Die Pakete sind nur die Fassade: Amazon setzte 2025 rund 716,9 Milliarden Dollar um, gut 80 Prozent davon im Handel – bei Margen von 6,9 Prozent in Nordamerika und 2,9 Prozent international. Das Geld verdient AWS: 18 Prozent des Umsatzes, aber 57 Prozent des operativen Gewinns bei 35 Prozent Marge. Dazu kommt das Werbegeschäft direkt am Kaufknopf, im zweiten Quartal 2026 um 26 Prozent gewachsen.
Diese Folge erklärt, warum Amazon 2026 rund 220 Milliarden Dollar in Rechenzentren und eigene KI-Chips steckt, warum der freie Cashflow 2025 auf 0,72 Dollar je Aktie geschrumpft ist und die Schulden sich fast verdoppelt haben – und warum der Rekordgewinn von 62,6 Milliarden Dollar im zweiten Quartal zu 53,4 Milliarden aus Buchgewinnen an der Anthropic-Beteiligung bestand. Ohne sie liegt das KGV nicht bei 21, sondern bei rund 39.
Dazu die Zangenbewegung aus Billig-Konkurrenz (Temu, Shein) und Kartellverfahren in den USA und der EU. Unser fairer Wert im Basisfall: 202,14 Dollar, rund 23 Prozent unter dem Kurs; ein Einstieg mit Sicherheitsmarge läge bei etwa 162 Dollar.
Zur Einordnung: Der Gewinn je Aktie 2025 beträgt 7,29 US-Dollar, ohne die Anthropic-Buchgewinne 6,16 US-Dollar – nicht Euro, wie es im Gespräch einmal heißt. Die 6,16 Dollar sind der Gewinn ohne diese Buchgewinne, nicht das operative Ergebnis. Der Kurs am Stichtag lag bei 262,43 Dollar. Amazon entwirft seine Chips Trainium und Graviton selbst, baut aber keine Chipfabriken: Gefertigt wird bei Auftragsfertigern, und der Großteil der 220 Milliarden fließt in Rechenzentren und Server, darunter weiterhin auch Nvidia-Chips. Die Aufspaltung von Marktplatz, Logistik und Werbung ist ein Gedankenspiel der Folge – die FTC-Klage ist nicht entschieden, und die Analyse rechnet nicht mit einer Zerschlagung.
Die vollständige Analyse mit allen Charts und dem Value-Rechner: valueforge.de/amazon
