Arista Networks Aktie – Analyse & fairer Wert
Ticker: ANET (NYSE)
Arista Networks baut Netzwerk-Switches und Router für Rechenzentren – die Geräte, über die Server und KI-Chips Daten austauschen. Alle Geräte laufen mit einem einzigen Betriebssystem (EOS). Mit dem KI-Ausbau der großen Cloud-Anbieter ist Arista zu einem der wichtigsten Lieferanten für Ethernet-Netze in KI-Rechenzentren geworden.
Fakten (Stand: 7. November 2026):
- Herkunft: Arista arbeitet seit rund zwei Jahrzehnten an seinem Netzwerk-Betriebssystem; Mitgründer Ken Duda ist seit 2004 dabei und heute Präsident und Technikchef. Börsengang 2014
- Chefin: Jayshree Ullal (seit 2008 Vorstandschefin, seit 2023 auch Vorsitzende des Verwaltungsrats; zuvor 15 Jahre bei Cisco). Größter Aktionär ist die Familienstiftung von Andy Bechtolsheim mit 14,6 % (Proxy 2026)
- Hauptsitz: Santa Clara, Kalifornien
- Mitarbeiter: rund 5.100 (31.12.2025)
- Größe: 150 Millionen ausgelieferte Netzwerk-Anschlüsse (Ports) bis Anfang 2026; seit September 2026 im S&P 100
- Marktkapitalisierung: ca. 216 Mrd. USD
- Kurs: 170,80 USD (06.11.2026); Spanne zwölf Monate 115–217 USD
- Dividende: keine – Arista kauft gelegentlich Aktien zurück (2026 bisher nicht)
- Bilanz: Kasse und Wertpapiere 14,36 Mrd. USD, keine Finanzschulden, Vorauszahlungen der Kunden 6,84 Mrd. USD (30.09.2026)
Zyklik: kein Zykliker im Sinne unserer Methodentabelle, aber mit zyklischen Zügen. Der Umsatz hängt an den Investitionen weniger Cloud-Riesen; 2020 sank er um 4 %, 2022 stieg er um 49 %, im dritten Quartal 2026 um 58,5 %. Wartungsverträge (16 % des Umsatzes) laufen stetig. Zyklus-Kontrolle siehe Abschnitt Fairer Wert.
| Geschäft | Switches und Router mit eigenem Betriebssystem für Rechenzentren, KI-Cluster und Campus-Netze. Umsatz 11,9 Mrd. USD in den letzten vier Quartalen, operative Marge 44 % |
| Charakter | Schnell wachsender Qualitätswert: Umsatz +27 % im Jahr seit 2015, Bruttomarge rund 63 %, zuletzt sinkend, keine Schulden – aber abhängig von wenigen Großkunden |
| Hauptthese | KI-Rechenzentren brauchen schnelle Netze zwischen Tausenden Chips, und Ethernet setzt sich dort durch. Arista liefert Geräte mit einem einheitlichen Betriebssystem (EOS) und hat bei den größten Rechenzentrumsbetreibern einen festen Platz |
| Größtes Risiko | Zwei Kunden brachten 2025 zusammen 42 % des Umsatzes. Verschieben sie ihre KI-Investitionen oder bauen eigene Geräte, bricht das Wachstum ein. Und die Bewertung: Für unsere 15 % müsste der Gewinn je Aktie zehn Jahre lang um rund 19 % im Jahr wachsen |
| Qualität | Zehnjahresrechnung 13 von 14 Punkten, nach unserer Gegenprüfung 13 von 14 – Stufe „Spitze“ (nur die Bruttomarge sinkt leicht) |
| Einordnung | Fairer Wert nach Profi-Standard rund 121 USD, nach unserem 15-%-Standard 125,27 USD – der Kurs von 170,80 USD liegt 36,3 % über unserem Wert und 41,3 % über dem Profi-Wert. Kaufziel mit 20 % Sicherheitsmarge: 100,22 USD. |
| 1. Gewinn je Aktie | 3,62 USD |
| GAAP-Nettogewinn der letzten vier Quartale 4 752 Mio. USD ÷ 1 276 Mio. Aktien = 3,72 USD (Summe der Quartals-EPS: 3,72) ohne Einmalgewinne (Gewinne aus Beteiligungen an Start-ups, Steuergutschrift: 0,10 USD). Mitarbeiteraktien bleiben Kosten; Aristas bereinigter Gewinn ohne sie: 3,91 USD. | |
| Ohne Zinsertrag | 3,26 USD |
| Weil wir die Nettokasse zum Wert zählen, nehmen wir den Zinsertrag darauf aus dem Gewinn (0,36 USD = 9,8 % des Gewinns, Schwelle 5 %, Standard 2.5a). | |
| 2. Wachstum pro Jahr | 16 % |
| Unsere Bausteine: Umsatz +16 %, Marge +0,0 %, Aktienzahl unverändert (letzte fünf Jahre +0,1 % im Jahr) = rund 16 %. Der Konsens erwartet 5,64 USD (Non-GAAP) für 2027 – rund 29 % mehr als 2026 laut Ausblick (4,37 USD). Das gilt für ein, zwei Jahre, nicht für zehn: Wir rechnen damit, dass der KI-Ausbau sich nach dem Boom normalisiert. | |
| 3. KGV in zehn Jahren | 32 |
| Feste Regel: 2 × Wachstum (16 × 2 = 32), mindestens 12, höchstens der Zehnjahresschnitt (35,3). Heute zahlt der Markt das 47,2-Fache unseres Gewinns. | |
| Plus Nettokasse | + 11,37 USD |
| Kasse und Wertpapiere (14,36 Mrd. USD), keine Schulden, je Aktie. Dividenden gibt es keine. | |
| 4a. Profi-Standard: 9 % | rund 121 USD |
| Fairer Wert mit den Kapitalkosten des Marktes (erwartete Marktrendite nach Damodaran: 8,8 % am 1.9.2026, 9,0 % am 1.10.2026; wir rechnen mit 9 %). Das End-KGV darf hier höchstens 18 sein. | |
| 4b. valueforge-Standard: 15 % | 125,27 USD |
| Unsere persönliche Zielrendite – wir kaufen nur, wenn auch bei Fehlern in unseren Annahmen eine gute Rendite bleibt. Dieser Wert steht in Watchlist und Value-Rechner. | |
| Kurs heute | 170,80 USD |
| 41,3 % über dem fairen Wert nach Profi-Standard, 36,3 % über unserem 15-%-Wert. | |
| Gegenrechnung | 16,7 % eingepreist |
| Über den freien Cashflow nach Mitarbeiteraktien gerechnet verlangt der Kurs bei 9 % Kapitalkosten 16,7 % Wachstum im Jahr (Start: letzte vier Quartale ohne Zinsertrag; ab 2025 gerechnet 18,9 %), über unseren 16 %. Die Cashflow-Rechnung ergibt rund 162 USD, das Profi-Gewinnmodell rund 121 USD: Nur die Cashflow-Rechnung zählt die einbehaltenen Gewinne mit (Details unten). Für 15 % reicht der Kurs nicht. | |
| Kaufziel | 100,22 USD |
| 15-%-Wert minus 20 % Sicherheitsmarge – Qualitätsstufe „Spitze“ (Profi-Standard: 96,69 USD). | |
Gewichtet über vier Fälle (Stress, schwach, Basis, stark mit 10/20/50/20 %): 113,54 USD nach unserem Standard, rund 112 USD nach Profi-Standard. Jede Zahl ist weiter unten hergeleitet.
| unter rund 100 USD | Kaufzone nach unserem Standard |
| 100 bis 125 USD | beobachten – unter unserem 15-%-Wert, aber noch ohne volle Sicherheitsmarge |
| über 125 USD | nach beiden Blickwinkeln über dem Wert ← Kurs heute |
Der Kurs liegt über beiden Werten. Für unsere 15 % müsste der Gewinn je Aktie zehn Jahre lang um rund 19 % im Jahr wachsen – der Konsens erwartet für 2027 zwar rund 29 % mehr Gewinn als 2026, aber nur für dieses eine Jahr. Der starke Fall (20 % Wachstum, KGV 35,3) ergibt 187,73 USD (über dem Kurs); die tiefste Notierung der letzten zwölf Monate lag bei 114,52 USD. Wann wir neu rechnen: nach unten, sobald ein Abbruchkriterium eintritt (siehe Gegenthese); nach oben, wenn der Umsatz auch 2028 um mehr als 20 % wächst – also nach dem Konsenszeitraum – und Unternehmen und Campus-Netze einen größeren Anteil tragen. Spätestens nach den nächsten Zahlen (Q4 2026 Mitte Februar 2027). Das ist eine Einordnung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
Arista stand bisher ohne eigene Analyse in unserer Watchlist. Dies ist unsere erste eigene Analyse; ein Änderungsprotokoll führen wir ab der nächsten Fassung.
Geschäftsmodell
Arista verdient auf zwei Wegen:
- Produkte (84 % des Umsatzes 2025): Switches und Router für Rechenzentren – von den Geräten im Server-Schrank bis zu den großen „Spine“-Systemen, die ganze KI-Cluster verbinden (Etherlink-Reihe, 7800R4) –, dazu Campus-Switches, WLAN und seit Juni 2025 die SD-WAN-Technik VeloCloud (von Broadcom übernommen, 300 Mio. USD). Die Netzwerkchips kauft Arista zu, vor allem bei Broadcom; gefertigt wird bei Auftragsfertigern (Jabil, Sanmina, Foxconn) in Malaysia, Vietnam und Mexiko. Den Unterschied macht die Software.
- Service (16 %): Wartungs- und Supportverträge für die installierten Geräte, meist im Voraus bezahlt. Bruttomarge rund 82 %.
Das Herzstück ist EOS, ein einziges Betriebssystem für alle Geräte, dazu die Verwaltungssoftware CloudVision. Wer sein Rechenzentrum auf EOS automatisiert hat, kann Geräte tauschen und erweitern, ohne Werkzeuge und Abläufe neu zu bauen. Arista verkauft direkt an die großen Kunden und über Händler und Systemhäuser an Unternehmen.
Vorauszahlungen und Auftragsbestand: Die Vorauszahlungen der Kunden (Deferred revenue) stiegen von 1,5 Mrd. USD (Ende 2023) auf 6,84 Mrd. USD (30.09.2026). Dahinter stehen vor allem Lieferungen an Großkunden, die erst nach deren Abnahmetests als Umsatz zählen. Der vertraglich vereinbarte, noch nicht gebuchte Umsatz (RPO) lag am 30.09.2026 bei 8,6 Mrd. USD, zu rund 91 % fällig in zwei Jahren (10-Q Note 3).
Umsatzverteilung
| Umsatzart | 2025 | Anteil | Wachstum 2025 | 9 Monate 2026 | Wachstum | Was dahinter steckt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Produkte (Switches, Router, WLAN, Software-Lizenzen) | 7,58 Mrd. USD | 84 % | +29 % | 8,11 Mrd. USD | +48 % | Netzwerk-Hardware mit dem Betriebssystem EOS – einmalig bezahlt, schwankt mit den Investitionen der Großkunden |
| Service (Wartung und Support) | 1,43 Mrd. USD | 16 % | +28 % | 1,30 Mrd. USD | +25 % | Support-Verträge (PCS) für die installierten Geräte – meist im Voraus bezahlt, wächst mit dem Gerätebestand |
| Umsatz | 9,01 Mrd. USD | 100 % | +29 % | 9,40 Mrd. USD | +44 % |
Quelle: 10-K GJ 2025 (17.02.2026), Lagebericht; 10-Q Q3 2026 (04.11.2026), Lagebericht. Arista berichtet nur ein Segment und weist keinen Gewinn je Umsatzart aus; die Bruttomarge lag 2025 bei Produkten bei 60,7 %, beim Service bei 81,9 % (eigene Rechnung aus den Kosten je Umsatzart).
| Kundengruppe (Anteil am Umsatz 2025) | Anteil | Wer das ist |
|---|---|---|
| Cloud- und KI-Riesen („Cloud and AI Titans“) | rund 48 % | die größten Betreiber von Rechenzentren und KI-Clustern |
| Unternehmen („Enterprise“) | rund 32 % | Rechenzentren, Campus- und Filialnetze großer Firmen |
| KI- und Spezialanbieter | rund 20 % | neue KI-Cloud-Anbieter („Neoclouds“), Netzbetreiber, Finanzhäuser |
Quelle: 10-K GJ 2025, Lagebericht (Angaben „approximately“). Für 2026 nennt Arista keine Aufteilung.
Der wichtigste Punkt dieser Seite: zwei Kunden tragen 42 % des Umsatzes. Laut 10-K kam 2025 ein Endkunde auf 26 % des Umsatzes (2024: 20 %, 2023: 18 %), ein zweiter auf 16 % (2024: 15 %, 2023: 21 %). Arista nennt die Namen nicht. Diese Kunden bestellen per Einzelauftrag, können kurzfristig verschieben und bekommen Rabatte, längere Garantien und Abnahmeklauseln. Für die ersten neun Monate 2026 gibt es keine neuen Prozentzahlen.
Nach Regionen kamen 2025 79 % des Umsatzes aus Nord- und Südamerika, 12 % aus Europa, Nahost und Afrika und 9 % aus Asien-Pazifik; in den ersten neun Monaten 2026 stammten 7,55 von 9,40 Mrd. USD aus den USA (10-K, 10-Q Note 8). Nach Produktgruppen ordnete Arista 2025 rund 65 % dem Kern zu (KI, Cloud, Rechenzentrum), 18 % den „Nachbarfeldern“ Campus und Routing und 17 % Software und Service.
Umsatz je Quartal in Mio. USD, Q4 2024 bis Q3 2026. Quelle: SEC-Daten.
Qualitätsprüfung
Bevor wir einen fairen Wert rechnen, prüfen wir, ob das Unternehmen gut genug ist (je 0 bis 2 Punkte; Stufen: Spitze 12–14, stark 9–11, solide 6–8, schwach 0–5). Die Spalte „Zehn Jahre“ folgt den Schwellen unserer Watchlist (Wachstum ab 7 % = 1 Punkt, ab 12 % = 2; Eigenkapital je Aktie wachsend = 1, ab 7 % = 2; Kapitalrendite ab 10 % = 1, ab 20 % = 2). In der letzten Spalte vergeben wir die Punkte ein zweites Mal – nach unserer Gegenprüfung. Bei Umsatz, Gewinn und Free Cashflow gilt: Erreichen das letzte Geschäftsjahr (2025) und der aktuelle Stand (letzte vier Quartale) die Schwelle von 7 %, bleibt der Punktwert; nur das Vorjahr höchstens 1 Punkt; sonst 0. Die Gegenprüfung kann Punkte nur abziehen, nicht dazugeben. Diese Note steht auch in der Watchlist und im Value-Rechner.
| Kriterium | Arista (2015–2025) | Zehn Jahre | Gegenprüfung | Nach Prüfung |
|---|---|---|---|---|
| Umsatz wächst mind. 7 % im Jahr | 26,8 % p. a. (0,84 → 9,01 Mrd. USD) | 2 | 2025 +28,6 %, letzte vier Quartale +40,7 % → beides weit über 7 %. Einziger Rückgang in zehn Jahren: 2020 (−4 %) | 2 |
| Gewinn je Aktie wächst mind. 7 % | 39,3 % p. a. (GAAP, 0,10 → 2,75 USD) | 2 | Non-GAAP 35 % im Jahr (2018 drückt der Cisco-Vergleich den GAAP-Wert); 2025 +23,3 % (GAAP) bzw. +28,4 % (Non-GAAP); letzte vier Quartale Nettogewinn +42 % → der Punkt bleibt | 2 |
| Free Cashflow wächst | 34,6 % p. a. (0,22 → 4,25 Mrd. USD) | 2 | 2025 +15,7 %, letzte vier Quartale +24 %. Der Cashflow schwankt stark mit Vorräten und Vorauszahlungen (2022 nur 0,45 Mrd. USD wegen Lageraufbau), liegt aber in beiden Prüfjahren über 7 % | 2 |
| Eigenkapital je Aktie wächst | 30,3 % p. a. (0,69 → 9,70 USD) | 2 | Arista behält den größten Teil der Gewinne; Rückkäufe (3,9 Mrd. USD seit 2019) bremsen kaum → kein geschöntes Bild | 2 |
| Kapitalrendite (ROIC) über 10 % | 54,1 % im Schnitt (2016–2025, auf operative Aktiva) | 2 | Die übliche Rechnung (Eigenkapital + Schulden − Kasse) ergibt nur ein kleines Kapital, weil fast das ganze Eigenkapital als Kasse daliegt. Wir rechnen deshalb auf Sachanlagen, Vorräte, Forderungen und Goodwill – 63 % im Jahr 2025, ohne Schulden und ohne Rückkauf-Effekt | 2 |
| Bruttomarge stabil oder steigend | 63,4 % (3 Jahre) zu 63,5 % (10 Jahre) | 1 | Knapp unter dem Zehnjahresschnitt; letzte vier Quartale 62,9 %, neun Monate 2026 62,9 % nach 64,5 % – teurere Speicher- und Siliziumchips und Rabatte für Großaufträge (10-Q). Der Punkt bleibt bei 1 | 1 |
| Schulden in unter 3 Jahren tilgbar | keine Finanzschulden | 2 | Arista hat 14,4 Mrd. USD Kasse und Wertpapiere; eine Kreditlinie nennt Arista nicht | 2 |
| Summe | 13 | 13 |
Alle Kennzahlen: eigene Rechnung aus SEC-Daten, Aktienzahlen nach beiden Splits 4:1 (2021, 2024). Kapitalrendite mit einheitlich 18 % Steuer. Maßgeblich – auch in Watchlist und Value-Rechner – ist „Nach Prüfung“.
Burggraben
Art: Aristas Burggraben beruht auf Wechselkosten und einem Kostenvorteil im Betrieb. Wechselkosten entstehen, weil große Kunden ihre Rechenzentren mit EOS und CloudVision automatisieren: Tausende Switches, eigene Programme und Abläufe hängen an derselben Software. Der Kostenvorteil liegt nicht im Gerät – die Chips kaufen alle bei denselben Lieferanten –, sondern in weniger Ausfällen und weniger Personal für den Netzbetrieb. Das lässt sich nur indirekt belegen.
| Beleg | Befund | Spricht für den Graben? |
|---|---|---|
| Bruttomarge | 64,9 % (2015) → 64,1 % (2025), trotz Großkunden mit Mengenrabatt | Ja – stabil, aber nicht steigend |
| Operative Marge | 17,8 % (2015) → 43,8 % (letzte vier Quartale) | Ja – Größenvorteil wirkt |
| Wachstum und Stellung | Umsatz +27 % im Jahr seit 2015; Gartner sah Arista im Magic Quadrant „Data Center Switching“ (31.03.2025) als Anbieter mit der höchsten Umsetzungsstärke (laut Ergebnismeldung 12.02.2026). Marktanteile weist Arista nicht aus | Ja |
| Kundenbindung | Die größten Kunden kaufen seit Jahren in steigenden Mengen (Anteil Kunde 1: 18 → 20 → 26 %, 2023–2025); Vorauszahlungen 6,84 Mrd. USD, Auftragsbestand 8,6 Mrd. USD | Ja – aber auf wenige Kunden konzentriert |
| Kapitalrendite | ROIC auf operative Aktiva 63 % (2025), inkrementell 68 % (2020–2025) | Ja |
| Preissetzung | Arista erhöht laut 10-K „von Zeit zu Zeit“ Preise; trotzdem sank die Produktmarge in den ersten neun Monaten 2026 von 61,2 auf 59,7 % (teurere Bauteile, Rabatte für Großaufträge) | Teilweise – die Großkunden haben Verhandlungsmacht |
Quellen: 10-K 2015–2025, 10-Q Q3 2026, Ergebnismeldungen (Ex. 99.1). Produktmarge eigene Rechnung aus Umsatz und Kosten je Umsatzart.
- Ein Betriebssystem: EOS auf allen Geräten, mit offener Programmierschnittstelle und Updates ohne Ausfall
- Verwurzelung bei den Großen: fast die Hälfte des Umsatzes mit Cloud- und KI-Riesen, die ihre Abläufe auf EOS gebaut haben
- Ethernet im KI-Rechenzentrum: Arista arbeitet mit AMD, Broadcom, Meta, Microsoft und anderen an offenen Standards für KI-Netze (Ergebnismeldung 03.11.2026)
- Kein Ballast: keine Schulden, keine Wertminderungen auf Goodwill, eigene Entwicklung statt teurer Übernahmen
- Nvidia: verkauft eigene Netze (InfiniBand, NVLink, Spectrum-X-Ethernet) im Paket mit den KI-Chips – laut 10-K ein Wettbewerber, der Kaufentscheidungen beeinflussen kann
- Die Kunden selbst: Großkunden können Switches selbst entwerfen und bei Auftragsfertigern bauen lassen („White Box“) – mit Broadcom-Chips, die auch Arista nutzt
- Cisco und HPE (mit Juniper): bündeln Netz, Sicherheit und Server und greifen vor allem bei Unternehmen an
- Abhängigkeit: Broadcom als wichtigster Chiplieferant ohne festen Liefervertrag; knappe Speicherchips
Quantitative Faktoren
Alle Reihen umfassen die Geschäftsjahre 2015 bis 2025 (Kalenderjahre), dazu die letzten vier Quartale (Q4 2025 bis Q3 2026). Alle Je-Aktie-Werte sind auf die beiden Aktiensplits 4:1 vom November 2021 und Dezember 2024 umgerechnet (zusammen 16:1). Sämtliche Zahlen stammen aus den Berichten bei der SEC (abgerufen am 07.11.2026). Jede Karte endet mit einer Gegenprüfung.
1. Umsatz je Aktie
Umsatz je verwässerter Aktie in USD (SEC, nach beiden Splits).
Von 0,73 auf 7,06 USD, 25,5 % pro Jahr. Der Umsatz stieg von 0,84 auf 9,01 Mrd. USD (26,8 % im Jahr), in den letzten vier Quartalen auf 11,89 Mrd. USD (+40,7 %). Für das vierte Quartal 2026 erwartet Arista 3,9–4,0 Mrd. USD; damit käme 2026 auf rund 13,3–13,4 Mrd. USD (+48 %, eigene Rechnung). Der Konsens erwartet für 2027 18,55 Mrd. USD (14 Schätzungen, Yahoo Finance, 07.11.2026, teils noch vor der Q3-Anhebung).
Aber: Das Wachstum hängt an wenigen Käufern: Zwei Endkunden brachten 2025 zusammen 42 % des Umsatzes, und die Gruppe der Cloud- und KI-Riesen fast die Hälfte. Diese Kunden bestellen per Einzelauftrag und können Investitionen verschieben. Auch die Vorräte (3,21 Mrd. USD) und die Bestellverpflichtungen bei Lieferanten (11,4 Mrd. USD, 30.09.2026) sind stark gestiegen – bricht die Nachfrage ein, drohen Abschreibungen. 2020 sank der Umsatz schon einmal um 4 %.
2. Bruttomarge und operative Marge
Bruttomarge (orange) und operative Marge nach GAAP (grau, gestrichelt) in Prozent, 2015–2025.
Die Bruttomarge liegt seit zehn Jahren fast unverändert zwischen 61,1 und 64,9 % (2025: 64,1 %) – obwohl Arista zu 84 % Hardware verkauft. Die operative Marge nach GAAP stieg von 17,8 auf 42,8 %, in den letzten vier Quartalen auf 43,8 %. Der Einbruch 2018 (12,7 %) ist die einmalige Zahlung von 405 Mio. USD aus dem Vergleich mit Cisco.
Aber: Die Bruttomarge ist seit zehn Jahren nicht gestiegen: 64,9 % (2015) gegen 64,1 % (2025), in den ersten neun Monaten 2026 nur 62,9 %. Laut 10-Q drücken teurere Speicher- und Siliziumchips und die Rabatte für Großaufträge. Die operative Marge stieg nur, weil Vertrieb und Verwaltung viel langsamer wachsen als der Umsatz – dieser Hebel ist bei rund 45 % nicht beliebig weiter zu ziehen.
3. Gewinn je Aktie
Gewinn je Aktie in USD, verwässert: Non-GAAP laut Arista (orange) und GAAP (grau, gestrichelt).
Bereinigt laut Arista (Non-GAAP) stieg der Gewinn je Aktie von 0,15 auf 2,98 USD, nach GAAP von 0,10 auf 2,75 USD (39 % im Jahr, fünf Jahre: 41 %). Die letzten vier Quartale: 0,75 + 0,80 + 0,95 + 1,22 = 3,72 USD nach GAAP (3,91 USD Non-GAAP). Ohne Beteiligungsgewinne und die Steuergutschrift nach unserer Rechnung 3,62 USD.
Aber: Im dritten Quartal 2026 lag der GAAP-Gewinn (1,22 USD) sogar über dem bereinigten (1,20 USD): 134,5 Mio. USD Gewinn aus einer strategischen Beteiligung, auf welche, sagt Arista nicht. Solche Gewinne nehmen wir heraus. Dauerhaft ist dagegen der Abstand durch Mitarbeiteraktien (0,33 USD je Aktie nach Steuern), die Arista herausrechnet und wir nicht. Die GAAP-Steuerquote schwankt stark (2018 negativ wegen des Cisco-Vergleichs, 2019 0,3 %, 2024 12,6 %, 2025 17,4 %), vor allem wegen der Steuervorteile aus Mitarbeiteraktien.
4. Operativer Cashflow gegen Investitionen
Operativer Cashflow (orange) und Investitionen in Sachanlagen (grau), in Mrd. USD.
Der operative Cashflow stieg von 0,24 auf 4,37 Mrd. USD (2025), in den letzten vier Quartalen auf 5,24 Mrd. USD. Investiert wurden 2025 nur 120 Mio. USD (1,3 % des Umsatzes): Arista lässt bei Jabil, Sanmina und Foxconn fertigen und braucht kaum eigene Anlagen. 2026 steigen die Investitionen wegen des Neubaus in Santa Clara (9 Monate: 185 Mio. USD).
Aber: Der Cashflow schwankt mit dem Lager. 2022 fiel er auf 0,49 Mrd. USD, obwohl der Gewinn stieg – Arista legte wegen knapper Chips Vorräte an (0,65 → 1,29 Mrd. USD). 2026 wiederholt sich das: In neun Monaten banden höhere Vorräte 963 Mio. USD, und der freie Cashflow des dritten Quartals sank trotz +58 % Umsatz unter den des Vorjahres.
5. Free Cashflow je Aktie
Free Cashflow je Aktie in USD; orange vor, grau nach Mitarbeiteraktien.
Der freie Cashflow stieg von 0,22 auf 4,25 Mrd. USD (3,33 USD je Aktie), in den letzten vier Quartalen auf 5,02 Mrd. USD. Je Aktie wuchs er seit 2015 um 33,2 % pro Jahr. Mitarbeiteraktien kosten 9,8 % des operativen Cashflows (letzte vier Quartale; 2025: 10,0 %); danach bleiben 2,99 USD je Aktie (2025). Der freie Cashflow der letzten vier Quartale entspricht 106 % des GAAP-Gewinns.
Aber: Der Sprung von 0,45 Mrd. USD (2022) auf 3,68 Mrd. USD (2024) kam zu einem großen Teil aus Vorauszahlungen der Großkunden: Arista bucht Umsatz erst, wenn der Kunde die Geräte abgenommen hat, das Geld fließt aber oft vorher. Diese Vorauszahlungen stiegen von 1,5 Mrd. USD (Ende 2023) auf 6,84 Mrd. USD (30.09.2026). Wächst dieser Posten nicht mehr, fällt der freie Cashflow auf das Niveau des Gewinns zurück.
6. Vorräte und Vorauszahlungen der Kunden
Vorräte (orange) und Vorauszahlungen der Kunden (grau) zum Jahresende, in Mrd. USD.
Zwei Bilanzposten zeigen, wie stark Arista vom KI-Ausbau seiner Großkunden lebt. Die Vorräte stiegen von 0,09 Mrd. USD (2015) auf 2,25 Mrd. USD (2025) und am 30.09.2026 auf 3,21 Mrd. USD; darin stecken 874 Mio. USD Geräte, die Kunden gerade testen. Die Vorauszahlungen (Deferred revenue) wuchsen von 0,2 auf 5,4 Mrd. USD (2025) und stehen bei 6,84 Mrd. USD. Die vertraglich zugesagten, noch nicht gebuchten Umsätze (RPO) liegen bei 8,6 Mrd. USD, rund 91 % davon fällig in zwei Jahren (10-Q, Note 3).
Aber: Außerhalb der Bilanz hat sich Arista bei Fertigern und Chiplieferanten zu Käufen über 11,4 Mrd. USD verpflichtet (30.09.2026; ein Jahr zuvor 4,8 Mrd.), 9,3 Mrd. davon in den nächsten zwölf Monaten – begründet mit dem schnellen Aufbau von KI-Netzen und knappen Speicher- und Siliziumchips. Das ist fast so viel wie der Umsatz der letzten vier Quartale. Bricht die Nachfrage ein, drohen Abschreibungen wie 2023 (Lager- und Lieferantenabschreibungen; 2024 fielen sie um 180 Mio. USD niedriger aus, deshalb stieg die Bruttomarge 2024 wieder).
7. Kasse und Schulden
Kasse plus Wertpapiere zum Jahresende, in Mrd. USD. Arista hat keine Finanzschulden.
Am 30.09.2026 hielt Arista 2,29 Mrd. USD Kasse und 12,07 Mrd. USD Wertpapiere (Laufzeit höchstens drei Jahre). Finanzschulden gibt es keine; eine Kreditlinie nennt Arista nicht. Nettokasse 14,36 Mrd. USD (11,37 USD je Aktie) – rund 7 % des Börsenwerts.
Aber: Ein Teil der Kasse ist Kundengeld im Voraus: Den 14,4 Mrd. USD stehen 6,8 Mrd. USD vorausbezahlte Leistungen und 11,4 Mrd. USD Kaufverpflichtungen gegenüber. Und die Zinsen auf die Kasse machen rund 10 % des Gewinns aus; weil wir die Kasse dem Wert zuschlagen, rechnen wir den Gewinn ohne diese Zinsen (3,26 statt 3,62 USD je Aktie).
8. Anzahl der Aktien
Verwässerte Aktienzahl im Jahresdurchschnitt (nach beiden Splits), in Millionen.
Die verwässerte Aktienzahl stieg von 1 143 Mio. (2015) auf 1 276 Mio. (2025), +1,1 % pro Jahr; seit 2020 ist sie praktisch gleich geblieben (1 271 → 1 276 Mio.). Am 30.09.2026 waren 1 263,4 Mio. Aktien ausstehend, 6,9 Mio. mehr als Ende 2025.
Aber: Trotz Rückkäufen von 3,9 Mrd. USD (2016–2025) stieg die Zahl der verwässerten Aktien um 1,1 % im Jahr, weil Mitarbeiteraktien laufend neue Stücke schaffen (2,0 Mrd. USD Aufwand in zehn Jahren). 2026 hat Arista bisher gar nicht zurückgekauft; die Aktienzahl stieg bis September um 6,9 Mio. Stück.
9. Kurs-Gewinn-Verhältnis
Kurs Ende Dezember geteilt durch den Non-GAAP-Gewinn je Aktie laut Arista (heutige Zählung).
Das KGV (Kurs Ende Dezember, Non-GAAP-Gewinn laut Arista) lag zwischen 20,9 und 50,1; der Zehnjahresschnitt (2016–2025) liegt bei 35,3 (Median 33,0), die letzten drei Jahre bei 41,8. Heute: 43,7 auf den Non-GAAP-Gewinn, 47,2 auf unseren.
Aber: Der Markt hat Arista zehn Jahre lang mit einem KGV um 35 bewertet, weil der Gewinn je Aktie um rund 35 % im Jahr wuchs. Ein solches KGV setzt voraus, dass das Wachstum hoch bleibt. Unser End-KGV folgt dem Wachstum (Regel 2 × g, höchstens der Zehnjahresschnitt) und liegt im Basisfall bei 32 – unter dem heutigen Wert von 47,2.
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Kapitalrendite zerlegt
Normalerweise rechnen wir ROIC = operativer Gewinn nach Steuern ÷ investiertes Kapital (Eigenkapital plus Finanzschulden minus Kasse). Bei Arista ist dieses Kapital winzig (2025: 1,63 Mrd. USD), weil fast das ganze Eigenkapital als Kasse und Wertpapiere daliegt; die Rendite darauf läge bei 194 % und sagt nichts. Wir rechnen deshalb auf die operativen Aktiva: Sachanlagen, Vorräte, Forderungen sowie Goodwill und erworbene Rechte – das Kapital, das im Geschäft steckt. Zerlegt: ROIC = Marge nach Steuern × Kapitalumschlag. Getragen hat den Anstieg die Marge (nach Steuern von 14,6 auf 35,1 %); der Umschlag sank von 2,65 auf 1,79, weil die Vorräte schneller wuchsen als der Umsatz.
Tabelle 2015–2025 (aufklappen)
| Jahr | Operativer Gewinn nach Steuern | Operative Aktiva | Marge nach Steuern | Umschlag | = ROIC | ohne Goodwill |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2015 | 0,12 Mrd. | 0,32 Mrd. | 14,6 % | 2,65 | 38,7 % | 39 % |
| 2016 | 0,20 Mrd. | 0,57 Mrd. | 17,7 % | 1,99 | 35,2 % | 35 % |
| 2017 | 0,39 Mrd. | 0,63 Mrd. | 23,4 % | 2,62 | 61,4 % | 61 % |
| 2018 | 0,22 Mrd. | 0,78 Mrd. | 10,4 % | 2,74 | 28,6 % | 33 % |
| 2019 | 0,66 Mrd. | 0,78 Mrd. | 27,4 % | 3,11 | 85,3 % | 98 % |
| 2020 | 0,57 Mrd. | 1,21 Mrd. | 24,8 % | 1,91 | 47,3 % | 64 % |
| 2021 | 0,76 Mrd. | 1,53 Mrd. | 25,7 % | 1,93 | 49,7 % | 61 % |
| 2022 | 1,25 Mrd. | 2,70 Mrd. | 28,6 % | 1,63 | 46,4 % | 54 % |
| 2023 | 1,85 Mrd. | 3,44 Mrd. | 31,6 % | 1,70 | 53,8 % | 60 % |
| 2024 | 2,41 Mrd. | 3,40 Mrd. | 34,5 % | 2,06 | 70,9 % | 79 % |
| 2025 | 3,16 Mrd. | 5,04 Mrd. | 35,1 % | 1,79 | 62,7 % | 73 % |
Operatives Ergebnis nach GAAP (also mit Mitarbeiteraktien) mit einheitlich 18 % Steuer. Operative Aktiva = Sachanlagen + Vorräte + Forderungen + Goodwill + erworbene immaterielle Werte zum Jahresende. 2018 belastet durch den Cisco-Vergleich (405 Mio. USD). Eigene Rechnung aus SEC-Daten.
ROIC auf operative Aktiva in Prozent, 2015–2025. Schnitt 2016–2025: 54,1 %. Eigene Rechnung.
- Hoch und steigend: ROIC von 35 % (2016) auf 63 % (2025), Schnitt 54 %
- Jeder neue Dollar: Von 2020 bis 2025 stieg der operative Gewinn nach Steuern um 2,59 Mrd. USD, die operativen Aktiva um 3,83 Mrd. USD – 68 % auf das zusätzliche Kapital
- Goodwill klein: Zukäufe spielen kaum eine Rolle; ohne Goodwill liegt der ROIC 2025 bei 73 % statt 63 %
- Vorräte treiben das Kapital: Ende September 2026 lagen 3,21 Mrd. USD auf Lager, eine Milliarde mehr als Ende 2025 – der ROIC 2026 sinkt dadurch, auch wenn der Gewinn steigt
- Mit Kasse gerechnet sieht es normaler aus: Auf das gesamte Eigenkapital verdiente Arista 2025 28 % – die riesige Kasse arbeitet nur zum Zinssatz
- Hohe Renditen locken Konkurrenz: Nvidia, Cisco und Billiggeräte mit fremder Software greifen genau diesen Markt an (siehe Burggraben)
Kapitalverwendung
Von 2016 bis 2025 erwirtschaftete Arista 14,6 Mrd. USD operativen Cashflow:
| Verwendung (2016–2025) | Betrag | Einordnung |
|---|---|---|
| Investitionen (Sachanlagen) | 0,39 Mrd. USD | nur 3 % des operativen Cashflows |
| Rückkäufe | 3,9 Mrd. USD | 27 % des freien Cashflows, ab 2019 |
| Dividenden | 0 | Arista zahlt keine Dividende |
| Zukäufe | 0,77 Mrd. USD | klein: Mojo Networks und Metamako (2018), Big Switch und Awake Security (2020), nicht benannte Zukäufe 2022 (145 Mio.), VeloCloud von Broadcom (2025, 300 Mio. USD) |
| Kasse und Wertpapiere | +10,1 Mrd. USD | der größte Posten: Das meiste Geld blieb liegen |
| Mitarbeiteraktien (Aufwand, zum Vergleich) | 2,0 Mrd. USD | 5,1 % des Umsatzes |
Quellen: 10-K 2016–2025 (Kapitalflussrechnungen), fakten.md Abschnitt 5. Zukäufe netto nach übernommener Kasse. Keine Abschreibung auf Goodwill in allen Jahren (10-K, Note 1).
Rückkäufe: zu welchem Preis?
| Jahr | Stück | Betrag | Ø Preis | Unser Wert damals (15 %) | Wert damals (9 %) | Urteil |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2020 | 32,2 Mio. | 0,40 Mrd. USD | 12,28 USD | 17,45 USD | 16,77 USD | unter unserem 15-%-Wert |
| 2021 | 18,2 Mio. | 0,41 Mrd. USD | 22,68 USD | 22,94 USD | 22,05 USD | unter unserem 15-%-Wert |
| 2022 | 25,8 Mio. | 0,67 Mrd. USD | 25,94 USD | 37,34 USD | 35,89 USD | unter unserem 15-%-Wert |
| 2023 | 3,8 Mio. | 0,11 Mrd. USD | 29,43 USD | 57,58 USD | 55,34 USD | unter unserem 15-%-Wert |
| 2024 | 5,5 Mio. | 0,42 Mrd. USD | 77,13 USD | 77,81 USD | 74,80 USD | unter unserem 15-%-Wert |
| 2025 | 15,9 Mio. | 1,60 Mrd. USD | 100,63 USD | 95,96 USD | 92,24 USD | über beiden Werten |
| 2026 (9 Monate) | 0 | 0 | – | – | – | kein Rückkauf; Rest-Ermächtigung 0,82 Mrd. USD |
Stück und Durchschnittspreis laut Arista (10-K, 10-Q, SEC-Daten), auf heutige Zählung umgerechnet. 2019 kaufte Arista für 266 Mio. USD zurück, die Stückzahl ist nicht angegeben; 2017 und 2018 gab es keine Rückkäufe. „Wert damals“ = GAAP-Gewinn je Aktie des jeweiligen Jahres (wie unsere heutige Basis, Mitarbeiteraktien als Kosten) × unser Basisfall (16 %, End-KGV 32), ohne Kasse; Profi-Wert mit End-KGV 18. Eigene Rechnung, nur als Größenordnung.
Durchschnittlicher Rückkaufpreis je Jahr laut Arista (USD, heutige Zählung) gegen den heutigen Kurs und unseren heutigen Wert. Jahre ohne Angabe leer.
In 5 von 6 Jahren mit Stückzahl lag der Rückkaufpreis unter dem Wert, den unsere Methode für das jeweilige Jahr ergibt (2020, 2021, 2022, 2023, 2024); zu teuer nach unserem 15-%-Maßstab: 2025. 2025, im Jahr mit dem größten Betrag, zahlte Arista im Schnitt 100,63 USD – über unserem damaligen Wert von 95,96 USD. Gemessen am heutigen Kurs waren alle Rückkäufe ein gutes Geschäft, besonders 2020 bis 2022 (12 bis 26 USD je Aktie). 2025 gab Arista 1,6 Mrd. USD aus, die letzten 4,8 Mio. Aktien im November für 127,84 USD. Seitdem ruhen die Rückkäufe, obwohl noch 818 Mio. USD genehmigt sind. Netto sinkt die Aktienzahl nicht: Sie stieg seit 2015 um 1,1 % im Jahr; die Rückkäufe gleichen nur die Mitarbeiteraktien aus.
Vergütung und Führung
Jayshree Ullal erhielt für 2025 laut Vergütungstabelle nur 2,87 Mio. USD (2024: 8,95 Mio., 2023: 15,56 Mio.): Gehalt 0,3 Mio., Aktien 2,26 Mio., Bonus 0,3 Mio. USD (Proxy vom 16.04.2026). Neue Leistungsaktien bekam sie 2025 nicht; ihre laufenden Leistungsaktien hängen je zur Hälfte an Umsatz- und Ergebniszielen der Jahre 2024–2026 und am Umsatzwachstum über drei Jahre – nicht am Gewinn je Aktie, Rückkäufe treiben die Vergütung also nicht. Der Jahresbonus aller Vorstände hängt zu 50 % am Umsatz und zu 50 % am bereinigten operativen Ergebnis (ohne Mitarbeiteraktien). Das Verhältnis zum mittleren Mitarbeitergehalt liegt bei rund 15 : 1.
Anders bei den übrigen Vorständen: Todd Nightingale, seit 2025 President und COO, erhielt 52,3 Mio. USD (überwiegend Aktien zum Antritt), Mitgründer Ken Duda 2024 eine Sonderzuteilung, die ihn auf 35,3 Mio. USD brachte. Daran entzündete sich Kritik: 2025 stimmten nur rund 62 % der Aktionäre der Vergütung zu (2024: 93 %). Ausstehend sind 28,9 Mio. Optionen und Aktienzusagen (2,3 % der Aktien), weitere 149 Mio. Aktien (11,9 %) sind für künftige Zuteilungen genehmigt (Ende 2025).
Unser Urteil: Die Chefin selbst ist bescheiden bezahlt und hält mit 2,3 % der Aktien ein Vielfaches ihrer Vergütung; der Großaktionär Andy Bechtolsheim (Familien-Trust 14,6 %) sitzt mit im Boot. Kritisch: die teuren Zuteilungen an Nightingale und Duda, die geringe Zustimmung 2025 und die Doppelrolle von Ullal als Chefin und Vorsitzende (mit dem unabhängigen Leitdirektor Daniel Scheinman als Gegengewicht).
Qualitative Faktoren
Management
Jayshree Ullal führt Arista seit Oktober 2008 und ist seit Dezember 2023 auch Vorsitzende des Board; zuvor war sie 15 Jahre bei Cisco, zuletzt verantwortlich für Rechenzentren und Switches. Mitgründer Ken Duda (bei Arista seit 2004) ist seit September 2025 President und Technikchef, Todd Nightingale President und COO, Chantelle Breithaupt Finanzchefin. Die Strategie: ein einziges Betriebssystem (EOS) für alle Geräte, zugekaufte Standard-Chips statt eigener, wenige und kleine Zukäufe. Gegen Arista ist laut 10-Q kein wesentliches Verfahren anhängig; der große Patentstreit mit Cisco endete 2018 mit einem Vergleich (405 Mio. USD).
Wachstumstreiber
- KI-Rechenzentren: Die Cloud- und KI-Riesen brachten 2025 rund 48 % des Umsatzes, KI- und Spezialanbieter (auch „Neoclouds“) rund 20 %. Arista liefert die Netze, die Tausende Rechenchips verbinden (Etherlink, 800G, neu: Rack-Systeme für bis zu 144 Beschleuniger)
- Ethernet statt Spezialnetze: Arista setzt auf offene Standards gegen Nvidias InfiniBand und NVLink; im dritten Quartal 2026 stellte es dazu Architekturen mit AMD, Broadcom, Meta, Microsoft und anderen vor
- Unternehmen und Campus: rund 32 % des Umsatzes 2025; Campus-Switches, WLAN und seit 2025 SD-WAN (VeloCloud)
- Software und Service: rund 17 % des Umsatzes, Service-Umsatz in neun Monaten 2026 +25 %
- Auftragslage: zugesagte, noch nicht gebuchte Umsätze von 8,6 Mrd. USD, Vorauszahlungen von 6,84 Mrd. USD
Risiken
- Zwei Kunden, 42 % des Umsatzes: Kunde 1 brachte 2025 26 %, Kunde 2 16 % (10-K; Namen nennt Arista nicht). Bestellt wird per Auftrag, kurzfristig stornierbar; verschiebt einer seine Investitionen, fehlt ein großer Teil des Umsatzes.
- KI-Investitionszyklus: Arista warnt im 10-K selbst vor Abschwüngen und „der Korrektur spekulativer Blasen“ im Markt für KI-Netze.
- Lager und Kaufverpflichtungen: 3,21 Mrd. USD Vorräte und 11,4 Mrd. USD Kaufzusagen – bei einem Einbruch drohen Abschreibungen.
- Abhängigkeit von Broadcom: Die Switch-Chips kommen überwiegend von einem Lieferanten, ohne schriftlichen Liefervertrag; Broadcom könnte dieselben Chips für Billiggeräte an Aristas Kunden verkaufen.
- Preisdruck: Großkunden verlangen Rabatte, teurere Speicher- und Siliziumchips drücken die Produktmarge (neun Monate 2026: 59,7 % nach 61,2 %).
- Zölle und Lieferkette: Fertigung in Malaysia, Vietnam und Mexiko, Bauteile teils aus China und Taiwan.
Wettbewerb und Analysten
Wettbewerber laut 10-K: Cisco, Dell, Extreme Networks, HPE (mit Juniper), Huawei, Nvidia und Anbieter von Billiggeräten („White Box“) mit offener Software. Bei KI-Netzen verkauft Nvidia seine Netzwerktechnik oft im Paket mit den Rechenchips. Der Vergleich mit börsennotierten Firmen (Celestica fertigt Billiggeräte für Cloud-Kunden):
| Firma | Umsatzwachstum | Operative Marge | Bruttomarge | KGV (zwölf Monate) | KGV (Schätzung) | EV / FCF | Gewinnwachstum (Schätzung) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Arista Networks | +58 % | 45 % | 63 % | 45,8 | 29,6 | 67 | +32 % |
| Cisco | +18 % | 28 % | 64 % | 28,2 | 16,7 | 34 | +9 % |
| Hewlett Packard Enterprise (mit Juniper) | +34 % | 13 % | 37 % | 23,1 | 9,5 | 16 | +24 % |
| Nvidia | +106 % | 66 % | 75 % | 23,6 | 11,7 | 107 | +71 % |
| Ciena | +37 % | 18 % | 44 % | 54,4 | 20,5 | 56 | +66 % |
| Celestica | +82 % | 8 % | 12 % | 19,5 | 9,3 | 29 | +92 % |
Yahoo Finance, abgerufen am 07.11.2026 (Sekundärquelle): Umsatzwachstum des letzten Quartals zum Vorjahr, Margen und KGV auf die letzten zwölf Monate (GAAP), KGV-Schätzung auf den Gewinn des nächsten Geschäftsjahres (Arista: 2027), Gewinnwachstum für das nächste Geschäftsjahr. Die Geschäftsjahre enden unterschiedlich (Cisco im Juli, HPE im Oktober, Nvidia im Januar, Ciena im Oktober). Yahoo nennt für Arista einen freien Cashflow von 3,00 Mrd. USD (eigene Abgrenzung von Yahoo); unsere Rechnung aus den Berichten ergibt für die letzten vier Quartale 5,02 Mrd. USD, EV/FCF damit rund 40. Die operative Marge in der Tabelle (Yahoo, zuletzt) weicht leicht von unseren 43,8 % für die letzten vier Quartale ab. Eine ROIC-Spalte fehlt bewusst: Yahoo liefert keinen ROIC, und die Firmen grenzen das investierte Kapital sehr unterschiedlich ab (Arista hat fast nur Kasse). Unser eigener ROIC für Arista auf operative Aktiva: 63 % (2025), Schnitt 54 % (siehe Kapitalrendite).
Arista verbindet das Wachstum der KI-Zulieferer mit einer Marge, die nur Nvidia übertrifft: Cisco und HPE verdienen operativ deutlich weniger und wachsen langsamer, Celestica wächst schneller, verdient als Auftragsfertiger aber nur rund 8 % operativ. Auf die Schätzung für das nächste Jahr gerechnet ist Arista die teuerste Aktie der Gruppe – teurer als Nvidia, das deutlich schneller wächst. Der Aufschlag setzt voraus, dass Aristas Wachstum länger anhält als das der Hardware-Branche.
28 Analysten nennen ein Kursziel: im Mittel 247,50 USD (Median 249 USD, Spanne 205 bis 291 USD). Von 30 Empfehlungen: 7 stark kaufen, 22 kaufen, 1 halten, 0 verkaufen (Yahoo Finance, Stand 07.11.2026, teils noch vor der Q3-Anhebung, Sekundärquelle). Die Analysten sind also fast einhellig positiv – ein Grund mehr, unsere eigenen Annahmen gegen die Stimmung zu prüfen.
ESG
Arista hat keine eigenen Fabriken; gefertigt wird bei Jabil, Sanmina und Foxconn in Malaysia, Vietnam und Mexiko. Die wichtigsten Themen sind die Lieferkette und die Sicherheit der eigenen Software (Netze großer Rechenzentren sind ein Angriffsziel). Governance: Direktoren, Vorstände und Großaktionäre halten zusammen 16,6 % der Aktien, die Chefvergütung ist niedrig, aber die Aktionäre stimmten 2025 nur mit rund 62 % für das Vergütungssystem; Chefin und Vorsitzende sind dieselbe Person.
Gegenthese: Was müsste passieren, damit wir falschliegen?
Unser Urteil lautet: Spitzenqualität, der Kurs liegt aber 36,3 % über unserem Basisfall. Wir prüfen beide Richtungen. Es ist 2031, und die Aktie hat sich halbiert. Was ist passiert? Das ist ein Gedankenexperiment über fünf Jahre; die Abbruchkriterien weiter unten sind dagegen Prüfpunkte für jedes Quartal.
| Szenario | Wie es abläuft | Wahrscheinlichkeit | Entspricht Fall |
|---|---|---|---|
| 1. Der KI-Ausbau bricht ein | Die Cloud-Riesen haben zu viel gebaut und kürzen ihre Investitionen über Jahre. Aristas Umsatz fällt, Vorräte und Kaufzusagen müssen abgeschrieben werden, der Markt zahlt nur noch das 12-Fache. | gering bis mittel | Stress |
| 2. Ein Großkunde geht | Einer der beiden Kunden mit zusammen 42 % des Umsatzes baut seine Netze selbst, kauft Billiggeräte mit eigener Software oder wechselt zu Nvidias Komplettpaket. Das Wachstum halbiert sich, Rabatte drücken die Marge. | mittel | schwach |
| 3. Preiskampf mit Nvidia und Billiggeräten | Der Umsatz wächst weiter, aber Nvidia verkauft Netze im Paket mit den Chips, und Broadcom-Chips in Billiggeräten machen Switches austauschbar. Die Marge sinkt Schritt für Schritt, und der Markt zahlt statt heute rund dem 47-Fachen nur noch rund das 20-Fache unseres Gewinns. | mittel | schwach |
Gegen unsere Vorsicht beim Wachstum: Arista hat den Umsatz zehn Jahre lang um 27 % im Jahr gesteigert, den Gewinn je Aktie (GAAP) um 39 %. Die Analysten erwarten für 2027 einen bereinigten Gewinn je Aktie von 5,64 USD (28 Schätzungen), rund 29 % mehr als 2026 laut Ausblick (4,37 USD). Jede Quartalsprognose der letzten zwölf Monate hat Arista übertroffen.
Gegen unser Gewinnmodell: Die Cashflow-Rechnung mit den letzten vier Quartalen (ohne Zinsertrag) verlangt bei 9 % Kapitalkosten 16,7 % Wachstum im Jahr und ergibt mit unserem Basiswachstum rund 162 USD – unter dem Kurs. Sie zählt die einbehaltenen Gewinne mit, die unser Gewinnmodell bei einer Firma ohne Dividende nicht erfasst. Wer so rechnet, findet den Kurs eher erklärbar als mit unserer 15-%-Hürde.
Gegen „zu teuer“: Mit dem Zehnjahresschnitt des KGV (35,3) als End-KGV reichten 18,8 % Wachstum für unsere 15 % Rendite – weniger als Arista in jedem der letzten fünf Jahre geschafft hat. Und es gibt keine Schulden, die einen Abschwung gefährlich machen würden.
- Der Umsatz wächst zwei Quartale in Folge um weniger als 10 % gegenüber dem Vorjahr (Q3 2026: +58,5 %) – dann ist der KI-Ausbau der Großkunden vorbei und unser Basisfall zu hoch
- Die Bruttomarge nach GAAP fällt zwei Quartale in Folge unter 58 % (letzte vier Quartale: 62,9 %) – Zeichen, dass die Großkunden die Preise drücken oder Bauteile dauerhaft teurer werden
- Die Vorauszahlungen der Kunden (Deferred revenue, 30.09.2026: 6,84 Mrd. $) sinken zwei Quartale in Folge – die Abnahmen der Großkunden laufen dann aus, ohne dass neue Aufträge nachkommen
Wir prüfen diese Punkte nach jeder Quartalsmitteilung. Tritt einer ein, überarbeiten wir die Analyse und senken den fairen Wert – unabhängig vom Kurs.
Das letzte Quartal (Q3 2026, Juli bis September, veröffentlicht am 03.11.2026)
| Kennzahl | Q3 2026 | Einordnung |
|---|---|---|
| Umsatz | 3,66 Mrd. USD | +58,5 %, höchstes Wachstum seit dem Börsengang; Produkte 3,19 Mrd. (+66,9 %), Service 0,47 Mrd. (+17,9 %) |
| Bruttomarge | 63,6 % | Vorjahr 64,6 %; Produktmarge 60,7 % nach 61,0 % (teurere Bauteile) |
| Operative Marge (GAAP) | 44,9 % | Vorjahr 42,4 %; Non-GAAP 49,1 % |
| Gewinn je Aktie | 1,22 USD (GAAP, +82 %) | Non-GAAP 1,20 USD (+56 %); GAAP enthält 134,5 Mio. USD Beteiligungsgewinn |
| Free Cashflow | 1,10 Mrd. USD | Vorjahr 1,24 Mrd. USD; höhere Vorräte und Investitionen (Neubau) |
| Vorauszahlungen / Kaufzusagen | 6,84 Mrd. USD | Kaufverpflichtungen 11,4 Mrd. USD (Ende 2025: 6,8 Mrd.) |
| Rückkäufe | keine im Quartal | 2026 bisher keine; Rest-Ermächtigung 818 Mio. USD |
| Ausblick Q4 2026 | Umsatz 3,9–4,0 Mrd. USD | operative Marge 48–49 % und Gewinn je Aktie 1,26–1,30 USD (beides Non-GAAP) |
Ergebnismeldung (Ex. 99.1) vom 03.11.2026 und 10-Q vom 04.11.2026. Nächste Zahlen: Q4 2026 Mitte Februar 2027.
Ein Rekordquartal mit zwei Haken. Umsatz +58,5 %, die Prognose von 3,3 Mrd. USD um mehr als 10 % übertroffen, operative Marge auf Rekordhöhe. Aber der Cashflow hält nicht Schritt, weil Arista Lager aufbaut und sich zu Käufen über 11,4 Mrd. USD verpflichtet hat, und die Produktmarge sinkt leicht, weil Speicher- und Siliziumchips teurer werden. Für unseren Basisfall von 16 % zählt nicht dieses Quartal, sondern ob die Großkunden auch nach 2027 so weiter investieren.
Qualitatives Gesamtfazit
- Ein Betriebssystem für alle Geräte, fester Lieferant der größten Cloud- und KI-Rechenzentren
- Bruttomarge rund 63 %, zuletzt sinkend; operative Marge 44 %, keine Schulden
- Kaum Investitionsbedarf, Nettokasse 14,4 Mrd. USD
- Bescheiden bezahlte Chefin, Großaktionär Bechtolsheim mit 14,6 %
- Zwei Kunden mit 42 % des Umsatzes
- Abhängig vom KI-Investitionszyklus und von Broadcom-Chips
- 11,4 Mrd. USD Kaufverpflichtungen und steigende Vorräte
- Aktienzahl sinkt nicht, geringe Zustimmung zur Vergütung 2025
Fairer Wert
Wir bewerten Arista mit unserem Gewinn-Multiplikator-Modell: Wir schreiben den Gewinn je Aktie zehn Jahre fort, übersetzen ihn mit einem passenden KGV in einen Kurs in zehn Jahren und rechnen diesen auf heute zurück – einmal mit den Kapitalkosten des Marktes von 9 % (Profi-Standard), einmal mit unserer Zielrendite von 15 % (valueforge-Wert). Die Methode passt: Arista verdient in jedem Jahr unserer Datenreihe (seit 2015) Geld, hat keine Schulden und braucht kaum Sachinvestitionen. Ihre Grenze bei Arista: Das Modell schreibt ein Wachstum über zehn Jahre fort, Arista wächst aber gerade mit dem KI-Ausbau weniger Großkunden außergewöhnlich schnell. Wie lange das trägt, ist die eigentliche Frage dieser Bewertung – deshalb stehen unten vier Fälle und eine Cashflow-Gegenrechnung.
Woher das Wachstum kommt
| Baustein | Stress | Schwach | Basisfall | Stark | Begründung |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz pro Jahr (Schnitt über zehn Jahre) | +7,0 % | +11,0 % | +16,0 % | +19,5 % | Zehn Jahre +26,8 %, fünf Jahre +31,2 %; letzte vier Quartale +40,7 %. Für 2026 deutet der Ausblick auf rund 13,3–13,4 Mrd. USD (+48 %), der Konsens für 2027 auf 18,55 Mrd. USD (rund +39 % gegenüber dem Ausblick 2026, 14 Analysten). Danach rechnen wir mit einer Normalisierung auf rund 12 % im Jahr: Zwei Großkunden brachten 2025 zusammen 42 % des Umsatzes, und der KI-Ausbau läuft in Wellen |
| Marge (Wirkung auf den Gewinn) | −1,0 % | −0,5 % | +0,0 % | +0,5 % | Operative Marge (GAAP) 30,2 % (2020) → 43,8 % (letzte vier Quartale), Rekord. Die Bruttomarge sinkt dagegen leicht (Q3 2026: 63,6 % nach 64,6 %), weil Großkunden günstigere Preise bekommen und Speicherchips teurer sind – im Basisfall heben sich beide Kräfte auf |
| Aktienzahl pro Jahr (netto) | +1,0 % | +0,5 % | +0,0 % | +0,0 % | Zehn Jahre +1,1 % im Jahr – die Aktienzahl ist gestiegen (verwässert 1 143 → 1 276 Mio.). Rückkäufe 2016–2025 (3,9 Mrd. USD) gleichen die Mitarbeiteraktien nur aus; 2026 hat Arista bisher keine Aktien zurückgekauft. Regel Q unseres Standards (Rückkäufe nur aus der eigenen Geschichte): Basis- und starker Fall mit der Fünfjahresbasis (+0,1 % im Jahr, gerundet unverändert), weil Arista seit 2021 die Mitarbeiteraktien weitgehend zurückkauft; im schwachen Fall +0,5 %, im Stressfall +1 % mehr Aktien im Jahr (wie im Zehnjahresschnitt), weil dann die Rückkäufe ausbleiben dürften |
| = Gewinnwachstum je Aktie (Bausteine) | rund 5 % | rund 10 % | rund 16 % | rund 20 % | 1,160 × 1,000 ÷ 1,000 ≈ 1,160 |
| Konsens / Ausblick 2026 / 2027 | +47 % / +29 % | 2,98 (2025) → rund 4,37 (2026 laut Ausblick; Konsens noch 4,28) → 5,64 USD (2027, Non-GAAP, 28 Analysten). Für 2027 sind das rund 29 % – aber nur für dieses eine Jahr | |||
| Unser Wachstum | 5 % | 10 % | 16 % | 20 % | Basisfall = Bausteine (16,0 %), das vorsichtigere Ende gegenüber dem Konsens (rund 29 % für 2027). Gedeckelt durch das Gewinnwachstum der letzten zehn Jahre (GAAP 39 %, fünf Jahre 41 %) – der Deckel greift nicht |
Stress: Der KI-Ausbau bricht ein, die Großkunden bauen eigene Netze oder kaufen bei Nvidia, Preiskampf. Schwach: Nach 2027 legen die Cloud-Riesen eine Investitionspause ein, die Marge sinkt etwas. Stark: KI-Netze wachsen länger stark, Campus und Unternehmenskunden tragen zusätzlich, die Marge steigt leicht.
- Regel: Nach unserem Standard (seit 2.4) nehmen wir den Konsens der nächsten zwei bis drei Jahre, ohne zusätzliches Abbremsen, sofern er sich mit unseren Bausteinen deckt; bei Abweichung das vorsichtigere Ende mit Begründung.
- Konsens: Yahoo Finance, abgerufen 07.11.2026, teils noch vor der Anhebung nach den Q3-Zahlen: Neun Monate (3,09 USD) plus Q4-Ausblick (1,26–1,30 USD) ergeben schon 4,35–4,39 USD für 2026, mehr als der Konsens von 4,28 USD; der Umsatz 2026 liegt laut Ausblick bei 13,3–13,4 Mrd. USD. Auf dieser Basis: 2026 rund +46,6 % (Ausblick), 2027 rund +29,2 % (Konsens). Unsere Bausteine ergeben über zehn Jahre 16,0 %. Wir rechnen mit 16 %.
- Warum nicht 29 % für zehn Jahre? Dann läge der Umsatz in zehn Jahren bei rund 154 Mrd. USD – ein Vielfaches dessen, was Cisco heute mit allen Sparten umsetzt. Arista lebt zu einem großen Teil von den Investitionen weniger Cloud-Riesen (zwei Kunden = 42 % des Umsatzes 2025). Diese Ausgaben kommen in Wellen, und ein Teil der Nachfrage 2026 ist Vorrat: Die Einkaufsverpflichtungen stiegen binnen eines Jahres von 4,8 auf 11,4 Mrd. USD.
- Warum nicht die 35 % der letzten zehn Jahre? Der Gewinn je Aktie startete 2015 bei einer operativen Marge von 17,8 %; heute liegt sie bei 44 %. Diese Ausweitung lässt sich nicht wiederholen.
- Offen gerechnet: Mit 18 % (End-KGV 35,3) läge unser Wert bei rund 160 USD, mit 20 % (End-KGV 35,3) bei 188 USD, mit 14 % (End-KGV 28) bei 95 USD. Das Wachstum ist die Stellschraube, an der diese Bewertung hängt.
Unsere Annahmen neben den Analystenschätzungen
| Analysten / Arista | Unser Basisfall | Einordnung | |
|---|---|---|---|
| Gewinn je Aktie, letzte vier Quartale | 3,91 USD Non-GAAP laut Arista | 3,62 USD nach unserer Rechnung | Abstand 0,29 USD: vor allem Mitarbeiteraktien (0,33 USD nach Steuern) und Abschreibungen auf Zukäufe (0,04 USD), die Arista herausrechnet; dazu Steuereffekte. Unser Gewinn liegt bei rund 93 % des Non-GAAP-Gewinns – Vergleiche mit dem Konsens immer mit diesem Abstand lesen |
| Gewinn je Aktie 2026 | 4,28 USD (24 Analysten); Ausblick Q4 2026: 1,26–1,30 USD | rund 4,05 USD auf unserer Basis (Ausblick 4,37 × 0,926) | Analystenspalte Non-GAAP, unsere Spalte umgerechnet auf GAAP ohne Einmaleffekte; das Jahr ist zu drei Vierteln bekannt, der Ausblick liegt schon über dem Konsens |
| Gewinn je Aktie 2027 | 5,64 USD (28 Analysten, Non-GAAP) | rund 4,71 USD Non-GAAP (3,91 × 1,161,25) | unter dem Konsens: Wir rechnen ab heute mit dem Durchschnitt unseres Zehnjahrespfads (16 %), nicht mit dem starken Jahr 2027; für den Wert zählt nur der Gewinn in zehn Jahren |
| Umsatz | 2026: 13,03 Mrd. USD, 2027: 18,55 Mrd. USD; Ausblick Q4 2026 3,9–4,0 Mrd. USD, operative Marge (Non-GAAP) 48–49 % | +16 % im Schnitt über zehn Jahre | Ausblick für 2027 gibt Arista noch nicht |
| Kursziel / Wert | Ø 247,50 USD (205–291 USD, 28 Analysten; 7 stark kaufen, 22 kaufen, 1 halten, 0 verkaufen) | rund 121 USD (9 %), 125,27 USD (15 %) | Kursziele gelten für zwölf Monate und setzen auf das heutige Bewertungsniveau – kein Maßstab für 15 % Rendite über zehn Jahre |
Yahoo Finance (abgerufen 07.11.2026, teils noch vor der Anhebung nach den Q3-Zahlen) – Sekundärquelle, nicht eigens geprüft. Ausblick laut Ergebnismeldung vom 03.11.2026.
Die Rechnung im Basisfall
Rechenweg Schritt für Schritt (aufklappen)
| Schritt | Wert |
|---|---|
| GAAP-Nettogewinn der letzten vier Quartale (4 752,0 Mio. USD) ÷ 1 276,0 Mio. verwässerte Aktien | 3,72 USD |
| − Einmaleffekte (Gewinne aus strategischen Beteiligungen 145,8 Mio. USD vor, 118,8 Mio. nach Steuern; Steuergutschrift OBBB 12,0 Mio. USD) | −0,10 USD |
| = Gewinn je Aktie nach unserer Rechnung | 3,62 USD |
| − Zinsertrag auf die Nettokasse nach Steuern (Standard 2.5a: 9,8 % des Gewinns, Schwelle 5 %) | −0,36 USD |
| = Gewinn aus dem Geschäft | 3,26 USD |
| × (1 + 16 %)10 | 4,411 |
| = Gewinn je Aktie in 10 Jahren | 14,40 USD |
| × KGV in 10 Jahren | 32 |
| = Kurs in 10 Jahren | 460,81 USD |
| ÷ 1,1510 (15 % Rendite pro Jahr) | 4,046 |
| = abgezinster Kurs in 10 Jahren | 113,90 USD |
| + Nettokasse je Aktie (Kasse 2,29 Mrd. + Wertpapiere 12,07 Mrd. USD, keine Finanzschulden, geteilt durch 1 263,4 Mio. Aktien) | +11,37 USD |
| = Wert heute nach valueforge-Standard | 125,27 USD |
| Profi-Standard: End-KGV 18 (Grenze 18 statt 32), ÷ 1,0910 | 2,367 |
| + Nettokasse je Aktie | 11,37 USD |
| = fairer Wert heute nach Profi-Standard | 120,86 USD |
Warum ein End-KGV von 32? Regel: 2 × Wachstum in Prozent, mindestens 12, höchstens der Zehnjahresschnitt (Rule #1, Phil Town, 2006). Bei 16 % Wachstum ergibt das 32. Der Zehnjahresschnitt liegt bei 35,3 (Kurs Ende Dezember auf den Non-GAAP-Gewinn 2016–2025; Median 33,0) und deckelt erst ab rund 17,6 % Wachstum. Heute zahlt der Markt 43,7 auf den Non-GAAP-Gewinn und 47,2 auf unseren. Für den Profi-Wert gilt zusätzlich höchstens 18.
Warum dieser Gewinn? Arista rechnet im bereinigten Gewinn (Non-GAAP) die Mitarbeiteraktien, die Abschreibungen auf Zukäufe, Gewinne aus strategischen Beteiligungen und mehrere Steuereffekte heraus. Wir folgen bei den Einmaleffekten: Die Beteiligungsgewinne (145,8 Mio. USD, davon 134,5 Mio. allein im dritten Quartal 2026) und die einmalige Steuergutschrift aus dem US-Steuergesetz OBBB im vierten Quartal 2025 sind kein Geschäft. Deshalb lag der GAAP-Gewinn im dritten Quartal mit 1,22 USD sogar über dem bereinigten (1,20 USD). Als Kosten drin bleiben die Mitarbeiteraktien (512 Mio. USD in den letzten vier Quartalen): Sie sind Lohn, und weil Arista sie per Saldo nicht zurückkauft, wächst die Aktienzahl. Die Steuerquote nach GAAP lag bei 18,5 % – deshalb keine Steuerbereinigung. Mit dem Non-GAAP-Gewinn (3,91 USD) läge unser Wert bei 135,39 USD, mit dem reinen GAAP-Gewinn (3,72 USD) bei 128,76 USD.
Kasse und Zinsen (Standard 2.5a): Arista hat 14,36 Mrd. USD Kasse und Wertpapiere und keine Finanzschulden. Diese Nettokasse (11,37 USD je Aktie) zählt zum Wert. Dann darf der Zinsertrag darauf nicht auch noch im Gewinn stecken. So gerechnet: In den letzten vier Quartalen brachte die Liquidität 471,9 Mio. USD Zinsen, bei durchschnittlich 12 168 Mio. USD Liquidität sind das 3,88 %. Auf die heutigen 14 359 Mio. USD umgerechnet ergibt das rund 556,9 Mio. USD vor Steuern im Jahr. Nach 18,5 % Steuern und geteilt durch 1 276,0 Mio. Aktien bleiben 0,36 USD je Aktie oder 9,8 % des Gewinns. Das liegt über der Schwelle von 5 %, deshalb rechnen wir mit 3,26 USD. Die Bereinigung kostet rund 12,41 USD Wert; die Kasse bringt 11,37 USD zurück. Die Vorauszahlungen der Kunden (6,84 Mrd. USD) zählen wir nicht als Schuld: Sie sind Leistungen, die Arista noch erbringen muss, aber kein Geld, das zurückgezahlt wird.
Vier Fälle mit Gewichten
| Fall | Die Geschichte dahinter | Wachstum | End-KGV | Wert (15 %) | Wert (9 %) | Gewicht (unsere Setzung) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stress | Der KI-Ausbau bricht ein, ein Großkunde baut sein Netz selbst oder wechselt zu Nvidia, Preiskampf; Vorräte und Einkaufsverpflichtungen werden zur Last (siehe Gegenthese) | 5 % | 12 | 27,14 USD | 38,32 USD | 10 % – Arista ist schuldenfrei, hat ein eigenes Betriebssystem (EOS) und wächst auch bei Unternehmenskunden; ein Totalausfall ist unwahrscheinlich |
| Schwach | Nach 2027 legen die Cloud-Riesen eine Investitionspause ein, wie 2024 (Wachstum halbiert auf 19,5 %) oder 2020 (−4 %): Umsatz +11,0 % im Schnitt, Marge leicht sinkend (siehe Gegenthese) | 10 % | 20 | 53,22 USD | 75,74 USD | 20 % – Investitionswellen der Großkunden hat es schon gegeben; 2020 sank der Umsatz um 4 % |
| Basisfall | Zwei starke Jahre wie im Konsens, danach Normalisierung: Umsatz +16 % im Schnitt, Marge stabil, Aktienzahl unverändert (Fünfjahresbasis) | 16 % | 32 | 125,27 USD | 120,86 USD | 50 % – Bausteine, Konsens für zwei Jahre |
| Stark | KI-Netze wachsen länger stark, Campus und Unternehmenskunden kommen dazu: Umsatz +19,5 %, Marge leicht steigend | 20 % | 35,3 | 187,73 USD | 165,04 USD (KGV 18) | 20 % – die letzten fünf Jahre wuchs der Umsatz um 31 % im Jahr; der Markt preist heute sogar etwas in dieser Größe ein |
| Gewichtet | 113,54 USD | 112,42 USD | 100 % |
Standardgewichte 10/20/50/20 % (Analyse-Standard 2.3/2.4) – unsere Setzung, keine statistische Wahrscheinlichkeit. End-KGV nach Regel 2 × g, mindestens 12, höchstens Zehnjahresschnitt 35,3. Profi-Werte mit End-KGV höchstens 18. Watchlist und Rechner führen den Basisfall (15 %).
Wert der vier Fälle nach unserem 15-%-Standard und gewichtet, gegen den Kurs.
Spanne des Werts nach unserem 15-%-Standard vom schwachen bis zum starken Fall.
Sensitivität und Kipppunkte
Wachstum und End-KGV tragen das Ergebnis. Valueforge-Wert (15 %); grün = über dem Kurs:
| Wachstum \ End-KGV | 20 | 28 | 32 | 35,3 | 45 |
|---|---|---|---|---|---|
| 10 % | 53 USD | 70 USD | 78 USD | 85 USD | 106 USD |
| 13 % | 66 USD | 88 USD | 99 USD | 108 USD | 135 USD |
| 16 % | 83 USD | 111 USD | 125 USD | 137 USD | 172 USD |
| 18 % | 96 USD | 130 USD | 147 USD | 160 USD | 201 USD |
| 20 % | 111 USD | 151 USD | 171 USD | 188 USD | 236 USD |
| 25 % | 162 USD | 222 USD | 252 USD | 277 USD | 350 USD |
Nach unserer Regel gehört zu jedem Wachstum genau ein End-KGV (2 × g, höchstens 35,3); die übrigen Felder zeigen, was ein höheres oder niedrigeres KGV bewirken würde. 45 ≈ heutiges KGV auf unseren Gewinn (47,2).
Die dritte Stellschraube ist der Abzinsungssatz (Basisfall, so wie wir rechnen; bei 9 % ist das End-KGV höchstens 18, deshalb liegt der 12-%-Wert über dem 9-%-Wert):
| Abzinsungssatz | 9 % (Profi) | 12 % | 15 % (valueforge) |
|---|---|---|---|
| Basisfall | 120,86 USD | 159,73 USD | 125,27 USD |
Kurs 170,80 USD. Eigene Rechnung.
Kipppunkt Wachstum: Folgt das End-KGV unserer Regel (2 × g, höchstens 35,3), müsste der Gewinn je Aktie zehn Jahre lang um 18,8 % im Jahr wachsen (End-KGV dann 35,3), damit der Kurs unsere 15 % bringt. Bei festem End-KGV von 32 wären es 20,0 %. Für 9 % Rendite mit dem Profi-End-KGV von 18 braucht es 20,4 %.
Kipppunkt KGV: Bei 16 % Wachstum bräuchte es in zehn Jahren ein KGV von 44,8 – über dem Zehnjahresschnitt (35,3).
Tritt unser Basisfall ein, brächte die Aktie zum heutigen Kurs rund 11,2 % im Jahr. So gerechnet: Vom Kurs (170,80 USD) sind 11,37 USD Nettokasse, für das Geschäft zahlt man also 159,43 USD; nach zehn Jahren steht der Gewinnwert von 460,81 USD ((460,81 ÷ 159,43)1/10 − 1).
Gegenrechnung über den Cashflow
Welches Wachstum des freien Cashflows verlangt der heutige Kurs? Wir rechnen mit dem freien Cashflow nach Mitarbeiteraktien (sie machen 9,8 % des operativen Cashflows aus, über der Schwelle von 5 %), zehn Jahren Wachstum, danach 3 % Dauerwachstum. Genau: Der Startwert wächst ab dem ersten Jahr mit der gesuchten Rate; jedes Jahr wird mit 1,09t (bzw. 1,15t) abgezinst; der Endwert ist der Cashflow des zehnten Jahres × 1,03 ÷ (0,09 − 0,03), abgezinst mit 1,0910. Gesucht ist die Rate, bei der die Summe den Unternehmenswert von 201,4 Mrd. USD trifft. Wir rechnen mit zwei Startwerten: den letzten vier Quartalen und dem abgeschlossenen Jahr 2025.
Wichtig: Der Cashflow enthält die Zinsen auf die Kasse (471,9 Mio. USD vor Steuern, 385 Mio. USD nach Steuern in den letzten vier Quartalen). Weil wir die Nettokasse am Ende hinzuzählen, nehmen wir diese Zinsen aus dem Startwert heraus – sonst zählte die Kasse doppelt (dieselbe Logik wie Standard 2.5a beim Gewinnmodell).
| Startwert | Betrag | Eingepreistes Wachstum bei 9 % | bei 15 % | Wert je Aktie bei 16 % Wachstum (9 %) |
|---|---|---|---|---|
| Letzte vier Quartale nach Mitarbeiteraktien und ohne Zinsertrag | 4,12 Mrd. USD | 16,7 % pro Jahr | 29,6 % pro Jahr | rund 162 USD |
| Jahr 2025 nach Mitarbeiteraktien und ohne Zinsertrag | 3,50 Mrd. USD | 18,9 % pro Jahr | 32,1 % pro Jahr | rund 140 USD |
Unternehmenswert 201,4 Mrd. USD (Börsenwert 215,8 Mrd. USD minus Nettokasse 14,36 Mrd. USD). Wert je Aktie = (abgezinste Cashflows + Nettokasse) ÷ 1 263,4 Mio. Aktien. Eigene Rechnung.
Bei Arista liegen Gewinn und Cashflow nah beieinander: freier Cashflow der letzten vier Quartale 5,02 Mrd. USD, Gewinn 4,75 Mrd. USD. Dahinter stehen aber zwei große Gegenbewegungen: Kunden zahlen im Voraus (die Vorauszahlungen stiegen in neun Monaten um 1,47 Mrd. USD), gleichzeitig baut Arista Vorräte auf (+0,96 Mrd. USD). Dreht sich eine davon, schwankt der Cashflow kräftig – deshalb zwei Startwerte.
Gemessen an den letzten vier Quartalen verlangt der Kurs bei 9 % Kapitalkosten rund 16,7 % Cashflow-Wachstum im Jahr – etwa so viel wie unser Basisfall (16 %). Die Cashflow-Rechnung mit unserem Wachstum ergibt rund 162 USD und liegt damit 4,9 % unter dem Kurs. Mit dem Jahr 2025 als Start sind es 18,9 % und rund 140 USD.
Für unsere 15 % bräuchte es 30–32 % Cashflow-Wachstum im Jahr. Offen gesagt heißt das: Nach dem Profi-Gewinnmodell (9 %, End-KGV höchstens 18) liegt der faire Wert bei rund 121 USD, also unter dem Kurs. Die Cashflow-Rechnung mit 9 % kommt auf rund 162 USD (4,9 % unter dem Kurs) – sie zählt auch die Gewinne, die Arista einbehält, statt sie auszuschütten. Nach dem Maßstab des Marktes ist der Kurs also nur über die Cashflow-Rechnung ungefähr erklärbar. Für unsere Zielrendite von 15 % ist die Aktie zu teuer.
Woher der Abstand zum Profi-Gewinnmodell (rund 121 USD) kommt: Am End-KGV liegt es nicht – der Endwert der Cashflow-Rechnung entspricht rund dem 17-Fachen des Cashflows (1,03 ÷ 0,06), also etwa unserem Deckel von 18. Der Unterschied: Die Cashflow-Rechnung zählt die freien Cashflows der zehn Jahre mit, das Gewinnmodell nur den Kurs in zehn Jahren plus Dividenden. Arista zahlt keine Dividende und behält alles ein – bei einer solchen Firma unterschätzt das Gewinnmodell den Wert, solange das einbehaltene Geld nicht im Kurs in zehn Jahren auftaucht.
Value-Rechner – drei Fälle selbst einstellen
Der Rechner ist mit dem schwachen Fall, dem Basisfall und dem starken Fall vorbelegt; Gewinn je Aktie, Wachstum, KGV und Rendite lassen sich frei verstellen. Als Gewinn steht dort der Gewinn ohne Zinsertrag (Standard 2.5a), die Nettokasse ist im Zuschlag enthalten.
Fairer Wert von Arista Networks in drei Szenarien
Erfüllt die Aktie die Value-Kriterien?
- ✓✓Umsatz wächst mindestens 7 % pro Jahr26,8 % p. a. (0,84 → 9,01 Mrd. USD) – 2025 +28,6 %, letzte vier Quartale +40,7 % → beides weit über 7 %. Einziger Rückgang in zehn Jahren: 2020 (−4 %) · stark
- ✓✓Gewinn je Aktie wächst mindestens 7 % pro Jahr39,3 % p. a. (GAAP, 0,10 → 2,75 USD) – Non-GAAP 35 % im Jahr (2018 drückt der Cisco-Vergleich den GAAP-Wert); 2025 +23,3 % (GAAP) bzw. +28,4 % (Non-GAAP); letzte vier Quartale Nettogewinn +42 % → der Punkt bleibt · stark
- ✓✓Free Cashflow wächst mindestens 7 % pro Jahr34,6 % p. a. (0,22 → 4,25 Mrd. USD) – 2025 +15,7 %, letzte vier Quartale +24 %. Der Cashflow schwankt stark mit Vorräten und Vorauszahlungen (2022 nur 0,45 Mrd. USD wegen Lageraufbau), liegt aber in beiden Prüfjahren über 7 % · stark
- ✓✓Eigenkapital je Aktie wächst30,3 % p. a. (0,69 → 9,70 USD) – Arista behält den größten Teil der Gewinne; Rückkäufe (3,9 Mrd. USD seit 2019) bremsen kaum → kein geschöntes Bild · stark
- ✓✓Kapitalrendite (ROIC) im Schnitt über 10 %54,1 % im Schnitt (2016–2025, auf operative Aktiva) – Die übliche Rechnung (Eigenkapital + Schulden − Kasse) ergibt nur ein kleines Kapital, weil fast das ganze Eigenkapital als Kasse daliegt. Wir rechnen deshalb auf Sachanlagen, Vorräte, Forderungen und Goodwill – 63 % im Jahr 2025, ohne Schulden und ohne Rückkauf-Effekt · stark
- ✓Bruttomarge stabil oder steigend63,4 % (3 Jahre) zu 63,5 % (10 Jahre) – Knapp unter dem Zehnjahresschnitt; letzte vier Quartale 62,9 %, neun Monate 2026 62,9 % nach 64,5 % – teurere Speicher- und Siliziumchips und Rabatte für Großaufträge (10-Q). Der Punkt bleibt bei 1 · erfüllt
- ✓✓Schulden in unter 3 Jahren aus dem Free Cashflow tilgbarkeine Finanzschulden – Arista hat 14,4 Mrd. USD Kasse und Wertpapiere; eine Kreditlinie nennt Arista nicht · stark
- –Kurs liegt unter dem fairen Wert
Ergebnis und Sicherheitsmarge
Profi-Standard (9 %): fairer Wert 120,86 USD, gewichtet 112,42 USD – der Kurs liegt 41,3 % über dem Wert. Die Cashflow-Rechnung kommt auf rund 162 USD, weil sie die einbehaltenen Gewinne mitzählt.
valueforge-Standard (15 %): 125,27 USD, gewichtet 113,54 USD, Spanne schwach bis stark 53–188 USD – der Kurs liegt 36,3 % über dem Basisfall und 50,4 % über dem gewichteten Wert.
Aktueller Kurs: 170,80 USD. Nach dem Gewinnmodell über beiden Werten; nur im starken Fall (188 USD) läge der Wert über dem Kurs.
Qualitätsstufe nach Gegenprüfung: 13 von 14 Punkten, Stufe „Spitze“ → 20 % Sicherheitsmarge (vor der Gegenprüfung 13 Punkte). Kein Zykliker-Zuschlag: Arista ist kein Zykliker im Sinne unserer Methodentabelle, hat aber zyklische Züge – der Umsatz sank in zehn Jahren nur einmal (2020, −4 %). Die Investitionswellen der Großkunden bilden wir über den schwachen und den Stress-Fall ab.
Zyklus-Kontrolle: Heute verdient Arista operativ 43,8 %, ein Rekord. Mit der Durchschnittsmarge 2016–2025 (31,6 %) läge der Gewinn je Aktie bei 2,61 USD und unser Basisfall bei rund 90 USD statt 125 USD. Das zeigt, wie viel der Wert an der heutigen Marge hängt.
Kaufziel nach unserem Standard: 125,27 × 0,80 ≈ 100,22 USD (ungerundet gerechnet) (Profi-Standard: 120,86 × 0,80 = 96,69 USD).
Das ist kein Kursziel und keine Prognose. Wer zum Kaufziel kauft und unser Basisfall eintritt, käme auf rund 17,9 % im Jahr. So gerechnet: Vom Kaufpreis sind 11,37 USD Nettokasse, für das Geschäft zahlt man also 88,85 USD; nach zehn Jahren steht der Gewinnwert von 460,81 USD ((460,81 ÷ 88,85)1/10 − 1). Die Kasse zählt dabei nur einmal, beim Kauf.
Fazit
Arista ist ein außergewöhnliches Unternehmen: Umsatz +27 % im Jahr seit 2015, eine operative Marge, die von 17,8 auf 44 % gestiegen ist, keine Schulden, 14,4 Mrd. USD Liquidität und ein eigenes Netzwerk-Betriebssystem, auf das die größten Rechenzentren der Welt setzen. Die Qualitätsprüfung ergibt 13 von 14 Punkten (Stufe „Spitze“).
Mit 3,26 USD Gewinn je Aktie aus dem Geschäft, 16 % Wachstum, einem End-KGV von 32 und 11,37 USD Nettokasse kommen wir auf 125,27 USD nach unserem 15-%-Standard (Spanne 53 bis 188 USD) und rund 121 USD nach Profi-Standard. Beim Kurs von 170,80 USD liegt Arista 36,3 % über unserem Wert. Der Kurs verlangt rund 19 % Gewinnwachstum über zehn Jahre. Die Analysten erwarten für 2027 sogar deutlich mehr, doch zehn Jahre lang lässt sich das bei dieser Abhängigkeit von wenigen Kunden kaum fortschreiben.
Vier Punkte behalten wir im Blick:
- Wie lange investieren die Cloud-Riesen weiter so stark in KI-Rechenzentren – und bleibt Arista dort gesetzt, wenn Nvidia eigene Netzwerktechnik mitliefert?
- Wie entwickeln sich Vorräte (3,2 Mrd. USD) und Einkaufsverpflichtungen (11,4 Mrd. USD), wenn die Nachfrage nachlässt?
- Hält die Bruttomarge über 60 %, obwohl Großkunden Preise drücken und Speicherchips teurer werden?
- Was zeigen die nächsten Zahlen (Q4 2026 Mitte Februar 2027) und der erste Ausblick auf 2027?
Unsere Einordnung: Spitzenqualität, für unsere 15 % zu teuer; nach dem Maßstab des Marktes nur über die Cashflow-Rechnung ungefähr fair, nach dem Profi-Gewinnmodell (121 USD) ebenfalls zu teuer. Unser 15-%-Wert liegt bei 125,27 USD, das Kaufziel mit 20 % Sicherheitsmarge bei 100,22 USD.
Interessenkonflikt: Der Autor hält keine Aktien von Arista Networks. Alle eigenen Positionen stehen öffentlich unter Mein Depot.
Quellen
Quellen & Referenzen:
- Geschäftsberichte (10-K) und Quartalsberichte (10-Q) bis Q3 2026: SEC EDGAR, maschinenlesbare Daten über die SEC-Schnittstelle (abgerufen 07.11.2026)
- 10-K GJ 2025 vom 17.02.2026: anet-20251231.htm (Item 1 Geschäft, Wettbewerb, Fertigung; Item 1A Risiken; Note 1 Kundenkonzentration; Note 4 Zukäufe; Note 5 Verpflichtungen; Note 6 Rückkäufe; Note 8 Steuern)
- 10-Q Q3 2026 vom 04.11.2026: anet-20260930.htm (Lagebericht Umsatz und Marge, Note 3 Vorräte und Vertragsverbindlichkeiten, Note 4 Bestellverpflichtungen, Note 5 Rückkäufe)
- Ergebnismeldungen (Ex. 99.1) 2015–2026 mit Non-GAAP-Abstimmung, zuletzt vom 03.11.2026: Q3 2026
- Vergütung: Proxy-Statement (DEF 14A) vom 16.04.2026 (Geschäftsjahr 2025): d66465ddef14a.htm
- Kapitalkosten (Profi-Standard 9 %): Aswath Damodaran, NYU Stern, implizite Risikoprämie nach Monaten: 1.9.2026 erwartete Marktrendite 8,8 %, 1.10.2026 9,0 % (abgerufen 25.10.2026)
- End-KGV-Regel: Phil Town, „Rule #1“, 2006
- Kurs- und Chartdaten: TradingView (NYSE:ANET), Yahoo Finance (Kurse bis 06.11.2026)
- Analystenschätzungen, Kursziele und Vergleichszahlen: Yahoo Finance (Stand 07.11.2026, teils noch vor der Q3-Anhebung) – Sekundärquelle, nicht eigens geprüft
Stand der Analyse: 7. November 2026. Datenstand der Kennzahlen: 07.11.2026 (SEC: 10-Q Q3 2026 vom 04.11.2026, Ergebnismeldung vom 03.11.2026, 10-K GJ 2025). Kurs: 170,80 USD vom 06.11.2026. Erstellt nach dem valueforge-Analyse-Standard 2.5.
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