Logitech Aktie – Analyse & fairer Wert

✓ Analyse-Standard 2.5 · geprüft am 7. November 2026

Ticker: LOGI (Nasdaq), LOGN (SIX Swiss Exchange)

Logitech baut Computerzubehör: Mäuse, Tastaturen, Webcams, Headsets, Gaming-Ausrüstung und Videokonferenz-Technik für Besprechungsräume. Gefertigt wird zu rund einem Drittel in der eigenen Fabrik in China, der Rest bei Auftragsfertigern in Asien und Mexiko; verkauft wird vor allem über Amazon und große Großhändler.

Fakten (Stand: 7. November 2026):

  • Herkunft: 1981 in der Schweiz gegründet; Schweizer Aktiengesellschaft mit Sitz in Lausanne und zweitem Hauptsitz in San Jose (Kalifornien); berichtet in US-Dollar nach US-Regeln
  • Chefin: Hanneke Faber (CEO seit Dezember 2023, vorher Unilever); Finanzchef Matteo Anversa (seit September 2024); Verwaltungsratspräsident Guy Gecht (seit September 2025)
  • Mitarbeiter: rund 7.300 (31.03.2026), davon 2.300 in der Fabrik in Suzhou
  • Geschäftsjahr: 1. April bis 31. März (GJ 2027 = April 2026 bis März 2027)
  • Marktkapitalisierung: ca. 13,7 Mrd. USD
  • Kurs: 96,25 USD (06.11.2026); Spanne zwölf Monate 83–130 USD
  • Dividende: CHF 1,36 je Aktie, einmal im Jahr im September (2026: 1,68 USD, Rendite rund 1,7 %)
  • Bilanz: Barmittel 1,51 Mrd. USD, keine Finanzschulden, Eigenkapital 2,16 Mrd. USD (30.09.2026)

Zyklik: Mittel. Logitech hängt an den Kaufwellen bei Computern: In der Corona-Zeit stieg der Umsatz im GJ 2021 um 76 %, im GJ 2023 fiel er um 17 %. Dazu kommen Zölle und Lieferketten, weil fast alles in Asien gefertigt wird.

Auf einen Blick
GeschäftZubehör für Computer, Gaming und Videokonferenzen unter den Marken Logitech und Logitech G. Umsatz 4,95 Mrd. USD in den letzten zwölf Monaten, operative Marge 16,6 % (ohne einmalige Zollerstattung)
CharakterSchuldenfreier Cashflow-Bringer mit Zyklus: Umsatz +9 % im Jahr seit GJ 2016, aber seit dem Corona-Gipfel GJ 2022 −3,1 % im Jahr; fast der ganze freie Cashflow geht über Dividende und Rückkäufe zurück
HaupttheseLogitech ist in vielen Zubehör-Nischen eine der bekanntesten Marken, verkauft teurere Geräte als früher (Bruttomarge 43–45 % statt 37 % vor Corona) und wächst mit Gaming und Videokonferenz-Technik für Firmen. Die Aktienzahl sinkt um 2–3 % im Jahr
Größtes RisikoEin reifer Markt mit Preisdruck: Der Umsatz liegt noch 12 % unter dem Gipfel von GJ 2022, Webcams und Tablet-Zubehör schrumpfen, Zölle und ein Lieferantenausfall belasten. Und die Bewertung: Für unsere 15 % müsste der Gewinn je Aktie zehn Jahre lang um rund 11 % im Jahr wachsen
QualitätZehnjahresrechnung 13 von 14 Punkten, nach unserer Gegenprüfung 9 von 14 – Stufe „stark“ (die Gegenprüfung kostet vier Punkte: Der Umsatz wächst unter 7 %, Gewinn, Cashflow und Eigenkapital je Aktie liegen nicht über dem Stand von GJ 2021)
EinordnungFairer Wert nach Profi-Standard rund 64 USD, nach unserem 15-%-Standard 44,30 USD – der Kurs von 96,25 USD liegt 117,2 % über unserem Wert und 50,5 % über dem Profi-Wert. Die Gegenrechnung über den Cashflow hält den Kurs dagegen für vertretbar. Kaufziel mit 25 % Sicherheitsmarge: 33,23 USD.
Die Rechnung auf einen Blick – vom Gewinn zum fairen Wert
1. Gewinn je Aktie4,79 USD
GAAP-Gewinn der letzten vier Quartale 5,55 USD, ohne die einmalige Zollerstattung (−0,35) und mit Normalsteuer statt Steuergutschriften (−0,12) und ohne Beteiligungsgewinne (−0,01) = 5,06 USD (Rundung); davon gehen die Zinsen auf die Kasse ab (−0,27), weil die Kasse unten eigens zählt. Logitechs Non-GAAP-Gewinn (6,42 USD) lässt die Mitarbeiteraktien weg – wir zählen sie als Kosten.
2. Wachstum pro Jahr5 %
Unsere Bausteine: Umsatz +4 %, Marge leicht sinkend, Aktienzahl −2 % im Jahr = rund 5,1 %. Der Konsens erwartet 5,98 USD für GJ 2027 und 6,11 USD für GJ 2028 (Non-GAAP), rund 2,8 % im Jahr. Bausteine und Konsens weichen ab; nach unserem Standard entscheidet dann Olaf: Olaf hat 5 % festgelegt (07.11.2026), wie die Bausteine; das vorsichtigere Ende wären 3 % (rund 39 USD).
3. KGV in zehn Jahren12
Feste Regel: 2 × Wachstum (5 × 2 = 10), mindestens 12, höchstens der Zehnjahresschnitt (24,9) – hier greift die Untergrenze. Heute zahlt der Markt das 19,0-Fache unseres Gewinns.
Plus Dividenden und Kasse+ 21,14 USD
Abgezinste Dividenden der zehn Jahre (+10,54 USD; die Dividende von 1,68 USD wächst in unserer Rechnung mit dem Gewinn) und die Kasse je Aktie (+10,60 USD, keine Schulden).
4a. Profi-Standard: 9 %rund 64 USD
Fairer Wert mit den Kapitalkosten des Marktes (erwartete Marktrendite nach Damodaran: 8,8 % am 1.9.2026, 9,0 % am 1.10.2026; wir rechnen mit 9 %). Das End-KGV darf hier höchstens 18 sein.
4b. valueforge-Standard: 15 %44,30 USD
Unsere persönliche Zielrendite – wir kaufen nur, wenn auch bei Fehlern in unseren Annahmen eine gute Rendite bleibt. Dieser Wert steht in Watchlist und Value-Rechner.
Kurs heute96,25 USD
50,5 % über dem fairen Wert nach Profi-Standard, 117,2 % über unserem 15-%-Wert.
Gegenrechnung1,5 % eingepreist
Über den freien Cashflow gerechnet verlangt der Kurs bei 9 % Kapitalkosten nur rund 1,5 % Wachstum im Jahr – weniger als unser Basisfall. Nach dieser Rechnung wäre die Aktie für den Markt eher günstig; für 15 % bräuchte es rund 12 %. Warum die Rechnungen auseinanderlaufen, erklären wir unten.
Kaufziel33,23 USD
15-%-Wert minus 25 % Sicherheitsmarge – Qualitätsstufe „stark“ (Profi-Standard: 47,96 USD).

Gewichtet über vier Fälle (Stress, schwach, Basis, stark mit 10/20/50/20 %): 47,87 USD nach unserem Standard, rund 70 USD nach Profi-Standard. Jede Zahl ist weiter unten hergeleitet.

Was heißt das? Unsere Einordnung nach Kurszonen
unter rund 33 USDKaufzone nach unserem Standard
33 bis 44 USDbeobachten – unter unserem 15-%-Wert, aber noch ohne volle Sicherheitsmarge
44 bis 64 USDfür 15-%-Anleger zu teuer, nach Profi-Standard noch unter dem fairen Wert
über 64 USDnach beiden Blickwinkeln des Gewinnmodells über dem Wert ← Kurs heute

Der Kurs liegt über beiden Werten des Gewinnmodells; selbst der starke Fall (73,76 USD) liegt darunter. Für unsere 15 % müsste der Gewinn je Aktie zehn Jahre lang um rund 10,9 % im Jahr wachsen – mehr als doppelt so viel wie der Konsens. Die Cashflow-Rechnung mit 9 % sieht den Kurs dagegen im Rahmen. Wann wir neu rechnen: nach unten, sobald ein Abbruchkriterium eintritt (siehe Gegenthese); nach oben, wenn der Umsatz währungsbereinigt vier Quartale in Folge um mehr als 7 % wächst oder die operative Marge nach GAAP ohne Sondereffekte dauerhaft über 18 % steigt. Spätestens nach den nächsten Zahlen (Q3 GJ 2027 Ende Januar 2027). Das ist eine Einordnung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.

Erste Analyse nach Standard 2.5

Logitech stand bisher nur mit einem übernommenen Wert ohne eigene Analyse in unserer Watchlist. Dies ist unsere erste eigene Analyse; ein Änderungsprotokoll führen wir ab der nächsten Fassung.

Geschäftsmodell

Logitech entwickelt und vermarktet Geräte, mit denen Menschen ihren Computer bedienen, spielen und an Videokonferenzen teilnehmen. Das Geld kommt aus dem Verkauf von Hardware; Software (etwa die Streaming-Plattform Streamlabs) und Abo-Dienste für Firmenkunden („Logitech Select“) sind bisher klein. Drei Felder tragen das Geschäft:

  • Arbeitsplatz: Tastaturen, Mäuse, Webcams, Headsets – für Büros, Heimarbeit und Schulen. Hier ist Logitech bekannt, aber der Markt wächst kaum, und die Konkurrenz reicht von Apple, Dell und HP bis zu Amazon Basics und billigen chinesischen Marken.
  • Gaming (Logitech G): Mäuse, Tastaturen, Headsets und Lenkräder für Spieler; mit 29 % des Umsatzes der größte Bereich. Wettbewerber sind Razer, Corsair, SteelSeries und HyperX (HP).
  • Video Collaboration: Kameras und Raumsysteme für Besprechungsräume, abgestimmt auf Zoom, Microsoft Teams und Google Meet. Hier konkurriert Logitech mit Cisco, Poly (HP) und Jabra. Im zweiten Quartal GJ 2027 wuchs der Bereich um 12 %, weil Firmen die in der Pandemie gekaufte Technik ersetzen (10-Q).

Fertigung: Rund 35 % der Produktion (nach Wert) stammen aus der eigenen Fabrik in Suzhou (China), der Rest von Auftragsfertigern in China, Vietnam, Thailand, Mexiko, Malaysia und Taiwan. Deshalb treffen US-Zölle Logitech direkt: Die 2025 erhobenen IEEPA-Zölle kippte der Supreme Court im Februar 2026; Logitech bekam 61 Mio. USD zurück. Seit dem 24.07.2026 gelten neue Zölle nach Section 301 (10-Q).

Vertrieb: Über Händler, Großhändler und Online-Shops – Amazon allein bringt 18 % des Bruttoumsatzes und ist mit Amazon Basics zugleich Konkurrent. Daneben wächst der Direktvertrieb an Firmen (B2B), einen Anteil nennt Logitech nicht.

Der Kern in einem Satz
Logitech verdient daran, dass Menschen an Computern arbeiten, spielen und sich per Video treffen – mit starken Marken, guter Gestaltung und ohne Schulden; die Frage ist, ob ein reifer Zubehörmarkt noch genug Wachstum hergibt, um den heutigen Preis zu tragen.

Umsatzverteilung

KategorieGJ 2026AnteilGJ 2026 zum Vorjahrerstes Halbjahr GJ 2027Was dahinter steckt
Gaming (Logitech G, inkl. Streamlabs)1 414 Mio. USD29 %+6 %+10 %Mäuse, Tastaturen, Headsets, Lenkräder, Software für Streamer
Tastaturen & Kombis938 Mio. USD19 %+6 %+3 %Tastaturen und Tastatur-Maus-Sets fürs Büro und zu Hause
Mäuse (Pointing Devices)859 Mio. USD18 %+9 %+10 %Mäuse und Trackballs, etwa die MX-Reihe
Video Collaboration689 Mio. USD14 %+10 %+12 %Konferenzkameras, Raumsysteme und Steuergeräte für Firmen (B2B)
Tablet-Zubehör336 Mio. USD7 %+12 %−16 %Tastaturhüllen für iPads, viel davon für Schulen
Webcams326 Mio. USD7 %+3 %−9 %Webcams für PC und Streaming
Headsets180 Mio. USD4 %+0 %+1 %Headsets fürs Büro und für Videokonferenzen
Sonstiges99 Mio. USD2 %−20 %−9 %vor allem Lautsprecher (Ultimate Ears)
Gesamt4 841 Mio. USD100 %+6 %+5 %währungsbereinigt GJ 2026 +4 %

Quellen: 10-K GJ 2026 (21.05.2026), Note 15; 10-Q Q2 GJ 2027 (28.10.2026). Logitech berichtet nur ein Segment und nennt keinen Gewinn je Kategorie. Die Kategorien wurden 2023 neu zugeschnitten – ältere Jahre sind nicht direkt vergleichbar.

Nach Regionen kamen im GJ 2026 40 % aus Amerika (−1 %), 32 % aus Europa, Nahost und Afrika (+9 %) und 28 % aus Asien-Pazifik (+15 %). Größte Länder: USA 33 %, Deutschland 12 %, China 12 %. Im ersten Halbjahr GJ 2027 drehte sich das Bild: Amerika +13 %, Europa −4 %, Asien-Pazifik +4 % (10-Q). Drei Händler bringen zusammen 44 % des Bruttoumsatzes: Amazon 18 %, Ingram Micro 14 %, TD Synnex 12 % (10-K, Item 1).

05001 0001 5001 3401 0101 1481 1861 4211 0861 2271 219Q3 GJ25Q4 GJ25Q1 GJ26Q2 GJ26Q3 GJ26Q4 GJ26Q1 GJ27Q2 GJ27

Umsatz je Quartal in Mio. USD, Q3 GJ 2025 bis Q2 GJ 2027 (Q3 = Weihnachtsquartal). Quelle: SEC-Daten.

Qualitätsprüfung

Bevor wir einen fairen Wert rechnen, prüfen wir, ob das Unternehmen gut genug ist (je 0 bis 2 Punkte; Stufen: Spitze 12–14, stark 9–11, solide 6–8, schwach 0–5). Die Spalte „Zehn Jahre“ folgt den Schwellen unserer Watchlist (Wachstum ab 7 % = 1 Punkt, ab 12 % = 2; Eigenkapital je Aktie: wächst es überhaupt = 1, ab 7 % = 2; Kapitalrendite ab 10 % = 1, ab 20 % = 2; Bruttomarge: drei Jahre mindestens 1 Punkt über dem Zehnjahresschnitt = 2). In der letzten Spalte vergeben wir die Punkte ein zweites Mal – nach unserer Gegenprüfung. Bei Umsatz, Gewinn und Free Cashflow gilt: Erreichen das letzte Geschäftsjahr und die letzten zwölf Monate die Schwelle von 7 %, bleibt der Punktwert; nur das Vorjahr höchstens 1 Punkt; sonst 0. Punkte, die auf alten Wachstumsjahren beruhen, gibt es nur als 1 statt 2. Die Gegenprüfung kann Punkte nur abziehen. Diese Note steht auch in der Watchlist und im Value-Rechner.

KriteriumLogitech (GJ 2016–2026)Zehn JahreGegenprüfungNach Prüfung
Umsatz wächst mind. 7 % im Jahr9,1 % p. a. (2,02 → 4,84 Mrd. USD)1GJ 2026 +6,3 %, letzte zwölf Monate +5,7 % → beides unter 7 % (Regel 2.5b). Seit dem Corona-Gipfel GJ 2022 (5,48 Mrd. USD) ist der Umsatz gesunken0
Gewinn je Aktie wächst mind. 7 %21,6 % p. a. (unsere Rechnung, 0,66 → 4,67 USD)2GJ 2026 +19,7 %, zwölf Monate deutlich im Plus – nach 2.5b wären es 2. Aber der Zehnjahreswert beginnt bei einem sehr niedrigen Gewinn, und seit dem Gipfel GJ 2021 (5,62 USD) sank er um 3,6 % im Jahr: alte Wachstumsjahre (Regel R) → 11
Free Cashflow wächst22,4 % p. a. (129 → 976 Mio. USD)2GJ 2026 +24,2 %, zwölf Monate +20,0 %; fünf Jahre aber −6,7 % im Jahr (GJ 2021: 1 382 Mio. USD), und der Cashflow schwankt stark mit den Lagerbeständen → 1 (Regel R)1
Eigenkapital je Aktie wächst12,5 % p. a. (4,58 → 14,92 USD)2Seit GJ 2021 nur noch +2,5 % im Jahr: Dividenden und Rückkäufe verteilen fast den ganzen Gewinn. Es wächst, aber unter 7 % → 11
Kapitalrendite (ROIC) über 10 %75 % im Schnitt (GJ 2017–2026, ohne Kasse)2Selbst auf das ganze Eigenkapital (mit der Kasse) gerechnet im Schnitt 24 %, nie unter 16 %; kein Bilanztrick, keine Schulden2
Bruttomarge stabil oder steigend42,6 % (3 Jahre) zu 39,9 % (10 Jahre)2Auch ohne die Zollerstattung zuletzt 44,3 % (zwölf Monate) – mehr als 1 Punkt über dem Schnitt2
Schulden in unter 3 Jahren tilgbarkeine Finanzschulden, Kasse 1,51 Mrd. USD2Schuldenfrei; die Kreditlinie über 750 Mio. USD ist nicht gezogen (10-Q)2
Summe139

Alle Kennzahlen: eigene Rechnung aus SEC-Daten. Gewinn je Aktie nach unserer Rechnung (operatives Ergebnis plus Zinsen, 16 % Steuer). Kapitalrendite = operatives Ergebnis nach 16 % Steuer ÷ (Eigenkapital minus Kasse). Maßgeblich – auch in Watchlist und Value-Rechner – ist „Nach Prüfung“.

Ergebnis der Qualitätsprüfung
Bestanden – Zehnjahresrechnung 13 von 14, nach Gegenprüfung 9 von 14, Stufe „stark“. Kapitalrendite, Bruttomarge und die schuldenfreie Bilanz bringen volle Punkte. Die Zehnjahreswerte beim Wachstum sehen glänzend aus, beginnen aber in einem schwachen Jahr (GJ 2016) und enthalten den Corona-Sprung. Der Umsatz wächst auch heute unter 7 % (0 Punkte), Gewinn und Cashflow wuchsen im GJ 2026 zwar kräftig, liegen aber unter dem Stand von GJ 2021 (je 1 statt 2), und das Eigenkapital je Aktie wächst seit 2021 nur um rund 2,5 % im Jahr (1 statt 2). Das kostet vier Punkte – aus „Spitze“ wird „stark“. Für die Sicherheitsmarge zählt die Stufe nach Gegenprüfung (Spitze 20 %, stark 25 %, solide 30 %, schwach = keine Kaufempfehlung): hier 25 %. Logitech ist kein Zykliker im Sinne unseres Standards (Hausbau, Rohstoffe, Chips, Autos): Der Umsatz schwankt, aber Logitech schrieb in jedem der letzten zehn Jahre Gewinn, und der Corona-Sprung war ein einmaliger Nachfrageschub. Deshalb kein Zykliker-Aufschlag von 10 Punkten; mit ihm läge das Kaufziel bei 28,80 USD. Den Gewinn prüfen wir unten zusätzlich über den Zyklus.

Burggraben

Art: Logitechs Burggraben beruht auf Marke und Größe. Die Marke bringt Regalplatz bei Amazon, MediaMarkt und Großhändlern und erlaubt höhere Preise als No-Name-Ware. Die Größe senkt die Kosten: eine eigene Fabrik, Einkaufsmacht bei Bauteilen und Entwicklungskosten, die sich auf viele Millionen Geräte verteilen. Wechselkosten gibt es kaum – eine Maus ist schnell getauscht. Etwas mehr Bindung entsteht im Firmengeschäft, wo Raumsysteme für Zoom und Teams zertifiziert und über Software verwaltet werden.

BelegBefundSpricht für den Graben?
Bruttomarge33,7 % (GJ 2016) → 43,2 % (GJ 2026); seit GJ 2021 jedes Jahr über dem Vor-Corona-StandJa – Preise und Mix haben sich verbessert
PreiserhöhungenGJ 2026: Preise in Nordamerika erhöht, um Zölle auszugleichen; die Bruttomarge hielt sich (43,2 % nach 43,1 %), aber in Amerika sank der Umsatz um 1 % („competitive pricing environment“, 10-K)Teilweise
MarktstellungLaut 10-K einer der führenden Anbieter bei Tablet-Tastaturen; in Gaming, Mäusen und Tastaturen gegen große Konzerne und Billigmarken. Marktanteile nennt Logitech nichtTeilweise
KapitalrenditeROIC ohne Kasse GJ 2017–2026 im Schnitt 75 %, auf das ganze Eigenkapital 24 %Ja
Umsatz über den ZyklusGJ 2022 5,48 Mrd. USD → GJ 2023 4,54 Mrd. (−17 %) → GJ 2026 4,84 Mrd. USD – der Gipfel ist noch nicht wieder erreichtNein
KundenmachtAmazon, Ingram Micro und TD Synnex = 44 % des Bruttoumsatzes; Amazon verkauft eigene BilligwareNein

Quellen: 10-K GJ 2016–2026, 10-Q Q2 GJ 2027, eigene Rechnung.

Was den Graben trägt
  • Marke: Logitech und Logitech G sind im Handel gesetzt, viele Produkte gehören zu den meistverkauften ihrer Klasse
  • Breite: acht Kategorien, Kunden vom Schüler bis zum Konzern
  • Kostenvorteil: eigene Fabrik (35 % der Produktion), Einkaufsmacht, Investitionen nur 1,2 % des Umsatzes
  • Firmengeschäft: zertifizierte Raumsysteme für Zoom und Teams, verwaltet über Software
Was ihn angreift
  • Billigkonkurrenz: Amazon Basics, Xiaomi, Rapoo und viele chinesische Marken drücken auf die Preise
  • Große Plattformen: Apple, Dell, HP und Lenovo legen eigenes Zubehör bei; Cisco und HP (Poly) im Konferenzraum
  • Eingebaute Technik: Laptops mit guten Kameras und Mikrofonen machen Webcams und Headsets überflüssig (Webcams −9 %)
  • Zölle und Lieferketten: Fertigung fast ganz in Asien, ein einzelner Chipzulieferer kostet ein Quartal 70–80 Mio. USD Umsatz
Urteil: schmaler Burggraben
Die Marge und die Kapitalrendite zeigen, dass Logitech mehr verdient als ein gewöhnlicher Hardware-Hersteller – die Marke trägt. Aber Kunden können jederzeit wechseln, die großen Händler haben Macht, und Billiganbieter greifen von unten an. Wir stufen den Graben als schmal ein: gut genug für hohe Renditen auf ein kleines Kapital, nicht stark genug, um den Umsatz vor Flauten und Preisdruck zu schützen.

Quantitative Faktoren

Alle Reihen umfassen die Geschäftsjahre 2016 bis 2026 (Logitechs Geschäftsjahr endet am 31. März; GJ 2026 = April 2025 bis März 2026). Wo es zählt, nennen wir zusätzlich die letzten zwölf Monate bis September 2026. Sämtliche Zahlen stammen aus den Berichten bei der SEC (abgerufen am 07.11.2026). Jede Karte endet mit einer Gegenprüfung.

1. Umsatz je Aktie

0,00 $10,00 $20,00 $30,00 $40,00 $GJ16GJ17GJ18GJ19GJ20GJ21GJ22GJ23GJ24GJ25GJ2612,17 $32,66 $

Umsatz je verwässerter Aktie in USD (SEC).

Von 12,17 auf 32,66 USD, 10,4 % pro Jahr – schneller als der Umsatz selbst (9,1 %), weil die Aktienzahl sinkt. Der Umsatz stieg von 2,02 auf 4,84 Mrd. USD, im GJ 2026 um +6,3 % (währungsbereinigt +4 %), in den letzten zwölf Monaten um +5,7 %. Der Konsens erwartet 4,97 Mrd. USD für GJ 2027 und 5,22 Mrd. USD für GJ 2028.

Aber: Der Sprung im GJ 2021 (+76 %) war Corona: Heimarbeit, Videokonferenzen, Spielen. Danach fiel der Umsatz zwei Jahre, heute liegt er noch rund 12 % unter dem Gipfel von GJ 2022. Über fünf Jahre schrumpfte er um 1,6 % im Jahr; von GJ 2019 (vor Corona) bis GJ 2026 wuchs er um 8,2 % im Jahr. Für das Weihnachtsquartal erwartet Logitech −5 % bis 0 % (währungsbereinigt), auch wegen eines Lieferausfalls bei Chips.

2. Bruttomarge

0,0 %10,0 %20,0 %30,0 %40,0 %50,0 %GJ16GJ17GJ18GJ19GJ20GJ21GJ22GJ23GJ24GJ25GJ26Zehnjahresschnitt: 39,9 %33,7 %43,2 %

Bruttomarge nach GAAP in Prozent, GJ 2016–2026. Gestrichelt: Zehnjahresschnitt 39,9 %.

Die Bruttomarge stieg von 33,7 % (GJ 2016) auf 43,2 % (GJ 2026); in den letzten zwölf Monaten 45,5 %, ohne die Zollerstattung 44,3 %. Seit GJ 2021 liegt sie in jedem Jahr über dem Stand vor Corona: Logitech verkauft mehr teure Geräte (MX-Reihe, Gaming, Konferenzsysteme), hat Kosten gesenkt und die Preise in Nordamerika erhöht.

Aber: Der Zollstreit verzerrt die Zahlen: Im ersten Quartal GJ 2027 stand eine Bruttomarge von 49,5 % – darin steckt die einmalige Erstattung von 61 Mio. USD. Im GJ 2023 sank die Marge mit dem Umsatz auf 37,9 %. Speicherchips werden durch die KI-Rechenzentren teurer (10-K), und seit Juli 2026 gelten neue Zölle nach Section 301.

3. Operative Marge

0,0 %5,0 %10,0 %15,0 %20,0 %25,0 %GJ16GJ17GJ18GJ19GJ20GJ21GJ22GJ23GJ24GJ25GJ266,4 %16,0 %

Operative Marge nach GAAP in Prozent, GJ 2016–2026.

Die operative Marge nach GAAP (nach Mitarbeiteraktien) lag vor Corona bei 6–10 %, im GJ 2021 bei 21,9 % und im GJ 2026 bei 16,0 %; in den letzten zwölf Monaten 17,8 %, ohne Zollerstattung 16,6 %. Logitechs eigenes Ziel: 15–18 % Non-GAAP-Marge (ohne Mitarbeiteraktien), für GJ 2027 „nahe am oberen Ende“ (Meldung vom 28.07.2026).

Aber: Die Marge ist so hoch wie nie außer im Corona-Jahr. Sie hängt an der Bruttomarge, die wiederum an Zöllen, Bauteilpreisen und Rabatten hängt. Im zweiten Quartal GJ 2027 stieg das bereinigte operative Ergebnis nur um 0,4 %, weil Marketing und Entwicklung schneller wuchsen als der Umsatz.

4. Gewinn je Aktie

0,002,004,006,00GJ16GJ17GJ18GJ19GJ20GJ21GJ22GJ23GJ24GJ25GJ26unsere Rechnung (bereinigt)GAAP4,674,80

Gewinn je Aktie in USD, verwässert: unsere bereinigte Rechnung (orange) und GAAP (grau, gestrichelt).

Nach unserer Rechnung (operatives Ergebnis plus Zinsen, Normalsteuer 16 %) stieg der Gewinn je Aktie von 0,66 auf 4,67 USD, 21,6 % pro Jahr; nach GAAP von 0,72 auf 4,80 USD. Die letzten vier Quartale nach GAAP: 1,69 + 0,98 + 1,63 + 1,25 = 5,55 USD; nach unserer Rechnung 5,06 USD. Logitechs Non-GAAP-Gewinn: 6,42 USD.

Aber: Der Gipfel lag im GJ 2021 bei 5,62 USD und ist noch nicht wieder erreicht; seitdem −3,6 % im Jahr. Die GAAP-Werte springen durch Steuereffekte: GJ 2020 und GJ 2024 enthalten große Steuergutschriften (GJ 2024: Steuerquote 1,5 %). Der Abstand zum Non-GAAP-Gewinn liegt vor allem an den Mitarbeiteraktien (rund 0,6 USD je Aktie nach Steuern), die Logitech herausrechnet.

5. Operativer Cashflow gegen Investitionen

0,000,501,001,500,190,06GJ160,290,03GJ170,350,04GJ180,310,04GJ190,420,04GJ201,460,08GJ210,300,09GJ220,530,09GJ231,150,06GJ240,840,06GJ251,040,06GJ26Operativer CashflowInvestitionen

Operativer Cashflow (orange) und Investitionen in Sachanlagen (grau), in Mrd. USD.

Der operative Cashflow stieg von 0,19 auf 1,04 Mrd. USD (GJ 2026). Investiert wurden nur 60 Mio. USD in Sachanlagen, 1,2 % des Umsatzes – Logitech braucht wenig Kapital.

Aber: Der Cashflow schwankt stark mit den Lagerbeständen: GJ 2021 1,46 Mrd. USD, GJ 2022 nur 0,30 Mrd. (Lager aufgebaut), GJ 2024 1,15 Mrd. (Lager abgebaut). Im ersten Halbjahr GJ 2027 lag er mit 0,33 Mrd. USD unter dem Vorjahr, weil Logitech wegen des Chipausfalls und vor Weihnachten Vorräte aufbaute.

6. Free Cashflow je Aktie

0,02,04,06,08,010,00,80,6GJ161,61,3GJ171,81,6GJ181,61,3GJ192,31,9GJ208,17,5GJ211,20,7GJ222,72,3GJ236,96,4GJ245,24,6GJ256,65,8GJ26FCF je Aktienach Mitarbeiteraktien

Free Cashflow je Aktie in USD; orange vor, grau nach Mitarbeiteraktien.

Der freie Cashflow stieg von 129 auf 976 Mio. USD (6,58 USD je Aktie), in den letzten zwölf Monaten 953 Mio. USD. Mitarbeiteraktien kosten 10,6 % des operativen Cashflows; danach bleiben im GJ 2026 5,82 USD je Aktie. In den letzten zwölf Monaten entsprach der freie Cashflow 118 % des GAAP-Gewinns.

Aber: Über fünf Jahre sank der freie Cashflow um 6,7 % im Jahr (GJ 2021: 1 382 Mio. USD). Einzelne Jahre sagen wenig – man muss mehrere Jahre zusammen ansehen. Im Schnitt GJ 2022–2026: 700 Mio. USD im Jahr.

7. Barmittel (keine Schulden)

0,000,501,001,502,000,520,550,640,600,721,751,331,151,521,501,74GJ16GJ17GJ18GJ19GJ20GJ21GJ22GJ23GJ24GJ25GJ26

Barmittel jeweils 31. März, in Mrd. USD.

Logitech hat keine Finanzschulden. Die Barmittel lagen am 31.03.2026 bei 1,74 Mrd. USD und am 30.09.2026 bei 1,51 Mrd. USD (10,60 USD je Aktie) – nach der Dividende von 235 Mio. USD im September. Eine Kreditlinie über 750 Mio. USD bis 2030 ist nicht gezogen.

Aber: Die Kasse ist nicht frei verfügbar im Sinne von „überschüssig“: Logitech braucht sie für das Saisongeschäft (Vorräte vor Weihnachten) und hat Kaufverpflichtungen für Vorräte von 698 Mio. USD (30.09.2026). Ein Teil liegt in China (12 %). Leasingverbindlichkeiten (103 Mio. USD) zählen wir wie bei allen Analysen nicht als Schulden.

8. Anzahl der Aktien

0,050,0100,0150,0200,0GJ16GJ17GJ18GJ19GJ20GJ21GJ22GJ23GJ24GJ25GJ26165,8148,2

Verwässerte Aktienzahl im Jahresdurchschnitt, in Millionen.

Die verwässerte Aktienzahl sank von 165,8 Mio. (GJ 2016) auf 148,2 Mio. (GJ 2026), 1,1 % pro Jahr; seit GJ 2021 2,9 % im Jahr. Im zweiten Quartal GJ 2027 waren es 143,8 Mio., ausstehend am 30.09.2026 142,2 Mio.

Aber: Bis GJ 2021 stieg die Aktienzahl sogar leicht, weil Mitarbeiteraktien die kleinen Rückkäufe überwogen. Erst seit GJ 2022 kauft Logitech in großem Stil zurück (400–600 Mio. USD im Jahr). Mitarbeiteraktien kosten 107 Mio. USD im Jahr, rund ein Fünftel der Rückkäufe.

9. Kurs-Gewinn-Verhältnis

0,010,020,030,040,0GJ16GJ17GJ18GJ19GJ20GJ21GJ22GJ23GJ24GJ25GJ26Zehnjahresschnitt: 24,924,119,5

Kurs Ende März geteilt durch unseren bereinigten Gewinn je Aktie.

Das KGV (Kurs Ende März auf unseren bereinigten Gewinn) lag zwischen 18,6 und 31,4; der Zehnjahresschnitt (GJ 2017–2026) liegt bei 24,9, die letzten drei Jahre bei 22,5. Heute: 19,0 auf unseren Gewinn, 17,3 auf den GAAP-Gewinn und 15,0 auf Logitechs Non-GAAP-Gewinn.

Aber: Das KGV ist niedrig, wenn der Gewinn hoch ist (GJ 2021: 18,6), und hoch, wenn er niedrig ist – typisch für ein Geschäft mit Zyklus. Unser End-KGV folgt dem Wachstum (Regel 2 × g, mindestens 12) und liegt mit 12 deutlich unter dem heutigen Wert. Das ist der Hauptgrund, warum unser Wert unter dem Kurs liegt.

10. Dividende je Aktie

0,000,501,001,502,000,520,560,620,670,730,850,940,971,151,361,57GJ16GJ17GJ18GJ19GJ20GJ21GJ22GJ23GJ24GJ25GJ26

Gezahlte Dividende je Aktie im Geschäftsjahr, in USD (Dividendensumme ÷ verwässerte Aktien).

Die gezahlte Dividende stieg von 0,52 auf 1,57 USD je Aktie (GJ 2026), 11,7 % pro Jahr. Im September 2026 zahlte Logitech CHF 1,36 je Aktie (1,68 USD; Vorjahr CHF 1,26). Sie kostet rund 33 % unseres Gewinns.

Aber: Die Rendite ist mit rund 1,7 % klein, und die Dividende wird in Franken festgelegt – für Dollar- oder Euro-Anleger schwankt sie mit dem Wechselkurs. Den größeren Teil gibt Logitech über Rückkäufe zurück (591 Mio. USD gegen 235 Mio. USD Dividende in den letzten zwölf Monaten).

Live-Finanzdaten von TradingView

Kapitalrendite zerlegt

ROIC = operativer Gewinn nach Steuern ÷ investiertes Kapital (Eigenkapital minus Barmittel; Schulden gibt es nicht). Zerlegt: ROIC = Marge nach Steuern × Kapitalumschlag (Umsatz ÷ investiertes Kapital). Bei Logitech ist das investierte Kapital sehr klein, weil Händler und Lieferanten einen Teil der Vorräte finanzieren (Verbindlichkeiten aus Lieferungen 640 Mio. USD, 30.09.2026) und die Kasse groß ist. Deshalb springt der ROIC: Kleine Änderungen bei Kasse oder Lager verschieben ihn stark. Wir zeigen darum auch die Rendite auf das ganze Eigenkapital, Kasse eingeschlossen.

Tabelle GJ 2016–2026 (aufklappen)
JahrOperativer Gewinn nach SteuernInvestiertes KapitalMarge nach SteuernUmschlag= ROICauf das ganze Eigenkapital
2016108 Mio.241 Mio.5,4 %8,445 %14 %
2017178 Mio.309 Mio.8,0 %7,258 %21 %
2018193 Mio.409 Mio.7,5 %6,347 %18 %
2019221 Mio.572 Mio.7,9 %4,939 %19 %
2020232 Mio.774 Mio.7,8 %3,830 %16 %
2021964 Mio.511 Mio.18,4 %10,3189 %43 %
2022650 Mio.1 070 Mio.11,9 %5,161 %27 %
2023385 Mio.1 109 Mio.8,5 %4,135 %17 %
2024493 Mio.713 Mio.11,5 %6,069 %22 %
2025550 Mio.624 Mio.12,1 %7,388 %26 %
2026651 Mio.470 Mio.13,5 %10,3139 %29 %

Operatives Ergebnis nach GAAP mit einheitlich 16 % Steuer. Eine Rechnung ohne Goodwill ist nicht sinnvoll: Der Goodwill (465 Mio. USD) ist fast so groß wie das investierte Kapital. Eigene Rechnung aus SEC-Daten.

050100150200GJ16GJ17GJ18GJ19GJ20GJ21GJ22GJ23GJ24GJ25GJ26ROIC (ohne Kasse)auf das ganze Eigenkapital13929

ROIC ohne Kasse (orange) und Rendite auf das ganze Eigenkapital (grau), in Prozent. Schnitt GJ 2017–2026: 75 % bzw. 24 %. Eigene Rechnung.

Was die Zerlegung zeigt
  • Der Umschlag trägt: Mit einem investierten Kapital von zuletzt 470 Mio. USD erzielt Logitech 4,8 Mrd. USD Umsatz – der ROIC ist deshalb hoch, obwohl die Marge nach Steuern nur 13,5 % beträgt
  • Auch mit Kasse gut: Auf das ganze Eigenkapital gerechnet 29 % (GJ 2026), im Schnitt 24 % – weit über den Kapitalkosten
  • Kaum Kapitalbedarf: Von GJ 2021 bis 2026 sank das investierte Kapital (511 → 470 Mio. USD) – der inkrementelle ROIC ist nicht sinnvoll messbar, weil das Kapital geschrumpft ist
Was dagegen spricht
  • Wenig Aussagekraft im Detail: Bei so kleinem Kapital schwankt der ROIC zwischen 30 und 190 % – er zeigt ein kapitalleichtes Geschäft, nicht einen starken Burggraben
  • Die Marge trägt das Ergebnis: Fällt die operative Marge wieder auf 10 % wie im GJ 2023, sinkt der Gewinn um rund 40 %
  • Zukäufe ohne großen Erfolg: Jaybird (2016) wurde 2022 eingestellt, Lifesize kostete 2013 und 2015 zusammen 337 Mio. USD Goodwill-Abschreibung

Kapitalverwendung

Von GJ 2017 bis GJ 2026 erwirtschaftete Logitech 6,68 Mrd. USD operativen Cashflow:

Verwendung (GJ 2017–2026)BetragEinordnung
Investitionen (Sachanlagen)0,58 Mrd. USDnur 9 % des operativen Cashflows
Rückkäufe2,82 Mrd. USD46 % des freien Cashflows – der größte Posten, fast alles seit GJ 2022
Dividenden1,52 Mrd. USD25 % des freien Cashflows
Zukäufe0,46 Mrd. USDASTRO Gaming (85 Mio. USD, 2017), Blue Microphones (135 Mio., 2018), Streamlabs (106 Mio. + Earn-out, 2019), Mevo (33 Mio., 2021); seit GJ 2025 keine
Kasse+1,22 Mrd. USDBarmittel 31.03.2016 bis 31.03.2026; im ganzen Zeitraum keine Finanzschulden
Mitarbeiteraktien (Aufwand, zum Vergleich)0,72 Mrd. USD1,8 % des Umsatzes

Quellen: 10-K GJ 2017–2026 (Kapitalflussrechnungen), Zukäufe laut 10-K GJ 2018, 2020 und 2023. Rückkäufe und Dividenden zusammen (4,34 Mrd. USD) entsprechen 71 % des freien Cashflows.

Rückkäufe: zu welchem Preis?

GJStückBetragØ PreisUnser Wert damals (15 %)Wert damals (9 %)Urteil
20164,95 Mio.70 Mio. USD14,14 USD3 USD5 USDüber beiden Werten
20174,03 Mio.84 Mio. USD20,86 USD5 USD9 USDüber beiden Werten
20180,86 Mio.31 Mio. USD35,92 USD6 USD10 USDüber beiden Werten
20190,81 Mio.32 Mio. USD39,60 USD7 USD11 USDüber beiden Werten
20201,25 Mio.50 Mio. USD39,97 USD7 USD12 USDüber beiden Werten
20211,84 Mio.165 Mio. USD89,43 USD27 USD46 USDüber beiden Werten
20224,61 Mio.412 Mio. USD89,43 USD18 USD32 USDüber beiden Werten
20237,56 Mio.418 Mio. USD55,28 USD12 USD20 USDüber beiden Werten
20247,10 Mio.504 Mio. USD70,99 USD16 USD28 USDüber beiden Werten
20256,68 Mio.589 Mio. USD88,19 USD19 USD32 USDüber beiden Werten
20266,17 Mio.535 Mio. USD86,75 USD23 USD39 USDüber beiden Werten

Stück laut 10-K (Item 5), Betrag laut Kapitalflussrechnung; der Durchschnittspreis ist daraus gerechnet (GJ 2026 laut 10-K: 557 Mio. USD für 6,2 Mio. Stück, rund 90 USD). „Wert damals“ = unser bereinigter Gewinn des jeweiligen Jahres × unser Basisfall (5 %, End-KGV 12), ohne Dividenden und Kasse; Profi-Wert mit 9 %. Eigene Rechnung, nur als Größenordnung.

02040608010014GJ1621GJ1736GJ1840GJ1940GJ2089GJ2189GJ2255GJ2371GJ2488GJ2587GJ26Kurs heute 96 $

Durchschnittlicher Rückkaufpreis je Geschäftsjahr (USD) gegen den heutigen Kurs.

Logitech kaufte von GJ 2017 bis GJ 2026 rund 40,9 Mio. Aktien für 2,82 Mrd. USD zurück. Nach unserer strengen Methode lag der Preis in jedem Jahr über dem damaligen Wert. Gemessen am heutigen Kurs waren die kleinen Rückkäufe bis GJ 2020 (14–40 USD) ein sehr gutes Geschäft. Die großen ab GJ 2021 lagen im Schnitt bei rund 77 USD, rund 20 % unter dem heutigen Kurs: GJ 2023 (55 USD) und GJ 2024 (71 USD) günstig, GJ 2021/22 (89 USD) und GJ 2025/26 (87–88 USD) nahe am heutigen Kurs. Netto sank die Aktienzahl seit GJ 2021 wirklich, um rund 2,9 % im Jahr. Vom neuen Programm (1,4 Mrd. USD bis 2029) sind noch 1,1 Mrd. USD offen (10-Q).

Vergütung und Führung

Hanneke Faber erhielt für das GJ 2026 laut Vergütungstabelle 10,7 Mio. USD (GJ 2025: 10,6 Mio.): Gehalt 1,35 Mio., Aktien 6,0 Mio., Jahresbonus 2,6 Mio. USD, dazu 0,6 Mio. Umzugs- und Reisekosten (DEF 14A vom 23.07.2026). 86 % der Zielvergütung sind erfolgsabhängig. Der Jahresbonus hängt zu 45 % am Umsatz (währungsbereinigt), zu 45 % am Non-GAAP-Betriebsergebnis und zu 10 % an CO2-Zielen; ausgezahlt wurden 152 % des Ziels, weil das Betriebsergebnis mit 911 Mio. USD weit über dem Ziel von 775 Mio. lag. Die Leistungsaktien richten sich je zur Hälfte nach Umsatz- und Ergebniswachstum, angepasst nach der Aktienrendite im Vergleich zum Russell 3000. Nur 79 % der Aktionäre stimmten 2025 der Vergütung zu – eine geringe Zustimmung.

Unser Urteil: ordentlich mit Abstrichen. Gut: Die Ziele hängen an Umsatz und Betriebsergebnis, nicht am Gewinn je Aktie – Rückkäufe treiben den Bonus nicht. Kritisch: Das Betriebsergebnis ist ohne Mitarbeiteraktien gerechnet, und die Ziele für GJ 2026 wurden wegen der Zölle mit breiten Spannen (±15 %) gesetzt. Verwaltungsratspräsident und CEO sind getrennt.

Unsere Einordnung der Kapitalverwendung
Gut: Logitech braucht kaum Investitionen, hat keine Schulden und gibt fast den ganzen freien Cashflow zurück; die Aktienzahl sinkt seit 2021 wirklich. Kritisch: Die großen Rückkäufe der letzten fünf Jahre (rund 2,5 Mrd. USD, im Schnitt rund 77 USD je Aktie) lagen weit über unserem Wert. Und die Zukäufe der Vergangenheit brachten wenig – Jaybird eingestellt, Mevo verfehlte das Earn-out, Lifesize wurde abgeschrieben.

Qualitative Faktoren

Management

Hanneke Faber führt Logitech seit Dezember 2023. Sie kam von Unilever (zuletzt Chefin der Nahrungssparte) und war davor bei Ahold Delhaize – eine Markenartiklerin, keine Technikerin. Ihr Vorgänger Bracken Darrell ging im Juni 2023; nach seinem Abgang war Verwaltungsrat Guy Gecht ein halbes Jahr Interims-Chef, heute ist er unabhängiger Präsident. Finanzchef ist seit September 2024 Matteo Anversa (vorher Gentherm). Unter Faber setzt Logitech auf das Firmengeschäft (B2B), Gaming und Kostendisziplin.

Wachstumstreiber

  • Gaming: 29 % des Umsatzes, im ersten Halbjahr GJ 2027 +10 %
  • Video Collaboration: +12 % im ersten Halbjahr GJ 2027; Firmen ersetzen die Konferenztechnik aus der Pandemie
  • Firmengeschäft (B2B): eigener Vertrieb für Unternehmen, Schulen, Gesundheitswesen und Behörden, dazu Service-Abos (Logitech Select)
  • KI-Arbeitsplatz: Logitech sieht seine Geräte als „Augen, Ohren und Hände der KI“ (10-K) – Kameras, Mikrofone und Eingabegeräte für KI-Assistenten; bisher ohne messbaren Umsatz
  • Asien: GJ 2026 +15 % in Asien-Pazifik, China mit 12 % des Umsatzes

Risiken

Die wichtigsten Risiken
  • Zölle und Fertigung in Asien: Rund 35 % der Produktion in der eigenen Fabrik in China, der Rest bei Auftragsfertigern in Asien und Mexiko; neue Zölle nach Section 301 seit 24.07.2026 (10-Q).
  • Abhängige Lieferketten: Ein Unfall bei einem einzigen Chipzulieferer kostet im Weihnachtsquartal rund 70–80 Mio. USD Umsatz; Speicherchips werden durch KI-Rechenzentren knapper und teurer (10-K, 10-Q).
  • Händlermacht: Amazon, Ingram Micro und TD Synnex = 44 % des Bruttoumsatzes; Amazon verkauft eigene Konkurrenzware.
  • Preiskampf: laut 10-K „aggressive price competition“, auch durch Handelsmarken; in Nordamerika sank der Umsatz im GJ 2026 wegen des Preisumfelds.
  • Schrumpfende Kategorien: Webcams (−9 %) und Tablet-Zubehör (−16 % im ersten Halbjahr GJ 2027), Lautsprecher (−20 % im GJ 2026).
  • Steuern: Die niedrige Steuerquote beruht auch auf Schweizer Sonderregeln (TRAF, Abkommen mit dem Kanton Waadt), die über die Jahre auslaufen (10-K, Note 7).

Wettbewerb und Analysten

Wettbewerber laut 10-K: in Gaming Razer, Corsair, SteelSeries, Turtle Beach und HyperX (HP); bei Tastaturen und Mäusen Apple, Dell, HP, Lenovo, Amazon Basics und viele chinesische Marken; im Konferenzraum Cisco, Poly (HP), Jabra und Neat. Der Vergleich mit börsennotierten Firmen:

FirmaUmsatzwachstumOperative MargeBruttomargeKGV (zwölf Monate)KGV (Schätzung)EV / FCFGewinnwachstum (Schätzung)
Logitech+3 %17 %46 %17,315,718+4 %
Corsair Gaming+6 %−0 %32 %31,214,311+45 %
Turtle Beach+5 %6 %37 %–15,29−2 %
HP Inc.+12 %5 %20 %10,99,09+4 %
Sonos+9 %4 %45 %36,512,618+91 %

Yahoo Finance, abgerufen am 07.11.2026 (Sekundärquelle): Umsatzwachstum des letzten Quartals zum Vorjahr, Margen und KGV auf die letzten zwölf Monate (GAAP), KGV auf das laufende bzw. nächste Geschäftsjahr laut Yahoo, Gewinnwachstum für das laufende Geschäftsjahr. Turtle Beach ohne KGV (Verlust in zwölf Monaten). Corsair und Sonos haben sehr niedrige Gewinne, daher hohe Wachstumsraten. Yahoo rechnet den freien Cashflow anders als wir; nach unserer Rechnung EV/FCF bei Logitech 12,8.

Logitech verdient deutlich mehr als die Gruppe: operative Marge 17 % gegen 5–6 % bei Turtle Beach, HP und Sonos, Corsair im Verlust. Beim KGV der letzten zwölf Monate ist nur HP billiger (rund 11, mit 20 % Bruttomarge); auf die Schätzungen liegen alle zwischen 9 und 16. Gegenüber der Gruppe ist Logitech also nicht teuer, sondern der Qualitätsführer in einer margenschwachen Branche. Das schützt aber nicht vor Flauten.

Von 10 Analysten liegt das mittlere Kursziel bei 107,80 USD (Median 107,50 USD), die Spanne reicht von 84 bis 141 USD; 3 kaufen, 5 halten, 1 verkaufen, 1 stark verkaufen (Yahoo Finance, Stand 07.11.2026, Sekundärquelle).

ESG

Größte Themen sind die Arbeitsbedingungen in der Fertigung (eigene Fabrik in China, Zulieferer in Asien), Rohstoffe und Elektroschrott sowie der CO2-Ausstoß; 10 % des Jahresbonus hängen an CO2-Zielen. Governance: unabhängiger Präsident, aber nur 79 % Zustimmung zur Vergütung 2025; das Verhältnis CEO-Vergütung zum mittleren Mitarbeiter liegt bei 222 : 1 (DEF 14A).

Gegenthese: Was müsste passieren, damit wir falschliegen?

Unser Urteil lautet: gutes, schuldenfreies Geschäft, für unsere Zielrendite deutlich zu teuer. Wir prüfen beide Richtungen. Es ist 2031, und die Aktie hat sich halbiert. Was ist passiert? Das ist ein Gedankenexperiment über fünf Jahre; die Abbruchkriterien weiter unten sind dagegen Prüfpunkte für jedes Quartal.

SzenarioWie es abläuftEinschätzung (qualitativ)Entspricht Fall
1. Die nächste FlauteNach dem Ersatzkauf von Laptops und Konferenztechnik bricht die Nachfrage ein wie im GJ 2023 (−17 %); dazu bleiben Zölle hoch. Die Marge fällt zeitweise auf 10 %, über zehn Jahre wächst der Gewinn je Aktie nur dank Rückkäufen nicht zurück, und der Markt zahlt nur noch das 12-Fache.mittelStress
2. Billigmarken gewinnenAmazon Basics und chinesische Marken nehmen Logitech im Massengeschäft (Tastaturen, Mäuse, Webcams) Anteile ab; Logitech hält die Preise, verliert Menge. Die Bruttomarge sinkt Richtung Zehnjahresschnitt (rund 40 %), der Gewinn wächst nur noch über Rückkäufe.mittelschwach
3. Eingebaut statt angestecktLaptops, Bildschirme und Konferenzräume bringen Kamera, Mikrofon und Steuerung fest mit; KI-Assistenten brauchen weniger Eingabegeräte. Webcams und Headsets schrumpfen weiter, Gaming wächst nicht mehr.gering bis mittelschwach
So hängen Gegenthese und Bewertung zusammen
Die Spalte „Einschätzung“ ist unser qualitatives Urteil, keine Rechengröße. Die Gegenthese-Szenarien bekommen keine eigenen Prozentwerte; sie zeigen, welche Geschichte hinter dem Stressfall und dem schwachen Fall steht. Ein Bewertungsrisiko besteht auch ohne jede Panne: Tritt unser Basisfall ein und sinkt das KGV von heute rund 19 auf 12, bringt die Aktie zum heutigen Kurs rund 3,4 % im Jahr statt 15 %. Die Gewichte unserer Bewertung sind: Stress 10 % (33,25 USD), schwach 20 % (38,22 USD), Basis 50 %, stark 20 % (73,76 USD).
Was gegen unser Urteil spricht

Gegen „zu teuer“: Die Cashflow-Rechnung mit 9 % Kapitalkosten verlangt nur rund 1,5 % Wachstum im Jahr – nach dieser Rechnung ist Logitech fair bis günstig. Das KGV von rund 19,0 auf unseren Gewinn liegt unter dem Zehnjahresschnitt (24,9), und rund 11 % des Börsenwerts sind Kasse.

Gegen „kein Wachstum“: Elf Quartale in Folge mit Umsatzwachstum (Meldung vom 27.10.2026), Video Collaboration wächst zweistellig, Gaming um 8–10 %, und Logitech erwartet für GJ 2027 eine Non-GAAP-Marge „nahe am oberen Ende“ des Zielbands von 15–18 %.

Gegen unsere Strenge: Der Markt hat Logitech in den letzten zehn Jahren nie unter dem 18,6-Fachen unseres Gewinns bewertet (Ende März); mit dem Zehnjahresschnitt als End-KGV reichten 9,4 % Wachstum für unsere 15 %.

Abbruchkriterien – hier verwerfen wir die These
  • Der Umsatz sinkt währungsbereinigt in zwei Quartalen in Folge um mehr als 3 % zum Vorjahr (Q3 GJ 2027 mit dem Lieferausfall von 70–80 Mio. USD ausgenommen; Q2 GJ 2027: +2 %)
  • Die Bruttomarge nach GAAP fällt zwei Quartale in Folge unter 40 % (Q2 GJ 2027: 44,9 % ohne Sondereffekt; Q1 49,5 % mit der Zollerstattung; Zehnjahresschnitt 39,9 %) – dann fressen Zölle oder Preiskampf den Margenvorsprung der letzten Jahre auf
  • Gaming und Video Collaboration, die beiden Wachstumsfelder (zusammen 44 % des Umsatzes), schrumpfen zusammen zwei Quartale in Folge zum Vorjahr (Q2 GJ 2027: +8 % und +12 %)

Wir prüfen diese Punkte nach jeder Quartalsmitteilung. Tritt einer ein, überarbeiten wir die Analyse und senken den fairen Wert – unabhängig vom Kurs.

Das letzte Quartal (Q2 GJ 2027, Juli bis September, veröffentlicht am 27.10.2026)

KennzahlQ2 GJ 2027Einordnung
Umsatz1 219 Mio. USD+2,8 % (währungsbereinigt +2 %); elftes Wachstumsquartal in Folge
KategorienGaming +8 %, Video Collaboration +12 %Tastaturen und Mäuse je +4 %, Webcams −9 %, Tablet-Zubehör −32 %
Regionen (Halbjahr)Amerika +13 %Europa −4 % (schwacher Markt, Nahost-Konflikt), Asien-Pazifik +4 %
Bruttomarge44,9 %Vorjahr 43,4 %; niedrigere Zollkosten, Fertigung breiter verteilt
Operative Marge16,5 %Vorjahr 16,1 %; bereinigt 231 Mio. USD (+0,4 %)
Gewinn je Aktie1,25 USD (GAAP, +9 %)Non-GAAP 1,51 USD (+4 %)
Free Cashflow149 Mio. USDVorjahr 212 Mio. USD; Vorräte vor Weihnachten aufgebaut
Rückkäufe und DividendeRückkäufe 171 Mio. USDDividende 235 Mio. USD (CHF 1,36 je Aktie, im September gezahlt)
Ausblick Q3 GJ 2027Umsatz 1,36–1,43 Mrd. USD−5 % bis 0 % währungsbereinigt, inkl. 70–80 Mio. USD Lieferausfall; bereinigtes Betriebsergebnis 220–255 Mio. USD

Ergebnismeldung (Ex. 99.1) vom 27.10.2026 und 10-Q vom 28.10.2026. Nächste Zahlen: Q3 GJ 2027 Ende Januar 2027.

Ein ordentliches, aber kein starkes Quartal: Der Umsatz wuchs nur um 3 %, das bereinigte Betriebsergebnis trat auf der Stelle, weil Logitech mehr für Marketing und Entwicklung ausgab. Positiv ist die Bruttomarge von 44,9 % ohne Sondereffekt. Der Ausblick für das Weihnachtsquartal ist schwach – teils wegen des Chipausfalls, teils weil Webcams und Tablet-Zubehör weiter schrumpfen. Für unseren Basisfall von 5 % zählt, ob Gaming und Video Collaboration nach dem Lieferausfall wieder anziehen.

Qualitatives Gesamtfazit

Stärken
  • Starke Marken in vielen Zubehör-Nischen, Bruttomarge 43–45 %
  • Keine Schulden, 1,5 Mrd. USD Kasse, Investitionen nur gut 1 % des Umsatzes
  • Fast der ganze freie Cashflow geht an die Aktionäre zurück
  • Wachstum in Gaming und Video Collaboration
Schwächen
  • Umsatz und Gewinn noch unter dem Corona-Gipfel
  • Abhängig von Asien-Fertigung, Zöllen und wenigen Händlern
  • Preisdruck durch Billigmarken und Plattformkonzerne
  • Rückkäufe der letzten Jahre weit über unserem Wert

Fairer Wert

Wir bewerten Logitech mit unserem Gewinn-Multiplikator-Modell: Wir schreiben den Gewinn je Aktie zehn Jahre fort, übersetzen ihn mit einem passenden KGV in einen Kurs in zehn Jahren und rechnen diesen auf heute zurück – einmal mit den Kapitalkosten des Marktes von 9 % (Profi-Standard), einmal mit unserer Zielrendite von 15 % (valueforge-Wert). Die Methode passt mit einer Einschränkung: Logitech verdient stetig Geld, hat keine Schulden und braucht kaum Investitionen – aber der Umsatz schwankt mit den Kaufwellen bei Computern und Zubehör. Deshalb prüfen wir unten zusätzlich mit einem Gewinn „über den Zyklus“ und mit dem freien Cashflow.

Wert = Gewinn je Aktie × (1 + Wachstum)10 × KGV in 10 Jahren ÷ 1,1510 (valueforge) bzw. ÷ 1,0910 (Profi) + abgezinste Dividenden + Nettokasse je Aktie (Standard 2.5; bei Logitech 10,60 USD Kasse je Aktie)

Woher das Wachstum kommt

BausteinStressSchwachBasisfallStarkBegründung
Umsatz pro Jahr−1,0 %+1,5 %+4,0 %+6,0 %Zehn Jahre +9,1 % (mit Corona-Sprung), GJ 2019–2026 +8,2 %, fünf Jahre −1,6 %; zuletzt +5,7 % (zwölf Monate). Konsens GJ 2027 4,97 Mrd. USD (+2,7 %), GJ 2028 5,22 Mrd. USD (+5,0 %)
Marge (Wirkung auf den Gewinn)−2,0 %−1,5 %−1,0 %+1,0 %Operative Marge 16,0 % (GJ 2026), zwölf Monate ohne Zollerstattung 16,6 %; Bruttomarge auf Rekordniveau (44,3 % ohne Erstattung gegen 39,9 % im Zehnjahresschnitt). Verbliebene Zölle, teurere Speicherchips und Preisdruck sprechen eher für leicht sinkende als für steigende Margen
Aktienzahl pro Jahr (netto)−3,0 %−2,5 %−2,0 %−1,5 %Zehn Jahre −1,1 %, fünf Jahre −2,9 % im Jahr. Unsere Rechnung für mehr als den Zehnjahreswert (Regel Q): freier Cashflow 953 minus Dividende 235 Mio. USD reicht beim heutigen Kurs für rund 7,5 Mio. Aktien (5,2 %), abzüglich rund 1,5 % neuer Mitarbeiteraktien. Im schwachen Fall mehr Stücke je Dollar (tieferer Kurs), im starken weniger
= Gewinnwachstum je Aktie (Bausteine)rund 0,0 %rund 2,5 %rund 5,1 %rund 8,7 %1,040 × 0,990 ÷ 0,980 ≈ 1,051
Konsens GJ 2027 / 2028+3,5 % / +2,2 %5,78 → 5,98 → 6,11 USD (Non-GAAP, je 10 Analysten), rund 2,8 % im Jahr – deutlich unter unseren Bausteinen
Unser Wachstum0 %2,5 %5 %9 %Basisfall = Bausteine (5,1 %), klar über dem Konsens (2,8 %); zehn Jahre Gewinnwachstum 21,6 % (von einem sehr niedrigen Stand), fünf Jahre −3,6 %

Stress: eine Flaute wie im GJ 2023 (Umsatz −17 %), dazu dauerhaft Zölle und Preisdruck – der Gewinn tritt zehn Jahre auf der Stelle. Schwach: reifer Markt, Wachstum nur über Rückkäufe. Stark: Gaming, Videokonferenz-Technik und KI-Arbeitsplätze wachsen kräftig, die Marge steigt weiter.

Konsens und Bausteine
  • Regel: Nach unserem Standard (seit 2.4) nehmen wir den Konsens der nächsten zwei bis drei Jahre ohne zusätzliches Abbremsen, sofern er sich mit unseren Bausteinen deckt; bei Abweichung entscheidet Olaf oder das vorsichtigere Ende.
  • Konsens: +3,5 % für GJ 2027 und +2,2 % für GJ 2028 (5,78 → 6,11 USD, rund 2,8 % im Jahr). Im GJ 2027 steckt die einmalige Zollerstattung (rund 0,35 USD je Aktie); die Zweijahresrate bis GJ 2028 enthält sie nicht. Der Konsens liegt also klar unter unseren Bausteinen.
  • Bausteine: Umsatz +4 %, Marge leicht sinkend, Aktienzahl −2 % im Jahr ergeben rund 5,1 % – vor allem, weil wir mit Umsatzwachstum von 4 % rechnen (Konsens GJ 2028 +5 %, GJ 2019–2026 +8 % im Jahr). Bei Abweichung entscheidet nach unserem Standard Olaf oder das vorsichtigere Ende: Olaf hat 5 % festgelegt (07.11.2026), wie die Bausteine; das vorsichtigere Ende wären 3 % (rund 39 USD). Mit 3 % läge der Wert bei rund 39 USD, mit 6,5 % (End-KGV 13) bei rund 51 USD.
  • Warum nicht die 22 % der letzten zehn Jahre? Sie beginnen bei einem Gewinn von nur 0,66 USD je Aktie (GJ 2016) und enthalten den Corona-Sprung. Seit dem Gipfel im GJ 2021 (5,62 USD) ist unser Gewinn je Aktie um 3,6 % im Jahr gesunken.

Unsere Annahmen neben den Analystenschätzungen

AnalystenUnser BasisfallEinordnung
Gewinn je Aktie, letzte zwölf Monate6,42 USD Non-GAAP laut Logitech5,06 USD nach unserer RechnungAusgangspunkt; wir zählen Mitarbeiteraktien als Kosten und nehmen Zollerstattung und Steuergutschriften heraus (zusammen 1,36 USD weniger)
Gewinn je Aktie GJ 20275,98 USD (10 Analysten, Non-GAAP)rund 6,07 USD Non-GAAP (5,78 × 1,05)leicht über dem Konsens; der Konsens enthält zudem die einmalige Zollerstattung (rund 0,35 USD), wir nicht
Gewinn je Aktie GJ 20286,11 USD (10 Analysten)rund 6,37 USDetwas über dem Konsens
Kursziel / WertØ 107,80 USD (84–141 USD, 10 Analysten)rund 64 USD (9 %), 44,30 USD (15 %)Kursziele für zwölf Monate, kein Maßstab für 15 % Rendite

Yahoo Finance (Stand 07.11.2026) – Sekundärquelle, nicht eigens geprüft. Non-GAAP bei Logitech heißt: ohne Mitarbeiteraktien, Abschreibungen auf Zukäufe, Umbau, Beteiligungen und Steuer-Sondereffekte.

Die Rechnung im Basisfall

Rechenweg Schritt für Schritt (aufklappen)
SchrittWert
Gewinn vor Steuern, letzte vier Quartale (Okt. 2025 – Sept. 2026, GAAP)943,0 Mio. USD
− einmalige Erstattung der IEEPA-Zölle (in den Herstellkosten gebucht)−61,0 Mio. USD
− Gewinne aus Beteiligungen−2,4 Mio. USD
× (1 − 16 % Normalsteuer statt der gebuchten 14,1 %)= 738,9 Mio. USD
÷ 146,0 Mio. verwässerte Aktien (Schnitt der vier Quartale)5,06 USD
− Zinsertrag auf die heutige Kasse nach Steuern (1 508 Mio. × 3,06 % × 0,84 ÷ 146,0 Mio.; 5,3 % des Gewinns, Standard 2.5a)−0,27 USD
= Gewinn je Aktie aus dem Geschäft4,79 USD
× (1 + 5 %)101,629
= Gewinn je Aktie in 10 Jahren7,81 USD
× KGV in 10 Jahren12
= Kurs in 10 Jahren93,71 USD
÷ 1,1510 (15 % Rendite pro Jahr)4,046
= abgezinster Kurs in 10 Jahren23,16 USD
+ abgezinste Dividenden der zehn Jahre (Standard 2.5; heute 1,68 USD, wachsend mit dem Gewinn um 5 %)10,54 USD
+ Nettokasse je Aktie (Barmittel 1 508 Mio. USD, keine Finanzschulden, ÷ 142,2 Mio. ausstehende Aktien)10,60 USD
= Wert heute nach valueforge-Standard44,30 USD
Profi-Standard: End-KGV 12, ÷ 1,09102,367
+ Dividenden (abgezinst mit 9 %) plus Nettokasse je Aktie24,36 USD
= fairer Wert heute nach Profi-Standard63,94 USD

Warum ein End-KGV von 12? Regel: 2 × Wachstum in Prozent, mindestens 12, höchstens der Zehnjahresschnitt (Rule #1, Phil Town, 2006). Bei 5 % Wachstum ergäbe das 10; es greift die Untergrenze 12. Der Zehnjahresschnitt von 24,9 (Kurs Ende März auf unseren bereinigten Gewinn) begrenzt nicht. Heute zahlt der Markt das 19,0-Fache unseres Gewinns, nach Abzug der Kasse das 17,9-Fache. Für den Profi-Wert gilt zusätzlich höchstens 18.

Warum dieser Gewinn? Logitechs bereinigter Gewinn (Non-GAAP, 6,42 USD) lässt die Kosten für Mitarbeiteraktien weg (107 Mio. USD in zwölf Monaten). Das sind echte Kosten – wir rechnen deshalb wie bei Fortinet und Adobe vom GAAP-Gewinn aus und nehmen nur heraus, was sich nicht wiederholt: die Erstattung der vom Supreme Court im Februar 2026 gekippten IEEPA-Zölle (61 Mio. USD, gebucht als niedrigere Herstellkosten) und kleine Beteiligungsgewinne. Die Steuer setzen wir auf 16 % (erstes Halbjahr GJ 2027: 15,9 %), weil die gebuchte Quote von 14,1 % Gutschriften aus verjährten Steuerrisiken enthält (viertes Quartal GJ 2026: nur 4 % Steuern). Mit dem Non-GAAP-Gewinn laut Logitech läge unser Wert bei 50,88 USD, mit dem GAAP-Gewinn (5,55 USD) bei 46,67 USD.

Kasse und Zinsen: Logitech hat keine Finanzschulden und 1,51 Mrd. USD Barmittel (10,60 USD je Aktie); sie zählen zum Wert. Weil die Kasse dann schon drin ist, nehmen wir die Zinsen darauf aus dem Gewinn: 51,7 Mio. USD Zinsertrag in zwölf Monaten auf eine mittlere Kasse von 1,69 Mrd. USD, umgerechnet auf die heutige Kasse 0,27 USD je Aktie nach Steuern = 5,3 % des Gewinns – knapp über der Schwelle von 5 % (Standard 2.5a). Die Kasse schwankt im Jahreslauf stark: Im Weihnachtsquartal steigt sie, im September sinkt sie mit der Dividende.

Dividende: Die Generalversammlung im September 2026 beschloss CHF 1,36 je Aktie, am Beschlusstag 1,68 USD. Logitech zahlt einmal im Jahr und in Franken – der Dollarwert schwankt mit dem Wechselkurs.

Vier Fälle mit Gewichten

FallDie Geschichte dahinterWachstumEnd-KGVWert (15 %)Wert (9 %)Gewicht (unsere Setzung)
StressFlaute wie im GJ 2023, dauerhafte Zölle und Preisdruck aus China: Umsatz schrumpft leicht, Marge sinkt, nur Rückkäufe halten den Gewinn je Aktie (Gegenthese 1)0 %1233,25 USD45,69 USD10 % – Standardgewicht
SchwachReifer Markt: Umsatz +1,5 %, Marge sinkt Richtung Zehnjahresschnitt (Gegenthese 2 und 3)2,5 %1238,22 USD53,88 USD20 % – Standardgewicht
BasisfallUmsatz +4 %, Marge leicht sinkend, Aktienzahl −2 % im Jahr5 %1244,30 USD63,94 USD50 % – Bausteine
StarkGaming, Videokonferenz-Technik und KI-Arbeitsplatz: Umsatz +6,0 %, Marge steigt9 %1873,76 USD113,70 USD20 % – Standardgewicht
Gewichtet47,87 USD70,06 USD100 %

Standardgewichte 10/20/50/20 % (Analyse-Standard 2.3/2.4) – unsere Setzung, keine statistische Wahrscheinlichkeit. End-KGV nach Regel 2 × g, mindestens 12. Profi-Werte mit End-KGV höchstens 18. Watchlist und Rechner führen den Basisfall (15 %).

Kurs 96,25 $Stress · g 0 % · KGV 1233,25 $Schwach · g 2,5 % · KGV 1238,22 $Basisfall · g 5 % · KGV 1244,30 $Stark · g 9 % · KGV 1873,76 $Gewichtet 10/20/50/20 (mit Stress)47,87 $

Wert der vier Fälle nach unserem 15-%-Standard und gewichtet, gegen den Kurs.

0 $20 $40 $60 $80 $100 $Fairer Wert 38–74 $Kurs 96 $

Spanne des Werts nach unserem 15-%-Standard vom schwachen bis zum starken Fall.

Sensitivität und Kipppunkte

Wachstum und End-KGV tragen das Ergebnis. Valueforge-Wert (15 %); grün = über dem Kurs:

Wachstum \ End-KGV12162024,9
0 %33 USD38 USD43 USD49 USD
2,5 %38 USD44 USD50 USD58 USD
5 %44 USD52 USD60 USD69 USD
7 %50 USD59 USD69 USD80 USD
9 %57 USD68 USD79 USD93 USD
12 %69 USD84 USD99 USD117 USD

Nach unserer Regel gehört zu jedem Wachstum genau ein End-KGV (2 × g, mindestens 12); die übrigen Felder zeigen, was ein höheres KGV bewirken würde. 24,9 = Zehnjahresschnitt.

Die dritte Stellschraube ist der Abzinsungssatz (Basisfall, so wie wir rechnen):

Abzinsungssatz9 % (Profi)12 %15 % (valueforge)
Basisfall63,94 USD52,76 USD44,30 USD

Kurs 96,25 USD. Eigene Rechnung.

Was im heutigen Kurs steckt

Kipppunkt Wachstum: Bei einem End-KGV von 12 müsste der Gewinn je Aktie zehn Jahre lang um 16,8 % im Jahr wachsen, damit der Kurs unsere 15 % Rendite bringt. Wächst das End-KGV nach unserer Regel mit (2 × g), reichen rund 10,9 % – mehr als doppelt so viel wie unser Basisfall (5 %) und fast viermal so viel wie der Konsens (2,8 %). Für 9 % Rendite reichen 10,7 % (End-KGV 12). Mit dem Zehnjahresschnitt als End-KGV (24,9) bräuchte es für 15 % 9,4 %.

Kipppunkt KGV: Bei 5 % Wachstum bräuchte es in zehn Jahren ein KGV von 38,9 – weit über dem Zehnjahresschnitt (24,9).

Tritt unser Basisfall ein, brächte die Aktie zum heutigen Kurs rund 3,4 % im Jahr (mit Dividenden und Kasse) – unter den Kapitalkosten des Marktes und weit unter unseren 15 %. Das liegt vor allem am End-KGV: Unsere Regel unterstellt, dass eine Firma mit 5 % Wachstum in zehn Jahren nur noch das 12-Fache wert ist.

Gegenrechnung über den Cashflow

Welches Wachstum des freien Cashflows verlangt der heutige Kurs? Wir rechnen mit dem freien Cashflow nach Mitarbeiteraktien (sie machen 10,6 % des operativen Cashflows aus, über der Schwelle von 5 %) und ohne die Zollerstattung, zehn Jahre Wachstum, danach 3 % Dauerwachstum. Genau: Der Cashflow der letzten zwölf Monate wächst ab dem ersten Jahr mit der gesuchten Rate; jedes Jahr wird mit 1,09t (bzw. 1,15t) abgezinst; der Endwert ist der Cashflow des zehnten Jahres × 1,03 ÷ (Zinssatz − 0,03), abgezinst mit 1,0910 bzw. 1,1510. Gesucht ist die Rate, bei der die Summe den Unternehmenswert von 12,18 Mrd. USD trifft (Börsenwert minus Kasse).

StartwertBetragEingepreistes Wachstum bei 9 %bei 15 %Wert je Aktie bei 5 % Wachstum (9 % / 15 %)
Zwölf Monate nach Mitarbeiteraktien, ohne Zollerstattung795 Mio. USD1,5 % pro Jahr12,1 % pro Jahrrund 122 / 65 USD

Unternehmenswert 12,18 Mrd. USD (Börsenwert 13,69 Mrd. USD minus Nettokasse 1,51 Mrd. USD). Wert je Aktie = (abgezinste Cashflows + Kasse) ÷ 142,2 Mio. Aktien. Freier Cashflow ohne Mitarbeiteraktien: 953 Mio. USD. Eigene Rechnung.

Die Grenze unserer Methode – hier widersprechen sich die Rechnungen

Bei 9 % Kapitalkosten verlangt der Kurs nur rund 1,5 % Cashflow-Wachstum im Jahr. Mit unserem Basisfall (5 %) ergäbe die Cashflow-Rechnung rund 122 USD je Aktie – deutlich über dem Kurs. Das Gewinnmodell nach Profi-Standard kommt dagegen nur auf rund 64 USD.

Woher der Unterschied kommt: Die Cashflow-Rechnung setzt nach zehn Jahren ein ewiges Wachstum von 3 % an – das entspricht einem Endwert vom rund 17-Fachen des Cashflows. Unser Gewinnmodell setzt mit der Regel „2 × Wachstum, mindestens 12“ nur das 12-Fache an. Bei schnell wachsenden Firmen liegen beide nah beieinander; bei einer langsam wachsenden, schuldenfreien Firma mit viel Cashflow wie Logitech ist unsere Regel streng.

Was das heißt: Für den Markt mit 9 % Kapitalkosten ist Logitech eher fair bis günstig bewertet, solange der Cashflow auch nur leicht wächst. Für unsere 15 % bräuchte es rund 12 % Cashflow-Wachstum im Jahr – das hat Logitech in den letzten fünf Jahren nicht geschafft. Wir bleiben bei unserer Methode (sie gilt für alle Analysen gleich), zeigen den Widerspruch aber offen.

Gegenprobe: Gewinn über den Zyklus

Logitechs Gewinn schwankt mit den Kaufwellen bei Computern. Darum rechnen wir zur Probe wie bei einem Zykliker: durchschnittliche operative Marge nach 16 % Steuer der letzten zehn Jahre (10,7 % vom Umsatz, ohne Zinsen, weil die Kasse eigens zählt; heute 14,1 %) × heutiger Umsatz je Aktie = 3,63 USD Gewinn je Aktie. Mit sonst gleichen Annahmen ergäbe das rund 39 USD nach unserem Standard. Der Kurs liegt beim 6,3-Fachen des Buchwerts (30.09.2026) – bei einer Rendite auf das Eigenkapital von 29 % (GJ 2026) ist ein hohes Kurs-Buchwert-Verhältnis zu erwarten; die Bank- und Zykliker-Probe über den Buchwert hilft bei einem kapitalleichten Geschäft wenig.

Wir rechnen trotzdem mit dem heutigen Gewinn: Die Bruttomarge liegt seit dem GJ 2021 in jedem Jahr über dem Stand vor Corona (37–38 %), weil Logitech teurere Produkte verkauft und die Kosten gesenkt hat. Die schwachen Jahre 2016–2020 würden den Durchschnitt zu stark drücken. Die Probe zeigt aber, wie viel vom Wert an der heutigen Marge hängt.

Value-Rechner – drei Fälle selbst einstellen

Der Rechner ist mit dem schwachen Fall, dem Basisfall und dem starken Fall vorbelegt; Gewinn je Aktie, Wachstum, KGV und Rendite lassen sich frei verstellen. Er rechnet mit dem Gewinn aus dem Geschäft (ohne Zinsen auf die Kasse) und zählt Dividenden und Kasse fest dazu.

Value-Rechner · selbst einstellen

Fairer Wert von Logitech in drei Szenarien

Alle Kennzahlen im Value-Rechner ansehen →
Fairer Wert = Gewinn je Aktie × (1 + Wachstum)10 × KGV in 10 Jahren ÷ (1 + geforderte Rendite)10. Dazu kommen im Basisfall 21,14 $ je Aktie: die Nettokasse (eigene Barmittel minus Finanzschulden; bei Nettoschulden ein Abzug) und, sofern das Unternehmen Dividenden zahlt, die abgezinsten Dividenden der zehn Jahre (Standard 2.5). Der Zuschlag ist je Szenario fest und ändert sich nicht mit, wenn Sie die Werte verstellen. Die Basis entspricht dem fairen Wert in unserer Watchlist. Pessimistisch und Optimistisch sind die Szenarien aus dieser Analyse. Alle Regler sind frei verstellbar – keine Anlageberatung.
9von 14starke Qualität
Checkliste
Erfüllt die Aktie die Value-Kriterien?
  • ✕Umsatz wächst mindestens 7 % pro Jahr9,1 % p. a. (2,02 → 4,84 Mrd. USD) – GJ 2026 +6,3 %, letzte zwölf Monate +5,7 % → beides unter 7 % (Regel 2.5b). Seit dem Corona-Gipfel GJ 2022 (5,48 Mrd. USD) ist der Umsatz gesunken · verfehlt
  • ✓Gewinn je Aktie wächst mindestens 7 % pro Jahr21,6 % p. a. (unsere Rechnung, 0,66 → 4,67 USD) – GJ 2026 +19,7 %, zwölf Monate deutlich im Plus – nach 2.5b wären es 2. Aber der Zehnjahreswert beginnt bei einem sehr niedrigen Gewinn, und seit dem Gipfel GJ 2021 (5,62 USD) sank er um 3,6 % im Jahr: alte Wachstumsjahre (Regel R) → 1 · erfüllt
  • ✓Free Cashflow wächst mindestens 7 % pro Jahr22,4 % p. a. (129 → 976 Mio. USD) – GJ 2026 +24,2 %, zwölf Monate +20,0 %; fünf Jahre aber −6,7 % im Jahr (GJ 2021: 1 382 Mio. USD), und der Cashflow schwankt stark mit den Lagerbeständen → 1 (Regel R) · erfüllt
  • ✓Eigenkapital je Aktie wächst12,5 % p. a. (4,58 → 14,92 USD) – Seit GJ 2021 nur noch +2,5 % im Jahr: Dividenden und Rückkäufe verteilen fast den ganzen Gewinn. Es wächst, aber unter 7 % → 1 · erfüllt
  • ✓✓Kapitalrendite (ROIC) im Schnitt über 10 %75 % im Schnitt (GJ 2017–2026, ohne Kasse) – Selbst auf das ganze Eigenkapital (mit der Kasse) gerechnet im Schnitt 24 %, nie unter 16 %; kein Bilanztrick, keine Schulden · stark
  • ✓✓Bruttomarge stabil oder steigend42,6 % (3 Jahre) zu 39,9 % (10 Jahre) – Auch ohne die Zollerstattung zuletzt 44,3 % (zwölf Monate) – mehr als 1 Punkt über dem Schnitt · stark
  • ✓✓Schulden in unter 3 Jahren aus dem Free Cashflow tilgbarkeine Finanzschulden, Kasse 1,51 Mrd. USD – Schuldenfrei; die Kreditlinie über 750 Mio. USD ist nicht gezogen (10-Q) · stark
  • –Kurs liegt unter dem fairen Wert
Je Kriterium 2 Punkte (stark, z. B. Wachstum ab 12 %, ROIC ab 20 %), 1 Punkt (erfüllt) oder 0. Werte aus unserer SEC-Rechnung, Punkte nach der Gegenprüfung in dieser Analyse (Abschnitt Qualitätsprüfung). Dieselbe Note steht in unserer Watchlist und im Value-Rechner.

Ergebnis und Sicherheitsmarge

Ergebnis aus zwei Blickwinkeln

Profi-Standard (9 %): fairer Wert 63,94 USD, gewichtet 70,06 USD – der Kurs liegt 50,5 % über dem Wert. Die Cashflow-Rechnung sieht den Wert dagegen über dem Kurs (siehe oben).

valueforge-Standard (15 %): 44,30 USD, gewichtet 47,87 USD, Spanne schwach bis stark 38–74 USD – der Kurs liegt 117,2 % über dem Basisfall und 101,0 % über dem gewichteten Wert.

Aktueller Kurs: 96,25 USD. Nach unserem Gewinnmodell zu teuer – für 15-%-Anleger deutlich, nach Profi-Standard ebenfalls; nur die Cashflow-Rechnung mit 9 % hält den Kurs für vertretbar.

Sicherheitsmarge und Kaufziel

Qualitätsstufe nach Gegenprüfung: 9 von 14 Punkten, Stufe „stark“ → 25 % Sicherheitsmarge (vor der Gegenprüfung 13 Punkte, „Spitze“ = 20 %).

Kaufziel nach unserem Standard: 44,30 × 0,75 = 33,23 USD (Profi-Standard: 63,94 × 0,75 = 47,96 USD).

Das ist kein Kursziel und keine Prognose. Wer zum Kaufziel kauft und unser Basisfall eintritt, käme auf rund 20,8 % im Jahr. So gerechnet: Die Kasse von 10,60 USD je Aktie zählt einmal beim Kauf, die Dividenden fließen jährlich, und nach zehn Jahren steht der Gewinnwert von 93,71 USD.

Grenzen dieser Analyse
Wir arbeiten ausschließlich mit öffentlichen Quellen. Logitech gibt keinen Jahresausblick mehr in der Meldung, nur einen für das nächste Quartal; für die Jahre danach stützen wir uns auf den Analystenkonsens (zehn Analysten, Sekundärquelle). Wie sich Zölle und Lieferketten entwickeln, ist offen. Die Dividende wird in Franken beschlossen, unsere Rechnung in Dollar. Die Vergleichszahlen der Wettbewerber stammen aus einer Sekundärquelle.

Fazit

Logitech ist ein gutes Unternehmen: starke Marken, eine Bruttomarge von über 40 %, keine Schulden, kaum Investitionen und ein Management, das fast den ganzen freien Cashflow zurückgibt. Die Qualitätsprüfung ergibt nach Gegenprüfung 9 von 14 Punkten (Stufe „stark“); sie zieht vier Punkte ab, weil Umsatz, Gewinn und Cashflow seit dem Corona-Gipfel nicht mehr gewachsen sind.

Mit 4,79 USD Gewinn je Aktie aus dem Geschäft, 5 % Wachstum, einem End-KGV von 12 sowie Dividenden und Kasse kommen wir auf 44,30 USD nach unserem 15-%-Standard (Spanne 38 bis 74 USD) und rund 64 USD nach Profi-Standard. Beim Kurs von 96,25 USD liegt Logitech 117,2 % über unserem Wert und 50,5 % über dem Profi-Wert. Die Cashflow-Rechnung mit 9 % sieht den Kurs dagegen im Rahmen – unsere Regel für das End-KGV ist bei einer langsam wachsenden, schuldenfreien Firma streng, und wir sagen das offen.

Vier Punkte behalten wir im Blick:

  1. Wächst der Umsatz nach dem Lieferausfall wieder, und überholt er irgendwann den Gipfel von GJ 2022?
  2. Hält die Bruttomarge über 42 %, auch mit den neuen Zöllen und teureren Speicherchips?
  3. Tragen Gaming und Video Collaboration das Wachstum, während Webcams und Tablet-Zubehör schrumpfen?
  4. Was zeigen die nächsten Zahlen (Q3 GJ 2027 Ende Januar 2027) – vor allem das Weihnachtsquartal?

Unsere Einordnung: gutes Geschäft, für unsere 15 % deutlich zu teuer. Unser 15-%-Wert liegt bei 44,30 USD, das Kaufziel mit 25 % Sicherheitsmarge bei 33,23 USD.

Interessenkonflikt: Der Autor hält keine Aktien von Logitech. Alle eigenen Positionen stehen öffentlich unter Mein Depot.

Quellen

Quellen & Referenzen:

  • Geschäftsberichte (10-K) und Quartalsberichte (10-Q) bis Q2 GJ 2027: SEC EDGAR, maschinenlesbare Daten über die SEC-Schnittstelle (abgerufen 07.11.2026)
  • 10-K GJ 2026 vom 21.05.2026: logi-20260331.htm (Item 1 Kunden, Fertigung, Wettbewerb; Note 7 Steuern; Note 15 Umsatz)
  • 10-Q Q2 GJ 2027 vom 28.10.2026: logi-20260930.htm (IEEPA-Zollerstattung, Lieferantenvorfall, Rückkaufprogramm 2026)
  • Ergebnismeldungen (Ex. 99.1) GJ 2016–2027 mit Non-GAAP-Abstimmung, zuletzt vom 27.10.2026: 8-K vom 27.10.2026
  • Vergütung: Proxy-Statement (DEF 14A) vom 23.07.2026 (Geschäftsjahr 2026)
  • Rückkäufe je Jahr: 10-K GJ 2018, 2020, 2023, 2025 und 2026 (Item 5)
  • Kapitalkosten (Profi-Standard 9 %): Aswath Damodaran, NYU Stern, implizite Risikoprämie nach Monaten: 1.9.2026 erwartete Marktrendite 8,8 %, 1.10.2026 9,0 % (abgerufen 25.10.2026)
  • End-KGV-Regel: Phil Town, „Rule #1“, 2006
  • Kurs- und Chartdaten: TradingView (NASDAQ:LOGI), Yahoo Finance (Kurse bis 06.11.2026)
  • Analystenschätzungen, Kursziele und Vergleichszahlen: Yahoo Finance (Stand 07.11.2026) – Sekundärquelle, nicht eigens geprüft

Stand der Analyse: 7. November 2026. Datenstand der Kennzahlen: 07.11.2026 (SEC: 10-Q Q2 GJ 2027 vom 28.10.2026, Ergebnismeldung vom 27.10.2026, 10-K GJ 2026 vom 21.05.2026). Kurs: 96,25 USD vom 06.11.2026. Erstellt nach dem valueforge-Analyse-Standard 2.5.

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