergebnis kam davon wenig an: Die Transaction Margin Dollars stiegen nur um 1 %, die operative Marge sank, und der Gewinn je Aktie lag leicht unter dem Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis von 1,38 USD übertraf allerdings die Erwartungen der Analysten (1,28 USD) deutlich, und PayPal hob die Jahresprognose an.

Stark war der Cashflow mit 1,78 Mrd. USD. Er finanziert die Rückkäufe, die den Gewinn je Aktie stützen, obwohl der Gewinn insgesamt kaum wächst. Für das dritte Quartal stellt das Management einen leichten Rückgang des Ergebnisses je Aktie in Aussicht; mögliche Kosten des Umbaus im zweiten Halbjahr sind in der Prognose noch nicht enthalten.

Qualitatives Gesamtfazit

Stärken
  • Bekannte, vertrauenswürdige Marke mit großer Reichweite
  • Zweiseitiges Netz aus Käufern und Händlern
  • Mehrere Milliarden Dollar freier Cashflow im Jahr
  • Marge und Kapitalrendite steigen seit 2023
  • Große Rückkäufe, seit Kurzem auch eine Dividende
  • Gesunde Bilanz, Schulden unter zwei Jahres-Cashflows
Schwächen und Risiken
  • Schmaler werdender Burggraben am Bezahlknopf
  • Branded Checkout wächst kaum noch
  • Kapitalrendite im Branchenvergleich nur mittelmäßig
  • Umbau unter neuer Führung noch ohne Beleg
  • Abhängig vom Konsum in den USA
  • Starke Kursschwankungen, Vertrauen des Marktes gering

Fairer Wert

Wir rechnen bei ValueForge immer nach derselben Methode, damit die Analysen untereinander vergleichbar bleiben. Sie ist bewusst einfach und bewusst streng:

Fairer Wert  =  Gewinn je Aktie  ×  (1 + Wachstum)10  ×  historisches KGV  ÷  (1 + 15 %)10

In Worten: Wir schreiben den heutigen Gewinn je Aktie zehn Jahre lang mit einer realistischen Wachstumsrate fort, bewerten das Ergebnis mit dem KGV, das der Markt diesem Unternehmen zugesteht, und zinsen den so ermittelten künftigen Kurs mit 15 % pro Jahr auf heute ab. Die 15 % sind unsere Renditeforderung: Was mehr kostet als der so errechnete Wert, verspricht uns keine 15 % pro Jahr.

Warum die Standardrechnung hier an ihre Grenze kommt

Annahme der MethodeWarum sie bei PayPal nicht trägt
Das historische KGV ist ein fairer Anker für die ZukunftDer Schnitt von 38,38 stammt zu sechs Zehnteln aus den Jahren 2016–2021 mit KGVs von 34 bis 65. Seit 2023 liegt das KGV bei 11 bis 21. Der Markt hat PayPal dauerhaft neu eingestuft – vom Wachstumswert zum reifen Zahlungsanbieter
Mittelwert und Median liegen nahe beieinanderMedian 41,25, aktueller Wert 10,70 – die Reihe hat keinen stabilen Mittelpunkt, sondern einen Bruch
Das Gewinnwachstum der Vergangenheit setzt sich fortDas Kerngeschäft wächst kaum noch; für 2026 erwarten Analysten einen fast unveränderten Gewinn je Aktie, danach rund 8 % pro Jahr

Die Standardformel rechnen wir trotzdem offen aus – sie zeigt, was die Aktie wert wäre, wenn der Markt zur alten Bewertung zurückkehrt. Als Basisfall verwenden wir aber den KGV-Schnitt der Jahre 2023 bis 2025 (15,94). Er enthält schon die Neubewertung, glättet aber das außergewöhnlich niedrige KGV von 10,7 im Jahr 2025.

ParameterWertHerleitung
Zeitraum10 Jahrefeste Regel
Diskontsatz15 % p. a.feste Regel – unsere Renditeforderung
KGV-Anker15,94Schnitt 2023–2025 (15,95 / 21,18 / 10,70). Zum Vergleich: Zehnjahresschnitt 38,38, Median 41,25
Wachstum10 % p. a.Analysten erwarten für 2027 und 2028 rund 8 % Gewinnwachstum je Aktie; die laufenden Rückkäufe und das Kostenprogramm sprechen für etwas mehr. Die ValueForge-Watchlist rechnet mit 11 %
Gewinn je Aktie5,46 USDGAAP, Basic, abgeschlossenes Geschäftsjahr 2025. Die bereinigte Prognose für 2026 liegt bei rund 5,38 USD
Kurs52,71 USDSchlusskurs 16.09.2026

Die Rechnung im Basisfall

SchrittErgebnis
Gewinn je Aktie heute (Geschäftsjahr 2025)5,46 USD
Gewinn je Aktie in zehn Jahren bei 10 % Wachstum14,16 USD
Kurs in zehn Jahren bei einem KGV von 15,94225,74 USD
Abzinsungsfaktor bei 15 % über zehn Jahre4,046
Fairer Wert heute55,80 USD

Szenarien

Jede Zeile verwendet dieselbe Formel und denselben Diskontsatz; unterschiedlich sind nur Wachstum und KGV-Anker. Die unterste Zeile ist die reine Standardformel mit dem Zehnjahresschnitt.

Kurs 52,71 $Heutiges KGV · g 8 % · KGV 10,731,18 $Vorsichtig · g 8 % · KGV 15,946,45 $Basisfall · g 10 % · KGV 15,955,80 $Watchlist-Wachstum · g 11 % · KGV 15,961,08 $Standardformel · g 8 % · KGV 38,4111,83 $

Fairer Wert je Szenario gegen den aktuellen Kurs. Grün: über dem Kurs. Orange: darunter. Gewinnbasis jeweils das Geschäftsjahr 2025, Diskontsatz 15 %.

SzenarioWachstumKGV-AnkerFairer Wertgegen den Kurs
Heutiges KGV8 %10,7031,18 USD-40,9 %
Vorsichtig8 %15,9446,45 USD-11,9 %
Basisfall10 %15,9455,80 USD+5,9 %
Watchlist-Wachstum11 %15,9461,08 USD+15,9 %
Standardformel8 %38,38111,83 USD+112,2 %

Die Standardformel setzt voraus, dass PayPal in zehn Jahren wieder mit dem 38-Fachen des Gewinns bewertet wird. Wir führen sie als Obergrenze mit, nicht als Erwartung.

0 $20 $40 $60 $80 $100 $120 $Fairer Wert 46–61 $Kurs 53 $

Bewertungsband vom vorsichtigen Szenario bis zur Watchlist-Annahme gegen den aktuellen Kurs.

Was die Spanne sagt

Der Kurs von 52,71 USD liegt mitten im Band zwischen 46,45 und 61,08 USD. Der Markt preist PayPal also etwa so ein, als würde der Gewinn je Aktie zehn Jahre lang um 8 bis 11 % wachsen – bei einem KGV, wie es seit 2023 üblich ist.

Anders als bei vielen Qualitätswerten steckt im Kurs also keine Rückkehr zur alten Premium-Bewertung. Schon ein KGV von 21 – der Wert von 2024 – ergäbe im Basisfall 74,14 USD. Das ist die Chance.

Die Kehrseite: Mit dem heutigen KGV von 10,7 und 8 % Wachstum wären es nur 31,18 USD. Der Markt ist also nicht übertrieben pessimistisch, sondern bezahlt ziemlich genau das, was das Unternehmen derzeit liefert.

Einordnung des Watchlist-Werts

In der ValueForge-Watchlist steht PayPal mit einem fairen Wert von 56,98 USD. Unser Basisfall liegt mit 55,80 USD nur 2,1 % darunter – beide Zahlen erzählen dieselbe Geschichte. Drei unabhängige Wege führen in diese Gegend:

AnsatzRechnungErgebnis
Unser Basisfall5,46 USD, 10 % Wachstum, KGV 15,94, 15 % Abzinsung55,80 USD
Watchlist-Annahmewie Basisfall, aber 11 % Wachstum61,08 USD
Gewinnprognose 2026 × heutiges KGV5,38 USD × 10,757,57 USD
Kursziel der AnalystenDurchschnitt von 43 Analysten (Spanne 36–80 USD), Empfehlung „Halten“57,07 USD

Die Watchlist verwendet einen extern ermittelten Wert; die Zeilen oben zeigen, dass er zu unserer eigenen Rechnung passt.

Sensitivität

Was passiert, wenn Wachstum und Ziel-KGV anders ausfallen? Zeilen: jährliches Gewinnwachstum. Spalten: KGV, mit dem der Gewinn in zehn Jahren bewertet wird – vom heutigen Wert bis zum Zehnjahresschnitt. Gewinnbasis 5,46 USD, Diskontsatz 15 %, alle Werte in USD je Aktie.

Wachstum10,7015,9421,1830,0038,38
6 %25,8638,5351,1972,5192,76
8 %31,1846,4561,7187,41111,83
10 %37,4655,8074,14105,02134,35
11 %41,0061,0881,17114,96147,08
13 %49,0273,0397,03137,44175,83

Grün hinterlegt: fairer Wert über dem aktuellen Kurs von 52,71 USD. Orange: innerhalb von 20 % darunter. Spalten: KGV 2025, Schnitt 2023–2025 (hervorgehoben), KGV 2024, ein mittleres Niveau und der Zehnjahresschnitt. Der Schnittpunkt der hervorgehobenen Spalte mit der Zeile 10 % ist unser Basisfall.

DCF-Rechner – eigene Annahmen einsetzen

Unsere Annahmen sind nicht die einzig möglichen. Der Rechner ist mit den Werten des Basisfalls vorbelegt – Gewinn je Aktie, Wachstum, KGV und Kurs lassen sich überschreiben. Wer sehen will, wie stark das Ergebnis am KGV hängt, setzt einmal 38,38 statt 15,94 ein.

DCF-Rechner - Fairer Wert
Aktien Analyse · Fairer Wert

DCF-Rechner

Schätze den inneren Wert einer Aktie über Gewinnwachstum, historisches KGV und Diskontrate. Oben die Basis-Berechnung, darunter drei Varianten zum direkten Vergleich. Komma oder Punkt als Dezimaltrennzeichen sind beide erlaubt.

Eingaben (Basis)

Ticker eingeben, dann die Werte recherchieren. Die Links passen sich automatisch an.

USD
Aktueller EPS: roic.ai → Summary → Zeile „Basic EPS, GAAP“ (letztes Jahr).
%
Faustregel: alles über 15 % gilt als unseriös. Zacks → „Growth Estimates · Next 5 Years“ nutzen.
Bei roic.ai findest du die Werte unter Ratios → Abschnitt „Multiples“ → Zeile „Price/Earnings“ (10 Jahresspalten).
Die 10 „Price/Earnings“-Werte aus roic.ai (Ratios → Multiples) eintragen – der Durchschnitt wird sofort berechnet:
%
Standardwert 15 % (bewährte Renditeerwartung / Sicherheitsmarge).
Standard-Betrachtungshorizont: 10 Jahre.

Ergebnis (Basis)

Fairer Wert je Aktie (heutiger Barwert).

Werte eingeben und „Fairen Wert berechnen“ klicken.

Varianten im Vergleich

Drei Szenarien zum Durchspielen. Startwerte werden aus der Basis übernommen – jede Variante ist frei anpassbar. Ergebnisse aktualisieren sich sofort.

⚠️ Der DCF-Rechner ist ein Kompass, keine Garantie. Das Ergebnis hängt stark von den Annahmen (Wachstum, KGV, Diskontrate) ab und ist als grober Richtwert zu verstehen. Eine vollständige Fundamentalanalyse bleibt unerlässlich.

Ergebnis und Sicherheitsmarge

Ergebnis nach unserer Methode

Fairer Wert im Basisfall: 55,80 USD

Aktueller Kurs: 52,71 USD

Der faire Wert liegt rund 5,9 % über dem Kurs – eine Abweichung von unter 10 % gilt nach unserer Systematik als fair bewertet, hier auf der leicht günstigen Seite.

Vorsichtige Lesart: 46,45 USD. Mit der reinen Standardformel: 111,83 USD – das setzt aber eine Rückkehr zur Bewertung von 2016–2021 voraus.

Sicherheitsmarge

Nach diesem Modell besteht derzeit nur eine kleine Sicherheitsmarge von rund 6 %.

Weil das Unternehmen mitten im Umbau steckt, setzen wir hier eine Marge von 30 % an. Interessant würde es damit unterhalb von rund 39 USD.

Das ist kein Kursziel und keine Prognose, sondern die Schwelle, ab der die geforderten 15 % Jahresrendite auch dann erreichbar bleiben, wenn sich unsere Annahmen als zu optimistisch erweisen.

Was diese Methode nicht leistet. Sie ist kein vollständiger Unternehmens-DCF mit Prognosen für Umsatz, Marge, Steuern und Investitionen. Sie hängt an drei Zahlen – Gewinnbasis, Wachstum, KGV –, und bei PayPal entscheidet vor allem die dritte: Ob man dem Unternehmen ein KGV von 11, 16 oder 21 zutraut, verschiebt den fairen Wert stärker als jede realistische Änderung beim Wachstum.

Fazit

PayPal ist ein etabliertes, profitables Zahlungsunternehmen mit einer bekannten Marke und einem großen Netz aus Käufern und Händlern. Über zehn Jahre hat sich der Umsatz je Aktie fast vervierfacht, der freie Cashflow je Aktie fast verdreifacht, und seit 2023 steigen auch Marge und Kapitalrendite. Seit 2022 kauft das Unternehmen in großem Stil eigene Aktien zurück, seit Ende 2025 zahlt es eine Dividende.

Das Problem liegt im Kern: Der PayPal-Knopf im Onlineshop, das Geschäft mit der höchsten Marge, wächst kaum noch. Apple Pay, Google Pay, Stripe und Adyen setzen an genau den Stellen an, an denen der Burggraben schmal ist. Der Wechsel an der Spitze und das Kostenprogramm sind die Antwort darauf – ob sie wirkt, ist offen.

Der Markt hat das eingepreist. Mit einem KGV von 10,7 wird PayPal heute wie ein Unternehmen ohne Wachstum bewertet. Unser Basisfall kommt auf 55,80 USD, rund 6 % über dem Kurs von 52,71 USD – nach unserer Systematik fair bewertet, leicht auf der günstigen Seite. Die reine Standardformel käme auf 111,83 USD; dieser Wert setzt aber eine Rückkehr zu einer Bewertung voraus, für die es derzeit keinen Anlass gibt.

Vier Punkte würden wir im Blick behalten:

  1. Stabilisiert sich das Wachstum im Branded Checkout unter der neuen Führung?
  2. Erreicht das Kostenprogramm seine Ziele, ohne das Wachstum zu bremsen?
  3. Hält die Kapitalrendite das Niveau von 2025 (17,6 %)?
  4. Bleiben Rückkäufe und Dividende auf Kurs?

Unsere Einordnung: solides Unternehmen im Umbau, fair bis leicht günstig bewertet. Wer investiert ist, hat keinen akuten Handlungsbedarf. Für einen Neueinstieg mit ausreichender Sicherheitsmarge wäre nach unserem Modell ein Kurs unter rund 39 USD interessant. Wer früher einsteigen möchte, sollte gestaffelt vorgehen und die nächsten Quartalszahlen zum Branded Checkout abwarten.

Quellen

Quellen & Referenzen:

  • Kennzahlen 2016–2025: roic.ai (Datenstand 15.09.2026)
  • Quartalsergebnis Q2 2026 vom 28.07.2026: PayPal Earnings Release und PayPal Investor Relations
  • Geschäftsbericht 2025 und Quartalsbericht Q2 2026: PayPal 10-K / 10-Q (SEC)
  • Führungswechsel, Umbau und Dividende: Unternehmensmitteilungen vom Oktober 2025, 03.02.2026, 29.04.2026 und 05.05.2026
  • Übernahmeangebot von Stripe und Advent: Berichte von Bloomberg und Reuters, Juli und August 2026
  • Analystenschätzungen und Kursziele: stockanalysis.com, WallStreetZen, MarketScreener
  • Burggraben-Einstufung: Morningstar (Narrow Moat)
  • Kurs- und Chartdaten: TradingView (NASDAQ:PYPL)

Stand der Analyse: 17. September 2026. Datenstand der Kennzahlen: 15.09.2026. Kurs: 52,71 USD vom 16.09.2026.

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