439 Millionen aktive Konten, fast 1,8 Billionen Dollar Zahlungsvolumen im Jahr – und trotzdem behandelt die Börse PayPal wie einen Dinosaurier. Diese Folge zerlegt das Geschäft Schicht für Schicht: Fast 90 Prozent des Umsatzes sind Transaktionsgebühren, aber nicht jede Gebühr ist gleich viel wert. Der gelbe PayPal-Knopf bringt Premiumpreise und wächst kaum noch (+2 Prozent im zweiten Quartal 2026), während das unsichtbare Braintree-Geschäft für Großkonzerne Volumen bringt, aber hauchdünne Margen. Pro abgewickeltem Dollar bleiben PayPal an Transaktionserlösen nur noch 1,61 Cent.
Warum Apple Pay und Google Pay vorne am Bezahlknopf angreifen, Stripe hinten im Serverraum – und was es bedeutet, dass ausgerechnet Stripe zusammen mit Advent laut Berichten 60,50 Dollar je Aktie für PayPal geboten haben soll. Dazu der Umbau unter dem neuen CEO Enrique Lores: drei Einheiten, rund 20 Prozent weniger Stellen, 1,5 Milliarden Dollar Einsparziel, Venmo als Werbe- und Bezahlplattform und Zahlungen für KI-Agenten.
Das Paradox im Zentrum: Das KGV ist von 65 auf 10,7 gefallen, die Kapitalrendite aber von 9 bis 13 auf 17,6 Prozent gestiegen – getragen von Kostendisziplin, 17 Prozent weniger Aktien seit 2022 und der ersten Dividende der Firmengeschichte. Unser fairer Wert: 55,80 Dollar. Zum Schluss die Frage, ob der Gejagte nicht bald selbst zur Trophäe für Visa oder Mastercard werden könnte.
Die vollständige Analyse mit allen Charts, der Sensitivitätstabelle und dem DCF-Rechner: valueforge.de/paypal
