Fortinet Aktie – Analyse & fairer Wert
Ticker: FTNT (NASDAQ) ISIN: US34959E1091
Fortinet baut Firewalls – die Geräte, die das Netz einer Firma von außen abschotten und den Datenverkehr auf Angriffe prüfen – und verkauft dazu Sicherheits-Abos, Wartung und Sicherheit aus der Cloud. Die Besonderheit: eigene Chips (FortiASIC) und ein einziges Betriebssystem (FortiOS) für alle Geräte.
Fakten (Stand: 7. November 2026):
- Herkunft: gegründet im Oktober 2000 von den Brüdern Ken und Michael Xie; Ken Xie hatte zuvor NetScreen gegründet
- Chef: Ken Xie (Gründer, Vorstandschef und Vorsitzender des Verwaltungsrats); Michael Xie ist Präsident und Technikchef. Die Brüder halten zusammen rund 19 % der Aktien, davon 1,6 Punkte über eine Stiftung ohne eigenes wirtschaftliches Interesse (Proxy 2026)
- Hauptsitz: Sunnyvale, Kalifornien
- Mitarbeiter: rund 15.500 (30.09.2026); Ende 2025 etwa 30 % in den USA, 20 % in Kanada
- Größe: über 50 Produkte, über eine Million Kunden seit der Gründung, 1.474 Patente (10-Q)
- Marktkapitalisierung: ca. 87 Mrd. USD
- Kurs: 118,84 USD (06.11.2026); Spanne zwölf Monate 74–197 USD
- Dividende: keine – Fortinet gibt Geld über Rückkäufe zurück
- Bilanz: Kasse und Anlagen 5,32 Mrd. USD, Anleihe 0,5 Mrd. USD, vorausbezahlte Umsätze 7,9 Mrd. USD (30.09.2026)
Zyklik: mittel. Abos und Wartung (zwei Drittel des Umsatzes) laufen stetig. Die Hardware folgt Erneuerungswellen: 2024 sank der Produktumsatz um 1 %, 2026 stieg er um rund 40 %.
| Geschäft | Firewalls mit eigenen Chips, Sicherheits-Abos, Wartung und Cloud-Sicherheit. Umsatz 7,9 Mrd. USD in den letzten vier Quartalen, operative Marge 33 % |
| Charakter | Qualitäts-Wachstumswert: Umsatz +21 % im Jahr seit 2015, Bruttomarge rund 80 %, Nettokasse, Kunden zahlen Jahre im Voraus |
| Hauptthese | Firewalls werden nicht überflüssig, sondern mehr: Jede Außenstelle, Fabrik und jedes KI-Rechenzentrum braucht Schutz, und Fortinet verspricht dank eigener Chips deutlich niedrigere Gesamtkosten (laut Vorstandschef). Darauf verkauft Fortinet Abos und Cloud-Dienste, die wiederkehrend Geld bringen |
| Größtes Risiko | Der Schub 2026 (Produktumsatz rund +40 %, Billings rund +30 %) kann eine vorgezogene Erneuerungswelle mit Preiserhöhungen sein; danach drohte ein Kater wie 2024. Und die Bewertung: Für unsere 15 % müsste der Gewinn je Aktie zehn Jahre lang um rund 17 % im Jahr wachsen |
| Qualität | Zehnjahresrechnung 13 von 14 Punkten, nach unserer Gegenprüfung 13 von 14 – Stufe „Spitze“ (nur das Eigenkapital je Aktie wächst langsam) |
| Einordnung | Fairer Wert nach Profi-Standard rund 67 USD, nach unserem 15-%-Standard 49,82 USD – der Kurs von 118,84 USD liegt 138,6 % über unserem Wert und 77,3 % über dem Profi-Wert. Kaufziel mit 20 % Sicherheitsmarge: 39,85 USD. |
| 1. Gewinn je Aktie | 2,99 USD |
| GAAP-Nettogewinn der letzten vier Quartale 2 282 Mio. USD ÷ 743 Mio. Aktien = 3,07 USD (Summe der Quartals-EPS: 3,08) ohne Einmalgewinne (Verkauf von Beteiligungen, Treuhand-Vergleich, Patente: 0,08 USD). Mitarbeiteraktien bleiben Kosten; Fortinets bereinigter Gewinn ohne sie: 3,44 USD. | |
| Ohne Zinsertrag | 2,80 USD |
| Weil wir die Nettokasse zum Wert zählen, nehmen wir den Zinsertrag darauf aus dem Gewinn (0,19 USD = 6,3 % des Gewinns, Schwelle 5 %, Standard 2.5a). | |
| 2. Wachstum pro Jahr | 11 % |
| Unsere Bausteine: Umsatz +10 %, Marge −0,5 %, Aktienzahl −1,5 % im Jahr = rund 11 %. Der Konsens erwartet 3,90 USD (Non-GAAP) für 2027 – ab heute rund 10,5 % im Jahr. | |
| 3. KGV in zehn Jahren | 22 |
| Feste Regel: 2 × Wachstum (11 × 2 = 22), mindestens 12, höchstens der Zehnjahresschnitt (44,5). Heute zahlt der Markt das 39,7-Fache unseres Gewinns. | |
| Plus Nettokasse | + 6,56 USD |
| Kasse und Anlagen (5,32 Mrd. USD) minus Anleihe (497 Mio. USD), je Aktie. Dividenden gibt es keine. | |
| 4a. Profi-Standard: 9 % | rund 67 USD |
| Fairer Wert mit den Kapitalkosten des Marktes (erwartete Marktrendite nach Damodaran: 8,8 % am 1.9.2026, 9,0 % am 1.10.2026; wir rechnen mit 9 %). Das End-KGV darf hier höchstens 18 sein. | |
| 4b. valueforge-Standard: 15 % | 49,82 USD |
| Unsere persönliche Zielrendite – wir kaufen nur, wenn auch bei Fehlern in unseren Annahmen eine gute Rendite bleibt. Dieser Wert steht in Watchlist und Value-Rechner. | |
| Kurs heute | 118,84 USD |
| 77,3 % über dem fairen Wert nach Profi-Standard, 138,6 % über unserem 15-%-Wert. | |
| Gegenrechnung | 8,6–14,8 % eingepreist |
| Über den freien Cashflow gerechnet verlangt der Kurs bei 9 % Kapitalkosten 8,6 % Wachstum im Jahr (Start: Rekord der letzten vier Quartale) bzw. 14,8 % (Start: 2025). Der Cashflow liegt weit über dem Gewinn, weil Kunden im Voraus zahlen – die Cashflow-Sicht ist deshalb deutlich freundlicher (Details unten). | |
| Kaufziel | 39,85 USD |
| 15-%-Wert minus 20 % Sicherheitsmarge – Qualitätsstufe „Spitze“ (Profi-Standard: 53,63 USD). | |
Gewichtet über vier Fälle (Stress, schwach, Basis, stark mit 10/20/50/20 %): 45,34 USD nach unserem Standard, rund 60 USD nach Profi-Standard. Jede Zahl ist weiter unten hergeleitet.
| unter rund 40 USD | Kaufzone nach unserem Standard |
| 40 bis 50 USD | beobachten – unter unserem 15-%-Wert, aber noch ohne volle Sicherheitsmarge |
| 50 bis 67 USD | für 15-%-Anleger zu teuer, nach Profi-Standard noch unter dem fairen Wert |
| über 67 USD | nach beiden Blickwinkeln über dem Wert ← Kurs heute |
Der Kurs liegt über beiden Werten. Für unsere 15 % müsste der Gewinn je Aktie zehn Jahre lang um rund 17 % im Jahr wachsen – deutlich mehr als die rund 10,5 % im Jahr, die der Konsens bis 2027 erwartet. Auch der starke Fall liegt mit 67,67 USD weit unter dem Kurs; selbst die tiefste Notierung der letzten zwölf Monate (73,55 USD) lag darüber. Wann wir neu rechnen: nach unten, sobald ein Abbruchkriterium eintritt (siehe Gegenthese); nach oben, wenn die Billings auch 2027 zweistellig wachsen und der Service-Umsatz wieder schneller zulegt. Spätestens nach den nächsten Zahlen (Q4 2026 Anfang Februar 2027). Das ist eine Einordnung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
Fortinet stand bisher ohne eigene Analyse in unserer Watchlist. Dies ist unsere erste eigene Analyse; ein Änderungsprotokoll führen wir ab der nächsten Fassung.
Podcast zur Analyse
Die Fortinet-Analyse zum Hören (rund 12 Minuten): wie ein Firewall-Hersteller Software-Margen erzielt, warum die Kunden über Jahre im Voraus zahlen, wo Sicherheit aus der Cloud das Modell bedroht und warum die Aktie trotz Spitzenqualität teuer ist.
Zur Einordnung: Die Folge beruht auf dieser Fassung. Die Bruttomarge von 80,5 % kommt vor allem aus dem Mix (Abos und Wartung rund 87 %, Hardware rund 67 %) – die eigenen Chips helfen, erklären aber nicht alles. Der Produktschub 2026 (+40 %) kann eine vorgezogene Erneuerungswelle sein; die Analyse nennt das als Risiko, nicht als Tatsache. Die Kasse ist zum Teil Kundengeld im Voraus (7,9 Mrd. USD vorausbezahlte Leistungen).
Geschäftsmodell
Fortinet verdient auf zwei Wegen:
- Produkte (33 % des Umsatzes 2025): vor allem FortiGate-Firewalls – von der kleinen Box für die Filiale bis zum Großgerät im Rechenzentrum –, dazu Switches, WLAN-Zugangspunkte und Software-Lizenzen. Herzstück sind die eigenen Sicherheitschips (FortiASIC), die Datenverkehr schneller und stromsparender prüfen als Standardprozessoren. Gefertigt wird bei Auftragsfertigern, zu rund 87 % in Taiwan; die eigenen Chips fertigen Toshiba und Renesas, überwiegend in Werken von TSMC bzw. Renesas.
- Services (67 %): Sicherheits-Abos (FortiGuard: laufend neue Erkennungsmuster gegen Angriffe, Web- und E-Mail-Filter, Sicherheit aus der Cloud) und Wartung (FortiCare). Kunden bezahlen sie meist für ein bis fünf Jahre im Voraus. Deshalb stehen 7,9 Mrd. USD vorausbezahlte Umsätze in der Bilanz – mehr als ein Jahresumsatz. 71 % des Service-Umsatzes 2025 stammten aus diesem Bestand.
Jede verkaufte Firewall zieht also Abos nach sich. Darauf baut Fortinet seine „Security Fabric“: ein Betriebssystem (FortiOS) für Firewall, Netzwerk, Cloud-Sicherheit (SASE) und Angriffserkennung, alles aus einer Hand. Verkauft wird fast nur über Großhändler und Systemhäuser.
Wichtige Kennzahl Billings: Fortinet berichtet neben dem Umsatz die Billings – Umsatz plus Zuwachs der vorausbezahlten Umsätze, also alles, was in einem Quartal neu in Rechnung gestellt wurde. Sie zeigen das Neugeschäft früher als der Umsatz. 2024 wuchsen sie nur um 2 %, 2025 um 16 %, in den ersten neun Monaten 2026 um 31 %.
Umsatzverteilung
| Umsatzart | 2025 | Anteil | Wachstum 2025 | 9 Monate 2026 | Wachstum | Was dahinter steckt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Produkte (Hardware und Software-Lizenzen) | 2,22 Mrd. USD | 33 % | +16 % | 2,18 Mrd. USD | +43 % | FortiGate-Firewalls, Switches, WLAN, Lizenzen – einmalig bezahlt, schwankt mit Erneuerungswellen |
| Sicherheits-Abos (FortiGuard) | 2,63 Mrd. USD | 39 % | +14 % | 2,18 Mrd. USD | +12 % | laufende Updates gegen neue Angriffe, Filter, Cloud-Dienste, SASE – meist 1–5 Jahre im Voraus bezahlt |
| Wartung und Sonstiges (FortiCare) | 1,95 Mrd. USD | 29 % | +13 % | 1,62 Mrd. USD | +13 % | Technischer Support, Austausch defekter Geräte, Schulung |
| Umsatz | 6,80 Mrd. USD | 100 % | +14 % | 5,98 Mrd. USD | +22 % |
Quelle: 10-K GJ 2025 (25.02.2026), Note 2; 10-Q Q3 2026 (30.10.2026), Note 2. Fortinet berichtet nur ein Segment und weist keinen Gewinn je Umsatzart aus; die Bruttomarge liegt bei Produkten bei 67 %, bei Services bei 87 % (2025).
Nach Regionen kamen 2025 40 % des Umsatzes aus Nord- und Südamerika (USA 1,93 Mrd. USD, 28 %), 42 % aus Europa, Nahost und Afrika und 18 % aus Asien-Pazifik; in den ersten neun Monaten 2026 wuchs Europa mit +26 % am schnellsten (10-K Note 15, 10-Q). Fortinet verkauft fast nur über Händler: Drei Großhändler (Distributoren) brachten 2025 zusammen 55 % des Umsatzes (28, 15 und 12 %); genannt werden Arrow, Exclusive, Ingram Micro und TD Synnex. Die Endkunden sind breit gestreut – Fortinet nennt über eine Million Kunden seit der Gründung.
Fortinet ordnet sein Angebot drei Bereichen zu: Secure Networking (Firewalls, Switches, WLAN – der Kern), Unified SASE (Sicherheit aus der Cloud für Außenstellen und Mitarbeiter unterwegs) und Security Operations (Erkennen und Abwehren von Angriffen). Umsätze je Bereich weist Fortinet nicht aus, nur Wachstumsraten der Billings: SASE +40 % im vierten Quartal 2025, SASE und SecOps zusammen +24 % im Jahr 2025.
Umsatz je Quartal in Mio. USD, Q4 2024 bis Q3 2026. Quelle: SEC-Daten.
Qualitätsprüfung
Bevor wir einen fairen Wert rechnen, prüfen wir, ob das Unternehmen gut genug ist (je 0 bis 2 Punkte; Stufen: Spitze 12–14, stark 9–11, solide 6–8, schwach 0–5). Die Spalte „Zehn Jahre“ folgt den Schwellen unserer Watchlist (Wachstum ab 7 % = 1 Punkt, ab 12 % = 2; Eigenkapital je Aktie wachsend = 1, ab 7 % = 2; Kapitalrendite ab 10 % = 1, ab 20 % = 2). In der letzten Spalte vergeben wir die Punkte ein zweites Mal – nach unserer Gegenprüfung. Bei Umsatz, Gewinn und Free Cashflow gilt: Erreichen das letzte Geschäftsjahr (2025) und der aktuelle Stand (letzte vier Quartale) die Schwelle von 7 %, bleibt der Punktwert; nur das Vorjahr höchstens 1 Punkt; sonst 0. Die Gegenprüfung kann Punkte nur abziehen, nicht dazugeben. Diese Note steht auch in der Watchlist und im Value-Rechner.
| Kriterium | Fortinet (2015–2025) | Zehn Jahre | Gegenprüfung | Nach Prüfung |
|---|---|---|---|---|
| Umsatz wächst mind. 7 % im Jahr | 21,0 % p. a. (1,01 → 6,80 Mrd. USD) | 2 | 2025 +14,2 %, letzte vier Quartale +20,2 % → beides weit über 7 %; das Wachstum verlangsamte sich aber von über 20 % (bis 2023) auf 12–14 % (2024/25), 2026 mit Preiserhöhungen wieder rund 20 % | 2 |
| Gewinn je Aktie wächst mind. 7 % | 39,3 % p. a. (Non-GAAP, 0,10 → 2,76 USD) | 2 | Geschönt durch den Start bei 1,5 % operativer Marge (2015). Nach GAAP fünf Jahre 33 % im Jahr; 2025 +7,1 % (GAAP, höhere Steuerquote) bzw. +16,5 % (Non-GAAP); letzte vier Quartale Nettogewinn +22 % → der Punkt bleibt | 2 |
| Free Cashflow wächst | 24,7 % p. a. (0,24 → 2,23 Mrd. USD) | 2 | 2025 +18,5 %, letzte vier Quartale +69 % (Vorauszahlungen der Kunden nach dem Billings-Sprung). 2024 waren es nur +8,6 % – der Cashflow schwankt mit dem Neugeschäft, liegt aber in beiden Prüfjahren über 7 % | 2 |
| Eigenkapital je Aktie wächst | 6,5 % p. a. (0,86 → 1,62 USD) | 1 | Rückkäufe halten das Eigenkapital klein; 2022 und 2023 war es sogar negativ. Es wächst, aber unter 7 % → 1 (Regel der Watchlist: wachsend = 1, ab 7 % = 2) | 1 |
| Kapitalrendite (ROIC) über 10 % | 27,4 % im Schnitt (2016–2025, auf operative Aktiva) | 2 | Die übliche Rechnung (Eigenkapital + Schulden − Kasse) ergibt in jedem Jahr ein negatives Kapital, weil Kunden im Voraus zahlen. Wir rechnen deshalb auf Sachanlagen, Vorräte, Forderungen und Goodwill – 42 % im Jahr 2025, also nicht durch kleines Eigenkapital geschönt | 2 |
| Bruttomarge stabil oder steigend | 79,3 % (3 Jahre) zu 76,7 % (10 Jahre) | 2 | Letzte vier Quartale 79,7 %, Q3 2026 nur 79,0 % (mehr Hardware, teurere Speicherchips). Immer noch über dem Zehnjahresschnitt → der Punkt bleibt, ist aber der wackligste | 2 |
| Schulden in unter 3 Jahren tilgbar | Anleihe 497 Mio. USD = 2 Monate freier Cashflow | 2 | Netto hat Fortinet 4,8 Mrd. USD mehr Kasse als Schulden | 2 |
| Summe | 13 | 13 |
Alle Kennzahlen: eigene Rechnung aus SEC-Daten, Aktienzahlen nach dem Split 5:1 (2022). Kapitalrendite mit einheitlich 18 % Steuer. Maßgeblich – auch in Watchlist und Value-Rechner – ist „Nach Prüfung“.
Burggraben
Art: Fortinets Burggraben beruht auf einem Kostenvorteil und auf Wechselkosten. Die eigenen Chips machen die Geräte schneller und günstiger je geprüftem Gigabit; Fortinet kann so im Preis unterbieten und trotzdem 80 % Bruttomarge verdienen. Wechselkosten entstehen, weil Firewall, Netzwerk und Cloud-Sicherheit über ein Betriebssystem verwaltet werden: Wer Hunderte Standorte auf FortiOS hat, tauscht nicht leichtfertig.
| Beleg | Befund | Spricht für den Graben? |
|---|---|---|
| Bruttomarge | 71,6 % (2015) → 80,5 % (2025), trotz hohem Hardware-Anteil | Ja – stabil bis steigend |
| Operative Marge | 1,5 % (2015) → 33,0 % (letzte vier Quartale) | Ja – Größenvorteil wirkt |
| Wachstum | Umsatz +21 % im Jahr seit 2015; Gartner zählt Fortinet im Magic Quadrant „Hybrid Mesh Firewall“ (07.09.2026) zu den „Leadern“, mit der höchsten Einstufung bei der Umsetzungsstärke (laut Ergebnismeldung 28.10.2026) | Ja |
| Kundenbindung | 71 % des Service-Umsatzes 2025 kamen aus bereits vorausbezahlten Verträgen; vorausbezahlte Umsätze 7,9 Mrd. USD | Ja |
| Kapitalrendite | ROIC auf operative Aktiva 42 % (2025), inkrementell 48 % (2020–2025) | Ja |
| Preissetzung | 2026 Preiserhöhungen wegen Speicherchips; die Produktmarge sank trotzdem von 67,7 auf 64,4 % (Q3) | Teilweise – nicht alle Kosten lassen sich weitergeben |
Quellen: 10-K 2015–2025, 10-Q Q3 2026, Ergebnismeldungen (Ex. 99.1). Marktanteile weist Fortinet nicht aus.
- Eigene Chips: Sicherheitsprozessoren (FortiASIC), laut 10-K „key to the performance of our appliances“
- Ein Betriebssystem: FortiOS für alle Geräte und Cloud-Dienste, zentral verwaltet
- Breite Basis: über eine Million Kunden seit der Gründung, Vertrieb über Großhändler, Systemhäuser und Netzbetreiber
- Vorauszahlungen: Kunden binden sich mit mehrjährigen Abos
- Sicherheit aus der Cloud: Zscaler, Netskope und Palo Alto verlagern Sicherheit vom Gerät in die Cloud – Fortinet antwortet mit eigenem SASE
- Plattform-Konkurrenz: Palo Alto, Cisco, CrowdStrike und Microsoft bündeln immer mehr Funktionen
- Abhängigkeit: 87 % der Hardware aus Taiwan, Chips überwiegend aus Werken von TSMC; drei Großhändler mit 55 % des Umsatzes
- Preisdruck: laut 10-K „we may lower prices“, wenn Wettbewerber bündeln
Quantitative Faktoren
Alle Reihen umfassen die Geschäftsjahre 2015 bis 2025 (Kalenderjahre), dazu die letzten vier Quartale (Q4 2025 bis Q3 2026). Alle Je-Aktie-Werte sind auf den Aktiensplit 5:1 vom Juni 2022 umgerechnet. Sämtliche Zahlen stammen aus den Berichten bei der SEC (abgerufen am 07.11.2026). Jede Karte endet mit einer Gegenprüfung.
1. Umsatz je Aktie
Umsatz je verwässerter Aktie in USD (SEC, nach Split).
Von 1,15 auf 8,89 USD, 22,7 % pro Jahr. Der Umsatz stieg von 1,01 auf 6,80 Mrd. USD (21,0 % im Jahr), in den letzten vier Quartalen auf 7,88 Mrd. USD (+20,2 %). Für 2026 erwartet Fortinet 8,12–8,21 Mrd. USD (+20 %), der Konsens für 2027 9,11 Mrd. USD (+11 %).
Aber: Das Wachstum 2026 ist zum Teil Preis, nicht Menge: Laut 10-Q stiegen die Hardware-Umsätze vor allem durch höhere Durchschnittspreise – Kunden kaufen leistungsstärkere Geräte, und Fortinet hat die Preise wegen teurer Speicherchips erhöht. Wie viel davon Preis ist, sagt Fortinet nicht. 2024 sank der Produktumsatz um 1 %; 2026 ist also auch ein Nachholen. Den Service-Ausblick für 2026 hat Fortinet im Oktober sogar leicht gesenkt (5,15–5,17 statt 5,18–5,22 Mrd. USD).
2. Bruttomarge und operative Marge
Bruttomarge (orange) und operative Marge nach GAAP (grau, gestrichelt) in Prozent, 2015–2025.
Die Bruttomarge stieg von 71,6 % (2015) auf 80,5 % (2025) – für einen Hardware-Hersteller außergewöhnlich, weil zwei Drittel des Umsatzes Abos und Wartung sind (Bruttomarge dort 87 %). Die operative Marge nach GAAP kletterte von 1,5 auf 30,7 %, in den letzten vier Quartalen auf 33,0 %. Fortinet erwartet für 2026 eine leicht höhere operative Marge als 2025.
Aber: Die Bruttomarge hat ihren Höhepunkt vorerst hinter sich: Im dritten Quartal 2026 lag sie bei 79,0 % (Vorjahr 80,8 %), die Produktmarge fiel von 67,7 auf 64,4 %. Fortinet schreibt selbst, die Produktmarge könne 2026 wegen höherer Bauteilkosten sinken. Die operative Marge stieg trotzdem, weil Vertrieb und Entwicklung langsamer wachsen als der Umsatz.
3. Gewinn je Aktie
Gewinn je Aktie in USD, verwässert: Non-GAAP laut Fortinet (orange) und GAAP (grau, gestrichelt).
Bereinigt laut Fortinet (Non-GAAP) stieg der Gewinn je Aktie von 0,10 auf 2,76 USD, nach GAAP von 0,01 auf 2,42 USD (fünf Jahre: 33 % im Jahr). Die letzten vier Quartale: 0,68 + 0,72 + 0,82 + 0,86 = 3,08 USD nach GAAP (3,44 USD Non-GAAP). Nach unserer Rechnung ohne Einmalgewinne 2,99 USD.
Aber: Der Abstand zu Non-GAAP ist dauerhaft: Fortinet rechnet die Mitarbeiteraktien heraus (0,34 USD je Aktie nach Steuern), wir nicht. Die GAAP-Steuerquote schwankt stark (2018 negativ, 2021 2 %, 2025 19 %): 2025 wuchs der GAAP-Gewinn je Aktie deshalb nur um +7 %, vor Steuern um rund 12 %. Und 2024 und 2025 enthielten Einmalgewinne aus günstigen Zukäufen (Lacework 106 Mio., Linksys 40 Mio. USD).
4. Operativer Cashflow gegen Investitionen
Operativer Cashflow (orange) und Investitionen in Sachanlagen (grau), in Mrd. USD.
Der operative Cashflow stieg von 0,28 auf 2,59 Mrd. USD (2025), in den letzten vier Quartalen auf 3,69 Mrd. USD. Investiert wurden 2025 360 Mio. USD (5,4 % des Umsatzes), ein großer Teil davon in eigene Gebäude und Rechenzentren (Fortinet nennt 290 Mio. USD Immobilienkäufe 2025).
Aber: Der Sprung der letzten vier Quartale (+51 %) kommt vor allem aus Vorauszahlungen: Die vorausbezahlten Umsätze stiegen in neun Monaten um 818 Mio. USD (Vorjahr 288 Mio.), dazu um 202 Mio. USD höhere Lieferantenschulden. Dreht sich das Neugeschäft, schrumpft auch dieser Zufluss – 2024 wuchs der operative Cashflow trotz steigender Gewinne nur um 17 %, der freie Cashflow um 9 %.
5. Free Cashflow je Aktie
Free Cashflow je Aktie in USD; orange vor, grau nach Mitarbeiteraktien.
Der freie Cashflow stieg von 0,24 auf 2,23 Mrd. USD (2,91 USD je Aktie), in den letzten vier Quartalen auf 3,43 Mrd. USD. Je Aktie wuchs er seit 2015 um 26,4 % pro Jahr. Mitarbeiteraktien kosten 8,3 % des operativen Cashflows (letzte vier Quartale; 2025: 10,8 %); danach bleiben 2,55 USD je Aktie (2025). Der freie Cashflow der letzten vier Quartale entspricht 150 % des GAAP-Gewinns.
Aber: Mehr Cashflow als Gewinn klingt gut, ist aber zum Teil Vorschuss: Das Geld für Abos, die Fortinet erst in den nächsten Jahren leisten muss. Solange das Neugeschäft wächst, bleibt der Vorsprung; fällt es, schmilzt er. Fortinet selbst rechnet im „Adjusted Free Cashflow“ die Immobilienkäufe wieder heraus – wir nicht, Gebäude sind Investitionen.
6. Vorausbezahlte Umsätze
Vorausbezahlte Umsätze (kurz- und langfristig) zum Jahresende, in Mrd. USD.
Die vorausbezahlten Umsätze (Deferred revenue) wuchsen von 0,8 auf 7,1 Mrd. USD (2025) und standen am 30.09.2026 bei 7,93 Mrd. USD. Die gesamten vertraglich zugesagten, noch nicht gebuchten Umsätze (RPO) lagen bei 7,98 Mrd. USD, davon 3,98 Mrd. USD in den nächsten zwölf Monaten (10-Q, Note 2). Das gibt Fortinet eine Sichtbarkeit, die reine Hardware-Hersteller nicht haben.
Aber: 2023 und 2024 zeigte sich die Kehrseite: Nach dem Boom 2021/22 kauften die Kunden weniger, die Billings wuchsen 2024 nur um 2 %, und der Aktienkurs fiel 2022 zeitweise um gut 40 %. Die vorausbezahlten Umsätze wuchsen weiter, aber langsamer.
7. Kasse und Schulden
Kasse plus kurz- und langfristige Anlagen (orange) gegen Finanzschulden (grau), Jahresende, in Mrd. USD.
Am 30.09.2026 standen 5,32 Mrd. USD Kasse und Anlagen einer einzigen Anleihe über 497 Mio. USD gegenüber (2,2 %, fällig März 2031); die zweite Anleihe über 500 Mio. USD wurde im März 2026 zurückgezahlt. Nettokasse 4,82 Mrd. USD (6,56 USD je Aktie). Moody’s stufte Fortinet im Juli 2026 auf A3 hoch.
Aber: Die Kasse ist zum Teil Kundengeld im Voraus: Den 5,3 Mrd. USD stehen 7,9 Mrd. USD vorausbezahlte Leistungen gegenüber. Und Fortinet hat sich bei Fertigern zur Abnahme von Bauteilen und Geräten für 1,93 Mrd. USD verpflichtet (Ende 2025: 0,81 Mrd.), vor allem wegen knapper Speicherchips – lässt die Nachfrage nach, drohen Abschreibungen (10-Q, Note 10).
8. Anzahl der Aktien
Verwässerte Aktienzahl im Jahresdurchschnitt (nach Split), in Millionen.
Die verwässerte Aktienzahl sank von 881 Mio. (2015) auf 765 Mio. (2025), 1,4 % pro Jahr; am 30.09.2026 waren 734,6 Mio. Aktien ausstehend.
Aber: Die Rückkäufe von 8,5 Mrd. USD (2016–2025) haben die Aktienzahl nur um 1,4 % im Jahr gesenkt, weil Mitarbeiteraktien laufend neue Stücke schaffen (2,0 Mrd. USD Aufwand in zehn Jahren). Ein großer Teil des Geldes gleicht also nur die Verwässerung aus.
9. Kurs-Gewinn-Verhältnis
Kurs Ende Dezember geteilt durch den Non-GAAP-Gewinn je Aktie laut Fortinet (2015 und 2021 Ausreißer).
Das KGV (Kurs Ende Dezember, Non-GAAP-Gewinn laut Fortinet) lag zwischen 28,8 und 90,1; der Zehnjahresschnitt (2016–2025) liegt bei 44,5 (Median 41,2), die letzten drei Jahre bei 34,9. Heute: 34,5 auf den Non-GAAP-Gewinn, 39,7 auf unseren.
Aber: Das hohe historische KGV gehört zu einer Firma, deren Marge sich in zehn Jahren verzwanzigfacht hat. Mit langsamerem Wachstum sinkt es – 2025 lag es nur noch bei 28,8. Unser End-KGV folgt dem Wachstum (Regel 2 × g) und liegt mit 22 weit unter dem heutigen Wert – das ist der Hauptgrund, warum unser Wert unter dem Kurs liegt.
Live-Finanzdaten von TradingView
Kapitalrendite zerlegt
Normalerweise rechnen wir ROIC = operativer Gewinn nach Steuern ÷ investiertes Kapital (Eigenkapital plus Finanzschulden minus Kasse). Bei Fortinet ist dieses Kapital in jedem Jahr negativ (2025: −1,69 Mrd. USD), weil die Kunden das Geschäft vorfinanzieren. Ein negativer Nenner ergibt keine sinnvolle Rendite. Wir rechnen deshalb auf die operativen Aktiva: Sachanlagen, Vorräte, Forderungen sowie Goodwill und erworbene Rechte – das Kapital, das im Geschäft steckt, ohne die Vorauszahlungen abzuziehen. Zerlegt: ROIC = Marge nach Steuern × Kapitalumschlag. Getragen hat den Anstieg die Marge (nach Steuern von 1,2 auf 25,1 %); der Umschlag sank von 2,2 auf 1,7 (mehr Gebäude und Vorräte).
Tabelle 2015–2025 (aufklappen)
| Jahr | Operativer Gewinn nach Steuern | Operative Aktiva | Marge nach Steuern | Umschlag | = ROIC | ohne Goodwill |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2015 | 0,01 Mrd. | 0,46 Mrd. | 1,2 % | 2,21 | 2,7 % | 3 % |
| 2016 | 0,04 Mrd. | 0,60 Mrd. | 2,8 % | 2,14 | 5,9 % | 6 % |
| 2017 | 0,09 Mrd. | 0,70 Mrd. | 6,0 % | 2,13 | 12,8 % | 13 % |
| 2018 | 0,19 Mrd. | 0,87 Mrd. | 10,7 % | 2,08 | 22,2 % | 24 % |
| 2019 | 0,29 Mrd. | 1,10 Mrd. | 13,3 % | 1,96 | 26,0 % | 29 % |
| 2020 | 0,44 Mrd. | 1,43 Mrd. | 16,8 % | 1,81 | 30,5 % | 33 % |
| 2021 | 0,53 Mrd. | 1,86 Mrd. | 16,0 % | 1,80 | 28,7 % | 32 % |
| 2022 | 0,80 Mrd. | 2,61 Mrd. | 18,0 % | 1,69 | 30,5 % | 33 % |
| 2023 | 1,02 Mrd. | 3,09 Mrd. | 19,2 % | 1,72 | 32,9 % | 35 % |
| 2024 | 1,48 Mrd. | 3,48 Mrd. | 24,8 % | 1,71 | 42,5 % | 47 % |
| 2025 | 1,71 Mrd. | 4,06 Mrd. | 25,1 % | 1,67 | 42,1 % | 46 % |
Operatives Ergebnis nach GAAP (also mit Mitarbeiteraktien) mit einheitlich 18 % Steuer. Operative Aktiva = Sachanlagen + Vorräte + Forderungen + Goodwill + erworbene immaterielle Werte zum Jahresende; aktivierte Vertragskosten nicht enthalten. Eigene Rechnung aus SEC-Daten.
ROIC auf operative Aktiva in Prozent, 2015–2025. Schnitt 2016–2025: 27,4 %. Eigene Rechnung.
- Hoch und steigend: ROIC von 6 % (2016) auf 42 % (2025)
- Jeder neue Dollar: Von 2020 bis 2025 stieg der operative Gewinn nach Steuern um 1,27 Mrd. USD, die operativen Aktiva um 2,63 Mrd. USD – 48 % auf das zusätzliche Kapital
- Goodwill kaum relevant: Fortinet ist aus eigener Kraft gewachsen; mit und ohne Goodwill liegt der ROIC fast gleich
- Die Rendite ist teils Vorschuss: Rechnete man die Vorauszahlungen gegen, wäre das Kapital negativ – schön, aber nur so lange, wie die Kunden weiter im Voraus zahlen
- Immobilien: Fortinet kauft zunehmend eigene Gebäude (Sachanlagen 2025: 1,62 Mrd. USD, 2015: 0,09 Mrd.) – das drückt den Umschlag
- Vorräte steigen: 591 Mio. USD am 30.09.2026 nach 400 Mio. Ende 2025, dazu Abnahmeverpflichtungen von 1,9 Mrd. USD
Kapitalverwendung
Von 2016 bis 2025 erwirtschaftete Fortinet 13,5 Mrd. USD operativen Cashflow:
| Verwendung (2016–2025) | Betrag | Einordnung |
|---|---|---|
| Investitionen (Sachanlagen, Gebäude) | 2,0 Mrd. USD | 15 % des operativen Cashflows |
| Rückkäufe | 8,5 Mrd. USD | 74 % des freien Cashflows – der größte Posten |
| Dividenden | 0 | Fortinet zahlt keine Dividende |
| Zukäufe | 0,54 Mrd. USD | klein: u. a. Alaxala (2021), Lacework, Next DLP, Perception Point (2024), Linksys-Rest (2025) |
| Beteiligung Linksys (2021) | 0,16 Mrd. USD | bis 2024 mit 147 Mio. USD Verlust und Abschreibungen fast ganz verloren; 2025 übernommen |
| Kasse und Anlagen | +2,8 Mrd. USD | Anleihen +1,0 Mrd. USD (2021 ausgegeben) |
| Mitarbeiteraktien (Aufwand, zum Vergleich) | 2,0 Mrd. USD | 5,7 % des Umsatzes |
Quellen: 10-K 2016–2025 (Kapitalflussrechnungen), fakten.md Abschnitt 5. Zukäufe netto nach übernommener Kasse.
Rückkäufe: zu welchem Preis?
| Jahr | Stück | Betrag | Ø Preis | Unser Wert damals (15 %) | Wert damals (9 %) | Urteil |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2016 | 19,5 Mio. | 0,11 Mrd. USD | 5,68 USD | 2,25 USD | 3,15 USD | über beiden Werten |
| 2017 | 56,0 Mio. | 0,45 Mrd. USD | 7,97 USD | 3,21 USD | 4,49 USD | über beiden Werten |
| 2018 | 19,0 Mio. | 0,21 Mrd. USD | 11,01 USD | 5,68 USD | 7,94 USD | über beiden Werten |
| 2021 | 12,9 Mio. | 0,74 Mrd. USD | 57,45 USD | 12,32 USD | 17,23 USD | über beiden Werten |
| 2022 | 36,0 Mio. | 1,99 Mrd. USD | 55,37 USD | 18,37 USD | 25,69 USD | über beiden Werten |
| 2023 | 27,2 Mio. | 1,50 Mrd. USD | 55,25 USD | 25,17 USD | 35,19 USD | über beiden Werten |
| 2025 | 28,7 Mio. | 2,29 Mrd. USD | 79,79 USD | 42,62 USD | 59,59 USD | über beiden Werten |
| 2026 (9 Monate) | 12,5 Mio. | 0,97 Mrd. USD | 77,73 USD | – | – | unter dem heutigen Kurs, über unserem Wert (50 USD) |
Stück und Durchschnittspreis laut Fortinet (Ergebnismeldungen, 10-K, 10-Q), nach Split. 2015, 2019 und 2024 nennt Fortinet keine Stückzahl (2024 kaum Rückkäufe), 2020 nur zusammen mit den Folgejahren. „Wert damals“ = Non-GAAP-Gewinn des jeweiligen Jahres × unser Basisfall (11 %, End-KGV 22), ohne Kasse; Profi-Wert mit End-KGV 18. Mit unserem heutigen Gewinnbegriff (Mitarbeiteraktien als Kosten) lägen die Werte damals noch tiefer. Eigene Rechnung, nur als Größenordnung.
Durchschnittlicher Rückkaufpreis je Jahr laut Fortinet (USD, nach Split) gegen den heutigen Kurs und unseren heutigen Wert. Jahre ohne Angabe leer.
Nach unserer strengen Methode war jeder Rückkauf zu teuer – kein Wunder, denn sie unterstellt für jedes Jahr dieselben 11 % Wachstum, während Fortinet in Wirklichkeit viel schneller wuchs. Gemessen am heutigen Kurs waren alle Rückkäufe ein gutes Geschäft, besonders die frühen (2016–2018 für 6–11 USD je Aktie). 2022 und 2023 kaufte Fortinet bei fallendem Kurs für 3,5 Mrd. USD, 2025 nach dem Kurssturz im August für 2,3 Mrd. USD. 2024 dagegen kaufte es fast nichts, obwohl die Aktie im Sommer zu ähnlichen Preisen wie 2022/23 zu haben war – ein klares antizyklisches Muster ist das nicht. Netto sank die Aktienzahl aber nur um 1,4 % im Jahr, weil die Mitarbeiteraktien gegenhalten. Für weitere rund 2 Mrd. USD ist Spielraum genehmigt (bis Februar 2028).
Vergütung und Führung
Ken Xie erhielt für 2025 laut Vergütungstabelle 11,5 Mio. USD (2024: 13,1 Mio.): Gehalt 0,6 Mio., Aktien 10,2 Mio. (davon 6,2 Mio. Leistungsaktien), Jahresbonus 0,7 Mio. USD (Proxy vom 29.04.2026). Rund 60 % sind erfolgsabhängig. Der Bonus hängt zu 35 % am Umsatz, zu 35 % an den Billings und zu 30 % am operativen Ergebnis – nicht am Gewinn je Aktie, Rückkäufe treiben ihn also nicht. Die Leistungsaktien richten sich allein nach der Aktienrendite im Vergleich zum S&P 500 (die Tranche 2025 verfiel mit dem 21. Perzentil). 2025 stimmten über 87 % der Aktionäre der Vergütung zu. Das Verhältnis zum mittleren Mitarbeitergehalt liegt bei 75 : 1. Ausstehend sind 15,4 Mio. Optionen und Aktienzusagen (2,1 % der Aktien), weitere 48 Mio. Aktien (6,5 %) sind für künftige Zuteilungen genehmigt (Ende 2025).
Unser Urteil: zurückhaltend und aktionärsnah. Die Gründer halten mit wirtschaftlich rund 17,5 % der Aktien selbst ein Vielfaches ihrer Jahresvergütung im Unternehmen. Kritisch: Ken Xie ist zugleich Chef und Vorsitzender (mit einer unabhängigen Leitdirektorin als Gegengewicht), und Billings im Bonus belohnen Neugeschäft auch dann, wenn es aus vorgezogenen Käufen stammt.
Qualitative Faktoren
Management
Ken Xie führt Fortinet seit der Gründung im Jahr 2000; zuvor gründete er NetScreen. Sein Bruder Michael Xie ist Präsident und Technikchef. Die Gründer halten zusammen rund 19 % der Aktien. Die Strategie setzt auf eigene Technik statt Zukäufe: eigene Chips, ein Betriebssystem, Zukäufe 2016–2025 zusammen nur rund 0,5 Mrd. USD. Gegen Fortinet, Ken Xie und weitere Manager läuft seit September 2025 eine Sammelklage von Aktionären: Sie werfen dem Management vor, die Erneuerungswelle 2026 zu optimistisch dargestellt zu haben (Käufer vom 08.11.2024 bis 06.08.2025). Über den Antrag auf Abweisung ist noch nicht entschieden (10-Q, Note 10).
Wachstumstreiber
- Erneuerung der Firewalls: Fortinet erwartete schon im 10-K „eine bedeutende Erneuerungs- und Aufrüstungswelle in den kommenden Jahren“ – 2026 ist sie sichtbar
- KI-Rechenzentren: laut 10-Q stammen Hardware-Umsätze auch aus Projekten für KI-Infrastruktur; dazu neue Dienste zum Schutz von KI-Anwendungen
- Unified SASE: Sicherheit aus der Cloud für Außenstellen und mobile Mitarbeiter, Billings +40 % im vierten Quartal 2025
- Security Operations: Erkennen und Abwehren von Angriffen, auch als Dienst
- Zusammenwachsen von Netzwerk und Sicherheit: Switches und WLAN, die über die Firewall gesteuert werden
Risiken
- Kater nach der Welle: 2026 kauften Kunden teure Geräte, teils zu erhöhten Preisen. Danach droht eine Pause wie 2023/24 (Billings 2024 +2 %, Produktumsatz −1 %).
- Bauteile und Lager: Speicherchips werden teurer und knapper; Fortinet hat Abnahmeverpflichtungen von 1,93 Mrd. USD und warnt selbst vor Abschreibungen, falls die Nachfrage nachlässt.
- Taiwan: rund 87 % der Hardware entstehen in Taiwan, die eigenen Chips überwiegend in Werken von TSMC – ein Konflikt träfe Fortinet direkt.
- Cloud statt Gerät: Zscaler, Netskope, Palo Alto und Microsoft verlagern Sicherheit in die Cloud; dort zählt der Chip-Vorteil weniger.
- Großhändler: drei Distributoren mit 55 % des Umsatzes; ihre Lagerpolitik verstärkt Schwankungen.
- Sammelklage: offen, ohne Schadensschätzung.
Wettbewerb und Analysten
Wettbewerber laut 10-K: Check Point, Cisco, CrowdStrike, F5, HPE, Huawei, Microsoft, Netskope, Palo Alto Networks, SonicWall, Sophos und Zscaler. Der Vergleich mit den börsennotierten:
| Firma | Umsatzwachstum | Operative Marge | Bruttomarge | KGV (zwölf Monate) | KGV (Schätzung) | EV / FCF | Gewinnwachstum (Schätzung) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Fortinet | +20 % | 34 % | 80 % | 40,0 | 30,5 | 33 | +9 % |
| Palo Alto Networks | +34 % | 5 % | 70 % | – | 64,3 | 60 | +17 % |
| CrowdStrike | +26 % | −2 % | 75 % | – | 134,7 | 109 | +28 % |
| Zscaler | +25 % | −1 % | 77 % | – | 35,2 | 29 | +15 % |
| Check Point | −1 % | 26 % | 87 % | 17,3 | 13,1 | 20 | +10 % |
| Cisco | +18 % | 28 % | 64 % | 28,2 | 16,7 | 34 | +9 % |
Yahoo Finance, abgerufen am 07.11.2026 (Sekundärquelle): Umsatzwachstum des letzten Quartals zum Vorjahr, Margen und KGV auf die letzten zwölf Monate (GAAP), KGV-Schätzung auf den Gewinn des nächsten Geschäftsjahres (Fortinet: 2027), Gewinnwachstum für das nächste Geschäftsjahr (Fortinet: 2027). „–“ = Verlust oder nicht sinnvoll. Die Geschäftsjahre enden unterschiedlich (Palo Alto und Zscaler im Juli, CrowdStrike im Januar). Yahoo nennt für Fortinet einen freien Cashflow von 2,49 Mrd. USD; unsere eigene Rechnung ergibt für die letzten vier Quartale 3,43 Mrd. USD, EV/FCF damit rund 24.
Fortinet ist unter den Sicherheitsfirmen die profitabelste der schnell wachsenden: Palo Alto, CrowdStrike und Zscaler wachsen ähnlich oder schneller, verdienen nach GAAP aber kaum Geld (Mitarbeiteraktien) und sind auf die Schätzungen gerechnet deutlich teurer. Check Point und Cisco sind billiger, wachsen aber langsamer bzw. sind keine reinen Sicherheitsfirmen. Gegenüber der Gruppe ist Fortinet also nicht teuer – die ganze Branche wird mit Wachstumserwartungen bewertet, die unser Modell nicht unterstellt.
37 Analysten nennen ein Kursziel: im Mittel 145,55 USD (Median 142 USD, Spanne 110 bis 190 USD). Von 43 Empfehlungen: 2 stark kaufen, 6 kaufen, 30 halten, 4 verkaufen, 1 stark verkaufen (Yahoo Finance, Stand 07.11.2026, Sekundärquelle). Die Mehrheit rät also zum Halten.
ESG
Fortinet verkauft Sicherheit – die größten Themen sind die eigene Produktsicherheit (Schwachstellen in Firewalls werden immer wieder von Angreifern ausgenutzt) und die Lieferkette in Taiwan. Governance: Gründer mit rund 19 % der Aktien, Doppelrolle Chef und Vorsitz, niedrige Vergütung ohne Bonus auf den Gewinn je Aktie. Fortinet hat keine Fertigung und keine Entwicklung in China (10-K).
Gegenthese: Was müsste passieren, damit wir falschliegen?
Unser Urteil lautet: Spitzenqualität, aber deutlich zu teuer. Wir prüfen beide Richtungen. Es ist 2031, und die Aktie hat sich halbiert. Was ist passiert? Das ist ein Gedankenexperiment über fünf Jahre; die Abbruchkriterien weiter unten sind dagegen Prüfpunkte für jedes Quartal.
| Szenario | Wie es abläuft | Wahrscheinlichkeit | Entspricht Fall |
|---|---|---|---|
| 1. Die Firewall verliert an Bedeutung | Firmen schützen Mitarbeiter und Anwendungen aus der Cloud; die Box im Rechenzentrum wird zum Massenprodukt, Hyperscaler bauen Sicherheit ein. Preiskampf, die Marge sinkt, der Markt zahlt nur noch das 12-Fache. | gering | Stress |
| 2. Kater nach der Welle | 2026 war vorgezogen: Die Kunden haben aufgerüstet, die Preise steigen nicht weiter, Billings und Produktumsatz fallen 2027/28 wie 2023/24. Vorräte müssen abgeschrieben werden. | mittel | schwach |
| 3. Bewertung normalisiert sich | Das Geschäft läuft wie erwartet, aber der Markt zahlt bei rund 11 % Wachstum nur noch das 22-Fache unseres Gewinns (heute rund das 40-Fache). Das allein halbiert die Aktie nicht, lässt sie aber fünf Jahre lang kaum steigen; zusammen mit Szenario 2 wäre die Halbierung erreicht. | mittel bis hoch | Basisfall (dessen End-KGV 22) |
Gegen unsere Vorsicht beim Wachstum: Fortinet hat den Umsatz zehn Jahre lang um 21 % im Jahr gesteigert und den Ausblick 2026 dreimal angehoben (Billings von 8,4–8,6 auf 9,57–9,72 Mrd. USD). Die vertraglich zugesagten Umsätze (7,98 Mrd. USD) wachsen weiter.
Gegen unser Gewinnmodell: Die Cashflow-Rechnung mit den letzten vier Quartalen verlangt bei 9 % Kapitalkosten nur 8,6 % Wachstum im Jahr und ergibt rund 141 USD – über dem Kurs. Wer den Vorschuss der Kunden als dauerhaft ansieht, kommt zu einem ganz anderen Ergebnis als wir.
Gegen „zu teuer“: Der Markt hat Fortinet seit 2016 zu keinem Jahresende unter dem 28-Fachen des bereinigten Gewinns bewertet; mit dem Zehnjahresschnitt (44,5) als End-KGV reichten 13,8 % Wachstum für unsere 15 %. Und gegenüber Palo Alto, CrowdStrike oder Zscaler ist Fortinet günstig.
- Die Billings (neu in Rechnung gestellte Umsätze) wachsen zwei Quartale in Folge um weniger als 5 % (Q3 2026: +29 %) – dann war 2026 eine vorgezogene Erneuerungswelle und kein neues Niveau
- Der Service-Umsatz (Abos und Wartung) wächst zwei Quartale in Folge um weniger als 8 % (Q3 2026: +12,7 %) – der wiederkehrende Kern trägt dann unser Wachstum nicht mehr
- Die operative Marge nach GAAP fällt zwei Quartale in Folge unter 27 % (letzte vier Quartale: 33,0 %) – Zeichen für Preiskampf oder dauerhaft teurere Bauteile
Wir prüfen diese Punkte nach jeder Quartalsmitteilung. Tritt einer ein, überarbeiten wir die Analyse und senken den fairen Wert – unabhängig vom Kurs.
Das letzte Quartal (Q3 2026, Juli bis September, veröffentlicht am 28.10.2026)
| Kennzahl | Q3 2026 | Einordnung |
|---|---|---|
| Umsatz | 2,08 Mrd. USD | +20,5 %; Produkte 765 Mio. (+37 %), Service 1,31 Mrd. (+13 %) |
| Billings | 2,34 Mrd. USD | +29 %; Ausblick 2026 zum dritten Mal angehoben |
| Bruttomarge | 79,0 % | Vorjahr 80,8 %; Produktmarge 64,4 % nach 67,7 % (Speicherchips) |
| Operative Marge (GAAP) | 33,9 % | Vorjahr 31,7 %; Non-GAAP 38,2 % |
| Gewinn je Aktie | 0,86 USD (GAAP, +39 %) | Non-GAAP 0,91 USD (+23 %) |
| Free Cashflow | 0,86 Mrd. USD (laut Fortinet) | Vorjahr 0,57 Mrd. USD; ohne den Treuhand-Erlös von 17 Mio. USD |
| Rückkäufe | keine im Quartal | Ermächtigung um 1,2 Mrd. USD erhöht, Rest rund 2 Mrd. USD |
| Ausblick Q4 2026 | Umsatz 2,155–2,245 Mrd. USD | Billings 2,775–2,925 Mrd. (+17–23 %), Gewinn je Aktie 0,93–0,95 USD (Non-GAAP) |
Ergebnismeldung (Ex. 99.1) vom 28.10.2026 und 10-Q vom 30.10.2026. Nächste Zahlen: Q4 2026 Anfang Februar 2027.
Ein starkes Quartal mit zwei Haken. Umsatz +20 %, Billings +29 %, operative Marge auf Rekordhöhe. Aber das Wachstum kommt aus der Hardware, und die wird gerade teurer in der Herstellung: Die Produktmarge sank um 3,3 Punkte. Und der Service-Umsatz – der wiederkehrende Kern – wächst mit 13 % nicht schneller als vor einem Jahr; Fortinet hat den Service-Ausblick 2026 sogar leicht gesenkt. Für unseren Basisfall von 11 % zählt, ob aus den vielen neuen Geräten in den nächsten Jahren mehr Abos werden.
Qualitatives Gesamtfazit
- Eigene Chips und ein Betriebssystem: Kostenvorteil gegenüber der Konkurrenz
- Rund 80 % Bruttomarge, operative Marge 33 %, Nettokasse
- Kunden zahlen Jahre im Voraus – 7,9 Mrd. USD vorausbezahlte Umsätze
- Gründer mit rund 19 % beteiligt, niedrige Vergütung
- Hardware-Anteil macht das Geschäft zyklisch (2024: Produktumsatz −1 %)
- Teurere Speicherchips drücken die Produktmarge
- Abhängig von Taiwan und drei Großhändlern
- Sammelklage wegen der Aussagen zur Erneuerungswelle
Fairer Wert
Wir bewerten Fortinet mit unserem Gewinn-Multiplikator-Modell: Wir schreiben den Gewinn je Aktie zehn Jahre fort, übersetzen ihn mit einem passenden KGV in einen Kurs in zehn Jahren und rechnen diesen auf heute zurück – einmal mit den Kapitalkosten des Marktes von 9 % (Profi-Standard), einmal mit unserer Zielrendite von 15 % (valueforge-Wert). Die Methode passt: Fortinet verdient in jedem Jahr unserer Datenreihe (seit 2015) Geld, wächst zweistellig und braucht wenig Kapital. Eine Grenze hat sie bei Fortinet: Weil Kunden Wartung und Abos Jahre im Voraus bezahlen, fließt mehr Geld zu, als der Gewinn zeigt. Diese Lücke prüfen wir unten mit der Cashflow-Rechnung.
Woher das Wachstum kommt
| Baustein | Stress | Schwach | Basisfall | Stark | Begründung |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz pro Jahr | +3,0 % | +6,0 % | +10,0 % | +11,5 % | Zehn Jahre +21,0 %, fünf Jahre +21,3 %; letzte vier Quartale +20,2 %; Ausblick 2026 rund +20 %; Konsens 2027 9,11 Mrd. USD (+11 %). 2026 enthält Preiserhöhungen wegen teurer Speicherchips und eine Welle von Firewall-Erneuerungen |
| Marge (Wirkung auf den Gewinn) | −2,0 % | −1,0 % | −0,5 % | +0,5 % | Operative Marge (GAAP) 20,5 % (2020) → 33,0 % (letzte vier Quartale), Rekord. Die Bruttomarge sinkt aber, weil Hardware schneller wächst als Service (Q3 2026: 79,0 % nach 80,8 %) – deshalb im Basisfall leicht sinkend |
| Aktienzahl pro Jahr (netto) | −2,0 % | −2,0 % | −1,5 % | −1,0 % | Zehn Jahre −1,4 % im Jahr (verwässert 881 → 765 Mio.); Rückkäufe 2016–2025 8,5 Mrd. USD, aber Mitarbeiteraktien verwässern (5,7 % des Umsatzes). Regel Q unseres Standards (Rückkäufe nur aus der eigenen Geschichte): im schwachen Fall mehr Stücke je Dollar (tieferer Kurs), im starken weniger |
| = Gewinnwachstum je Aktie (Bausteine) | rund 3 % | rund 7 % | rund 11 % | rund 13 % | 1,100 × 0,995 ÷ 0,985 ≈ 1,111 |
| Konsens 2026 / 2027 | +29 % / +9 % | 2,76 (2025) → 3,56 → 3,90 USD (Non-GAAP, 41 bzw. 43 Analysten). Ab den letzten vier Quartalen (3,44 USD) sind das rund 10,5 % im Jahr | |||
| Unser Wachstum | 3 % | 7 % | 11 % | 13 % | Basisfall = Bausteine (11,1 %) und Konsens (rund 10,5 %) liegen beieinander; wir rechnen mit 11 % – zwischen beiden, eine bewusste Entscheidung statt Rundung auf das vorsichtigere Ende (46 USD bei 10,5 % und End-KGV 21); fünf Jahre Gewinnwachstum (GAAP) 33 % |
Stress: Cloud-Sicherheit (SASE) und die großen Cloud-Anbieter machen die Firewall im Firmennetz zur Nebensache, Preiskampf. Schwach: 2026 war eine vorgezogene Erneuerungswelle, danach folgt ein Kater wie 2023/24. Stark: SASE und Sicherheitsbetrieb (SecOps) wachsen weiter über 20 %, die Marge steigt leicht.
- Regel: Nach unserem Standard (seit 2.4) nehmen wir den Konsens der nächsten zwei bis drei Jahre, ohne zusätzliches Abbremsen, sofern er sich mit unseren Bausteinen deckt; bei Abweichung das vorsichtigere Ende.
- Konsens: +29,2 % für 2026 – das Jahr ist zu drei Vierteln gelaufen und vom Hardware-Schub getragen – und +9,4 % für 2027. Ab den letzten vier Quartalen gerechnet sind das rund 10,5 % im Jahr. Unsere Bausteine ergeben 11,1 %. Wir rechnen mit 11 %.
- Warum nicht die 39 % der letzten zehn Jahre? Der Gewinn je Aktie startete 2015 bei einer operativen Marge von 1,5 %; heute liegt sie bei 33 %. Diese Ausweitung lässt sich nicht wiederholen. Ohne sie bleibt das Umsatzwachstum, und das verlangsamt sich: 2024 +12 %, 2025 +14 %.
- Warum die Marge leicht sinkend? Der Konsens für 2027 (+9 %) liegt unter dem Umsatzwachstum (+11 %) – auch die Analysten rechnen also mit etwas weniger Marge, weil Speicherchips teurer sind und Hardware einen größeren Anteil hat.
- Offen gerechnet: Mit 10 % (End-KGV 20) läge unser Wert bei rund 42 USD, mit 13 % (End-KGV 26) bei 68 USD, mit 15 % (End-KGV 30) bei 91 USD.
Unsere Annahmen neben den Analystenschätzungen
| Analysten / Fortinet | Unser Basisfall | Einordnung | |
|---|---|---|---|
| Gewinn je Aktie, letzte vier Quartale | 3,44 USD Non-GAAP laut Fortinet | 2,99 USD nach unserer Rechnung | Ausgangspunkt: 3,44 − 0,34 (Mitarbeiteraktien) − 0,05 (Abschreibungen auf Zukäufe) − rund 0,05 (Beteiligungsgewinn Q1 2026, den Fortinet im Non-GAAP stehen lässt) − Rundung ≈ 2,99 USD |
| Gewinn je Aktie 2026 | 3,56 USD (41 Analysten); Fortinet: 3,54–3,58 USD | – | Non-GAAP; das Jahr ist zu drei Vierteln bekannt |
| Gewinn je Aktie 2027 | 3,90 USD (43 Analysten, Non-GAAP) | rund 3,92 USD Non-GAAP (3,44 × 1,111,25) | etwas über dem Konsens |
| Kursziel / Wert | Ø 145,55 USD (110–190 USD, 37 Analysten) | rund 67 USD (9 %), 49,82 USD (15 %) | Kursziele für zwölf Monate, kein Maßstab für 15 % Rendite |
Yahoo Finance (Stand 07.11.2026) – Sekundärquelle, nicht eigens geprüft. Ausblick laut Ergebnismeldung vom 28.10.2026.
Die Rechnung im Basisfall
Rechenweg Schritt für Schritt (aufklappen)
| Schritt | Wert |
|---|---|
| GAAP-Nettogewinn der letzten vier Quartale (2 282,3 Mio. USD) ÷ 743,3 Mio. verwässerte Aktien | 3,07 USD |
| − Einmalgewinne (Verkauf von Aktienbeteiligungen, Treuhand-Vergleich, Patente; 72,2 Mio. USD vor, 59,2 Mio. nach Steuern) | −0,08 USD |
| = Gewinn je Aktie nach unserer Rechnung | 2,99 USD |
| − Zinsertrag auf die Nettokasse nach Steuern (Standard 2.5a: 6,3 % des Gewinns, Schwelle 5 %) | −0,19 USD |
| = Gewinn aus dem Geschäft | 2,80 USD |
| × (1 + 11 %)10 | 2,839 |
| = Gewinn je Aktie in 10 Jahren | 7,95 USD |
| × KGV in 10 Jahren | 22 |
| = Kurs in 10 Jahren | 174,98 USD |
| ÷ 1,1510 (15 % Rendite pro Jahr) | 4,046 |
| = abgezinster Kurs in 10 Jahren | 43,26 USD |
| + Nettokasse je Aktie (Kasse 3,75 Mrd. + Anlagen 1,57 Mrd. − Anleihe 497 Mio. USD, geteilt durch 734,6 Mio. Aktien) | +6,56 USD |
| = Wert heute nach valueforge-Standard | 49,82 USD |
| Profi-Standard: End-KGV 18 (Grenze 18 statt 22), ÷ 1,0910 | 2,367 |
| + Nettokasse je Aktie | 6,56 USD |
| = fairer Wert heute nach Profi-Standard | 67,04 USD |
Warum ein End-KGV von 22? Regel: 2 × Wachstum in Prozent, mindestens 12, höchstens der Zehnjahresschnitt (Rule #1, Phil Town, 2006). Bei 11 % Wachstum ergibt das 22. Der Zehnjahresschnitt von 44,5 (Kurs Ende Dezember auf den Non-GAAP-Gewinn; Median 41,2) begrenzt nicht. Heute zahlt der Markt 34,5 auf den Non-GAAP-Gewinn und 39,7 auf unseren. Für den Profi-Wert gilt zusätzlich höchstens 18.
Warum dieser Gewinn? Fortinet rechnet im bereinigten Gewinn (Non-GAAP) die Mitarbeiteraktien, die Abschreibungen auf Zukäufe, Patentgewinne, Einmalgewinne und eine Steuerangleichung auf 18 % heraus. Wir folgen bei den Einmalgewinnen: Der Verkauf von Aktienbeteiligungen im ersten Quartal 2026 (50,7 Mio. USD) und der Treuhand-Vergleich im dritten (17,0 Mio. USD) sind kein Geschäft – den Beteiligungsgewinn nimmt Fortinet selbst übrigens nicht heraus. Als Kosten drin bleiben die Mitarbeiteraktien (304 Mio. USD in den letzten vier Quartalen): Sie sind Lohn, und Fortinet kauft jedes Jahr Aktien zurück, um die Verwässerung auszugleichen. Die Steuerquote nach GAAP lag in den letzten vier Quartalen bei 18,0 % – genau Fortinets Normalsatz, deshalb keine Steuerbereinigung. Mit dem Non-GAAP-Gewinn (3,44 USD) läge unser Wert bei 56,76 USD, mit dem reinen GAAP-Gewinn (3,08 USD) bei 51,21 USD.
Kasse und Zinsen: Fortinet hat 5,32 Mrd. USD Kasse und Anlagen und nur noch eine Anleihe über 497 Mio. USD (2,2 %, fällig 2031). Die Nettokasse von 4,82 Mrd. USD (6,56 USD je Aktie) zählt zum Wert. Dann darf der Zinsertrag darauf nicht auch noch im Gewinn stecken: Hochgerechnet auf die heutige Kasse sind das rund 171 Mio. USD vor Steuern im Jahr, 0,19 USD je Aktie oder 6,3 % des Gewinns – über der Schwelle von 5 %, deshalb rechnen wir mit dem Gewinn ohne Zinsen (Standard 2.5a). Offen gesagt: Ohne die Hochrechnung auf die heutige Kasse läge der Zinsanteil der letzten vier Quartale bei 4,6 % und damit unter der Schwelle; die Bereinigung kostet rund 2,92 USD Wert. Die vorausbezahlten Umsätze (7,9 Mrd. USD) zählen wir nicht als Schuld: Sie sind Leistungen, die Fortinet noch erbringen muss, aber kein Geld, das zurückgezahlt wird.
Vier Fälle mit Gewichten
| Fall | Die Geschichte dahinter | Wachstum | End-KGV | Wert (15 %) | Wert (9 %) | Gewicht (unsere Setzung) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stress | Die Firewall im Firmennetz wird zur Nebensache: Cloud-Sicherheit und die großen Cloud-Anbieter übernehmen, Preiskampf, die Marge sinkt (Gegenthese 1) | 3 % | 12 | 17,73 USD | 25,65 USD | 10 % – die Firewall verschwindet nicht in fünf Jahren; Fortinets eigenes SASE wächst mit (Billings +40 % in Q4 2025) |
| Schwach | Die Erneuerungswelle 2026 war vorgezogen, danach ein Kater wie 2023/24: Umsatz +6,0 %, Marge leicht sinkend, mehr Stücke je Rückkauf-Dollar (Gegenthese 2) | 7 % | 14 | 25,63 USD | 39,15 USD | 20 % – ein Kater wie 2024 ist schon einmal passiert (Billings +2 %) |
| Basisfall | Umsatz +10 %, Marge leicht sinkend, Aktienzahl −1,5 % im Jahr | 11 % | 22 | 49,82 USD | 67,04 USD | 50 % – Bausteine und Konsens |
| Stark | SASE und Sicherheitsbetrieb wachsen weiter über 20 %, KI-Sicherheit als neues Feld: Umsatz +11,5 %, Marge steigend | 13 % | 26 | 67,67 USD | 78,86 USD (KGV 18) | 20 % – so schnell wuchs Fortinet in der Vergangenheit sogar meist; der Konsens für 2027 liegt aber darunter |
| Gewichtet | 45,34 USD | 59,69 USD | 100 % |
Standardgewichte 10/20/50/20 % (Analyse-Standard 2.3/2.4) – unsere Setzung, keine statistische Wahrscheinlichkeit. End-KGV nach Regel 2 × g, mindestens 12. Profi-Werte mit End-KGV höchstens 18. Watchlist und Rechner führen den Basisfall (15 %).
Wert der vier Fälle nach unserem 15-%-Standard und gewichtet, gegen den Kurs.
Spanne des Werts nach unserem 15-%-Standard vom schwachen bis zum starken Fall.
Sensitivität und Kipppunkte
Wachstum und End-KGV tragen das Ergebnis. Valueforge-Wert (15 %); grün = über dem Kurs:
| Wachstum \ End-KGV | 14 | 22 | 30 | 40 |
|---|---|---|---|---|
| 7 % | 26 USD | 37 USD | 47 USD | 61 USD |
| 11 % | 34 USD | 50 USD | 66 USD | 85 USD |
| 13 % | 39 USD | 58 USD | 77 USD | 101 USD |
| 15 % | 46 USD | 68 USD | 91 USD | 119 USD |
| 17 % | 53 USD | 80 USD | 106 USD | 140 USD |
| 20 % | 67 USD | 101 USD | 135 USD | 178 USD |
Nach unserer Regel gehört zu jedem Wachstum genau ein End-KGV (2 × g); die übrigen Felder zeigen, was ein höheres oder niedrigeres KGV bewirken würde. 40 ≈ heutiges KGV auf unseren Gewinn (39,7); Zehnjahresschnitt 44,5.
Die dritte Stellschraube ist der Abzinsungssatz (Basisfall, so wie wir rechnen; bei 9 % ist das End-KGV höchstens 18):
| Abzinsungssatz | 9 % (Profi) | 12 % | 15 % (valueforge) |
|---|---|---|---|
| Basisfall | 67,04 USD | 62,90 USD | 49,82 USD |
Kurs 118,84 USD. Eigene Rechnung.
Kipppunkt Wachstum: Folgt das End-KGV unserer Regel (2 × g), müsste der Gewinn je Aktie zehn Jahre lang um 16,9 % im Jahr wachsen (End-KGV dann rund 34), damit der Kurs unsere 15 % bringt. Bei festem End-KGV von 22 wären es 22,1 %. Für 9 % Rendite mit dem Profi-End-KGV von 18 reichen 18,1 %. Bleibt das KGV dagegen beim Zehnjahresschnitt (44,5), genügen für 15 % schon 13,8 % – der Kurs setzt also voraus, dass Fortinet auch in zehn Jahren wie ein Wachstumswert bewertet wird.
Kipppunkt KGV: Bei 11 % Wachstum bräuchte es in zehn Jahren ein KGV von 57,1 – über dem Zehnjahresschnitt (44,5).
Tritt unser Basisfall ein, brächte die Aktie zum heutigen Kurs rund 4,5 % im Jahr – weniger als die Kapitalkosten des Marktes. So gerechnet: Vom Kurs (118,84 USD) sind 6,56 USD Nettokasse, für das Geschäft zahlt man also 112,28 USD; nach zehn Jahren steht der Gewinnwert von 174,98 USD ((174,98 ÷ 112,28)1/10 − 1).
Gegenrechnung über den Cashflow
Welches Wachstum des freien Cashflows verlangt der heutige Kurs? Wir rechnen mit dem freien Cashflow nach Mitarbeiteraktien (sie machen 8,3 % des operativen Cashflows aus, über der Schwelle von 5 %), zehn Jahren Wachstum, danach 3 % Dauerwachstum. Genau: Der Startwert wächst ab dem ersten Jahr mit der gesuchten Rate; jedes Jahr wird mit 1,09t (bzw. 1,15t) abgezinst; der Endwert ist der Cashflow des zehnten Jahres × 1,03 ÷ (0,09 − 0,03), abgezinst mit 1,0910. Gesucht ist die Rate, bei der die Summe den Unternehmenswert von 82,5 Mrd. USD trifft. Wir rechnen mit zwei Startwerten, weil der Cashflow 2026 außergewöhnlich hoch ist.
| Startwert | Betrag | Eingepreistes Wachstum bei 9 % | bei 15 % | Wert je Aktie bei 11 % Wachstum (9 %) |
|---|---|---|---|---|
| Letzte vier Quartale nach Mitarbeiteraktien | 3,13 Mrd. USD | 8,6 % pro Jahr | 20,3 % pro Jahr | rund 141 USD |
| Jahr 2025 nach Mitarbeiteraktien | 1,95 Mrd. USD | 14,8 % pro Jahr | 27,5 % pro Jahr | rund 90 USD |
Unternehmenswert 82,5 Mrd. USD (Börsenwert 87,3 Mrd. USD minus Nettokasse 4,82 Mrd. USD). Wert je Aktie = (abgezinste Cashflows + Nettokasse) ÷ 734,6 Mio. Aktien. Eigene Rechnung.
Der freie Cashflow der letzten vier Quartale (3,43 Mrd. USD) liegt um die Hälfte über dem Gewinn (2,28 Mrd. USD). Der Hauptgrund: Kunden zahlen Wartung und Sicherheits-Abos für ein bis fünf Jahre im Voraus. Wächst das Neugeschäft schneller als der Umsatz – 2026 stiegen die Billings um rund 30 %, der Umsatz um 20 % –, fließt Geld zu, das erst später als Umsatz gebucht wird. Dazu kommen die Mitarbeiteraktien, die den Gewinn mindern, aber kein Geld kosten (wir ziehen sie im Cashflow wieder ab).
Gemessen an den letzten vier Quartalen verlangt der Kurs bei 9 % Kapitalkosten nur rund 8,6 % Cashflow-Wachstum – weniger als unser Basisfall; die Cashflow-Rechnung ergibt dann rund 141 USD, über dem Kurs. Mit dem normaleren Jahr 2025 als Start sind es 14,8 % und rund 90 USD – unter dem Kurs. Die Wahrheit liegt dazwischen: Ein Teil des Vorauszahlungs-Schubs 2026 dreht sich wieder, wenn das Neugeschäft langsamer wächst – so geschehen 2024, als die Billings nur um 2 % stiegen.
Für unsere 15 % bräuchte es 20–27 % Cashflow-Wachstum im Jahr. Beide Methoden sagen deshalb: Für den Markt ist Fortinet je nach Startjahr günstig (Start letzte vier Quartale) bis teuer (Start 2025), für unsere Zielrendite klar zu teuer. Die Cashflow-Rechnung ist hier der freundlichere Maßstab, unser Gewinnmodell der strengere.
Value-Rechner – drei Fälle selbst einstellen
Der Rechner ist mit dem schwachen Fall, dem Basisfall und dem starken Fall vorbelegt; Gewinn je Aktie, Wachstum, KGV und Rendite lassen sich frei verstellen. Als Gewinn steht dort der Gewinn ohne Zinsertrag (Standard 2.5a), die Nettokasse ist im Zuschlag enthalten.
Fairer Wert von Fortinet in drei Szenarien
Erfüllt die Aktie die Value-Kriterien?
- ✓✓Umsatz wächst mindestens 7 % pro Jahr21,0 % p. a. (1,01 → 6,80 Mrd. USD) – 2025 +14,2 %, letzte vier Quartale +20,2 % → beides weit über 7 %; das Wachstum verlangsamte sich aber von über 20 % (bis 2023) auf 12–14 % (2024/25), 2026 mit Preiserhöhungen wieder rund 20 % · stark
- ✓✓Gewinn je Aktie wächst mindestens 7 % pro Jahr39,3 % p. a. (Non-GAAP, 0,10 → 2,76 USD) – Geschönt durch den Start bei 1,5 % operativer Marge (2015). Nach GAAP fünf Jahre 33 % im Jahr; 2025 +7,1 % (GAAP, höhere Steuerquote) bzw. +16,5 % (Non-GAAP); letzte vier Quartale Nettogewinn +22 % → der Punkt bleibt · stark
- ✓✓Free Cashflow wächst mindestens 7 % pro Jahr24,7 % p. a. (0,24 → 2,23 Mrd. USD) – 2025 +18,5 %, letzte vier Quartale +69 % (Vorauszahlungen der Kunden nach dem Billings-Sprung). 2024 waren es nur +8,6 % – der Cashflow schwankt mit dem Neugeschäft, liegt aber in beiden Prüfjahren über 7 % · stark
- ✓Eigenkapital je Aktie wächst6,5 % p. a. (0,86 → 1,62 USD) – Rückkäufe halten das Eigenkapital klein; 2022 und 2023 war es sogar negativ. Es wächst, aber unter 7 % → 1 (Regel der Watchlist: wachsend = 1, ab 7 % = 2) · erfüllt
- ✓✓Kapitalrendite (ROIC) im Schnitt über 10 %27,4 % im Schnitt (2016–2025, auf operative Aktiva) – Die übliche Rechnung (Eigenkapital + Schulden − Kasse) ergibt in jedem Jahr ein negatives Kapital, weil Kunden im Voraus zahlen. Wir rechnen deshalb auf Sachanlagen, Vorräte, Forderungen und Goodwill – 42 % im Jahr 2025, also nicht durch kleines Eigenkapital geschönt · stark
- ✓✓Bruttomarge stabil oder steigend79,3 % (3 Jahre) zu 76,7 % (10 Jahre) – Letzte vier Quartale 79,7 %, Q3 2026 nur 79,0 % (mehr Hardware, teurere Speicherchips). Immer noch über dem Zehnjahresschnitt → der Punkt bleibt, ist aber der wackligste · stark
- ✓✓Schulden in unter 3 Jahren aus dem Free Cashflow tilgbarAnleihe 497 Mio. USD = 2 Monate freier Cashflow – Netto hat Fortinet 4,8 Mrd. USD mehr Kasse als Schulden · stark
- –Kurs liegt unter dem fairen Wert
Ergebnis und Sicherheitsmarge
Profi-Standard (9 %): fairer Wert 67,04 USD, gewichtet 59,69 USD – der Kurs liegt 77,3 % über dem Wert.
valueforge-Standard (15 %): 49,82 USD, gewichtet 45,34 USD, Spanne schwach bis stark 26–68 USD – der Kurs liegt 138,6 % über dem Basisfall und 162,1 % über dem gewichteten Wert.
Aktueller Kurs: 118,84 USD. Nach beiden Maßstäben des Gewinnmodells über dem Wert; nur die Cashflow-Rechnung mit dem Rekordjahr als Start sieht einen Wert über dem Kurs (rund 141 USD).
Qualitätsstufe nach Gegenprüfung: 13 von 14 Punkten, Stufe „Spitze“ → 20 % Sicherheitsmarge (vor der Gegenprüfung ebenfalls 13 Punkte). Kein Zykliker-Zuschlag: Zwei Drittel des Umsatzes sind vorausbezahlte Abos und Wartung; selbst im Kater-Jahr 2024 wuchs der Umsatz um 12 %.
Kaufziel nach unserem Standard: 49,82 × 0,80 ≈ 39,85 USD (ungerundet gerechnet) (Profi-Standard: 67,04 × 0,80 = 53,63 USD).
Das ist kein Kursziel und keine Prognose. Wer zum Kaufziel kauft und unser Basisfall eintritt, käme auf rund 18,1 % im Jahr. So gerechnet: Vom Kaufpreis sind 6,56 USD Nettokasse, für das Geschäft zahlt man also 33,29 USD; nach zehn Jahren steht der Gewinnwert von 174,98 USD ((174,98 ÷ 33,29)1/10 − 1). Die Kasse zählt dabei nur einmal, beim Kauf.
Fazit
Fortinet ist ein hervorragendes Unternehmen: Umsatz +21 % im Jahr seit 2015, rund 80 % Bruttomarge, eine operative Marge, die von 1,5 auf 33 % gestiegen ist, eigene Chips und Kunden, die Jahre im Voraus bezahlen. Die Qualitätsprüfung ergibt 13 von 14 Punkten (Stufe „Spitze“); nur einen Punkt beim Eigenkapital je Aktie, das die Rückkäufe klein halten.
Mit 2,80 USD Gewinn je Aktie aus dem Geschäft, 11 % Wachstum, einem End-KGV von 22 und 6,56 USD Nettokasse kommen wir auf 49,82 USD nach unserem 15-%-Standard (Spanne 26 bis 68 USD) und rund 67 USD nach Profi-Standard. Beim Kurs von 118,84 USD liegt Fortinet 138,6 % über unserem Wert. Der Kurs verlangt rund 17 % Gewinnwachstum über zehn Jahre – deutlich mehr, als die Analysten für 2027 erwarten (+9 %).
Vier Punkte behalten wir im Blick:
- Ist der Hardware-Schub 2026 ein neues Niveau oder eine vorgezogene Erneuerungswelle? Maßstab: die Billings 2027.
- Hält der Service-Umsatz (Abos, Wartung) zweistelliges Wachstum?
- Wie stark drücken teurere Speicherchips die Bruttomarge, und halten die Preiserhöhungen?
- Was zeigen die nächsten Zahlen (Q4 2026 Anfang Februar 2027) und der erste Ausblick auf 2027?
Unsere Einordnung: Spitzenqualität, für unsere 15 % und auch nach Profi-Standard zu teuer. Unser 15-%-Wert liegt bei 49,82 USD, das Kaufziel mit 20 % Sicherheitsmarge bei 39,85 USD.
Interessenkonflikt: Der Autor hält keine Aktien von Fortinet. Alle eigenen Positionen stehen öffentlich unter Mein Depot.
Quellen
Quellen & Referenzen:
- Geschäftsberichte (10-K) und Quartalsberichte (10-Q) bis Q3 2026: SEC EDGAR, maschinenlesbare Daten über die SEC-Schnittstelle (abgerufen 07.11.2026)
- 10-K GJ 2025 vom 25.02.2026: ftnt-20251231.htm (Item 1 Geschäft, Wettbewerb, Fertigung; Note 2 Umsatz; Note 6 Zukäufe; Note 15 Kundenkonzentration)
- 10-Q Q3 2026 vom 30.10.2026: ftnt-20260930.htm (Lagebericht Produktumsatz und Marge, Note 10 Bestellverpflichtungen und Rechtsstreite, Note 11 Rückkäufe)
- Ergebnismeldungen (Ex. 99.1) 2015–2026 mit Non-GAAP-Abstimmung, zuletzt vom 28.10.2026: 8-K vom 28.10.2026
- Vergütung: Proxy-Statement (DEF 14A) vom 29.04.2026 (Geschäftsjahr 2025)
- Kapitalkosten (Profi-Standard 9 %): Aswath Damodaran, NYU Stern, implizite Risikoprämie nach Monaten: 1.9.2026 erwartete Marktrendite 8,8 %, 1.10.2026 9,0 % (abgerufen 25.10.2026)
- End-KGV-Regel: Phil Town, „Rule #1“, 2006
- Kurs- und Chartdaten: TradingView (NASDAQ:FTNT), Yahoo Finance (Kurse bis 06.11.2026)
- Analystenschätzungen, Kursziele und Vergleichszahlen: Yahoo Finance (Stand 07.11.2026) – Sekundärquelle, nicht eigens geprüft
Stand der Analyse: 7. November 2026. Datenstand der Kennzahlen: 07.11.2026 (SEC: 10-Q Q3 2026 vom 30.10.2026, Ergebnismeldung vom 28.10.2026, 10-K GJ 2025). Kurs: 118,84 USD vom 06.11.2026. Erstellt nach dem valueforge-Analyse-Standard 2.5.
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