Veeva Aktie (VEEV) – Analyse & fairer Wert
Ticker: VEEV (NYSE) ISIN: US9224751084 WKN: A1W5SA
Veeva baut Software für eine Branche: Pharma und Biotech (Qualitätsprogramme auch für Konsumgüterhersteller). Mit Veeva-Programmen planen Arzneimittelhersteller klinische Studien, reichen Zulassungsunterlagen ein, melden Nebenwirkungen, sichern die Qualität ihrer Werke und steuern ihren Außendienst. Ende Januar 2026 zählte Veeva 1.552 Kunden, von den größten Pharmakonzernen bis zu jungen Biotechfirmen.
Fakten (Stand: 25. Oktober 2026):
- Gründung: 2007 von Peter Gassner und Matt Wallach
- Börsengang: Oktober 2013 (NYSE), seit Mai 2026 im S&P 500 (angekündigt 30.04.2026, TIKR)
- CEO: Peter Gassner (Gründer, hält rund 9 % der Aktien laut Proxy-Statement 2026)
- Finanzchef: Brian Van Wagener
- Hauptsitz: Pleasanton, Kalifornien
- Rechtsform: Public Benefit Corporation – dem Gemeinwohl verpflichtet, als erste börsennotierte Firma, die diese Form 2021 annahm
- Mitarbeiter: 7.928 (31.01.2026)
- Marktkapitalisierung: ca. 52,3 Mrd. USD
- Kurs: 323,04 USD (23.10.2026)
- Geschäftsjahr: endet am 31. Januar (GJ 2026 = Februar 2025 bis Januar 2026)
- Dividende: keine – seit Januar 2026 Rückkäufe
Zyklik: Gering. Studien, Zulassungen und Qualitätssicherung sind Pflicht, auch in schwachen Jahren. Spürbar sind Sparprogramme der Pharmakonzerne, vor allem im Außendienst und Marketing.
| Geschäft | Branchensoftware für Pharma und Biotech: Studien, Zulassung, Qualität, Außendienst (CRM) und Daten – 1.552 Kunden, 84 % Abo-Umsatz |
| Charakter | Schuldenfreie Wachstumsfirma: Umsatz +22 % pro Jahr seit GJ 2017, operative Marge (GAAP) 30 %, 7,2 Mrd. USD Liquidität · Kurs seit dem Tief im April 2026 mehr als verdoppelt |
| Hauptthese | Wer seine Studien- und Qualitätsdaten einmal in Veeva hat, wechselt kaum – Veeva kann Kunden jahrzehntelang zusätzliche Programme und KI-Agenten verkaufen |
| Größtes Risiko | Der Umzug der CRM-Kunden von der Salesforce-Plattform auf Veevas eigenes System bis 2030: Salesforce wirbt direkt um diese Kunden und hat Novartis und AstraZeneca gewonnen |
| Qualität | Zehnjahresrechnung 14 von 14 Punkten, nach unserer Gegenprüfung 13 von 14 – beides Stufe „Spitze“; die 13 steht auch in Watchlist und Value-Rechner |
| Einordnung | Fairer Wert nach Profi-Standard rund 157 USD, nach unserem 15-%-Standard 132,64 USD – der Kurs von 323,04 USD liegt 144 % über unserem Wert. Kaufziel mit 20 % Sicherheitsmarge: rund 106,11 USD. |
| 1. Gewinn je Aktie | 6,08 USD |
| GAAP, letzte vier Quartale (Q3 GJ 2026 bis Q2 GJ 2027), kein Sondereffekt darin. Darin stecken rund 1,40 USD sonstige Erträge, vor allem Zinsen auf die Liquidität. Den bereinigten Gewinn der Firma (ohne Mitarbeiteraktien) nutzen wir nicht – Mitarbeiteraktien sind echte Kosten. | |
| 2. Wachstum pro Jahr | 13 % |
| Analystenkonsens Gewinn je Aktie: bereinigt 12,5 %, nach GAAP 13,5 % pro Jahr. Unsere Bausteine (Umsatz 12,5 %, Marge +1 % pro Jahr, Rückkäufe gleichen Mitarbeiteraktien aus, Zinsertrag wächst langsamer) ergeben rund 12 % – wir folgen dem Konsens. | |
| 3. KGV in zehn Jahren | 26 |
| Feste Regel: 2 × Wachstum (13 × 2 = 26), höchstens der Zehnjahresschnitt (hier 72). Heute zahlt der Markt das 53-Fache des Gewinns. | |
| 4a. Profi-Standard: 9 % | rund 157 USD |
| Fairer Wert mit den Kapitalkosten des Marktes (erwartete Marktrendite nach Damodaran, Sept.–Okt. 2026: 8,8–9,0 %); End-KGV dabei höchstens 18. | |
| 4b. valueforge-Standard: 15 % | 132,64 USD |
| Unsere persönliche Zielrendite – wir kaufen nur, wenn auch bei Fehlern in unseren Annahmen eine gute Rendite bleibt. Dieser Wert steht in Watchlist und Value-Rechner. | |
| Kurs heute | 323,04 USD |
| 106 % über dem fairen Wert nach Profi-Standard, 144 % über unserem 15-%-Wert. | |
| Gegenrechnung | 16,8 % |
| So viel Cashflow-Wachstum pro Jahr unterstellt der Kurs bei 9 % Kapitalkosten (Reverse-DCF) – mehr als die 13 % unseres Basisfalls. | |
| Kaufziel | rund 106,11 USD |
| 15-%-Wert minus 20 % Sicherheitsmarge – Qualitätsstufe „Spitze“ (Profi-Standard: rund 125,54 USD). | |
Gewichtet über vier Fälle (Stress, schwach, Basis, stark mit 10/20/50/20 %): rund 128,03 USD nach unserem Standard, rund 144 USD nach Profi-Standard. Selbst der starke Fall (246 USD) liegt unter dem Kurs. Jede Zahl ist weiter unten hergeleitet.
| unter rund 106 USD | Kaufzone nach unserem Standard |
| 106 bis 133 USD | beobachten – unter unserem 15-%-Wert, aber noch ohne volle Sicherheitsmarge |
| 133 bis 157 USD | für 15-%-Anleger zu teuer, nach Profi-Standard noch unter dem fairen Wert |
| über 157 USD | nach beiden Blickwinkeln über dem Wert ← Kurs heute |
Der Kurs liegt über beiden Werten. Eine hervorragende Firma ist nicht automatisch eine gute Anlage – der Preis nimmt hier viele gute Jahre vorweg. Wann wir neu rechnen: nach unten, sobald ein Abbruchkriterium eintritt (Abo-Wachstum unter 10 %, weniger als 14 Top-20-Zusagen für Vault CRM, Marge GJ 2028 unter 27 %); nach oben, wenn KI-Agenten (Veeva AI, Falcon) messbar Umsatz bringen und das Wachstum über 15 % hebt. Spätestens nach dem Investor Day am 05.11.2026 und den nächsten Zahlen. Das ist eine Einordnung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
Erstanalyse vom 25.10.2026 nach dem valueforge-Analyse-Standard 2.4. Künftige Änderungen an Annahmen und Werten protokollieren wir an dieser Stelle mit Datum, altem und neuem Wert und Grund.
Geschäftsmodell
Ein neues Medikament braucht rund zehn Jahre und Tausende Dokumente, die Behörden wie die FDA prüfen. Jeder Schritt muss nachvollziehbar gespeichert sein – Studiendaten, Zulassungsanträge, Nebenwirkungsmeldungen, Prüfprotokolle aus den Werken. Veeva liefert dafür die Vault-Plattform: eine Cloud, in der diese Daten von der ersten Studie bis zum Verkauf liegen. Die Programme sind für die Regeln der Branche gebaut und von Veeva vorab geprüft („validiert“) – das spart den Kunden viel eigenen Prüfaufwand.
Daneben verkauft Veeva CRM-Software für den Pharma-Außendienst (wer besucht welchen Arzt, welche Muster wurden abgegeben), Daten über Ärzte und Patientenwege sowie mit Crossix die Messung von Pharmawerbung. Bezahlt wird im Abo, meist jährlich im Voraus – Veeva hält deshalb dauerhaft rund 1,5 Mrd. USD Kundenvorauszahlungen (31.01.2026).
Der Umbau bis 2030: Veevas altes CRM lief auf der Plattform von Salesforce. Der Vertrag endete am 01.09.2025; bis zum 01.09.2030 darf Veeva das alte CRM nur noch Bestandskunden anbieten, unterstützt wird es bis 31.12.2029 (10-K GJ 2026). Alle Kunden müssen auf das neue Vault CRM umziehen – und Salesforce bietet seit 2025 ein eigenes Pharma-CRM an. Gleichzeitig baut Veeva KI-Agenten in alle Programme ein (Veeva AI, „Falcon“ für Studien, Zulassung und Sicherheit).
Umsatzverteilung
Umsatz nach Produktbereich im Geschäftsjahr 2026 (Februar 2025 bis Januar 2026), in Mio. USD. Quelle: 10-K GJ 2026.
| Produktbereich | Abo-Umsatz GJ 2026 | Wachstum GJ 2026 | Wachstum Q2 GJ 2027 |
|---|---|---|---|
| Commercial | 1 258 Mio. USD | +13,8 % | +13,0 % |
| R&D und Qualität | 1 427 Mio. USD | +20,9 % | +19,2 % |
| Gesamt (Abo) | 2.684 Mio. USD | +17,5 % | +16,3 % |
Commercial = Vertriebs- und Marketingsoftware (CRM), Daten und Werbemessung (Crossix). R&D und Qualität = Software für klinische Studien, Zulassung, Arzneimittelsicherheit und Qualitätssicherung. Veeva berichtet nur ein Segment und weist keinen Gewinn je Produktbereich aus; der Gewinnanteil ist deshalb nicht belegbar. Quelle: 10-K GJ 2026, Note 15; Q2-Meldung vom 26.08.2026.
84 % des Umsatzes sind Abos, die meist jährlich im Voraus bezahlt werden; der Rest ist Beratung und Einführung. Seit GJ 2025 ist R&D und Qualität der größere und schneller wachsende Bereich – er trägt die Firma, während Commercial durch den CRM-Umzug (siehe Burggraben) langsamer wächst. Regional kommen 60 % aus Nordamerika, 29 % aus Europa (10-K, Note 15). Die zehn größten Kunden bringen seit drei Jahren konstant 28 % des Umsatzes, kein einzelner über 10 %.
Qualitätsprüfung
Bevor wir einen fairen Wert rechnen, prüfen wir, ob das Unternehmen gut genug ist (je 0 bis 2 Punkte; Stufen: Spitze 12–14, stark 9–11, solide 6–8, schwach 0–5). In der letzten Spalte vergeben wir die Punkte ein zweites Mal – so, wie sie nach unserer Gegenprüfung verdient sind. Diese Note steht auch in der Watchlist und im Value-Rechner.
| Kriterium | Veeva (GJ 2017–2026) | Zehn Jahre | Gegenprüfung | Nach Prüfung |
|---|---|---|---|---|
| Umsatz wächst mind. 7 % im Jahr | 21,6 % p. a. | 2 | Tempo halbiert (GJ 2026: +16 %), aber weit über der Schwelle | 2 |
| Gewinn je Aktie wächst mind. 7 % | 29,5 % p. a. | 2 | Über fünf Jahre 18,2 % – ein Viertel des Gewinns ist Zinsertrag | 2 |
| Free Cashflow wächst | 28,7 % p. a. | 2 | Auch nach Abzug der Mitarbeiteraktien 27,6 % p. a. – erfüllt | 2 |
| Eigenkapital je Aktie wächst | 28,3 % p. a. | 2 | Echt verdient, liegt aber großteils als Geld auf dem Konto | 2 |
| Kapitalrendite (ROIC) über 10 % | 73 % im Schnitt (GJ 2017–2026, alle Jahre im Diagramm unter „Kapitalrendite zerlegt“) | 2 | Geschönt: Kunden zahlen im Voraus, das betriebliche Kapital ist fast null. Operatives Ergebnis nach Steuern aufs ganze Eigenkapital nur rund 10 % – deshalb 1 statt 2 | 1 |
| Bruttomarge stabil oder steigend | 68,5 % → 75,5 % | 2 | Abo-Bruttomarge 87 % – kein Einwand | 2 |
| Schulden in unter 3 Jahren tilgbar | keine Finanzschulden | 2 | 7,2 Mrd. USD Liquidität | 2 |
| Summe | 14 | 13 |
Alle Kennzahlen: eigene Rechnung aus SEC-Daten, Geschäftsjahre bis 31. Januar. „Zehn Jahre“ = Punkte allein aus den Zehnjahreswerten. Maßgeblich – auch in Watchlist und Value-Rechner – ist „Nach Prüfung“.
Burggraben
Art: Veevas Hauptquelle sind Wechselkosten. Ein Pharmakonzern, der seine Studien- oder Qualitätsdaten in Veeva Vault führt, müsste bei einem Wechsel Jahre an Daten umziehen, neue Systeme gegenüber den Behörden validieren und Tausende Mitarbeiter umschulen – mitten in laufenden Zulassungen. Dazu kommt eine effiziente Nische: ein stark regulierter Spezialmarkt, in dem laut 10-K kein einzelner Wettbewerber alle Studien- oder Qualitätsprogramme von Veeva anbietet – Oracle, Medidata (Dassault) oder IQVIA treten jeweils nur in Teilen an.
| Beleg | Befund | Spricht für den Graben? |
|---|---|---|
| Bruttomarge | 68,5 % (GJ 2017) → 75,5 % (GJ 2026); Abo allein 87 % | Ja – steigend |
| Preissetzung | Ein Teil der Verträge sieht bei Verlängerung eine Preisanpassung um die Inflation vor, höchstens 4 % im Jahr (10-K GJ 2026) | Ja |
| Kundenbindung | Kunden 1.432 → 1.477 → 1.552 (GJ 2024–2026); Top-10-Anteil seit drei Jahren konstant 28 % | Ja – kaum Abgänge erkennbar |
| Ausbau bei Bestandskunden | Abo-Umsatz R&D und Qualität +21 % im GJ 2026, „vor allem durch mehr Nutzung bei bestehenden Kunden“ (10-K) | Ja |
| CRM gegen Salesforce | Salesforce: über 150 Kunden für sein Pharma-CRM, darunter Novartis und AstraZeneca (Salesforce, Oktober 2026); Veeva: 14 der Top 20 sagen Vault CRM zu, über 190 Kunden live (Meldung vom 23.09.2026) – damit ist Gassners Ziel von rund 14 (November 2025, Sekundärquelle TIKR) erreicht | Nein – im CRM ist der Graben schmal |
Kundenzahlen und Umsatzanteile: 10-K GJ 2026; Salesforce-Zahlen sind Angaben des Wettbewerbers.
- Validierte Pflichtsysteme: Studien, Zulassung, Sicherheit und Qualität wechselt man nicht nebenbei
- Eine Plattform: jedes weitere Programm nutzt dieselben Daten – Veeva verkauft Bestandskunden immer mehr
- Branchenwissen: 7.928 Mitarbeiter nur für eine Branche, 111 US-Patente
- Partnerschaft mit IQVIA: der frühere Rivale nutzt seit Oktober 2026 Veevas Studiensoftware
- Salesforce im CRM: gewann Großkunden, als Veeva die Plattform wechseln musste
- KI-Agenten: könnten Arbeit erledigen, für die heute Nutzerlizenzen bezahlt werden – auch Veeva rechnet viel nach Nutzern ab
- Weniger Außendienst: Pharmakonzerne bauen Vertreter ab, das senkt CRM-Lizenzen
- Medidata (Dassault) und Oracle in Studiensoftware
Quantitative Faktoren
Alle Reihen umfassen die Geschäftsjahre 2017 bis 2026; Veevas Geschäftsjahr endet am 31. Januar (GJ 2026 = Februar 2025 bis Januar 2026). Sämtliche Zahlen stammen aus den Geschäftsberichten bei der SEC (abgerufen am 25.10.2026). Jede Karte endet mit einer Gegenprüfung.
1. Umsatz je Aktie
Umsatz je verwässerter Aktie in USD, GJ 2017–2026 (SEC).
Von 3,73 auf 19,13 USD, 19,9 % pro Jahr. Der Gesamtumsatz stieg von 0,55 auf 3,19 Mrd. USD; in den letzten zwölf Monaten waren es 3,46 Mrd. USD. Bis 2030 will Veeva eine Umsatz-Run-Rate von 6 Mrd. USD erreichen (Q4-Meldung vom 04.03.2026).
Aber: Das Tempo hat sich halbiert – von 25 bis 33 % (GJ 2018–2022) auf 16 % (GJ 2026). Analysten erwarten für die nächsten Jahre rund 12 %; das 6-Mrd.-Ziel verlangt ebenfalls nur gut 12 % im Jahr.
2. Operative Marge
Operatives Ergebnis (GAAP) geteilt durch den Umsatz, in Prozent.
Die operative Marge nach GAAP lag lange bei 22 bis 27 %, fiel auf 18,2 % (GJ 2024) und stieg auf 28,7 % (GJ 2026); in den letzten zwölf Monaten 29,9 %. Veeva selbst meldet eine bereinigte Marge von rund 45 % – ohne Mitarbeiteraktien.
Aber: Der Abstand zwischen beiden Margen sind vor allem Mitarbeiteraktien: in den letzten vier Quartalen 14,3 % des Umsatzes (GJ 2017: 7,4 %, GJ 2026: 14,8 %). Wir rechnen mit der GAAP-Marge, weil diese Aktien die Altaktionäre verwässern. Der Rückgang bis GJ 2024 kam auch aus Prozesskosten mit IQVIA (Vergleich August 2025).
3. Gewinn je Aktie
Gewinn je Aktie (GAAP, verwässert) in USD laut SEC. Das letzte Jahr ist hervorgehoben.
Von 0,53 auf 5,44 USD (GAAP, verwässert), 29,5 % pro Jahr; über die letzten fünf Jahre 18,2 %. Die letzten vier Quartale: 1,40 + 1,45 + 1,57 + 1,66 = 6,08 USD – unsere Bewertungsbasis. Ein Sondereffekt steckt darin nicht.
Aber: Rund 1,40 USD davon – fast ein Viertel – sind Zinsen auf die 7,2 Mrd. USD Liquidität (nach 21 % Steuer). Fallen die Zinsen, sinkt der Gewinn, ohne dass sich am Geschäft etwas ändert. Der Zinsertrag wuchs zuletzt stark, weil die Zinsen von nahe null auf über 4 % stiegen – das wiederholt sich nicht.
4. Free Cashflow je Aktie
Free Cashflow = operativer Cashflow minus Investitionen; dunkel vor, hell nach Abzug der Mitarbeiteraktien, je Aktie.
Der freie Cashflow stieg von 143 Mio. auf 1,39 Mrd. USD (8,30 USD je Aktie), in den letzten zwölf Monaten 1,64 Mrd. USD. Veeva braucht fast keine Investitionen: 27 Mio. USD im Jahr.
Aber: Der Cashflow enthält die Mitarbeiteraktien als „nicht zahlungswirksam“. Zieht man sie ab (helle Balken), bleiben 5,47 USD je Aktie – etwa so viel wie der Gewinn je Aktie (5,44 USD). Für die Cashflow-Rechnung nehmen wir außerdem den Zinsertrag heraus und starten mit 0,91 Mrd. USD.
5. Bruttomarge
Umsatz minus Kosten der Umsätze, geteilt durch den Umsatz, in Prozent.
Von 68,5 % auf 75,5 %. Im Abo-Geschäft liegt die Bruttomarge bei 87 %, in Beratung und Einführung bei 18 % (10-K GJ 2026). Je größer der Abo-Anteil, desto höher die Gesamtmarge.
Aber: Veeva bezahlt Rechenzentren bei Amazon Web Services und – für das alte CRM – Salesforce. KI-Agenten brauchen deutlich mehr Rechenleistung; ob Veeva das über die Preise weitergeben kann, ist offen.
6. Buchwert je Aktie
Eigenkapital je verwässerter Aktie in USD.
Der Buchwert je Aktie stieg von 4,60 auf 43,20 USD, 28,3 % pro Jahr – ohne Zukäufe auf Pump und ohne Schulden.
Aber: Gut 90 % des Eigenkapitals (6,6 von 7,2 Mrd. USD) sind Bargeld und Anleihen. Der Buchwert wächst, weil Veeva Gewinne behält – nicht, weil das Geschäft mehr Kapital braucht.
7. Liquidität
Barmittel und kurzfristige Anlagen zum Geschäftsjahresende (31. Januar), in Mrd. USD.
Barmittel und kurzfristige Anlagen wuchsen von 0,5 auf 6,6 Mrd. USD (31.01.2026), Ende Juli 2026 7,2 Mrd. USD. Finanzschulden hat Veeva keine. Die Liquidität entspricht rund 14 % des Börsenwerts.
Aber: Das Geld bringt rund 4 % Zinsen vor Steuern – weniger, als Aktionäre von Veeva erwarten. Erst seit Januar 2026 gibt Veeva über Rückkäufe einen kleinen Teil zurück (Programm 2 Mrd. USD über zwei Jahre).
8. Anzahl der Aktien
Verwässerte Aktienzahl im Durchschnitt des Geschäftsjahres, in Millionen.
Die verwässerte Aktienzahl stieg von 147,6 auf 167,0 Mio. (GJ 2026), 1,4 % pro Jahr – Folge der Mitarbeiteraktien. Seit den Rückkäufen sinkt sie: im zweiten Quartal GJ 2027 im Schnitt 165,1 Mio. nach 168,9 Mio. im dritten Quartal GJ 2026.
Aber: Ob die Aktienzahl dauerhaft sinkt, hängt am Kurs: Je teurer die Aktie, desto weniger Stücke bringt jeder Rückkauf-Dollar. Unser Basisfall rechnet deshalb mit einer stabilen Aktienzahl, nicht mit einer sinkenden.
9. Kurs-Gewinn-Verhältnis
Kurs zum Monatsschluss Januar geteilt durch den GAAP-Gewinn je Aktie des Geschäftsjahres.
Das KGV zum Geschäftsjahresende lag zwischen 37,5 und 117,1, im Zehnjahresschnitt bei 71,5. Heute liegt es bei rund 53,1 – niedriger als in den meisten Jahren, aber höher als zum Ende von GJ 2026.
Aber: Veeva war an jedem Geschäftsjahresende der letzten zehn Jahre teurer als das 37-Fache des Gewinns. Unsere Regel (End-KGV = 2 × Wachstum) ergibt 26 – sie unterstellt, dass die Aktie in zehn Jahren wie ein normales Qualitätsunternehmen bewertet wird. Genau daran entscheidet sich die Bewertung.
Live-Finanzdaten von TradingView
Kapitalrendite zerlegt
ROIC = Gewinnmarge nach Steuern × Kapitalumschlag. Bei Veeva ist das investierte Kapital ohne Liquidität winzig, weil die Kunden im Voraus zahlen: Die Vorauszahlungen finanzieren fast alles, was das Geschäft braucht. Deshalb zeigen wir zusätzlich die Rendite auf das ganze Eigenkapital.
| Jahr | Gewinnmarge nach Steuern | × Umschlag | = ROIC (ohne Liquidität) | Operative Rendite aufs Eigenkapital | Investiertes Kapital |
|---|---|---|---|---|---|
| GJ 2017 | 17,3 % | 3,5 | 60 % | 14,1 % | 159 Mio. |
| GJ 2019 | 20,4 % | 5,8 | 119 % | 14,2 % | 148 Mio. |
| GJ 2021 | 20,4 % | 2,4 | 50 % | 13,2 % | 603 Mio. |
| GJ 2023 | 16,8 % | 3,5 | 59 % | 9,8 % | 614 Mio. |
| GJ 2025 | 19,9 % | 4,0 | 80 % | 9,4 % | 682 Mio. |
| GJ 2026 | 22,7 % | 4,9 | 111 % | 10,0 % | 654 Mio. |
Operatives Ergebnis mit einheitlich 21 % Steuer (die ausgewiesene Quote schwankte wegen Mitarbeiteraktien zwischen 4 und 24 %). Investiertes Kapital = Eigenkapital − Barmittel und kurzfristige Anlagen (keine Schulden). Ohne Goodwill und erworbene Immaterielle (Ende GJ 2026: 470 Mio. USD) wäre das Kapital fast null bzw. in GJ 2022 negativ – eine Rendite ohne Goodwill ist nicht sinnvoll rechenbar. Eigene Rechnung aus SEC-Daten.
Alle zehn Jahre: ROIC ohne Liquidität (orange) und operative Rendite aufs ganze Eigenkapital (grau), in Prozent. Schnitt ROIC GJ 2017–2026: 73,4 %. Eigene Rechnung aus SEC-Daten.
- Der Umschlag trägt den ROIC: Jeder Dollar betriebliches Kapital setzt rund 5 USD um – weil Kunden vorab zahlen. Die Marge nach Steuern liegt bei soliden 23 %
- Zusätzliches Kapital: Von GJ 2021 bis 2026 brachte jeder zusätzliche Dollar Eigenkapital nur 9 Cent operativen Gewinn nach Steuern – weil der Zuwachs fast nur Bargeld war
- Zukäufe klein: Goodwill 440 Mio. USD (vor allem Crossix 2019), nie abgeschrieben
- Das Kerngeschäft ist außergewöhnlich kapitalarm – das ist echt und ein Qualitätsmerkmal
- Auf ihr ganzes Eigenkapital verdient die Firma operativ nur rund 10 % (mit Zinsertrag, also GAAP-Gewinn ÷ Eigenkapital: 12,6 % im GJ 2026), weil sie viel Geld liegen lässt
- Hohe ROIC-Zahlen in Datenbanken (über 50 %) messen die Vorauszahlungen, nicht die Leistung des Managements
Kapitalverwendung
Von GJ 2017 bis GJ 2026 erwirtschaftete Veeva 6,5 Mrd. USD freien Cashflow. Dividenden gab es nie, Rückkäufe erst ab Januar 2026. Das meiste Geld blieb in der Kasse:
| Verwendung (GJ 2017–2026) | Betrag | Einordnung |
|---|---|---|
| Zuwachs Liquidität | 6,2 Mrd. USD | rund 95 % des freien Cashflows |
| Zukäufe | 0,46 Mrd. USD | vor allem Crossix (2019); GJ 2027 bisher Ostro und Copli, zusammen 82 Mio. USD |
| Steuern für Mitarbeiteraktien | 0,37 Mrd. USD | Veeva behält Aktien ein und zahlt die Steuer – wirkt wie ein kleiner Rückkauf |
| Einnahmen aus Mitarbeiteroptionen | +0,62 Mrd. USD | Mitarbeiter zahlen den Ausübungspreis ein |
| Rückkäufe | 0,17 Mrd. USD | nur Januar 2026; dazu 0,47 Mrd. USD im ersten Halbjahr GJ 2027 |
| Mitarbeiteraktien (Aufwand, zum Vergleich) | 2,4 Mrd. USD | die eigentliche „Ausschüttung“ – an Mitarbeiter |
Quellen: 10-K GJ 2017–2026 (SEC-Daten), 10-Q Q2 GJ 2027. Investitionen in Sachanlagen zusammen nur 0,13 Mrd. USD.
Rückkäufe gegen den damaligen fairen Wert
| Zeitraum | Aktien | Betrag | Ø Preis | Unser fairer Wert damals | Urteil nach unserer Methode |
|---|---|---|---|---|---|
| Jan. 2026 (Q4 GJ26) | 0,80 Mio. | 180 Mio. USD | 224,43 USD | 118,68 USD | 89 % über – zu teuer |
| Feb.–Apr. 2026 (Q1 GJ27) | 1,26 Mio. | 221 Mio. USD | 176,17 USD | 122,39 USD | 44 % über – zu teuer |
| Mai–Juli 2026 (Q2 GJ27) | 1,41 Mio. | 246 Mio. USD | 174,48 USD | 132,64 USD | 32 % über – zu teuer |
| Summe | 3,47 Mio. | 647 Mio. USD | 186,65 USD |
Damaliger Wert = gleiche Methode (Gewinn je Aktie der letzten vier Quartale zum Quartalsende × 1,1310 × 26 ÷ 1,1510). Durchschnittspreise wie gemeldet (ohne Gebühren): 10-K GJ 2026 (Item 5), 10-Q Q1 und Q2 GJ 2027. Die Kapitalflussrechnung GJ 2026 zeigt 170 Mio. USD, weil ein Teil der Januar-Käufe erst im Februar bezahlt wurde.
Ehrlich gerechnet: Nach unserer strengen 15-%-Methode war Veeva auch zum Rückkaufzeitpunkt zu teuer. Zum heutigen Kurs liegen die Käufe trotzdem rund 473 Mio. USD im Plus. Die meisten Stücke eines Monats kaufte Veeva im April 2026, als der Kurs am tiefsten stand (538.488 Stück zu 163,61 USD). Netto haben die Rückkäufe die Verwässerung erstmals übertroffen. Bei 1,35 Mrd. USD verbliebener Ermächtigung und dem heutigen Kurs reicht das Programm für rund 4,2 Mio. Aktien, gut 2,5 % des Bestands.
Vergütung und Führung
CEO Peter Gassner erhält seit dem Börsengang nur ein niedriges Gehalt (GJ 2026: rund 0,47 Mio. USD) und weder Bonus noch Barvergütung. Seine Vergütung besteht aus Optionspaketen für jeweils fünf Jahre: Im Juni 2024 bekam er Optionen auf 2,65 Mio. Aktien zu 236,90 USD (dem damaligen 52-Wochen-Hoch), ausübbar in fünf Raten bis 2030, mit Haltefrist nach der Ausübung. Laut Vergütungstabelle waren sie bei Ausgabe 172 Mio. USD wert. Sie sollen bis mindestens 2030 seine einzige Aktienvergütung sein.
Vor der Hauptversammlung 2025 nannten die Stimmrechtsberater ISS und Glass Lewis das Paket „überzogen“; die Mitglieder des Vergütungsausschusses Mark Carges und Gordon Ritter erhielten damals 81 % und 62 % Zustimmung (Proxy-Statement 2026). 2026 waren es 80 % und 74 %, für Mitgründer Matt Wallach 64 % (8-K vom 18.06.2026). Über die Vergütung („Say-on-Pay“) wird erst ab 2027 jährlich abgestimmt. Die übrigen Vorstände bekommen 500.000 USD Gehalt und Aktienboni von 225 bis 400 % des Gehalts (Proxy-Statement 2026).
Unser Urteil: Gassner verdient nur, wenn der Kurs über 236,90 USD steigt – das bindet ihn an die Aktionäre, ein Rückkauf- oder Gewinnziel gibt es nicht. Die Optionen entsprechen aber rund 1,6 % der Aktien, und Mitarbeiteraktien insgesamt kosten jedes Jahr rund 14 % des Umsatzes.
Qualitative Faktoren
Vergleich mit Wettbewerbern
| Firma | Geschäft | Zeitraum | Umsatzwachstum | Operative Marge (GAAP) | KGV (GAAP) | KGV erwartet | EV / FCF |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Veeva | Branchensoftware Pharma | bis 31.07.26 | 16,5 % | 29,9 % | 53,0 | 33,5 | 27,6 |
| Salesforce | CRM (auch Life Sciences Cloud) | bis 31.07.26 | 11,2 % | 21,5 % | 23,0 | 17,0 | 15,5 |
| Dassault Systèmes | Konstruktion, Medidata (Studien) | bis 30.06.26 | -1,7 % | 25,0 % | 25,1 | 17,8 | 18,9 |
| IQVIA | Daten, Studien, Software | bis 30.06.26 | 8,2 % | 14,0 % | 34,6 | 20,5 | 27,5 |
| ServiceNow | Unternehmenssoftware | bis 30.06.26 | 22,2 % | 12,4 % | 99,3 | 35,1 | 36,3 |
| Doximity | Ärztenetzwerk USA | bis 30.06.26 | 11,2 % | 30,6 % | 39,6 | 23,4 | 17,2 |
Letzte zwölf Monate bis zum genannten Quartal, Kurse vom 23.10.2026, alle Werte von stockanalysis.com (Sekundärquelle, abgerufen 25.10.2026, nicht eigens geprüft). „KGV erwartet“ auf Basis bereinigter Analystenschätzungen – nicht mit dem GAAP-KGV vergleichbar. Dassault in Euro. Veeva-KGV dort 53,0 (unsere Rechnung: 53,1).
Veeva wächst schneller und verdient mehr Marge als fast alle Vergleichsfirmen – und ist nach GAAP-KGV und EV/FCF trotzdem einer der teuersten Werte der Gruppe. Nur ServiceNow ist noch höher bewertet. Salesforce, der direkte Rivale im CRM, kostet gemessen am Gewinn weniger als die Hälfte.
Management
Peter Gassner führt Veeva seit der Gründung 2007; zuvor war er Technikchef (SVP Technology) bei Salesforce. Er hat die Firma ohne Schulden und fast ohne Zukäufe zur Marktführerin gemacht und 2021 als Public Benefit Corporation verankert. Strategisch mutig war der Bruch mit Salesforce: Veeva baute sein CRM selbst neu, statt abhängig zu bleiben – mit dem Preis, dass Salesforce nun Konkurrent ist.
Kritisch: Gassner senkte im November 2025 das Ziel für Top-20-Zusagen im CRM von rund 18 auf rund 14 (Kurs am Folgetag rund −9 %; Sekundärquelle TIKR, Bericht aktualisiert 05.05.2026). Präsident und Kundenchef Tom Schwenger verlässt Veeva zum 02.10.2026, um CEO bei einem Partner zu werden (8-K vom 20.08.2026).
Wachstumstreiber
- Studien und Qualität: Abo-Umsatz +19 % im zweiten Quartal GJ 2027; mehr als 30 neue Qualitätskunden im Quartal, Veeva Safety über 100 Kunden
- Vault CRM: 14 der 20 größten Pharmafirmen zugesagt, über 190 Kunden live (Meldung vom 23.09.2026; im August noch 12 und über 180)
- KI-Agenten: Veeva AI in allen Programmen, „Falcon“ mit fünf frühen Anwendern, erste Starts noch 2026; „Falcon MLR“ prüft Werbematerial automatisch; Zukauf Copli im zweiten Quartal
- Ziel: 6 Mrd. USD Umsatz-Run-Rate bis 2030; neue Ziele am Investor Day 05.11.2026
- Kunden außerhalb der Pharmabranche: Qualitätssoftware auch für Konsumgüterhersteller (10-K GJ 2026)
Risiken
- CRM-Umzug: Bis 2030 müssen alle CRM-Kunden umziehen; Salesforce darf bei einer Übernahme von Veeva durch bestimmte Firmen die Übergangszeit sogar verkürzen (10-K).
- KI verändert das Preismodell: Wenn Agenten Arbeit von Menschen übernehmen, braucht ein Pharmakonzern weniger Nutzerlizenzen.
- Pharma spart: US-Preisdruck auf Medikamente, Zölle und Fusionen von Pharmakonzernen können Budgets kürzen.
- Zinsen: Fast ein Viertel des Gewinns sind Zinserträge.
- Konzentration: Die zehn größten Kunden bringen 28 % des Umsatzes.
- Bewertung: Bei einem KGV über 50 reicht schon ein mittelmäßiges Quartal für einen großen Kursrückgang – wie im November 2025 (rund −9 %, TIKR) und im Juni 2026 (−11 % in fünf Handelstagen, Trefis, 09.06.2026).
Branche und Umfeld
Pharmafirmen digitalisieren Studien und Zulassung weiter, und KI soll die Entwicklung neuer Medikamente verbilligen – Veeva sitzt mit seinen Daten an dieser Stelle. Software-Aktien wurden Anfang 2026 breit abgestraft, weil Anleger fürchteten, KI-Assistenten ersetzten klassische Programme (Branchenfonds IGV im Januar −15 %, Axios, 03.02.2026); Veeva fiel bis April auf rund 156 USD (Monatsschluss April 2026). Von 29 Analysten liegt das mittlere Kursziel bei 300,56 USD (Spanne 180–360 USD; stockanalysis.com, 19.10.2026) – also unter dem heutigen Kurs.
ESG
Als Public Benefit Corporation muss Veeva neben den Aktionären auch Kunden, Mitarbeiter und die Branche berücksichtigen – ein Schutz gegen kurzfristiges Denken, aber auch ein Argument gegen feindliche Übernahmen. Ökologisch ist der Fußabdruck klein (Rechenzentren bei Dienstleistern). Governance: CEO und Mitgründer halten zusammen rund ein Zehntel der Aktien. Mitgründer Matt Wallach erhielt 2026 nur 64 % Zustimmung; Veeva führt das selbst darauf zurück, dass manche Aktionäre ihn nicht für unabhängig halten (Proxy-Statement 2026).
Gegenthese: Was müsste passieren, damit wir falschliegen?
Unser Urteil lautet: hervorragende Firma, aber zu teuer. Falsch läge es in zwei Richtungen. Nach unten: Es ist 2031, und die Aktie hat sich halbiert. Was ist passiert?
| Szenario | Wie es abläuft | Entspricht Fall |
|---|---|---|
| 1. Salesforce gewinnt das CRM | Weitere Top-20-Firmen wechseln beim Umzug; Commercial (45 % des Umsatzes) schrumpft, die Kunden nehmen auch Daten und Werbemessung mit. | schwach |
| 2. KI senkt die Zahl der Lizenzen | Agenten erledigen Dokumentation und Außendienst-Berichte; Pharmafirmen brauchen weniger Nutzer, Veevas eigene KI-Produkte gleichen das nicht aus. | Stress |
| 3. Pharma spart und die Zinsen fallen | Preisdruck in den USA und Fusionen kürzen Budgets, gleichzeitig halbiert sich der Zinsertrag – der Gewinn wächst nur noch einstellig. | schwach |
Bestätigte Fakten gegen die Gegenthese: Q2 GJ 2027 übertraf den eigenen Ausblick, die Jahresprognose stieg zweimal (bereinigter Gewinn je Aktie 8,85 → 9,21 USD), Eli Lilly wählte im August Vault CRM, im September kam die 14. Top-20-Zusage dazu, und IQVIA setzt seit Oktober auf Veevas Studiensoftware. Deshalb geben wir dem schwachen Fall 20 % und nicht mehr.
Gegen unsere Bewertung: Der Markt hat Veeva stets deutlich höher bewertet, als unsere Regel für das Ende annimmt – das KGV lag an jedem Geschäftsjahresende der letzten zehn Jahre über 37, und die Aktie hat sich seit GJ 2017 trotzdem fast verachtfacht (Januar 2017: rund 42 USD). Wer glaubt, dass Veeva auch in zehn Jahren mit dem 40- bis 50-Fachen des Gewinns bewertet wird, kommt auf deutlich höhere Werte (siehe Sensitivität). Wir halten das für keine sichere Annahme.
- Abo-Umsatz wächst in zwei Quartalen in Folge um weniger als 10 % (Q2 GJ27: +16 %)
- Die Zahl der Top-20-Pharmafirmen mit Vault-CRM-Zusage sinkt unter 14 (Stand 23.09.2026: 14), oder eine weitere Top-20-Firma meldet den Wechsel zu Salesforce
- Operative Marge (GAAP) im GJ 2028 unter 27 % (GJ 2026: 28,7 %, letzte vier Quartale 29,9 %)
Wir prüfen diese Punkte nach jeder Quartalsmitteilung. Tritt einer ein, überarbeiten wir die Analyse und senken den fairen Wert – unabhängig vom Kurs.
Das letzte Quartal (Q2 GJ 2027, veröffentlicht am 26.08.2026)
| Kennzahl | Q2 GJ 2027 | Einordnung |
|---|---|---|
| Umsatz | 928,0 Mio. USD | +18 % (Abo +16 %); eigener Ausblick war 902–905 Mio. USD (Q1-Meldung vom 03.06.2026) |
| Operatives Ergebnis (GAAP) | 275,0 Mio. USD | +40 %, Marge 29,6 % (Vorjahr 24,8 %, damals mit 30,6 Mio. USD Vergleichskosten IQVIA) |
| Gewinn je Aktie (GAAP, verwässert) | 1,66 USD | Vorjahr 1,19 USD; bereinigt (ohne Mitarbeiteraktien) 2,35 USD |
| Operativer Cashflow (Halbjahr) | 1.366 Mio. USD | +22 %; das erste Quartal ist saisonal das stärkste (Jahresrechnungen) |
| Rückkäufe (Quartal) | 245,7 Mio. USD | 1,41 Mio. Aktien zu Ø 174,48 USD; 1,35 Mrd. USD Ermächtigung übrig |
| Ausblick Q3 GJ 2027 | 932–935 Mio. USD | Gewinn je Aktie bereinigt 2,33–2,34 USD |
| Ausblick GJ 2027 | 3.682–3.687 Mio. USD | +15 %; bereinigter Gewinn je Aktie rund 9,21 USD (März: 8,85, Juni: 9,05) |
Zweites Quartal GJ 2027 (Mai bis Juli 2026), Meldung vom 26.08.2026, 10-Q vom 27.08.2026. Nächste Zahlen: Q3 GJ 2027, voraussichtlich Mitte bis Ende November 2026 (Termin noch nicht angekündigt); vorher Investor Day am 05.11.2026.
Ein starkes Quartal: Umsatz und Gewinn lagen über dem eigenen Ausblick, die Jahresprognose stieg zum zweiten Mal. Im August sagten zwei weitere Top-20-Pharmafirmen Vault CRM zu (darunter Eli Lilly, Meldung vom 11.08.2026) – damals 12 der 20 größten, seit 23.09.2026 sind es 14 mit über 190 Live-Kunden (Veeva-Meldung). Die Aktie stieg am Folgetag zeitweise um rund 21 % (Motley Fool, 27.08.2026). Am 13.10.2026 machte ausgerechnet der frühere Prozessgegner IQVIA Veevas Studiensoftware zum Firmenstandard (Sekundärquelle StockStory).
Für unsere These heißt das: Die Sorge, Salesforce nehme Veeva das CRM-Geschäft weg, hat sich 2026 abgeschwächt. An der Bewertung ändert das wenig – der Kurs hat sich seit April mehr als verdoppelt und nimmt einen guten Verlauf bereits vorweg.
Qualitatives Gesamtfazit
- Marktführer für Software in Studien, Zulassung und Qualität der Pharmabranche
- Zweistelliges Wachstum seit zehn Jahren, schuldenfrei, 7,2 Mrd. USD Liquidität
- Hohe Wechselkosten durch validierte Pflichtsysteme
- Gründer-CEO mit rund 9 % der Aktien, Vergütung an den Kurs gebunden
- CRM-Umzug bis 2030 gegen einen starken Rivalen (Salesforce)
- Hohe Kosten für Mitarbeiteraktien (rund 14 % des Umsatzes)
- Viel ungenutztes Geld, fast ein Viertel des Gewinns sind Zinsen
- Bewertung nimmt viele gute Jahre vorweg
Fairer Wert
Wir bewerten Veeva mit unserem Gewinn-Multiplikator-Modell: Wir schreiben den Gewinn je Aktie zehn Jahre fort, übersetzen ihn mit einem passenden Kurs-Gewinn-Verhältnis in einen Kurs in zehn Jahren und rechnen diesen auf heute zurück – einmal mit den Kapitalkosten des Marktes von 9 % (fairer Wert, Profi-Standard), einmal mit unserer Zielrendite von 15 % (valueforge-Wert). Der valueforge-Wert ist der Preis, zu dem wir mit 15 % im Jahr rechnen dürften; er steht in Watchlist und Rechner.
Woher das Wachstum kommt
Der Gewinn je Aktie wächst, wenn der Umsatz wächst, die Marge steigt oder die Aktienzahl sinkt. Bei Veeva kommt ein vierter Baustein dazu: der Zinsertrag, der nicht mit dem Geschäft wächst.
| Baustein | Schwach | Basisfall | Stark | Begründung Basisfall |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzwachstum (Ø 10 Jahre) | 7 % | 12,5 % | 15 % | Konsens GJ 2028 +12,3 %, GJ 2029 +12,2 % (4,14 bzw. 4,65 Mrd. USD); Veevas Ziel von 6 Mrd. USD Run-Rate bis 2030 verlangt gut 12 % im Jahr. R&D und Qualität wachsen schneller, Commercial langsamer |
| Veränderung der operativen Marge | +0,5 % im Jahr | +1 % im Jahr | +1,5 % im Jahr | Operative Marge (GAAP) von 30 % auf rund 33 % in zehn Jahren – Mitarbeiteraktien wachsen langsamer als der Umsatz (Anteil 16,7 % im GJ 2024, 14,8 % im GJ 2026, 14,3 % in den letzten vier Quartalen) |
| Zinsertrag | sinkt | +5 % im Jahr | +5 % im Jahr | Heute rund 1,40 USD je Aktie (23 % des Gewinns). Rückkäufe verbrauchen rund 1 Mrd. USD im Jahr, der Cashflow ist größer – die Kasse wächst langsam weiter. Der Zinsanteil bremst das Gesamtwachstum |
| Weniger Aktien pro Jahr (netto) | 0 % | 0 % | 0,5 % | Historisch +1,4 % pro Jahr (Verwässerung). Seit 2026 gleichen die Rückkäufe das aus: rund 1 Mrd. USD im Jahr kauft beim heutigen Kurs rund 3,1 Mio. Aktien (1,9 %), etwas mehr als die rund 2,3 Mio., um die die Aktienzahl bisher jährlich durch Mitarbeiteraktien stieg. Netto wären bis zu −0,5 % im Jahr möglich; wir rechnen vorsichtig mit 0 %, weil das Programm 2028 ausläuft und bei steigendem Kurs weniger Stücke kauft |
| = Gewinnwachstum je Aktie | 8 % | 13 % | 17 % | Bausteine: Betriebsgewinn 1,125 × 1,01 ≈ +13,6 % auf 77 % des Gewinns, Zinsen +5 % auf 23 % → über zehn Jahre rund 12 %. Konsens: bereinigt 12,5 %, GAAP 13,5 % pro Jahr. Nach unserem Standard folgen wir dem Konsens ohne zusätzliches Abbremsen → 13 %. Mit den 12 % der Bausteine läge der Wert bei rund 112 USD |
- Feste Regel: Nach unserem Analyse-Standard 2.4 nehmen wir für das Wachstum den Analystenkonsens der nächsten zwei bis drei Jahre und bremsen nicht zusätzlich ab. Der Konsens liegt bei 12,5 % (bereinigt, GJ 2026–2028) und 13,5 % (GAAP, GJ 2027–2029) – 13 % ist die Mitte. Der GAAP-Wert ist unbestätigt (MarketScreener kennzeichnet ihn nicht). Der bereinigte Konsens ist für unsere GAAP-Basis eher eine Untergrenze: Weil der Anteil der Mitarbeiteraktien am Umsatz sinkt, wuchs der GAAP-Gewinn zuletzt schneller als der bereinigte (GJ 2026: +26 % gegenüber +23 %).
- Bausteine eher vorsichtig: Wir setzen nur +1 % Marge im Jahr an. Tatsächlich stieg die operative Marge (GAAP) von 18,2 % (GJ 2024) auf 29,9 % in den letzten vier Quartalen, weil der Anteil der Mitarbeiteraktien am Umsatz sinkt. Schon +1,5 % im Jahr ergäben rund 12,5 %.
- Richtung der Schätzungen: Veeva hob die Jahresprognose 2026 zweimal an, die Analysten erhöhten ihre Gewinnschätzung nach dem zweiten Quartal (GJ 2027 von 9,06 auf 9,24 USD bereinigt; Yahoo, 60-Tage-Trend).
- Deckel eingehalten: 13 % liegen weit unter dem tatsächlichen Gewinnwachstum je Aktie der letzten zehn (29,5 %) und fünf Jahre (18,2 %).
- Offen gerechnet: Mit 12 % und KGV 24 läge der Wert bei rund 112 USD – auch das ist weit unter dem Kurs. Am Urteil ändert die Wahl nichts.
Unsere Annahmen neben den Analystenschätzungen
| Analysten | Unser Basisfall | Unterschied | |
|---|---|---|---|
| Gewinn je Aktie GJ 2027 (bis Jan. 2027) | GAAP 6,53 USD · bereinigt 9,24 USD | rund 6,46 USD (GAAP) | nahezu gleich |
| Gewinn je Aktie GJ 2028 | GAAP 7,31 USD · bereinigt 10,25 USD | rund 7,30 USD (GAAP) | nahezu gleich |
| Wachstum Gewinn je Aktie | GAAP GJ 2027–2029: 13,5 % pro Jahr · bereinigt GJ 2026–2028: 12,5 % | 13 % über zehn Jahre | in der Mitte |
| Kursziel / Wert | Ø 300,56 USD (180–360 USD, 29 Analysten) | fairer Wert rund 157 USD (9 %), 132,64 USD (15 %) | Kursziele gelten für zwölf Monate und setzen das heutige hohe KGV fort; wir unterstellen in zehn Jahren ein KGV von 26 |
Bereinigt: Yahoo Finance (23.10.2026, 26–27 Analysten); GAAP: MarketScreener (abgerufen 25.10.2026, dort nicht ausdrücklich als GAAP gekennzeichnet – unbestätigt); Kursziele: stockanalysis.com (19.10.2026). Unser Pfad: 6,08 USD × 1,13 hoch der Zeit ab 31.07.2026.
Die Rechnung im Basisfall
Rechenweg Schritt für Schritt (aufklappen)
| Schritt | Wert |
|---|---|
| Gewinn je Aktie (GAAP, letzte vier Quartale) | 6,08 USD |
| × (1 + 13 %)10 | 3,395 |
| = Gewinn je Aktie in 10 Jahren | 20,64 USD |
| × KGV in 10 Jahren | 26 |
| = Kurs in 10 Jahren | 536,61 USD |
| ÷ 1,1510 (15 % Rendite pro Jahr) | 4,046 |
| = Wert heute nach valueforge-Standard | 132,64 USD |
| Profi-Standard: KGV 18 statt 26 und ÷ 1,0910 | 2,367 |
| = fairer Wert heute nach Profi-Standard | 156,93 USD |
Warum ein End-KGV von 26? Wir leiten das KGV in zehn Jahren nach einer festen Regel her: 2 × Wachstum in Prozent, mindestens 12, höchstens der Zehnjahresschnitt. Bei 13 % Wachstum ergibt das 26, im schwachen Fall 16, im starken 34. Der Zehnjahresschnitt von 72 begrenzt hier nichts. Die Regel stammt aus der Rule-#1-Methode (Phil Town, „Rule #1“, 2006), auf der auch unsere 15 % beruhen. Sie ist der größte Grund, warum unser Wert so weit unter dem Kurs liegt: Wir unterstellen, dass Veeva in zehn Jahren langsamer wächst und dann auch nur noch wie ein solches Unternehmen bewertet wird.
Vier Fälle mit Gewichten
| Fall | Die Geschichte dahinter | Wachstum | End-KGV | Wert (15 %) | Wert (9 %) | Gewicht (unsere Setzung) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stress | KI-Agenten ersetzen Nutzerlizenzen, Preise fallen (Gegenthese, Szenario 2) | 2 % | 12 | 21,98 USD | 37,57 USD | 10 % – bisher wächst jedes Quartal zweistellig |
| Schwach | Salesforce gewinnt weitere Top-20-Kunden, Pharma spart, die Zinsen fallen (Szenarien 1 und 3) | 8 % | 16 | 51,91 USD | 88,71 USD | 20 % – Salesforce hat bereits Großkunden gewonnen |
| Basisfall | Umsatz rund 12,5 %, Marge steigt leicht, Aktienzahl stabil, Zinsertrag wächst langsam (+5 %) | 13 % | 26 | 132,64 USD | 156,93 USD | 50 % – entspricht Bausteinen und Konsens |
| Stark | KI-Agenten (Falcon) werden ein großes neues Geschäft, Vault CRM gewinnt 16+ der Top 20 | 17 % | 34 | 245,62 USD | 222,21 USD | 20 % – die Prognose wurde 2026 zweimal angehoben |
| Gewichtet | 128,03 USD | 144,41 USD | 100 % |
Standardgewichte 10/20/50/20 % (Analyse-Standard 2.3, unverändert in 2.4) – unsere begründete Setzung, keine statistisch abgeleiteten Wahrscheinlichkeiten. Profi-Werte mit End-KGV höchstens 18. Watchlist und Value-Rechner führen den Basisfall nach unserem 15-%-Standard.
Wert der vier Fälle nach unserem 15-%-Standard und gewichtet, gegen den aktuellen Kurs (gestrichelte Linie).
Spanne des Werts nach unserem 15-%-Standard vom schwachen bis zum starken Fall.
Sensitivität und Kipppunkte
Zwei Annahmen tragen das Ergebnis: Wachstum und End-KGV. Die Tabelle zeigt den valueforge-Wert (15 %) für verschiedene Kombinationen; grün läge über dem heutigen Kurs.
| Wachstum \ End-KGV | 16 | 22 | 26 | 34 | 50 |
|---|---|---|---|---|---|
| 8 % | 52 USD | 71 USD | 84 USD | 110 USD | 162 USD |
| 11 % | 68 USD | 94 USD | 111 USD | 145 USD | 213 USD |
| 13 % | 82 USD | 112 USD | 133 USD | 173 USD | 255 USD |
| 15 % | 97 USD | 134 USD | 158 USD | 207 USD | 304 USD |
| 17 % | 116 USD | 159 USD | 188 USD | 246 USD | 361 USD |
Die Spalte KGV 50 zeigt, was herauskommt, wenn Veeva in zehn Jahren so bewertet wird wie heute – nach unserer Regel wäre das erst bei 25 % Wachstum zulässig.
Die dritte Stellschraube ist der Abzinsungssatz (geforderte Rendite). Derselbe Basisfall ergibt:
| Abzinsungssatz | 9 % (Profi) | 12 % | 15 % (valueforge) |
|---|---|---|---|
| Basisfall (Gewinn-Multiplikator-Modell) | 156,93 USD | 172,78 USD | 132,64 USD |
Kurs 323,04 USD. Profi-KGV = Regel-KGV, höchstens 18 (hier 18 statt 26); bei 12 % und 15 % das Regel-KGV 26 – deshalb liegt der 12-%-Wert über dem Profi-Wert. Eigene Rechnung.
Kipppunkt Wachstum: Bei einem End-KGV von 26 müsste der Gewinn je Aktie zehn Jahre lang um 23,5 % im Jahr wachsen, damit der Kurs von 323,04 USD unsere 15 % Rendite bringt – fast doppelt so viel wie der Konsens.
Kipppunkt KGV: Bei 13 % Wachstum bräuchte es in zehn Jahren ein KGV von 63,3 – höher als heute.
Der Kurs verlangt also deutlich mehr, als wir erwarten. Tritt unser Basisfall ein, brächte ein Kauf zum heutigen Kurs rund 5 % im Jahr.
Gegenrechnung über den Cashflow
Ein zweiter Blick mit einer anderen Methode: Welches Wachstum des freien Cashflows rechtfertigt den heutigen Unternehmenswert, wenn man mit 9 % Kapitalkosten rechnet und nach zehn Jahren 3 % Dauerwachstum annimmt? Startwert ist der freie Cashflow der letzten zwölf Monate nach Abzug der Mitarbeiteraktien und ohne Zinsertrag (die Liquidität ziehen wir dafür vom Börsenwert ab): 0,91 Mrd. USD.
| Abzinsungssatz | Im Kurs eingepreistes Cashflow-Wachstum (10 Jahre) | Deutung |
|---|---|---|
| 9 % (Profi-Standard) | 16,8 % pro Jahr | Mehr als unser Basisfall (13 %) – nach dieser Rechnung ist Veeva auch für Profis zu teuer |
| 15 % (valueforge-Standard) | 29,8 % pro Jahr | Weit mehr, als Veeva je über zehn Jahre geschafft hat |
Unternehmenswert 45,1 Mrd. USD (Börsenwert minus 7,2 Mrd. USD Liquidität, 31.07.2026). Nach zehn Jahren jeweils 3 % Dauerwachstum. 9 % = implizite erwartete Marktrendite nach Damodaran (1.9.2026: 8,8 %, 1.10.2026: 9,0 %). Eigene Rechnung.
Nach unserem 15-%-Standard passen die Methoden zusammen: Gewinnmodell 132,64 USD, Cashflow-Rechnung rund 137 USD.
Nach Profi-Standard liegen sie auseinander: Gewinnmodell rund 157 USD, Cashflow-Rechnung rund 253 USD. Die Cashflow-Rechnung zählt die heutige Kasse (45 USD je Aktie) und alle Cashflows der zehn Jahre einzeln, das Gewinnmodell nur den Kurs am Ende – und der ist bei 9 % auf das 18-Fache gedeckelt. Auch die großzügigere Rechnung bleibt aber unter dem Kurs.
Value-Rechner – drei Fälle selbst einstellen
Unsere Annahmen sind nicht die einzig möglichen. Der Rechner ist mit dem schwachen Fall, dem Basisfall und dem starken Fall vorbelegt (den Stressfall zeigt er nicht); Gewinn je Aktie, Wachstum, KGV und Rendite lassen sich in jeder Spalte frei verstellen. Der Kurs kommt live aus unserer Watchlist.
Fairer Wert von Veeva in drei Szenarien
Erfüllt die Aktie die Value-Kriterien?
- ✓✓Umsatz wächst mindestens 7 % pro Jahr21,6 % p. a. (GJ 2017–2026) · stark
- ✓✓Gewinn je Aktie wächst mindestens 7 % pro Jahr29,5 % p. a. (GJ 2017–2026), 18,2 % über fünf Jahre · stark
- ✓✓Free Cashflow wächst mindestens 7 % pro Jahr28,7 % p. a., nach Mitarbeiteraktien 27,6 % · stark
- ✓✓Eigenkapital je Aktie wächst28,3 % p. a. · stark
- ✓Kapitalrendite (ROIC) im Schnitt über 10 %73 % im Schnitt ohne Liquidität (Vorauszahlungen), aufs ganze Eigenkapital rund 10 % · erfüllt
- ✓✓Bruttomarge stabil oder steigend68,5 % → 75,5 %, steigend · stark
- ✓✓Schulden in unter 3 Jahren aus dem Free Cashflow tilgbarschuldenfrei, 7,2 Mrd. USD Liquidität · stark
- –Kurs liegt unter dem fairen Wert
Ergebnis und Sicherheitsmarge
Profi-Standard (9 %): fairer Wert 156,93 USD, gewichtet 144,41 USD – der Kurs liegt 106 % über dem Wert (Cashflow-Rechnung: rund 253 USD).
valueforge-Standard (15 %): 132,64 USD, gewichtet 128,03 USD, Spanne 21,98–245,62 USD – der Kurs liegt 144 % über dem Wert.
Aktueller Kurs: 323,04 USD. Nach beiden Blickwinkeln und beiden Methoden überbewertet.
Maßgeblich ist die Qualitätsstufe nach unserer Gegenprüfung: 13 von 14 Punkten, Stufe „Spitze“ → 20 % Sicherheitsmarge.
Kaufziel nach unserem Standard: 132,64 × 0,80 = 106,11 USD (Profi-Standard: 156,93 × 0,80 = 125,54 USD).
Das ist kein Kursziel und keine Prognose. Wer zum Kaufziel kauft und unser Basisfall eintritt, käme auf rund 18 % im Jahr.
Fazit
Veeva ist eines der besten Softwareunternehmen, die wir analysiert haben: zehn Jahre zweistelliges Wachstum, keine Schulden, kaum Zukäufe, hohe Wechselkosten in Studien, Zulassung und Qualität. Die Qualitätsprüfung ergibt 13 von 14 Punkten. Die Schwächen sind bekannt: Im CRM muss Veeva bis Ende 2029 jeden Kunden auf das eigene System holen, während Salesforce um dieselben Kunden wirbt; fast ein Viertel des Gewinns sind Zinsen auf ein großes Geldpolster; und Mitarbeiteraktien kosten rund 14 % des Umsatzes.
Mit einem Gewinn je Aktie von 6,08 USD, 13 % Wachstum und einem End-KGV von 26 kommen wir auf 132,64 USD nach unserem 15-%-Standard (Spanne 22 bis 246 USD) und rund 157 USD nach Profi-Standard. Beim Kurs von 323,04 USD liegt Veeva 144 % über unserem Wert. Der Markt bezahlt eine Zukunft mit rund 24 % Gewinnwachstum oder einem dauerhaft sehr hohen KGV – beides möglich, aber nichts, worauf wir mit Sicherheitsmarge setzen.
Vier Punkte behalten wir im Blick:
- Hält Vault CRM die 14 der Top-20-Pharmafirmen – oder wechseln weitere zu Salesforce?
- Bringen KI-Agenten (Falcon, Veeva AI) messbaren Umsatz, oder ersetzen sie Lizenzen?
- Wächst der Abo-Umsatz weiter über 10 %?
- Was bringen der Investor Day und die nächsten Zahlen (Q3 GJ 2027, voraussichtlich Mitte bis Ende November 2026 (Termin noch nicht angekündigt); vorher Investor Day am 05.11.2026)?
Unsere Einordnung: Qualitätsunternehmen der Spitzenklasse mit breitem Burggraben in Studien- und Qualitätssoftware – nach beiden Maßstäben deutlich über dem fairen Wert. Unser 15-%-Wert liegt bei 132,64 USD, das Kaufziel mit 20 % Sicherheitsmarge bei rund 106,11 USD.
Interessenkonflikt: Der Autor hält keine Aktien von Veeva und plant in den nächsten Wochen keinen Kauf. Alle eigenen Positionen stehen öffentlich unter Mein Depot.
Quellen
Quellen & Referenzen:
- Geschäftsberichte (10-K) GJ 2017–2026 und Quartalsberichte (10-Q) GJ 2027: SEC EDGAR, maschinenlesbare Daten über die SEC-Schnittstelle (abgerufen 25.10.2026)
- 10-K GJ 2026 vom 20.03.2026 (Kunden, Produktbereiche, Salesforce-Vertrag, Rückkaufprogramm): sec.gov; 10-Q Q2 GJ 2027 vom 27.08.2026 (Rückkäufe, Aktienzahl, Ostro): sec.gov
- Quartalsmeldung Q2 GJ 2027 vom 26.08.2026: sec.gov; Q4 GJ 2026 vom 04.03.2026 (Ziel 6 Mrd. USD Umsatz-Run-Rate bis 2030): SEC EDGAR, 8-K
- Vergütung und Aufsichtsrat: Proxy-Statement (DEF 14A) vom 04.05.2026: sec.gov; Abstimmungsergebnisse Hauptversammlung 17.06.2026 (8-K vom 18.06.2026)
- Analystenschätzungen: Yahoo Finance (Stand 23.10.2026), stockanalysis.com (19.10.2026), MarketScreener (abgerufen 25.10.2026) – Sekundärquellen, nicht eigens geprüft
- Vergleichswerte der Wettbewerber: stockanalysis.com, Kurse vom 23.10.2026 – Sekundärquelle
- Salesforce Life Sciences Cloud (Kundenzahlen): salesforce.com (Oktober 2026) – Angaben des Wettbewerbers; Eli Lilly wählt Vault CRM: veeva.com (11.08.2026)
- Kursreaktionen und Indexaufnahme: Motley Fool (27.08.2026), TIKR (Bericht aktualisiert 05.05.2026), Trefis (09.06.2026), StockStory (13.10.2026) – Sekundärquellen
- Kapitalkosten (Profi-Standard 9 %): Aswath Damodaran, NYU Stern, implizite Risikoprämie nach Monaten: 1.9.2026 erwartete Marktrendite 8,8 %, 1.10.2026 9,0 % (abgerufen 25.10.2026)
- End-KGV-Regel: Phil Town, „Rule #1“, 2006
- Kurs- und Chartdaten: TradingView (NYSE:VEEV), Yahoo Finance über unseren Value-Rechner
Stand der Analyse: 25. Oktober 2026. Datenstand der Kennzahlen: 25.10.2026 (SEC: 10-K GJ 2026, 10-Q Q2 GJ 2027 vom 27.08.2026). Kurs: 323,04 USD vom 23.10.2026. Erstellt nach dem valueforge-Analyse-Standard 2.4.
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