Bread Financial Aktie (BFH) – Analyse & fairer Wert

Ticker: BFH   ISIN: US0185811082

Bread Financial gibt Kreditkarten für große US-Händler heraus – Karten mit dem Logo von Victoria’s Secret, Ulta Beauty, Signet oder Caesars, hinter denen die Bank von Bread Financial steht. Dazu kommen Ratenkredite an der Kasse (Bread Pay) und Sparkonten für Privatkunden. Bis 2022 hieß das Unternehmen Alliance Data Systems und betrieb auch Marketing- und Treueprogramme; die wurden verkauft bzw. abgespalten.

Fakten (Stand: 11. Oktober 2026):

  • Gründung: 1996 als Alliance Data Systems, seit März 2022 Bread Financial
  • Börsengang: Juni 2001 (NYSE)
  • CEO: Ralph J. Andretta (seit Februar 2020, zuvor Citi Retail Services)
  • Hauptsitz: Columbus, Ohio, USA
  • Mitarbeiter: rund 6.000
  • Banken: Comenity Bank und Comenity Capital Bank
  • Branche/Sektor: Finanzdienstleistungen / Kreditkarten
  • Marktkapitalisierung: ca. 3,86 Mrd. $
  • Kurs: 100,58 $ (10.10.2026)

Zyklik: Stark zyklisch. Viele Kunden haben mittlere oder schwächere Bonität. In einer Rezession steigen die Kreditausfälle schnell, in Aufschwüngen schnellt der Gewinn nach oben. Das sieht man an jeder Kennzahl unten.

Auf einen Blick
GeschäftKreditkarten für Händler (Private Label und Co-Brand), Ratenkauf und Sparkonten – im Kern eine spezialisierte Kartenbank
Charakterzyklisch · Gewinn je Aktie schwankt zwischen 4,47 und 17,56 $ · Buchwert je Aktie +11,3 % pro Jahr seit 2016 · Aktienzahl -20 %
BesonderheitBank: Statt operativer Marge und Kapitalrendite zählen Nettomarge, Eigenkapitalrendite und Kreditausfallquote
Lage 2026Ausfälle sinken, Kartenumsatz +11 %, Gewinn je Aktie im zweiten Quartal +21 %
EinordnungSolider Nischenanbieter ohne breiten Burggraben, nach unserer Methode fair bewertet – fairer Wert im Basisfall 105,33 $, 5 % über dem Kurs

Podcast zur Analyse

Die Bread-Financial-Analyse zum Hören (ca. 18 Min.): wie die unsichtbare Bank hinter den Kundenkarten an knapp 30 % Zinsen verdient, warum die Ausfallquote der Puls der Aktie ist, weshalb ein niedriges KGV hier eine Warnung sein kann – und warum das Kaufziel weit unter dem fairen Wert liegt.

Zur Einordnung: Die Deckelung der Verzugsgebühren auf 8 $ ist nie in Kraft getreten: Ein Bundesgericht in Texas hat die Regel im April 2025 aufgehoben, nicht nur vorläufig gestoppt. Das KGV von 2,3 stammt aus 2023, heute liegt es bei rund 7,9. Die 363 Mio. $ Rückkäufe fielen in die zwölf Monate bis zum ersten Quartal 2026. Die 40 % Marktanteil für Synchrony nennt die Folge, unsere Analyse nicht. Pessimistisch ergibt der Rechner 66,99 $, optimistisch 125,53 $.

Bread Financial Logo - Aktienanalyse NYSE:BFH auf ValueForge
valueforge.de
Bread Financials gefährliches Geschäft mit Kundenkarten
Loading
/

Geschäftsmodell

Ein Händler möchte seinen Kunden eine eigene Kreditkarte anbieten – sie bindet Kunden und erhöht den Umsatz. Bread Financial übernimmt alles dahinter: Prüfung der Kreditwürdigkeit, Kartenausgabe, Finanzierung, Abrechnung, Betrugsabwehr. Der Händler bekommt die Kundenbindung, Bread Financial die Zinsen.

Womit Geld verdient wird: vor allem mit Zinsen auf Salden, die Kunden nicht sofort ausgleichen – oft mit Sätzen von knapp 30 % im Jahr. Dazu kommen Gebühren aus den Kartenprogrammen. Das Risiko sind Kunden, die nicht zahlen: Die Ausfallquote lag zuletzt bei rund 7 % des Kreditbestands pro Jahr.

Technik: Investiert wird in Datenmodelle zur Kreditentscheidung und in die Plattform Bread Pay, über die Händler Ratenkauf direkt in ihren Online-Shop einbauen.

Vertrieb: über die Partnerhändler (in deren Geschäften und Shops) sowie direkt mit der eigenen Cashback-Karte und den Sparkonten.

Der Kern in einem Satz
Bread Financial verleiht über die Kreditkarten großer Händler Geld zu hohen Zinsen an Kunden mittlerer Bonität – und lebt von der Differenz zwischen diesen Zinsen und den Kreditausfällen.

Umsatzverteilung

KennzahlQ2 2025Q2 2026Veränderung
Kartenumsatz der Kunden (Credit Sales)6,8 Mrd. $7,5 Mrd. $+11 %
Durchschnittlicher Kreditbestand17,7 Mrd. $18,2 Mrd. $+3 %
Einlagen von Privatkunden (Bread Savings)8,1 Mrd. $9,4 Mrd. $+16 %

Angaben laut Quartalsmitteilung vom 23.07.2026 (Analysevorlage, nicht eigens gegen den Bericht geprüft).

Bread Financial weist keine Segmente aus – das Unternehmen ist im Kern eine Kreditkartenbank. Der größte Teil der Erträge sind Zinsen auf offene Kartensalden, dazu kommen Gebühren aus den Kartenprogrammen. Die Produktlinien:

  • Private-Label-Karten – Kreditkarten, die nur bei einem Händler funktionieren, etwa Victoria’s Secret, Ulta Beauty oder Signet (Juweliere)
  • Co-Brand-Karten – überall einsetzbare Karten mit Händlermarke, z. B. mit American Express (NFL, AAA, Ford, Dell)
  • Bread Pay – Ratenkauf und „Jetzt kaufen, später zahlen“ an der Kasse
  • Direktgeschäft – die eigene Karte Bread Cashback und Sparkonten (Bread Savings)

Wichtig ist die Finanzierung: Die Hälfte des Geldes, das Bread Financial verleiht, stammt inzwischen aus Spareinlagen von Privatkunden. Das ist günstiger und stabiler als Anleihen – und verbessert die Zinsmarge.

Burggraben

Bread Financial hat nach unserer Einschätzung keinen oder höchstens einen schmalen Burggraben. Der Markt für Händlerkarten wird von vier Anbietern beherrscht – Synchrony, Citi, Capital One und Bread Financial kommen laut der US-Verbraucherschutzbehörde CFPB zusammen auf rund 82 % –, aber die Kunden gehören dem Händler, nicht Bread Financial.

Was den Graben trägt
  • Lange Partnerverträge: Ein Wechsel betrifft Kundendaten und Treueprogramme des Händlers – das macht ihn aufwendig
  • Erfahrung mit Kreditrisiken: Jahrzehntelang aufgebaute Modelle für Kunden mittlerer Bonität
  • Banklizenz: Eigene regulierte Banken sind eine hohe Hürde für Neulinge
  • Günstigere Finanzierung: Die Hälfte des Geldes stammt aus Spareinlagen
Wo er fehlt
  • Keine eigene Marke: Kunden kennen Victoria’s Secret, nicht Bread Financial
  • Größennachteil: Synchrony ist rund fünfmal so groß
  • Ausschreibungen: Große Händler holen bei jeder Verlängerung Angebote ein
  • Neue Konkurrenz: Affirm, Klarna, PayPal und Apple bieten Ratenkauf direkt an der Kasse
  • Kennzahlen: Die Eigenkapitalrendite schwankt zwischen 9 und 46 % – kein Zeichen eines stabilen Vorteils

Quantitative Faktoren

Alle Reihen umfassen die Geschäftsjahre 2016 bis 2025. Datenquelle ist roic.ai (Datenstand 10.10.2026); Gewinn je Aktie, Aktienzahl und Dividende haben wir mit den Geschäftsberichten bei der SEC abgeglichen. Bread Financial ist eine Bank: Operative Marge und Kapitalrendite (ROIC) sagen hier wenig aus, deshalb zeigen wir die Nettomarge und die Eigenkapitalrendite.

1. Umsatz je Aktie

0,00 $25,00 $50,00 $75,00 $100,00 $125,00 $2016201720182019202020212022202320242025121,81 $82,16 $

Umsatz je Aktie in US-Dollar; der Rückgang 2019 folgt dem Verkauf von Geschäftsbereichen.

Kein Trend, sondern ein Bruch: Von 103,22 $ (2018) fiel der Wert auf 66,96 $ (2019). Das war kein Geschäftseinbruch, sondern der Verkauf des Marketinggeschäfts Epsilon 2019 und die Abspaltung von LoyaltyOne 2021. Übrig blieb das Kreditkartengeschäft.

Seitdem pendelt der Umsatz je Aktie zwischen 66 und 86 $, zuletzt 82,16 $. Wachstum entsteht vor allem über neue Partner und sinkende Aktienzahlen.

2. Gewinn je Aktie

0,005,0010,0015,0020,007,3714,1717,565,384,4716,094,4714,395,5811,072016201720182019202020212022202320242025

Gewinn je Aktie (unverwässert, GAAP) in US-Dollar laut SEC. Das letzte Jahr ist hervorgehoben.

Ein Auf und Ab: 17,56 $ (2018), 4,47 $ (2020 und 2022), 16,09 $ (2021), 14,39 $ (2023), 5,58 $ (2024) und 11,07 $ (2025). Der Grund ist die Risikovorsorge: In unsicheren Zeiten legt eine Bank Geld für erwartete Ausfälle zurück, im Aufschwung löst sie es wieder auf.

Der Durchschnitt der letzten fünf Jahre liegt bei 10,32 $ – fast genau beim Wert 2025. Das spricht dafür, dass 2025 kein Ausreißer nach oben war.

3. Nettomarge

0,05,010,015,020,025,07,214,417,08,36,524,55,816,77,213,52016201720182019202020212022202320242025

Nettogewinn geteilt durch den Umsatz, in Prozent (roic.ai).

Zwischen 5,8 und 24,5 %. Die Tiefpunkte 2020 und 2022/2024 kamen von hohen Rückstellungen und steigenden Zinskosten, die Spitze 2021 von der Auflösung der Pandemie-Rückstellungen. 2025 lag die Marge bei 13,5 %.

4. Freier Cashflow je Aktie

0,00 $20,00 $40,00 $60,00 $201620172018201920202021202220232024202536,30 $44,70 $

Freier Cashflow je Aktie in US-Dollar (roic.ai) – bei Banken nur eingeschränkt aussagekräftig.

Zwischen 24 und 50 $ je Aktie, 2025 44,70 $ – deutlich mehr als der Gewinn. Bei einer Bank ist das kein Qualitätsbeleg: Der operative Cashflow enthält die Risikovorsorge, die als Aufwand verbucht, aber noch nicht ausgezahlt ist. Für die Bewertung verwenden wir deshalb den Gewinn.

5. Buchwert je Aktie

0,00 $20,00 $40,00 $60,00 $80,00 $201620172018201920202021202220232024202528,89 $75,44 $

Buchwert (Eigenkapital) je Aktie in US-Dollar.

Von 28,89 auf 75,44 $, 11,3 % pro Jahr, seit 2022 deutlich schneller. Zwei Dinge kommen zusammen: einbehaltene Gewinne und Aktienrückkäufe, die den Buchwert je verbleibender Aktie erhöhen.

Beim heutigen Kurs zahlt der Markt rund das 1,3-Fache des Buchwerts.

6. Eigenkapitalrendite (ROE)

0,010,020,030,040,050,028,144,946,014,013,844,410,227,79,316,22016201720182019202020212022202320242025

Return on Equity in Prozent (roic.ai).

Zwischen 9 und 46 % – sehr schwankend, wie bei einem Kreditgeber mit viel Fremdkapital zu erwarten. Positiv: Auch in den schwachen Jahren blieb die Rendite deutlich positiv, einen Verlust gab es in zehn Jahren nicht. 2025 lag sie bei 16,2 %.

7. Verschuldung zu freiem Cashflow

0,002,004,006,004,725,133,815,994,594,884,392,733,032,092016201720182019202020212022202320242025

Langfristige Schulden geteilt durch den freien Cashflow, in Jahren. Das letzte Jahr ist hervorgehoben.

Eine Bank arbeitet mit geliehenem Geld, deshalb sind die Werte höher als bei Industrieunternehmen. Der Trend ist gut: von knapp 6 Jahren (2019) auf 2,1 Jahre (2025). Der Grund ist der Umstieg von Anleihen auf Spareinlagen.

8. Dividende je Aktie

0,001,002,003,000,512,072,282,541,280,850,860,840,870,902016201720182019202020212022202320242025

Dividende je Aktie in US-Dollar.

Bis 2019 auf 2,54 $ gestiegen, in der Pandemie auf 0,84 $ je Jahr gekürzt und seitdem kaum erhöht. Die Ausschüttungsquote liegt bei nur rund 8 % – das Management steckt das Geld lieber in Rückkäufe und in die Kapitalquote, die die Bankenaufsicht verlangt. Die Dividendenrendite liegt unter 1 %.

9. Aktienanzahl

40,045,050,055,060,0201620172018201920202021202220232024202558,646,8

Durchschnittliche Aktienanzahl in Millionen Stück (SEC). Die Achse beginnt bei 40 Mio.

Von 58,6 auf 46,8 Mio. Stück, -20 % in zehn Jahren. Nach einer Pause 2021 bis 2024 laufen die Rückkäufe wieder: In den zwölf Monaten bis zum ersten Quartal 2026 kaufte Bread Financial Aktien für 363 Mio. $ zurück. Deshalb wächst der Gewinn je Aktie schneller als der Gewinn.

10. Kurs-Gewinn-Verhältnis

0,05,010,015,020,025,0201620172018201920202021202220232024202510-Jahres-Schnitt 11,324,36,5

Kurs-Gewinn-Verhältnis je Geschäftsjahr; gestrichelt der Zehnjahresschnitt.

Zwischen 2,3 und 24,3 – so schwankend wie der Gewinn. Der Zehnjahresschnitt liegt bei 11,34, der Median bei 9,7. Niedrige Werte wie 2,3 (2023) entstehen, wenn der Markt einen Spitzengewinn nicht für dauerhaft hält.

Heute liegt das KGV bei rund 7,9 – unter dem Schnitt, aber nicht auffällig niedrig für einen Kartenanbieter.

Live-Finanzdaten von TradingView

Qualitative Faktoren

Wettbewerbsumfeld

WettbewerberWo er Bread Financial trifft
Synchrony FinancialMarktführer bei Händlerkarten mit über 40 % Anteil (u. a. Amazon, CareCredit) – rund fünfmal so groß
Capital OneBreit aufgestellte Bank mit günstiger Finanzierung über Einlagen
Citi Retail ServicesStark bei großen, internationalen Co-Brand-Partnern
Affirm, Klarna, PayPal, AppleRatenkauf und Finanzierung direkt an der Online-Kasse, vor allem bei jüngeren Kunden

Position: Nummer vier bei Händlerkarten – ein etablierter, profitabler Nischenanbieter, aber ohne Größenvorteil. Bei neuen Ausschreibungen tritt Bread Financial gegen deutlich größere Banken an. Einordnung: durchschnittlich.

Management und Kapitalallokation

Ralph J. Andretta führt das Unternehmen seit Februar 2020. Er kam von Citi Retail Services und kennt die großen Wettbewerber von innen. Unter ihm wurde aus dem Mischkonzern Alliance Data die fokussierte Kartenbank Bread Financial.

Kapitalallokation: Erst die Kapitalquote stärken, dann Aktien zurückkaufen; die Dividende bleibt klein. Die Aktionärsstruktur ist breit gestreut, es gibt keinen beherrschenden Eigentümer.

Einordnung: Die Neuausrichtung ist gelungen – sinkende Ausfälle, günstigere Finanzierung, neue Partner. Ob die Gewinne in einer Rezession halten, ist noch nicht erprobt.

Regulierung

Die US-Verbraucherschutzbehörde CFPB wollte 2024 die Verzugsgebühren für Kreditkarten auf 8 $ deckeln (bisher bis rund 41 $). Für Kartenanbieter wie Bread Financial wäre das ein spürbarer Einschnitt gewesen. Die Regel trat aber nie in Kraft: Ein Bundesgericht hob sie im April 2025 auf. Das Thema kann politisch zurückkommen – ebenso Forderungen nach einer Zinsobergrenze für Kreditkarten.

Wachstumstreiber

  • Neue Partner: Co-Brand-Karten mit NFL, AAA, Ford, Dell und Ethan Allen, dazu Möbelhändler
  • Bread Pay: Ratenkauf an der Kasse als Antwort auf Affirm und Klarna
  • Spareinlagen: günstigere Finanzierung, höhere Zinsmarge
  • Rückkäufe: weniger Aktien, mehr Gewinn je Aktie

Einordnung: Das Management spricht von „niedrig zweistelligem“ Gewinnwachstum. Realistisch erscheinen 8 bis 13 % pro Jahr – solange keine Rezession dazwischenkommt.

Risiken

Die fünf Punkte, die diese Investition kippen könnten
  1. Rezession. Steigt die Arbeitslosigkeit, steigen die Ausfälle – der Gewinn kann sich schnell halbieren, wie 2020 und 2022.
  2. Partnerverlust. Verlängert ein großer Händler nicht, fällt ein Teil des Kreditbestands weg.
  3. Regulierung. Gebührendeckel oder Zinsobergrenzen träfen das Geschäftsmodell direkt.
  4. Neue Konkurrenz. Ratenkauf-Anbieter und große Plattformen umgehen die klassische Händlerkarte.
  5. Größe. Gegen Synchrony und Capital One verliert Bread Financial bei Ausschreibungen oft auf den Preis.

Das letzte Quartal (Q2 2026, veröffentlicht am 23.07.2026)

KennzahlQ2 2026Veränderung
Umsatz993 Mio. $+7 %
Nettogewinn146 Mio. $+5 % (SEC: 146 nach 139 Mio. $)
Gewinn je Aktie (verwässert)3,55 $+21 % (SEC: 3,55 nach 2,94 $)
Kreditausfallquote (Net Loss Rate)6,98 %–0,90 Prozentpunkte
Zahlungsrückstände5,25 %Vorjahr 5,73 %
Nettozinsmarge18,5 %Vorjahr 18,0 %
Harte Kernkapitalquote (CET1)12,9 %–

Nettogewinn und Gewinn je Aktie laut 10-Q bei der SEC; übrige Werte laut Quartalsmitteilung vom 23.07.2026. Ausblick 2026: Kreditbestand wächst niedrig bis mittel einstellig, Ausfallquote 7,0 bis 7,1 %. Nächste Zahlen am 22.10.2026.

Das zweite Quartal zeigt die Lage gut: Die Kunden zahlen zuverlässiger – die Ausfallquote fiel um fast einen Prozentpunkt, die Rückstände sinken –, während der Kartenumsatz um 11 % wuchs. Für einen Kreditgeber ist das die beste Kombination: mehr Geschäft bei geringerem Risiko.

Dass der Gewinn je Aktie mit +21 % viel stärker stieg als der Nettogewinn (+5 %), liegt an den Aktienrückkäufen: Der Gewinn verteilt sich auf deutlich weniger Aktien. Das Risiko bleibt die Konjunktur: Steigt die Arbeitslosigkeit, steigen die Ausfälle schnell wieder.

Qualitatives Gesamtfazit

Stärken
  • Etablierter Anbieter mit langen Partnerverträgen
  • Sinkende Kreditausfälle, wachsender Kartenumsatz
  • Günstigere Finanzierung über Spareinlagen
  • Aktienrückkäufe senken die Aktienzahl
  • Erfahrenes Management, gelungene Neuausrichtung
  • In zehn Jahren kein Verlustjahr
Schwächen und Risiken
  • Stark von der Konjunktur abhängig
  • Kein breiter Burggraben, keine eigene Marke
  • Größennachteil gegenüber Synchrony
  • Regulierungsrisiko bei Gebühren und Zinsen
  • Gewinn und KGV stark schwankend
  • Kritik an hohen Zinsen für Kunden mit schwacher Bonität

Fairer Wert

Wir rechnen bei ValueForge immer nach derselben Methode, damit die Analysen untereinander vergleichbar bleiben. Sie ist bewusst einfach und bewusst streng:

Fairer Wert  =  Gewinn je Aktie  ×  (1 + Wachstum)10  ×  historisches KGV  ÷  (1 + 15 %)10

In Worten: Wir schreiben den heutigen Gewinn je Aktie zehn Jahre lang mit einer realistischen Wachstumsrate fort, bewerten das Ergebnis mit dem KGV, das der Markt diesem Unternehmen historisch zugestanden hat, und zinsen den so ermittelten künftigen Kurs mit 15 % pro Jahr auf heute ab.

Warum diese Rechnung bei Bread Financial wackelt

Die Methode setzt einen gleichmäßig wachsenden Gewinn voraus. Bei Bread Financial schwankte der Gewinn je Aktie in zehn Jahren zwischen 4,47 und 17,56 $. 13 % Wachstum über zehn Jahre ohne Rezession ist für einen Kreditgeber eine optimistische Annahme.

Auch das KGV ist unruhig (2,3 bis 24,3). Der Schnitt von 11,34 ist deshalb ein grober Anker. Zur Kontrolle rechnen wir zusätzlich mit dem Durchschnittsgewinn der letzten fünf Jahre (10,32 $) – er liegt nahe am Gewinn 2025, was den Basisfall stützt.

ParameterWertHerleitung
Zeitraum10 Jahrefeste Regel
Diskontsatz15 % p. a.feste Regel – unsere Renditeforderung
Historisches KGV11,34Durchschnitt 2016–2025, Median 9,7
Wachstum13 % p. a.Das Management nennt Bread Financial langfristig eine Firma mit „niedrig zweistelligem“ Gewinnwachstum. Wir setzen 13 % an – das ist für einen zyklischen Kreditgeber über zehn Jahre ambitioniert, deshalb rechnen wir unten auch mit 8 %
Gewinn je Aktie11,07 $Geschäftsjahr 2025, unverwässert, GAAP (SEC 10-K)
Kurs100,58 $Kurs vom 10.10.2026

Die Rechnung im Basisfall

SchrittErgebnis
Gewinn je Aktie heute (2025)11,07 $
Gewinn je Aktie in zehn Jahren bei 13 % Wachstum37,58 $
Kurs in zehn Jahren bei einem KGV von 11,34426,13 $
Abzinsungsfaktor bei 15 % über zehn Jahre4,046
Fairer Wert heute105,33 $

Kaufziel mit 35 % Sicherheitsmarge (wegen der Zyklik höher als üblich): 68,47 $.

Szenarien

Jede Zeile verwendet dieselbe Formel und denselben Diskontsatz.

Kurs 100,58 $Ø-Gewinn 2021–25 · 10,32 $ · g 13 %98,20 $Pessimistisch · g 8 % · KGV 11,3466,99 $KGV wie heute · g 13 % · KGV 7,973,38 $Basisfall · g 13 % · KGV 11,34105,33 $Optimistisch · g 15 % · KGV 11,34125,53 $

Fairer Wert je Szenario gegen den aktuellen Kurs. Grün: über dem Kurs. Orange: darunter.

SzenarioGewinnbasisWachstumKGV-AnkerFairer Wertgegen den Kurs
Pessimistisch – unteres Ende der Spanne11,078 %11,3466,99 $-33,4 %
KGV bleibt auf dem heutigen Niveau11,0713 %7,973,38 $-27,0 %
Durchschnittsgewinn 2021–202510,3213 %11,3498,20 $-2,4 %
Basisfall11,0713 %11,34105,33 $+4,7 %
Optimistisch – Wachstum am Deckel11,0715 %11,34125,53 $+24,8 %

Gewinnbasis in US-Dollar je Aktie.

0 $20 $40 $60 $80 $100 $120 $140 $160 $Fairer Wert 67–126 $Kurs 101 $

Bewertungsband vom pessimistischen bis zum optimistischen Szenario gegen den aktuellen Kurs.

Was die Spanne sagt

Der Kurs liegt nahe am Basisfall. Er geht auf, wenn der Gewinn je Aktie zehn Jahre lang um rund 12,5 % pro Jahr wächst – ziemlich genau das, was das Management in Aussicht stellt.

Die Spanne ist groß: Mit 8 % Wachstum wären es 66,99 $, rund ein Drittel weniger. Wer kauft, setzt also darauf, dass die kommenden zehn Jahre ohne schwere Kreditkrise verlaufen – und hat beim heutigen Kurs keinen Puffer dafür.

Sensitivität

Zeilen: jährliches Gewinnwachstum. Spalten: KGV, mit dem der Gewinn in zehn Jahren bewertet wird. Gewinnbasis 11,07 $ (2025), Diskontsatz 15 %, alle Werte in US-Dollar je Aktie.

Wachstum7,99,711,3414,0
5 %35,2143,2350,5462,40
8 %46,6757,3066,9982,71
10 %56,0768,8480,4899,36
13 %73,3890,10105,33130,04
15 %87,45107,38125,53154,98

Grün hinterlegt: fairer Wert über dem aktuellen Kurs von 100,58 $. Orange: innerhalb von 20 % darunter. Spalten: heutiges KGV, Median, Zehnjahresschnitt (hervorgehoben) und 14. Der Schnittpunkt mit der Zeile 13 % ist unser Basisfall.

Value-Rechner – drei Szenarien selbst einstellen

Unsere Annahmen sind nicht die einzig möglichen. Der Rechner ist mit den drei Szenarien vorbelegt; Gewinn je Aktie, Wachstum, KGV und Rendite lassen sich in jeder Spalte frei verstellen. Der Kurs kommt live aus unserer Watchlist.

Value-Rechner · selbst einstellen

Fairer Wert von Bread Financial in drei Szenarien

Alle Kennzahlen im Value-Rechner ansehen →
Fairer Wert = Gewinn je Aktie × (1 + Wachstum)10 × KGV in 10 Jahren ÷ (1 + geforderte Rendite)10. Die Basis entspricht dem fairen Wert in unserer Watchlist. Pessimistisch und Optimistisch sind die Szenarien aus dieser Analyse. Alle Regler sind frei verstellbar – keine Anlageberatung.
4von 14Bank – nur grob
Checkliste
Erfüllt die Aktie die Value-Kriterien?
  • ✕Umsatz wächst mindestens 7 % pro Jahr– p. a. · verfehlt
  • ✕Gewinn je Aktie wächst mindestens 7 % pro Jahr4,4 % p. a. · verfehlt
  • ✕Free Cashflow wächst mindestens 7 % pro Jahr2,9 % p. a. · verfehlt
  • ✓✓Eigenkapital je Aktie wächst10,5 % p. a. · stark
  • ✕Kapitalrendite (ROIC) im Schnitt über 10 %5,5 % im Schnitt · verfehlt
  • –Bruttomarge stabil oder steigendzählt nicht mit · nicht ausgewiesen
  • ✓Schulden in unter 3 Jahren aus dem Free Cashflow tilgbar2,1 Jahre FCF · erfüllt
  • –Kurs liegt unter dem fairen Wert
Je Kriterium 2 Punkte (stark, z. B. Wachstum ab 12 %, ROIC ab 20 %), 1 Punkt (erfüllt) oder 0. Dieselbe Note steht in unserer Watchlist. Grundlage sind die Jahresabschlüsse der letzten zehn Jahre. Bei Banken sagen Bruttomarge, Kapitalrendite und Free Cashflow wenig – die Note ist hier nur ein grober Hinweis.

Ergebnis und Sicherheitsmarge

Ergebnis nach unserer Methode

Fairer Wert im Basisfall: 105,33 $

Aktueller Kurs: 100,58 $

Der Kurs liegt rund 5 % unter dem fairen Wert – innerhalb unserer Toleranz von ±10 %, also fair bewertet.

Spanne der Szenarien: 66,99 bis 125,53 $.

Sicherheitsmarge

Für einen zyklischen Kreditgeber verlangen wir in der Watchlist eine höhere Marge von 35 %. Das Kaufziel liegt damit bei 68,47 $ – rund ein Drittel unter dem Kurs.

Kurse in dieser Gegend gab es zuletzt in Phasen, in denen der Markt eine Kreditkrise fürchtete. Wer geduldig ist, bekommt solche Gelegenheiten bei dieser Aktie erfahrungsgemäß öfter.

Was diese Methode nicht leistet. Banken bewertet man üblicherweise auch über den Buchwert und die Eigenkapitalrendite. Bread Financial notiert beim rund 1,3-Fachen des Buchwerts bei einer Eigenkapitalrendite von 16 % – auch das spricht eher für eine faire als für eine billige Bewertung.

Fazit

Bread Financial ist nach dem Umbau ein schlanker Anbieter von Händler-Kreditkarten – die Nummer vier im US-Markt, profitabel, mit sinkenden Ausfällen, günstigerer Finanzierung und neuen Partnern. Das Management hat die Neuausrichtung überzeugend umgesetzt.

Einen breiten Burggraben hat das Unternehmen nicht. Der Gewinn hängt am Kreditzyklus, die Kunden gehören den Händlern, und die Konkurrenz ist größer.

Mit dem Gewinn 2025 (11,07 $), 13 % Wachstum und dem historischen KGV von 11,34 kommen wir auf 105,33 $. Beim Kurs von 100,58 $ ist die Aktie nach unserer Methode fair bewertet. Ein Kauf mit Sicherheitsmarge wäre erst um 68 $ sinnvoll.

Drei Punkte würden wir im Blick behalten:

  1. Bleibt die Ausfallquote bei rund 7 %, wenn sich die Konjunktur abkühlt?
  2. Verlängern die großen Partner ihre Verträge?
  3. Kommen Gebührendeckel oder Zinsobergrenzen politisch zurück?

Unsere Einordnung: solider Nischenanbieter, fair bewertet – kein Kauf ohne deutlichen Abschlag.

Quellen

Quellen & Referenzen:

  • Kennzahlen 2016–2025: roic.ai (Datenstand 10.10.2026)
  • Geschäftsberichte 10-K und Quartalsbericht Q2 2026 (10-Q): SEC EDGAR – Gewinn je Aktie, Nettogewinn, Aktienzahl, Dividende (abgerufen 11.10.2026)
  • Quartalsmitteilung Q2 2026 vom 23.07.2026: Bread Financial Investor Relations
  • Marktanteile Private-Label-Karten: Consumer Financial Protection Bureau (CFPB); Aufhebung der Verzugsgebühren-Regel durch ein Bundesgericht in Texas, April 2025
  • KGV 2021–2025 und KGV der letzten zwölf Monate: stockanalysis.com; 2016–2020 aus Jahresschlusskursen berechnet
  • Burggraben-Einstufung: eigene Einschätzung in Anlehnung an die Morningstar-Systematik
  • Kurs- und Chartdaten: TradingView (NYSE:BFH)

Stand der Analyse: 11. Oktober 2026. Datenstand der Kennzahlen: 10.10.2026. Kurs: 100,58 $ vom 10.10.2026.

Haftungsausschluss

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere bergen Risiken, einschließlich des möglichen Totalverlusts des eingesetzten Kapitals. Valueforge verwendet ausschließlich vertrauenswürdige Quellen. Für die Richtigkeit wird keine Gewähr übernommen. Die Analysen spiegeln unsere aktuelle Meinung wider und sind keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Dieser Haftungsausschluss ist rechtlich verbindlich.