Ferrari Aktie – Analyse & fairer Wert

✓ Analyse-Standard 2.5 · geprüft am 7. November 2026

Ticker: RACE (NYSE, in USD; dieselbe Aktie notiert in Mailand in Euro)

Ferrari baut Sportwagen in Maranello und verkauft sie in bewusst knapper Stückzahl an sehr wohlhabende Kunden – 2025 waren es 13 640 Autos. Dazu gehören das Formel-1-Team Scuderia Ferrari, Sponsoring, Lizenzen und Lifestyle-Produkte. Ferrari versteht sich selbst als Luxusmarke, nicht als Autohersteller.

Fakten (Stand: 7. November 2026):

  • Herkunft: gegründet von Enzo Ferrari, seit 1950 in der Formel 1 (16 Konstrukteurs- und 15 Fahrertitel); Börsengang 2015, Abspaltung von Fiat Chrysler (FCA) Anfang 2016
  • Führung: Benedetto Vigna (Vorstandschef seit September 2021, zuvor STMicroelectronics), John Elkann (Executive Chairman), Piero Ferrari (Vizepräsident, Sohn des Gründers)
  • Großaktionär: Exor (Familie Agnelli) mit 21,3 % der Aktien und 32,3 % der Stimmrechte (Februar 2026)
  • Sitz: rechtlich Amsterdam, Werk und Zentrale in Maranello (Italien); 5.718 Mitarbeiter (Ende 2025)
  • Vertrieb: 181 Vertragshändler mit 195 Standorten in über 60 Märkten
  • Marktkapitalisierung: ca. 73 Mrd. USD
  • Kurs: 416,13 USD bzw. 373,85 € (06.11.2026); Spanne zwölf Monate 315–437 USD
  • Dividende: 3,615 € je Aktie (gezahlt im Mai 2026, rund 4,02 USD), 40 % des Gewinns
  • Bilanz: Industrie netto schuldenfrei (Kasse minus Schulden 219 Mio. €), dazu eine US-Kundenfinanzierung mit eigenen, durch die Kredite gedeckten Schulden

Zyklik: Autos stehen in unserer Methodentabelle bei den Zyklikern. Ferrari ist ein Sonderfall: Das Auftragsbuch reicht bis ins Jahr 2028 hinein, die Käufer sind wenig konjunkturabhängig. In der Corona-Krise 2020 sank der Umsatz trotzdem um 8 % und der Gewinn je Aktie um 22 %. Wir rechnen ohne Zykliker-Zuschlag und zeigen eine Zyklus-Kontrolle im Abschnitt Fairer Wert.

Auf einen Blick
GeschäftSportwagen in knapper Stückzahl, Formel 1, Marke. Umsatz 7,48 Mrd. € in den letzten vier Quartalen, operative Marge 30 %
CharakterLuxus-Qualitätswert: Gewinn je Aktie +19 % im Jahr seit 2015, Kapitalrendite rund 26 %, kaum Schulden – aber das Wachstum verlangsamt sich auf ein mittleres einstelliges Tempo
HaupttheseFerrari verkauft weniger Autos, als Kunden wollen. Diese Knappheit gibt Preismacht: Der Umsatz je Auto stieg seit 2022 um 36 %, die Marge auf Rekord. Solange die Marke hält, wachsen Gewinn und Dividende verlässlich
Größtes RisikoDer Preis. Der Markt zahlt rund das 39-Fache des Gewinns, Ferrari selbst plant bis 2030 aber nur rund 5 % Gewinnwachstum im Jahr. Für unsere 15 % müsste der Gewinn zehn Jahre lang um rund 16 % im Jahr wachsen
QualitätZehnjahresrechnung 12 von 14 Punkten, nach unserer Gegenprüfung 10 von 14 – Stufe „stark“ (der Gewinn je Aktie wächst zuletzt unter 7 %)
EinordnungFairer Wert nach Profi-Standard rund 161 USD, nach unserem 15-%-Standard 101,25 USD – der Kurs von 416,13 USD liegt weit über beiden Werten. Kaufziel mit 25 % Sicherheitsmarge: 75,94 USD.
Die Rechnung auf einen Blick – vom Gewinn zum fairen Wert
1. Gewinn je Aktie10,61 USD
9,53 €: verwässerter Gewinn der letzten vier Quartale (2,14 + 2,33 + 2,62 + 2,44 €), umgerechnet mit 1,113 USD je Euro (06.11.2026). Ferrari weist seit 2021 keine Sondereffekte aus; bereinigt = berichtet.
2. Wachstum pro Jahr7 %
Unsere Bausteine: Umsatz +6 %, Marge +0,3 %, Aktienzahl −0,75 % = rund 7,1 %. Analysten erwarten für 2026 und 2027 rund 11 % im Jahr, Ferraris eigenes Ziel für 2030 (mindestens 11,50 € je Aktie) entspricht rund 5 % im Jahr ohne Rückkäufe.
3. KGV in zehn Jahren14
Feste Regel: 2 × Wachstum (7 × 2 = 14), mindestens 12, höchstens der Zehnjahresschnitt (40,5). Heute zahlt der Markt das 39,2-Fache.
Plus Dividenden+ 27,65 USD
Abgezinste Dividenden der zehn Jahre, wachsend mit dem Gewinn; Start 3,615 € = 4,02 USD (Mai 2026).
Plus Nettokasse+ 1,39 USD
Nettokasse der Industrie 219 Mio. € (30.09.2026) ÷ 175,4 Mio. Aktien. Die US-Kundenfinanzierung rechnen wir wie Ferrari heraus (Schulden durch Kundenkredite gedeckt).
4a. Profi-Standard: 9 %rund 161 USD
Fairer Wert mit den Kapitalkosten des Marktes (erwartete Marktrendite nach Damodaran: 8,8 % am 1.9.2026, 9,0 % am 1.10.2026; wir rechnen mit 9 %). Das End-KGV darf hier höchstens 18 sein.
4b. valueforge-Standard: 15 %101,25 USD
Unsere persönliche Zielrendite – wir kaufen nur, wenn auch bei Fehlern in unseren Annahmen eine gute Rendite bleibt. Dieser Wert steht in Watchlist und Value-Rechner.
Kurs heute416,13 USD
158,2 % über dem fairen Wert nach Profi-Standard, 311,0 % über unserem 15-%-Wert.
Gegenrechnung12,7 % eingepreist
Über den freien Cashflow der Industrie gerechnet verlangt der Kurs bei 9 % Kapitalkosten 12,7 % Wachstum im Jahr (Start: letzte vier Quartale; ab 2025 gerechnet 14,9 %), fast doppelt so viel wie unsere 7 %. Die Cashflow-Rechnung mit unserem Wachstum ergibt rund 270 USD.
Kaufziel75,94 USD
15-%-Wert minus 25 % Sicherheitsmarge – Qualitätsstufe „stark“ (Profi-Standard: 120,89 USD).

Gewichtet über vier Fälle (Stress, schwach, Basis, stark mit 10/20/50/20 %): 104,05 USD nach unserem Standard, rund 164 USD nach Profi-Standard. Alle Werte in USD, weil die Aktie an der NYSE in USD notiert; in Euro entspricht unser Basisfall 90,96 €. Jede Zahl ist weiter unten hergeleitet.

Warum unsere Methode bei Ferrari an ihre Grenze stößt

Wir rechnen jede Aktie nach derselben Regel – auch Ferrari. Das Ergebnis liegt hier weit unter dem Kurs, obwohl Dividenden und Kasse seit Standard 2.5 mitzählen (zusammen rund 29 USD je Aktie). Der Abstand hat zwei Gründe, die in der Methode stecken, nicht im Unternehmen:

  • Das End-KGV folgt dem Wachstum, nicht der Geschichte. Nach der Regel (2 × Wachstum) wäre Ferrari in zehn Jahren das 14-Fache des Gewinns wert. Tatsächlich lag das KGV seit 2016 nie unter 24,7 (Schnitt 40,5), weil der Markt die Planbarkeit einer Luxusmarke hoch bezahlt. Mit dem Zehnjahres-KGV statt der Regel läge unser 15-%-Wert bei rund 238 USD (mit 9 % kombinieren wir das hohe KGV bewusst nicht, das ergäbe Fantasiewerte).
  • Unsere Zielrendite von 15 % ist für eine so planbare Firma sehr hoch. Mit den Kapitalkosten des Marktes (9 %) kommt dieselbe Rechnung auf rund 161 USD, die Cashflow-Rechnung auf rund 270 USD.

Was trotzdem bleibt: Auch mit 9 % Kapitalkosten verlangt der Kurs rund 13 % Cashflow-Wachstum im Jahr über zehn Jahre – Ferrari selbst plant bis 2030 mit rund 5 % Umsatzwachstum. Der Kurs setzt also voraus, dass Ferrari seine eigenen Ziele deutlich übertrifft oder dass der Markt auch in zehn Jahren noch ein KGV um 40 zahlt. Wir zeigen beide Rechnungen; Watchlist und Value-Rechner führen wie bei allen Analysen den 15-%-Wert.

Was heißt das? Unsere Einordnung nach Kurszonen
unter rund 76 USDKaufzone nach unserem Standard
76 bis 101 USDbeobachten – unter unserem 15-%-Wert, aber noch ohne volle Sicherheitsmarge
101 bis 161 USDfür 15-%-Anleger zu teuer, nach Profi-Standard noch unter dem fairen Wert
161 bis 270 USDnach beiden Werten des Gewinnmodells zu teuer, nach der Cashflow-Rechnung (9 %) noch darunter
über 270 USDnach allen drei Rechnungen über dem Wert ← Kurs heute

Der Kurs liegt über allen drei Werten. Für unsere 15 % müsste der Gewinn je Aktie zehn Jahre lang um rund 16 % im Jahr wachsen (End-KGV nach Regel 32,1); die Analysten erwarten für 2026 und 2027 rund 11 %, Ferrari plant bis 2030 rund 5 %. Selbst der starke Fall (9,5 % Wachstum, KGV 19) ergibt nur 155,89 USD. Wann wir neu rechnen: nach unten, sobald ein Abbruchkriterium eintritt (siehe Gegenthese); nach oben, wenn Ferrari seine Ziele für 2030 anhebt oder der Gewinn je Aktie zwei Jahre in Folge um mehr als 10 % wächst. Spätestens nach den nächsten Zahlen (Q4 2026 Anfang Februar 2027). Das ist eine Einordnung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.

Erste Analyse nach Standard 2.5

Ferrari stand bisher ohne eigene Analyse in unserer Watchlist (Wert aus einer fremden Quelle). Dies ist unsere erste eigene Analyse; ein Änderungsprotokoll führen wir ab der nächsten Fassung.

Geschäftsmodell

Ferrari verdient auf drei Wegen:

  • Autos und Ersatzteile (84 % des Umsatzes 2025): rund 15 Modelle in vier Gruppen – Serienmodelle (Range, z. B. Amalfi, 12Cilindri, Purosangue), Sonderserien (z. B. 296 Speciale), streng limitierte Supersportwagen (F80) und Einzelstücke. In den ersten neun Monaten 2026 waren 69 % der ausgelieferten Autos Verbrenner, 31 % Hybride. Das erste vollelektrische Modell, der Ferrari Luce, wurde ab Oktober 2025 vorgestellt. Personalisierung macht einen wachsenden Teil des Preises aus.
  • Sponsoring, Formel 1 und Marke (11 %): Sponsoren der Scuderia, Anteil an den Vermarktungserlösen der Formel 1 (hängt am Platz in der WM), Mode, Läden, Museen, Lizenzen.
  • Sonstiges (4 %): Kundenfinanzierung in den USA, die Rennstrecke Mugello und Motoren für andere Formel-1-Teams.

Das Herzstück ist die kontrollierte Stückzahl: Ferrari baut bewusst weniger Autos, als bestellt werden, teilt sie Ländern und Händlern zu und bevorzugt treue Kunden – für Sondermodelle wird man eingeladen. Das hält Wartezeiten, Wiederverkaufswerte und Preise hoch. Verkauft wird über 181 Vertragshändler; die 15 größten brachten 2025 rund 25 % der Auslieferungen.

Ziele bis 2030 (Capital Markets Day, 09.10.2025): Umsatz rund 9,0 Mrd. € (rund 5 % im Jahr), EBITDA mindestens 3,6 Mrd. € (≥ 40 %), operativer Gewinn mindestens 2,75 Mrd. € (≥ 30 %), Gewinn je Aktie mindestens 11,50 € (bei gleicher Aktienzahl), Industrie-Cashflow rund 8 Mrd. € über fünf Jahre bei 4,7 Mrd. € Investitionen. Ausschüttung: rund 3,5 Mrd. € Rückkäufe von 2026 bis 2030 und rund 3,5 Mrd. € Dividenden von 2027 bis 2031 (40 % des Gewinns, ab dem Gewinn 2025).

Der Kern in einem Satz
Ferrari verkauft Knappheit: weniger Autos, als die reichsten Kunden der Welt kaufen wollen, zu immer höheren Preisen – die Frage ist, wie viel man heute für ein Unternehmen zahlt, das selbst nur mit mittlerem einstelligem Wachstum plant.

Umsatzverteilung

Umsatzart2025AnteilWachstum 20259 Monate 2026WachstumWas dahinter steckt
Autos und Ersatzteile6,00 Mrd. €84 %+5 %4,77 Mrd. €+6 %Auslieferungen neuer Autos, Personalisierung (Sonderlacke, Carbon, Innenausstattung) und Ersatzteile
Sponsoring, Formel-1-Erlöse und Marke0,82 Mrd. €11 %+22 %0,65 Mrd. €+7 %Sponsoren der Scuderia, Anteil an den Formel-1-Vermarktungserlösen, Lifestyle (Mode, Läden), Lizenzen
Sonstiges0,32 Mrd. €4 %+15 %0,26 Mrd. €+23 %Finanzierung für US-Kunden, Rennstrecke Mugello, Motoren für andere Formel-1-Teams
Umsatz7,15 Mrd. €100 %+7 %5,68 Mrd. €+6 %

Quelle: Jahresmeldung 2025 (10.02.2026) und Ergebnismeldung Q3 2026 (03.11.2026). Ferrari berichtet nur ein Segment und weist keinen Gewinn je Umsatzart aus.

Auslieferungen nach Region2025Anteil20249 Monate 20269 Monate 2025
Europa, Nahost, Afrika (EMEA)6 34647 %6 2044 8014 796
Amerika3 93729 %4 0032 8673 060
China, Hongkong, Taiwan9417 %1 162583759
übriges Asien-Pazifik2 41618 %2 3831 9191 873
Gesamt13 640100 %13 75210 17010 488

Stück, ohne reine Rennwagen (XX-Programm, 499P Modificata), Einzelstücke und Gebrauchtwagen. Quelle: Ergebnismeldungen.

Der wichtigste Punkt dieser Seite: Ferrari wächst über den Preis, nicht über die Stückzahl. Seit 2022 liefert Ferrari rund 13.200 bis 13.750 Autos im Jahr aus; 2025 waren es 13 640, in den ersten neun Monaten 2026 10.170 (−3 %). Der Umsatz je ausgeliefertem Auto stieg dagegen von rund 385 Tsd. € (2022) auf 524 Tsd. € (2025, alle Umsätze geteilt durch die Stückzahl). Treiber sind teure Sondermodelle (Supersportwagen F80, rund 3,6 Mio. € laut Presseberichten, unbestätigt), mehr Personalisierung und ein Modellwechsel zu teureren Nachfolgern.

China ist der schwächste Markt: Die Auslieferungen sanken von 1.162 (2024) auf 941 (2025) und in neun Monaten 2026 um weitere 23 %. Ferrari begründet das mit der eigenen Zuteilung („um die Exklusivität zu wahren“). Im Nahen Osten hat Ferrari im ersten Quartal 2026 wegen des Krieges Autos in andere Länder umgeleitet (Zwischenbericht Q3 2026).

05001 0001 5002 0001 7361 7911 7871 7661 8021 8481 9381 896Q4 2024Q1 2025Q2 2025Q3 2025Q4 2025Q1 2026Q2 2026Q3 2026

Umsatz je Quartal in Mio. €, Q4 2024 bis Q3 2026. Quelle: Ergebnismeldungen.

Qualitätsprüfung

Bevor wir einen fairen Wert rechnen, prüfen wir, ob das Unternehmen gut genug ist (je 0 bis 2 Punkte; Stufen: Spitze 12–14, stark 9–11, solide 6–8, schwach 0–5). Die Spalte „Zehn Jahre“ folgt den Schwellen unserer Watchlist (Wachstum ab 7 % = 1 Punkt, ab 12 % = 2; Eigenkapital je Aktie wachsend = 1, ab 7 % = 2; Kapitalrendite ab 10 % = 1, ab 20 % = 2). In der letzten Spalte vergeben wir die Punkte ein zweites Mal – nach unserer Gegenprüfung. Bei Umsatz, Gewinn und Free Cashflow gilt: Erreichen das letzte Geschäftsjahr (2025) und der aktuelle Stand (letzte vier Quartale bzw. Ausblick) die Schwelle von 7 %, bleibt der Punktwert; sonst höchstens 1, wenn beides darunter liegt 0. Die Gegenprüfung kann Punkte nur abziehen. Diese Note steht auch in der Watchlist und im Value-Rechner.

KriteriumFerrari (2015–2025)Zehn JahreGegenprüfungNach Prüfung
Umsatz wächst mind. 7 % im Jahr9,6 % p. a. (2,85 → 7,15 Mrd. €)12025 +7,0 % (knapp über 7 %), letzte vier Quartale nur +5,7 % → das Vorjahr erfüllt die Schwelle, der aktuelle Stand nicht (Ausblick 2026: +7,1 %, knapp darüber). Der Punkt bleibt bei 11
Gewinn je Aktie wächst mind. 7 %18,6 % p. a. (bereinigt, 1,63 → 8,96 €)22025 nur +5,9 %, letzte vier Quartale +6,4 % – beides unter 7 %, also 0 Punkte. Der Ausblick 2026 (mindestens 9,85 €, +9,9 %) würde die Schwelle erreichen; wir werten aber wie beim Umsatz und bei allen Analysen die letzten vier Quartale0
Free Cashflow wächst13,6 % p. a. (Industrie, 0,43 → 1,53 Mrd. €)22025 +49 %, letzte vier Quartale +27 % – beides weit über 7 %. Der Sprung 2025 kommt vor allem aus dem höheren operativen Cashflow (2,35 nach 1,93 Mrd. €)2
Eigenkapital je Aktie wächst32,7 % p. a. (2016–2025: 1,72 → 21,91 €)2Ende 2015 war das Eigenkapital nach der Abspaltung von FCA negativ, deshalb beginnt die Reihe 2016 auf niedriger Basis. Gegenprobe über fünf Jahre: 17,9 % im Jahr – trotz Rückkäufen. Der Punkt bleibt2
Kapitalrendite (ROIC) über 10 %25,8 % im Schnitt (2016–2025)2Eigenkapital + Schulden − Kasse, mit 24 % Steuer. Der Goodwill von 785 Mio. € stammt aus der früheren Kaufpreisaufteilung im Fiat-Konzern, nicht aus eigenen Zukäufen; ohne ihn läge der ROIC 2025 bei 35 %. Die Schulden der US-Kundenfinanzierung sind mitgezählt, das drückt den Wert eher2
Bruttomarge stabil oder steigend50,5 % (3 Jahre) zu 50,8 % (10 Jahre)1Knapp unter dem Zehnjahresschnitt (Tief 2022 mit 48,0 %); letzte vier Quartale 52,2 %. Nach der Regel (drei Jahre) bleibt es bei 11
Schulden in unter 3 Jahren tilgbarIndustrie netto schuldenfrei2Nettokasse der Industrie 219 Mio. € (30.09.2026). Die Konzernschulden von 3,1 Mrd. € enthalten 1,6 Mrd. € der US-Kundenfinanzierung, gedeckt durch 1,88 Mrd. € Kundenkredite. Die Anleihen (954 Mio. €) sind mit dem Industrie-Cashflow eines Jahres tilgbar2
Summe1210

Alle Kennzahlen: eigene Rechnung aus den SEC-Daten (IFRS, Euro). Gewinn je Aktie bereinigt laut Ferrari (2018 ohne 141 Mio. € Steuernachholung aus der Patent Box für 2015–2017, 2020 ohne 75 Mio. € Steuereffekt einer Neubewertung). Free Cashflow der Industrie laut Ferrari (ohne Kundenfinanzierung). Maßgeblich – auch in Watchlist und Value-Rechner – ist „Nach Prüfung“.

Ergebnis der Qualitätsprüfung
Bestanden – Zehnjahresrechnung 12 von 14, nach Gegenprüfung 10 von 14, Stufe „stark“. Freier Cashflow, Eigenkapital je Aktie, Kapitalrendite und Schulden bringen volle Punkte. Abzüge: Der Gewinn je Aktie wuchs 2025 und in den letzten vier Quartalen nur um 6 % (0 Punkte), der Umsatz zuletzt um 6 % (1 Punkt) – das Tempo der Jahre 2021 bis 2024 ist vorbei. Die Bruttomarge liegt knapp unter dem Zehnjahresschnitt. Für die Sicherheitsmarge zählt die Stufe nach Gegenprüfung (Spitze 20 %, stark 25 %, solide 30 %, schwach = keine Kaufempfehlung): hier 25 % (ohne Gegenprüfung wären es als „Spitze“ 20 %).

Burggraben

Art: Ferraris Burggraben beruht auf der Marke – und auf der bewussten Knappheit, die sie schützt. Die Marke lebt von 75 Jahren Formel 1, italienischem Design und dem Versprechen, dass ein Ferrari selten bleibt. Ein Kostenvorteil besteht nicht: Ferrari baut teuer und in kleinen Serien. Der Vorteil liegt allein darin, was Kunden zu zahlen bereit sind.

BelegBefundSpricht für den Graben?
PreissetzungUmsatz je Auto 372 Tsd. € (2015) → 524 Tsd. € (2025); 2026 höherer Umsatz trotz 3 % weniger Autos. laut 20-F gab es in den letzten Jahren Preiserhöhungen für ausgewählte Modelle in einzelnen Märkten; der US-Zoll von 15 % wurde ohne Margenverlust getragenJa – der stärkste Beleg
MargeOperative Marge 15,6 % (2015) → 29,8 % (letzte vier Quartale)Ja
Bruttomarge47,5 % (2015) → 51,7 % (2025), letzte vier Quartale 52,2 %Ja – stabil hoch
NachfrageAuftragsbuch reicht bis ins Jahr 2028 hinein, rund 14 Monate (Ergebnismeldung 03.11.2026; Anfang 2026: „bis Ende 2027“); Stückzahl seit 2022 bewusst auf rund 13.500 begrenztJa
KapitalrenditeROIC 30 % (2025), Schnitt 26 %, inkrementell 49 % (2020–2025)Ja
MarktanteilFerrari nennt keine Marktanteile. Börsennotierte Vergleiche verdienen deutlich weniger (Aston Martin mit Verlust, Porsche 3,5 % operative Marge, siehe Vergleichstabelle)Teilweise belegbar

Quellen: 20-F 2015–2025, Ergebnismeldungen. Umsatz je Auto = Gesamtumsatz ÷ Auslieferungen (eigene Rechnung).

0,05,010,015,07,73,720158,03,920168,44,120179,33,7201810,13,720199,13,8202011,23,8202113,23,9202213,74,4202313,84,9202413,65,22025Auslieferungen (Tsd. Autos)Umsatz je Auto (100 Tsd. €)

Auslieferungen in Tausend Autos (orange) und Umsatz je ausgeliefertem Auto in 100.000 € (grau), 2015–2025. Eigene Rechnung aus den Jahresberichten.

Was den Graben trägt
  • Knappheit als Strategie: weniger Autos als Bestellungen, Zuteilung an treue Kunden, Wartezeiten
  • Formel 1: die bekannteste Rennmannschaft der Welt als Werbung, die zugleich über Sponsoren Geld verdient
  • Sammlermarkt: limitierte Modelle und Einzelstücke (z. B. die Versteigerung des Ferrari Luce „Chassis 0“, Q3 2026) – Wiederverkaufswerte nennt Ferrari nicht
  • Kontrolle: Exor und Piero Ferrari stehen seit dem Börsengang für Kontinuität
Was ihn angreift
  • Elektroautos: Der Klang und die Technik des Verbrenners sind Teil der Marke; der Ferrari Luce muss zeigen, ob die Kunden auch elektrisch Ferrari-Preise zahlen
  • Verwässerung: SUV (Purosangue), Lifestyle, mehr Modelle – zu viel davon schwächt die Exklusivität
  • Wettbewerb: Lamborghini (VW), Porsche, McLaren, neue chinesische Hypercar-Marken
  • Kundengruppe: sehr reiche Käufer, eine kleine Zahl Märkte; Steuern, Zölle oder ein Vermögenseinbruch treffen direkt
Urteil: breiter Burggraben
Ferrari steigert seit zehn Jahren Preise und Marge bei begrenzter Stückzahl, und das Auftragsbuch reicht über ein Jahr in die Zukunft. Das ist das Muster einer echten Luxusmarke wie Hermès, nicht eines Autoherstellers. Wir stufen den Graben als breit ein. Er ist dort verwundbar, wo die Marke sich verändert: beim Wechsel zum Elektroauto und bei zu vielen Modellen – das zeigt sich zuerst am Umsatz je Auto und an den Wiederverkaufswerten.

Quantitative Faktoren

Alle Reihen umfassen die Geschäftsjahre 2015 bis 2025 (Kalenderjahre), dazu die letzten vier Quartale (Q4 2025 bis Q3 2026). Ferrari berichtet in Euro nach IFRS; die Kennzahlen stehen deshalb in Euro, nur die Bewertung in USD. Einen Aktiensplit gab es seit dem Börsengang nicht. Sämtliche Zahlen stammen aus den Berichten bei der SEC (abgerufen am 07.11.2026). Jede Karte endet mit einer Gegenprüfung.

1. Umsatz je Aktie

0,00 €10,00 €20,00 €30,00 €40,00 €50,00 €2015201620172018201920202021202220232024202515,11 €40,07 €

Umsatz je verwässerter Aktie in Euro (SEC, IFRS).

Von 15,11 auf 40,07 €, 10,2 % pro Jahr. Der Umsatz stieg von 2,85 auf 7,15 Mrd. € (9,6 % im Jahr, fünf Jahre 15,6 %), in den letzten vier Quartalen auf 7,48 Mrd. € (+5,7 %). Für 2026 erwartet Ferrari rund 7,65 Mrd. €, die Analysten für 2027 8,26 Mrd. € (Yahoo Finance, 07.11.2026).

Aber: Der Umsatz wächst seit 2023 langsamer (2023 +17 %, 2024 +12 %, 2025 +7 %, letzte vier Quartale +6 %), und die Stückzahl sinkt leicht. Ferrari plant bis 2030 nur rund 5 % Umsatzwachstum im Jahr. Hinzu kommt der Wechselkurs: Rund 30 % der Autos gehen nach Amerika, Umsatz und Gewinn werden aber in Euro gemessen – in neun Monaten 2026 kosteten Wechselkurse (vor allem Dollar und Yen, mit Absicherung) 113 Mio. € operativen Gewinn.

2. Bruttomarge und operative Marge

0,020,040,060,020152016201720182019202020212022202320242025BruttomargeOperative Marge (EBIT)51,729,5

Bruttomarge (orange) und operative Marge (grau, gestrichelt) in Prozent, 2015–2025.

Die Bruttomarge liegt seit 2017 zwischen 48,0 und 52,6 % (2025: 51,7 %, letzte vier Quartale 52,2 %). Die operative Marge (EBIT) stieg von 15,6 auf 29,5 %, in den letzten vier Quartalen auf 29,8 %. Ferrari steckt rund 13 % des Umsatzes in Forschung und Entwicklung (9 Monate 2026: 12,6 %), mehr als die meisten Autohersteller.

Aber: Die operative Marge hat sich seit 2015 fast verdoppelt – dieser Hebel ist weitgehend gezogen. Ferraris eigenes Ziel für 2030 ist „mindestens 30 %“, also kaum mehr als heute. Und seit August 2025 zahlt Ferrari in den USA 15 % Einfuhrzoll (bis März 2025 2,5 %, April bis Juli 27,5 %); bisher hat Ferrari das über Preise und Mix aufgefangen.

3. Gewinn je Aktie

0,002,004,006,008,0010,0020152016201720182019202020212022202320242025Bereinigt laut FerrariBerichtet (IFRS)8,96

Gewinn je Aktie in Euro, verwässert: bereinigt laut Ferrari (orange) und berichtet (grau, gestrichelt).

Bereinigt laut Ferrari stieg der Gewinn je Aktie von 1,63 auf 8,96 € (18,6 % im Jahr, fünf Jahre 25 % – ab dem Corona-Tief 2020). Die letzten vier Quartale: 2,14 + 2,33 + 2,62 + 2,44 = 9,53 € (10,61 USD). Für 2026 erwartet Ferrari mindestens 9,85 €.

Aber: 2025 wuchs der Gewinn je Aktie nur um +5,9 %, die letzten vier Quartale um +6,4 %. Die Steuerquote von 22–23 % hängt an der italienischen Patent Box (110 % Abzug für Entwicklungskosten); fiele sie weg, läge die Quote eher bei 27 % und der Gewinn rund 5 % niedriger (eigene Schätzung). Berichtet und bereinigt weichen 2015, 2016, 2018 und 2020 ab (Börsengang, Takata-Rückruf, Patent-Box-Nachholung, Steuereffekt einer Neubewertung); seit 2021 sind beide gleich.

4. Operativer Cashflow gegen Investitionen

0,00,51,01,52,02,50,70,420151,00,320160,70,420170,90,620181,30,720190,80,720201,30,720211,40,820221,70,920231,91,020242,40,92025Operativer CashflowInvestitionen

Operativer Cashflow (orange) und Investitionen in Sachanlagen und Entwicklung (grau), in Mrd. €.

Der operative Cashflow stieg von 0,71 auf 2,35 Mrd. € (2025), in den letzten vier Quartalen auf 2,56 Mrd. €. Investiert wurden 2025 0,94 Mrd. € (13 % des Umsatzes) – vor allem aktivierte Entwicklung neuer Modelle und Werksbauten in Maranello. Bis 2030 plant Ferrari 4,7 Mrd. € Investitionen.

Aber: Ferrari ist anders als ein Software- oder Modehaus kapitalintensiv: Von 2016 bis 2025 flossen 53 % des operativen Cashflows in Investitionen. Ein Teil des operativen Cashflows bindet zudem die US-Kundenfinanzierung (9 Monate 2026: 202 Mio. € mehr Kundenkredite).

5. Free Cashflow je Aktie (Industrie)

0,002,004,006,008,0010,002,271,481,731,983,600,923,474,145,135,718,6120152016201720182019202020212022202320242025

Freier Cashflow der Industrie je verwässerter Aktie in Euro, laut Ferrari.

Ferrari misst den freien Cashflow ohne die Kundenfinanzierung („Industrial free cash flow“). Er stieg von 0,43 auf 1,53 Mrd. € (8,61 € je Aktie), in den letzten vier Quartalen auf 1,82 Mrd. €. Mitarbeiteraktien kosten nur rund 1,1 % des operativen Cashflows – eine Bereinigung ist nicht nötig. Der freie Cashflow der letzten vier Quartale entspricht 108 % des Gewinns.

Aber: Der Cashflow schwankt stark mit den Investitionszyklen (2016–2020 meist unter 0,7 Mrd. €, 2020 nur 0,17 Mrd. €). Bis 2025 lag die Umwandlung von Gewinn in freien Cashflow meist bei 60–80 %; Ferrari verspricht bis 2030 „über 50 %“ des EBITDA.

6. Dividende je Aktie

0,001,002,003,000,460,640,711,031,130,871,361,812,442,9920152016201720182019202020212022202320242025

Dividende je Aktie in Euro, ausgezahlt im jeweiligen Kalenderjahr.

Die Dividende (gezahlt im jeweiligen Jahr für das Vorjahr) stieg von 0,46 € (2016) auf 2,986 € (2025); im Mai 2026 zahlte Ferrari 3,615 € (+21 %), rund 640 Mio. €. Ab dem Gewinn 2025 (Zahlung 2026) schüttet Ferrari 40 % des bereinigten Gewinns aus, vorher 35 %. Dividendenrendite zum heutigen Kurs: 1,0 %.

Aber: 2021 wurde die Dividende nach dem Corona-Jahr gekürzt (0,867 € nach 1,13 €) – sie folgt dem Gewinn. Die Rendite von unter 1 % trägt den Wert kaum; der größte Teil der Ausschüttung läuft über Rückkäufe.

7. Kasse und Schulden (Industrie)

−0,80−0,60−0,40−0,200,00−0,80−0,65−0,47−0,37−0,34−0,54−0,30−0,21−0,10−0,18−0,0320152016201720182019202020212022202320242025

Nettofinanzposition der Industrie zum Jahresende in Mrd. € (negativ = Nettoschulden), laut Ferrari.

Ferrari rechnet die Schulden der US-Kundenfinanzierung heraus, weil sie durch die Kundenkredite gedeckt sind. Die Nettoverschuldung der Industrie sank von 0,80 Mrd. € (2015, Erbe der Abspaltung) auf 0,03 Mrd. € (2025); am 30.09.2026 stand eine Nettokasse von 219 Mio. €. Konzernweit: Schulden 3,12 Mrd. € (darunter Anleihen 954 Mio. €), Kasse 1,73 Mrd. €.

Aber: Die Kundenfinanzierung ist ein Kreditgeschäft: 1,88 Mrd. € Kredite an US-Kunden, finanziert über Verbriefungen. Fällt der Wert gebrauchter Ferraris oder fallen Kunden aus, trägt Ferrari das Risiko. Bisher ist das klein, aber es wächst (Ende 2020: 0,94 Mrd. €).

8. Anzahl der Aktien

0,050,0100,0150,0200,020152016201720182019202020212022202320242025188,9178,3

Verwässerte Aktienzahl im Jahresdurchschnitt, in Millionen.

Die verwässerte Aktienzahl sank von 188,9 Mio. (2015) auf 178,3 Mio. (2025), −0,58 % pro Jahr (fünf Jahre −0,78 %). Am 30.09.2026 waren 175,4 Mio. Aktien ausstehend. Im Juli 2026 hat Ferrari 16,6 Mio. eigene Aktien eingezogen.

Aber: Netto sank die Aktienzahl nur um 0,6 % im Jahr, obwohl Ferrari 2016–2025 3,1 Mrd. € für Rückkäufe ausgab – die Aktien wurden immer teurer. 2025 kaufte Ferrari zudem für 300 Mio. € Aktien von Exor, dem größten Aktionär, in dessen Platzierung (20-F).

9. Kurs-Gewinn-Verhältnis

0,020,040,060,080,020152016201720182019202020212022202320242025Zehnjahresschnitt: 40,526,935,6

Kurs Ende Dezember (Mailand, Euro; 2015 NYSE umgerechnet) geteilt durch den bereinigten Gewinn je Aktie laut Ferrari. Hinweis: Der Value-Rechner zeigt leicht andere KGV-Werte (aktuell rund 39,5, Zehnjahresschnitt rund 39,9), weil er für alle Aktien einheitlich mit dem berichteten Gewinn und den US-Kursen rechnet. Maßgeblich für diese Analyse ist die Reihe oben; der faire Wert ist in beiden gleich.

Das KGV (Kurs Ende Dezember in Euro, bereinigter Gewinn) lag seit 2016 zwischen 24,7 und 65,5; der Zehnjahresschnitt (2016–2025) liegt bei 40,5 (Median 39,6). Heute: 39,2.

Aber: Der Markt bewertet Ferrari wie Hermès, nicht wie einen Autohersteller (Mercedes-Benz rund 7, Porsche rund 20). Das hohe KGV war gerechtfertigt, solange der Gewinn um rund 19 % im Jahr wuchs. Ende 2025 sank es auf 35,6, als der Kapitalmarkttag nur 5 % Wachstum versprach. Unser End-KGV folgt dem Wachstum (Regel 2 × g) und liegt bei 14.

Live-Finanzdaten von TradingView

Kapitalrendite zerlegt

ROIC = operativer Gewinn nach Steuern ÷ investiertes Kapital (Eigenkapital plus Finanzschulden minus Kasse). Wir zählen die Schulden der US-Kundenfinanzierung mit – das macht das Kapital größer und den ROIC eher kleiner. Zerlegt: ROIC = Marge nach Steuern × Kapitalumschlag. Getragen hat den Anstieg die Marge (nach Steuern von 11,8 auf 22,4 %); der Umschlag sank von 1,39 auf 1,34, weil Ferrari mehr in Modelle und Werke investiert und mehr Kundenkredite vergibt.

Tabelle 2015–2025 (aufklappen)
JahrOperativer Gewinn nach SteuernInvestiertes KapitalMarge nach SteuernUmschlag= ROICohne Goodwill
20150,34 Mrd.2,06 Mrd.11,8 %1,3916,4 %27 %
20160,45 Mrd.1,72 Mrd.14,6 %1,8126,4 %49 %
20170,59 Mrd.1,94 Mrd.17,2 %1,7630,4 %51 %
20180,63 Mrd.2,48 Mrd.18,4 %1,3825,3 %37 %
20190,70 Mrd.2,67 Mrd.18,5 %1,4126,1 %37 %
20200,54 Mrd.3,15 Mrd.15,7 %1,1017,3 %23 %
20210,82 Mrd.3,49 Mrd.19,1 %1,2223,4 %30 %
20220,93 Mrd.4,02 Mrd.18,3 %1,2723,2 %29 %
20231,23 Mrd.4,42 Mrd.20,6 %1,3527,8 %34 %
20241,43 Mrd.5,14 Mrd.21,5 %1,3027,9 %33 %
20251,60 Mrd.5,32 Mrd.22,4 %1,3430,1 %35 %

Operatives Ergebnis (EBIT) mit einheitlich 24 % Steuer. Investiertes Kapital = Eigenkapital der Aktionäre + Finanzschulden (inkl. Kundenfinanzierung und Leasing) − Kasse zum Jahresende. 2015: negatives Eigenkapital nach der Abspaltung. Eigene Rechnung aus SEC-Daten.

0,0 %10,0 %20,0 %30,0 %40,0 %2015201620172018201920202021202220232024202516,4 %30,1 %

ROIC in Prozent, 2015–2025. Schnitt 2016–2025: 25,8 %. Eigene Rechnung.

Was die Zerlegung zeigt
  • Dauerhaft hoch: ROIC zwischen 17 % (2020) und 30 %, Schnitt 26 %
  • Jeder neue Euro: Von 2020 bis 2025 stieg der operative Gewinn nach Steuern um 1,06 Mrd. €, das Kapital um 2,17 Mrd. € – 49 % auf das zusätzliche Kapital
  • Ohne Zukäufe: Ferrari ist aus eigener Kraft gewachsen; der Goodwill ist seit der Abspaltung unverändert
Was dagegen spricht
  • Kapital wächst: Investitionen von rund 1 Mrd. € im Jahr und wachsende Kundenkredite drücken den Umschlag
  • Eigenkapitalrendite höher als sie wirkt: 2025 verdiente Ferrari 41 % auf das Eigenkapital – auch, weil Rückkäufe das Eigenkapital klein halten
  • Kaum Luft nach oben: Die Marge treibt den ROIC, und Ferrari plant bis 2030 nur noch wenig mehr Marge

Kapitalverwendung

Von 2016 bis 2025 erwirtschaftete Ferrari 13,4 Mrd. € operativen Cashflow:

Verwendung (2016–2025)BetragEinordnung
Investitionen (Sachanlagen und Entwicklung)7,13 Mrd. €53 % des operativen Cashflows – neue Modelle, Werke, Formel 1
Dividenden2,45 Mrd. €seit 2016 jedes Jahr, Quote 35 %, ab der Zahlung 2026 40 % des Gewinns
Rückkäufe3,07 Mrd. €seit 2018; 2026 bis September weitere 0,61 Mrd. €
ZukäufekeineFerrari wächst ohne Übernahmen
Schuldenabbau (Industrie)0,77 Mrd. €von 0,80 Mrd. € Nettoschulden (2015) auf fast null
Summe13,41 Mrd. €= operativer Cashflow (Rundung)
zur Information: Kundenkredite USA (Veränderung)0,44 Mrd. €bereits im operativen Cashflow abgezogen, durch Verbriefungen finanziert – nicht zusätzlich zu zählen

Quellen: 20-F 2016–2025 (Kapitalflussrechnungen, Kennzahlen der Industrie), eigene Rechnung.

Rückkäufe: zu welchem Preis?

JahrStückBetragØ PreisUnser Wert damals (15 %)Wert damals (9 %)Urteil
20181,03 Mio.100 Mio. €97 €23 €40 €über beiden Werten
20192,91 Mio.387 Mio. €133 €25 €43 €über beiden Werten
20200,82 Mio.130 Mio. €158 €20 €34 €über beiden Werten
20211,17 Mio.231 Mio. €198 €31 €52 €über beiden Werten
20221,97 Mio.397 Mio. €202 €35 €59 €über beiden Werten
20231,63 Mio.461 Mio. €283 €47 €80 €über beiden Werten
20241,44 Mio.581 Mio. €403 €58 €98 €über beiden Werten
20251,88 Mio.785 Mio. €418 €61 €104 €über beiden Werten
2026 (9 Monate)1,97 Mio.608 Mio. €308 €––über beiden heutigen Werten (91 € / 145 €)

Stück laut Aktientabellen der 20-F bzw. des Zwischenberichts Q3 2026, Ø Preis = Betrag laut Kapitalflussrechnung ÷ Stück. „Wert damals“ = bereinigter Gewinn je Aktie des Jahres × unser Basisfall (7 %, End-KGV 14), ohne Dividenden und Kasse, in Euro; Profi-Wert mit 9 %. Eigene Rechnung, nur als Größenordnung.

01002003004005002015201620179720181332019158202019820212022022283202340320244182025Kurs heute 374 €Unser Wert heute 91 €

Durchschnittlicher Rückkaufpreis je Jahr in Euro gegen den heutigen Kurs in Mailand und unseren heutigen Wert (in Euro).

Ferrari hat in jedem Jahr zu Preisen zurückgekauft, die über dem Wert lagen, den unsere Methode für das jeweilige Jahr ergibt – nach unserem Maßstab waren alle Rückkäufe zu teuer. Gemessen am heutigen Kurs (374 €) waren die Käufe bis 2023 dennoch gute Geschäfte; die Käufe 2024 und 2025 zu rund 400 bis 420 € liegen heute darunter. 2025 erwarb Ferrari für 300 Mio. € Aktien direkt aus einer Platzierung des Großaktionärs Exor. Netto sinkt die Aktienzahl langsam (−0,58 % im Jahr seit 2015); Mitarbeiteraktien spielen kaum eine Rolle (rund 0,1 Mio. Aktien im Jahr).

Vergütung und Führung

Benedetto Vigna erhielt für 2025 insgesamt 10,9 Mio. € (2024: 8,0 Mio., 2023: 6,7 Mio.): Festgehalt 1,8 Mio., Jahresbonus 5,85 Mio., Aktien aus dem Langfristplan 2,96 Mio. € (20-F 2025, Vergütungsbericht). Die Leistungsaktien hängen zu 40 % an der Aktienrendite im Vergleich zu einer Gruppe von Luxus- und Autofirmen (u. a. Hermès, LVMH, Mercedes-Benz, Aston Martin), zu 40 % am bereinigten EBITDA laut Fünfjahresplan und zu 20 % an Umweltzielen – nicht am Gewinn je Aktie. Rückkäufe treiben die Vergütung also nur indirekt über die Aktienrendite. Das Verhältnis zum durchschnittlichen Mitarbeiter stieg von 51 : 1 (2022) auf 107 : 1 (2025). John Elkann erhielt als Executive Chairman 2,5 Mio. €.

Die Hauptversammlung vom 15.04.2026 hat dem Vergütungsbericht 2025 zugestimmt (beratendes Votum; die Quote nennt die Meldung nicht). Exor kontrolliert über Treuestimmrechte rund ein Drittel der Stimmen.

Unser Urteil: Die Vergütung ist für ein Unternehmen dieser Größe angemessen und an Rendite und Gewinn geknüpft. Kritisch: der starke Anstieg seit 2022 und die Kontrolle durch Exor, die Minderheitsaktionären wenig Gewicht lässt – auch beim Rückkauf von Exor-Aktien 2025.

Unsere Einordnung der Kapitalverwendung
Gut: keine Zukäufe, Schulden der Industrie abgebaut, verlässlich steigende Dividende, Investitionen in die eigenen Modelle. Kritisch: Die Rückkäufe erfolgten zu Preisen weit über unserem Wert, und der Plan bis 2030 (rund 3,5 Mrd. € Rückkäufe) setzt voraus, dass die Aktie ihr hohes KGV behält, damit er sich lohnt.

Qualitative Faktoren

Management

Benedetto Vigna führt Ferrari seit September 2021; er kam vom Chiphersteller STMicroelectronics, wo er die Sensorsparte aufgebaut hatte – eine bewusste Wahl für den Übergang zu Elektronik und Elektroantrieb. John Elkann (Exor) ist Executive Chairman. Unter Vigna hat Ferrari die Profitabilitätsziele für 2026 schon 2025 übertroffen (Capital Markets Day 09.10.2025) und den Ausblick 2026 seitdem zweimal angehoben (Ergebnismeldungen Q2 und Q3 2026). Die Strategie: jedes Jahr mehrere neue Modelle, mehr Personalisierung, begrenzte Stückzahl, drei Antriebsarten (Verbrenner, Hybrid, elektrisch).

Wachstumstreiber

  • Mix und Preis: teurere Nachfolgemodelle, Sondermodelle wie der F80 (Auslieferung seit 2026) und mehr Personalisierung
  • Neue Modelle: 2025 sechs Neuvorstellungen (u. a. Amalfi, 849 Testarossa, 296 Speciale), 2026 zwei weitere bis Jahresende; der Ferrari Luce als erstes Elektromodell
  • Formel 1 und Lifestyle: Sponsoring und Markenumsätze +22 % im Jahr 2025; der Ausblick 2026 unterstellt Platz 2 in der Formel-1-WM
  • Ausschüttung: rund 7 Mrd. €, je zur Hälfte Rückkäufe (2026–2030) und Dividenden (2027–2031)

Risiken

Die wichtigsten Risiken
  • Bewertung: Das KGV von rund 39 setzt hohes Wachstum voraus, das Ferrari selbst nicht plant. Am Tag des Kapitalmarkttags (09.10.2025) fiel die Aktie in Mailand um 15 % (418,50 → 354,00 €, Yahoo) – so empfindlich reagiert der Kurs auf Wachstumsziele.
  • Elektro-Übergang: Ob Kunden für einen elektrischen Ferrari dieselben Preise zahlen, ist offen.
  • Zölle und Wechselkurse: US-Einfuhrzoll 15 % seit August 2025; Wechselkurse (vor allem Dollar und Yen) kosteten 9 Monate 2026 113 Mio. € operativen Gewinn.
  • China und Nahost: China-Auslieferungen 2025 −19 %, 9 Monate 2026 −23 %; im Nahen Osten Umleitungen wegen des Krieges.
  • Formel 1: Erfolg und WM-Platz beeinflussen Erlöse und Kosten; Rennbudget und Sponsoren schwanken.
  • Kontrolle: Exor und der Trust von Piero Ferrari bestimmen über Treuestimmrechte; Minderheitsaktionäre haben wenig Einfluss.

Wettbewerb und Analysten

Direkte Wettbewerber im Sportwagengeschäft sind Lamborghini (Teil von VW), McLaren, Aston Martin und Porsche; als Luxuswert vergleicht der Markt Ferrari mit Hermès und LVMH. Der Vergleich mit börsennotierten Firmen:

FirmaUmsatzwachstumOperative MargeBruttomargeKGV (zwölf Monate)KGV (Schätzung)EV / FCFGewinnwachstum (Schätzung)
Ferrari+7 %30 %52 %37,633,736+11 %
Hermès+2 %42 %71 %31,728,327+9 %
LVMH−3 %22 %66 %18,617,120+8 %
Porsche AG−8 %4 %20 %19,628,134−13 %
Mercedes-Benz−4 %5 %17 %7,37,0–+13 %
Aston Martin+36 %−7 %34 %––––

Yahoo Finance, abgerufen am 07.11.2026 (Sekundärquelle): Umsatzwachstum des letzten Quartals zum Vorjahr, Margen und KGV auf die letzten zwölf Monate, KGV-Schätzung auf das nächste Geschäftsjahr, Gewinnwachstum für das nächste Geschäftsjahr. Ferrari: EV/FCF aus unserer Rechnung (Unternehmenswert 65,4 Mrd. € ÷ freier Cashflow der Industrie der letzten vier Quartale 1,82 Mrd. €). Eine ROIC-Spalte fehlt, weil Yahoo keinen ROIC liefert; unser ROIC für Ferrari: 30 % (2025).

Ferrari ist teurer als Hermès, obwohl Hermès eine höhere Marge hat und weniger investieren muss, und doppelt so teuer wie LVMH. Die Autohersteller Porsche und Mercedes-Benz verdienen derzeit kaum Geld; mit ihnen hat Ferrari wirtschaftlich wenig gemein. Ferraris Aufschlag beruht auf der Planbarkeit: Während LVMH zuletzt weniger umsetzte und Hermès kaum wuchs, legte Ferrari um 7 % zu.

12 Analysten nennen ein Kursziel: im Mittel 460,82 USD (Median 460 USD, Spanne 414 bis 518 USD). Empfehlungen: 4 stark kaufen, 7 kaufen, 1 halten, 0 verkaufen (Yahoo Finance, Stand 07.11.2026, Sekundärquelle). Selbst das niedrigste Kursziel liegt nahe am Kurs.

ESG

Ferrari fertigt in Maranello und Modena; die wichtigsten Themen sind CO₂ (Ziel laut Vergütungsplan: Emissionsminderung bis 2030), Arbeitsbedingungen (Zertifikat für gleiche Bezahlung) und die Sicherheit der Autos. Governance: Exor hält rund ein Drittel der Stimmen, der Vorsitzende ist zugleich Exor-Chef; im Board sitzen u. a. Delphine Arnault (LVMH) und Eddy Cue (Apple).

Gegenthese: Was müsste passieren, damit wir falschliegen?

Unser Urteil lautet: starke Qualität, der Kurs liegt aber weit über unserem Basisfall. Wir prüfen beide Richtungen. Es ist 2031, und die Aktie hat sich halbiert. Was ist passiert? Das ist ein Gedankenexperiment über fünf Jahre; die Abbruchkriterien weiter unten sind dagegen Prüfpunkte für jedes Quartal.

SzenarioWie es abläuftWahrscheinlichkeitEntspricht Fall
1. Das KGV normalisiert sichFerrari wächst wie geplant mit rund 5–7 % im Jahr, aber der Markt zahlt dafür nicht mehr das 39-Fache, sondern das 20- bis 25-Fache wie für andere Luxusmarken. Der Kurs halbiert sich, obwohl das Geschäft gut läuft.mittelschwach / Basis
2. Der Elektro-Übergang misslingtDer Ferrari Luce verkauft sich schlecht, strengere Abgasregeln verteuern die Verbrenner, die Kunden weichen auf Gebrauchtwagen aus. Der Umsatz je Auto stagniert.gering bis mittelschwach
3. Die Superreichen kaufen wenigerEine Finanzkrise, höhere Vermögensteuern oder Zölle treffen die kleine Käuferschicht. Wie 2020 sinken Umsatz und Gewinn deutlich, das Auftragsbuch schrumpft.geringStress
So hängen Gegenthese und Bewertung zusammen
Die Gegenthese-Szenarien bekommen keine eigenen Prozentwerte; sie zeigen, welche Geschichte hinter den schwachen Fällen steht. Szenario 1 ist bei Ferrari besonders: Es braucht keinen Fehler im Geschäft, nur ein niedrigeres KGV – genau das unterstellt unsere End-KGV-Regel schon im Basisfall. Die Gewichte unserer Bewertung: Stress 10 % (66,74 USD), schwach 20 % (77,88 USD), Basis 50 % (101,25 USD), stark 20 % (155,89 USD).
Was gegen unser Urteil spricht

Gegen unsere Vorsicht beim Wachstum: Ferrari hat seine Ziele bisher übertroffen – die Profitabilitätsziele für 2026 wurden schon 2025 erreicht, der Ausblick 2026 wurde zweimal angehoben. Die Analysten erwarten für 2026 und 2027 rund 11 % Gewinnwachstum im Jahr, fast doppelt so viel wie das Ziel bis 2030.

Gegen unsere KGV-Regel: Der Markt zahlt seit zehn Jahren ein KGV um 40 und hat es nie unter 24,7 fallen lassen. Mit diesem KGV statt der Regel läge unser 15-%-Wert bei rund 238 USD, und für 15 % reichten 13,5 % Wachstum.

Gegen „zu teuer“: Die Cashflow-Rechnung mit 9 % kommt auf rund 270 USD; sie zählt den ganzen freien Cashflow, nicht nur die Dividende. Und Ferrari hat praktisch keine Schulden in der Industrie.

Abbruchkriterien – hier verwerfen wir die These
  • Der Umsatz sinkt zwei Quartale in Folge gegenüber dem Vorjahr (Q3 2026: +7 %) – dann trägt der Mix aus Sondermodellen und Personalisierung den sinkenden Absatz nicht mehr
  • Die operative Marge fällt zwei Quartale in Folge unter 26 % (letzte vier Quartale: 29,8 %) – Zeichen, dass Preise, Zölle oder die neuen Modelle (Ferrari Luce) die Preismacht schwächen
  • Ferrari meldet ein Auftragsbuch, das weniger als ein Jahr in die Zukunft reicht (heute bis ins Jahr 2028 hinein, rund 14 Monate), oder streicht Modelle aus Mangel an Nachfrage – dann ist die Knappheit als Kern der Marke angegriffen

Wir prüfen diese Punkte nach jeder Quartalsmitteilung. Tritt einer ein, überarbeiten wir die Analyse und senken den fairen Wert – unabhängig vom Kurs.

Das letzte Quartal (Q3 2026, Juli bis September, veröffentlicht am 03.11.2026)

KennzahlQ3 2026Einordnung
Umsatz1,90 Mrd. €+7 % (+10 % ohne Währungseffekte); Autos und Ersatzteile 1,59 Mrd. (+7 %), Sponsoring und Marke 0,22 Mrd. (+4 %)
Auslieferungen3.368 Autos−1 %; China 143 (Vorjahr 248), Amerika 1.050, EMEA 1.487
Bruttomarge52,4 %Vorjahr 50,1 %; F80 und Personalisierung
Operative Marge (EBIT)29,7 %Vorjahr 28,4 %; operativer Gewinn 563 Mio. € (+12 %)
Gewinn je Aktie2,44 €+14 %; Steuerquote 23,0 %
Freier Cashflow (Industrie)567 Mio. €+43 %
Nettokasse Industrie219 Mio. €nach 173 Mio. € Rückkäufen im Quartal; Ende Juni noch 131 Mio. € Nettoschulden
Ausblick 2026 (angehoben)Umsatz ~7,65 Mrd. €EBIT ≥ 2,285 Mrd. € (≥ 29,8 %), Gewinn je Aktie ≥ 9,85 €, Industrie-Cashflow bis 1,65 Mrd. €; Auftragsbuch bis ins Jahr 2028 hinein

Ergebnismeldung und Zwischenbericht vom 03.11.2026. Nächste Zahlen: Q4 2026 Anfang Februar 2027.

Ein starkes Quartal ohne Stückzahlwachstum: Mix, Personalisierung und der F80 heben Marge und Gewinn, der freie Cashflow springt. Ferrari hob den Ausblick zum zweiten Mal an. Für unseren Basisfall von 7 % zählt aber nicht dieses Jahr, sondern ob Ferrari das Wachstum nach den Sondermodellen halten kann – laut eigenem Plan rund 5 % im Jahr.

Qualitatives Gesamtfazit

Stärken
  • Echte Luxusmarke mit Preismacht, Auftragsbuch bis ins Jahr 2028
  • Operative Marge 30 %, ROIC rund 26 %, Industrie schuldenfrei
  • Steigende Dividende und Rückkäufe, keine Zukäufe
  • Management übertrifft seine Ziele
Schwächen
  • Bewertung weit über unseren Werten (KGV rund 39)
  • Wachstum verlangsamt sich auf rund 5–7 % im Jahr
  • Elektro-Übergang, Zölle, Wechselkurse, China
  • Kontrolle durch Exor, Rückkäufe zu hohen Preisen

Fairer Wert

Wir bewerten Ferrari mit unserem Gewinn-Multiplikator-Modell: Wir schreiben den Gewinn je Aktie zehn Jahre fort, übersetzen ihn mit einem passenden KGV in einen Kurs in zehn Jahren und rechnen diesen auf heute zurück – einmal mit den Kapitalkosten des Marktes von 9 % (Profi-Standard), einmal mit unserer Zielrendite von 15 % (valueforge-Wert). Dazu kommen die abgezinsten Dividenden und die Nettokasse. Die Methode passt: Ferrari verdient seit dem Börsengang in jedem Jahr Geld, wächst planbar und hat in der Industrie keine Nettoschulden. Ihre Grenze bei Ferrari: Der Markt zahlt seit Jahren ein KGV um 40, unsere Regel erlaubt in zehn Jahren nur 2 × Wachstum (siehe Kasten oben).

Wert = Gewinn je Aktie × (1 + Wachstum)10 × KGV in 10 Jahren ÷ 1,1510 (valueforge) bzw. ÷ 1,0910 (Profi) + abgezinste Dividenden + Nettokasse je Aktie (Standard 2.5)

Woher das Wachstum kommt

BausteinStressSchwachBasisfallStarkBegründung
Umsatz pro Jahr (Schnitt über zehn Jahre)+3,5 %+4,5 %+6,0 %+8,1 %Zehn Jahre +9,6 %, fünf Jahre +15,6 % (ab dem Corona-Tief); letzte vier Quartale +5,7 %. Ferrari plant bis 2030 rund 9,0 Mrd. € (rund 5 % im Jahr), die Analysten erwarten für 2026 7,66 und 2027 8,26 Mrd. € (+7 % / +8 %). Wir nehmen 6 %: etwas über dem Plan, weil Ferrari seine Ziele bisher übertroffen hat
Marge (Wirkung auf den Gewinn)−1,0 %+0,0 %+0,3 %+0,8 %Operative Marge 20,7 % (2020) → 29,8 % (letzte vier Quartale). Ziel 2030: mindestens 30 % – also fast keine Ausweitung mehr. Im Basisfall ein kleiner Zuwachs (EBITDA-Ziel ≥ 40 % nach 39 %)
Aktienzahl pro Jahr (netto)−0,50 %−0,50 %−0,75 %−0,50 %Zehn Jahre −0,58 % im Jahr, fünf Jahre −0,78 %. Regel Q unseres Standards (Rückkäufe nur aus der eigenen Geschichte): Basisfall −0,75 % im Jahr = Fünfjahreswert gerundet (wie bei unseren übrigen Analysen); zur Plausibilisierung: Der Plan von 3,5 Mrd. € bis 2030 entspräche beim heutigen Kurs rund 1 % der Aktien im Jahr, abzüglich Mitarbeiteraktien rund 0,95 % – wir bleiben bei der Historie. Im schwachen und im Stressfall −0,5 % (Ferrari kauft bei schwachem Cashflow weniger), im starken Fall ebenfalls −0,5 % (Regel Q: höherer Kurs, weniger Stücke je Euro)
= Gewinnwachstum je Aktie (Bausteine)rund 3,0 %rund 5,0 %rund 7,1 %rund 9,5 %1,060 × 1,003 ÷ 0,9925 ≈ 1,071
Konsens / Ziel 2030+10,8 % / +5,1 %8,96 € (2025) → 9,93 € (2026, 9 Analysten; Ausblick ≥ 9,85) → 10,99 € (2027, 10 Analysten). Ferraris Ziel 2030 ≥ 11,50 € bei gleicher Aktienzahl. Zwei Jahre Konsens, danach acht Jahre Zielrate plus Rückkäufe (1,108² × 1,0587⁸, zehnte Wurzel): rund 6,8 % im Jahr; wörtlich nach dem Ziel 2030 (11,50 € × 1,0075⁵ Rückkäufe, danach Zielrate plus Rückkäufe bis 2035, ab 8,96 € 2025) nur rund 5,9 %
Unser Wachstum3 %5 %7 %9,5 %Basisfall = Bausteine (7,1 %); er liegt zwischen dem wörtlichen Ziel-Pfad (5,9 %) und Konsens plus Zielrate (6,8 %). Gedeckelt durch das Gewinnwachstum der letzten zehn Jahre (19 %) – der Deckel greift nicht

Stress: Die Superreichen kaufen weniger (Krise, Zölle, Steuern), der Elektro-Übergang missglückt. Schwach: Ferrari erreicht nur das Ziel 2030, ohne Zugabe. Stark: Ferrari übertrifft seine Ziele wieder, Sondermodelle und Personalisierung tragen länger.

Konsens und Bausteine
  • Regel: Nach unserem Standard (seit 2.4) nehmen wir den Konsens der nächsten zwei bis drei Jahre, ohne zusätzliches Abbremsen, sofern er sich mit unseren Bausteinen deckt; bei Abweichung das vorsichtigere Ende mit Begründung.
  • Konsens: rund +10,8 % im Jahr für 2026 und 2027 (Yahoo Finance, 07.11.2026). Danach gibt es keine Schätzungen; Ferraris eigenes Ziel bis 2030 entspricht +5,1 % im Jahr ohne Rückkäufe. Zusammen ergibt das rund 6,8 %; nimmt man das Ziel 2030 wörtlich, nur rund 5,9 %. Unsere Bausteine ergeben 7,1 %. Wir rechnen mit 7 %.
  • Warum nicht die 19 % der letzten zehn Jahre? 2015 lag die operative Marge bei 15,6 %, heute bei 30 %; die Stückzahl stieg von 7.664 auf 13.640. Beides lässt sich nicht wiederholen – Ferrari begrenzt die Stückzahl bewusst.
  • Offen gerechnet: Mit 8 % (End-KGV 16) läge unser Wert bei rund 121 USD, mit 10 % (End-KGV 20) bei 169 USD, mit 12 % (End-KGV 24) bei 232 USD. Selbst dann bleibt der Kurs weit darüber.

Unsere Annahmen neben den Analystenschätzungen

Analysten / FerrariUnser BasisfallEinordnung
Gewinn je Aktie, letzte vier Quartale9,53 € (bereinigt = berichtet)9,53 € = 10,61 USDgleiche Größe, keine Bereinigung nötig
Gewinn je Aktie 20269,93 € (9 Analysten); Ausblick ≥ 9,85 €rund 9,69 € (9,53 × 1,070,25)das Jahr ist zu drei Vierteln bekannt; Konsens und Ausblick liegen leicht über unserem Pfad
Gewinn je Aktie 202710,99 € (10 Analysten)rund 10,37 € (9,53 × 1,071,25)unter dem Konsens: Wir rechnen mit dem Durchschnitt des Zehnjahrespfads, nicht mit den zwei stärkeren Jahren
Umsatz2026: 7,66 Mrd. €, 2027: 8,26 Mrd. €; Ziel 2030 ~9,0 Mrd. €+6 % im Schnitt über zehn Jahrezwischen Konsens (+7–8 %) und Plan (+5 %)
Kursziel / WertØ 460,82 USD (414–518 USD, 12 Analysten)rund 161 USD (9 %), 101,25 USD (15 %)Kursziele gelten für zwölf Monate und setzen das heutige KGV fort – kein Maßstab für 15 % Rendite über zehn Jahre

Yahoo Finance (abgerufen 07.11.2026) – Sekundärquelle, nicht eigens geprüft. Ausblick laut Ergebnismeldung vom 03.11.2026, Ziel 2030 laut Capital Markets Day vom 09.10.2025.

Die Rechnung im Basisfall

Rechenweg Schritt für Schritt (aufklappen)
SchrittWert
Gewinn je Aktie der letzten vier Quartale (2,14 + 2,33 + 2,62 + 2,44 €)9,53 €
× 1,113 USD je Euro (06.11.2026)10,61 USD
× (1 + 7 %)101,967
= Gewinn je Aktie in 10 Jahren20,87 USD
× KGV in 10 Jahren14
= Kurs in 10 Jahren292,14 USD
÷ 1,1510 (15 % Rendite pro Jahr)4,046
= abgezinster Kurs in 10 Jahren72,21 USD
+ abgezinste Dividenden (Start 4,02 USD, wachsend mit 7 %)+27,65 USD
+ Nettokasse der Industrie (219 Mio. € ÷ 175,4 Mio. Aktien × 1,113)+1,39 USD
= Wert heute nach valueforge-Standard101,25 USD (90,96 €)
Profi-Standard: End-KGV 14 (unter der Grenze 18), ÷ 1,09102,367
+ Dividenden (abgezinst mit 9 %) und Nettokasse+37,78 USD
= fairer Wert heute nach Profi-Standard161,19 USD (144,81 €)

Warum ein End-KGV von 14? Regel: 2 × Wachstum in Prozent, mindestens 12, höchstens der Zehnjahresschnitt (Rule #1, Phil Town, 2006). Bei 7 % Wachstum ergibt das 14. Der Zehnjahresschnitt liegt bei 40,5 und deckelt hier nicht. Heute zahlt der Markt 39,2.

Warum dieser Gewinn? Ferrari weist seit 2021 keine Sondereffekte aus; der berichtete Gewinn ist zugleich der bereinigte. Mitarbeiteraktien (rund 29 Mio. € im Jahr) sind klein und bleiben Kosten. Die Steuerquote von 23 % enthält den Vorteil der italienischen Patent Box; sie gilt nach geltendem Recht weiter, deshalb bereinigen wir sie nicht.

Kasse, Schulden und Zinsen (Standard 2.5 und 2.5a): Wir zählen die Nettokasse der Industrie (219 Mio. €) zum Wert, wie Ferrari selbst sie abgrenzt. Die Schulden der US-Kundenfinanzierung (1,61 Mrd. € netto) bleiben im Geschäft, weil Kundenkredite von 1,88 Mrd. € dagegenstehen und ihr Zinsergebnis im Umsatz und in den Kosten steckt. Die übrigen Nettozinsen (rund 25 Mio. € vor Steuern) machen 1,1 % des Gewinns aus – unter der Schwelle von 5 %, deshalb keine Zinsbereinigung.

Warum in USD? Die Aktie notiert an der NYSE in USD und in Mailand in Euro – es ist dieselbe Aktie. Wir rechnen in Euro und rechnen zum Schluss mit 1,113 USD je Euro um. Steigt der Euro, steigt unser USD-Wert im gleichen Maß.

Vier Fälle mit Gewichten

FallDie Geschichte dahinterWachstumEnd-KGVWert (15 %)Wert (9 %)Gewicht (unsere Setzung)
StressDie Superreichen kaufen weniger, der Elektro-Übergang missglückt, Zölle und Wechselkurse belasten (siehe Gegenthese)3 %1266,74 USD103,52 USD10 % – das Auftragsbuch reicht bis ins Jahr 2028 hinein, die Industrie ist schuldenfrei
SchwachFerrari erreicht nur sein Ziel 2030 ohne Zugabe: Umsatz +4,5 %, Marge stabil, Rückkäufe langsamer5 %1277,88 USD121,92 USD20 % – das Ziel ist Ferraris eigene Planung
BasisfallUnsere Bausteine über zehn Jahre – unter dem Konsens der nächsten zwei Jahre, über Ferraris Plan bis 2030: Umsatz +6 %, Marge leicht steigend, Rückkäufe wie in den letzten fünf Jahren7 %14101,25 USD161,19 USD50 % – Bausteine, Konsens und Plan liegen eng beieinander
StarkFerrari übertrifft seine Ziele wie bisher: Umsatz +8,1 %, Marge steigt weiter, Rückkäufe wie in der Geschichte (teurer Kurs, weniger Stücke je Euro)9,5 %19155,89 USD242,54 USD (KGV 18)20 % – die letzten fünf Jahre wuchs der Gewinn je Aktie um 25 % im Jahr
Gewichtet104,05 USD163,84 USD100 %

Standardgewichte 10/20/50/20 % (Analyse-Standard 2.3/2.4) – unsere Setzung, keine statistische Wahrscheinlichkeit. End-KGV nach Regel 2 × g, mindestens 12, höchstens Zehnjahresschnitt 40,5. Profi-Werte mit End-KGV höchstens 18. Watchlist und Rechner führen den Basisfall (15 %).

Kurs 416,13 $Stress · g 3 % · KGV 1266,74 $Schwach · g 5 % · KGV 1277,88 $Basisfall · g 7 % · KGV 14101,25 $Stark · g 9,5 % · KGV 19155,89 $Gewichtet 10/20/50/20 (mit Stress)104,05 $Profi-Standard 9 % (Basisfall)161,19 $

Wert der vier Fälle nach unserem 15-%-Standard, gewichtet und nach Profi-Standard, gegen den Kurs (USD).

0 $50 $100 $150 $200 $250 $300 $350 $400 $450 $Fairer Wert 78–156 $Kurs 416 $

Spanne des Werts nach unserem 15-%-Standard vom schwachen bis zum starken Fall (USD).

Sensitivität und Kipppunkte

Wachstum und End-KGV tragen das Ergebnis. Valueforge-Wert (15 %) in USD; grün = über dem Kurs:

Wachstum \ End-KGV14203040,5
5 %86 USD112 USD155 USD200 USD
7 %101 USD132 USD184 USD238 USD
10 %128 USD169 USD237 USD309 USD
13 %163 USD216 USD305 USD398 USD
16 %206 USD275 USD391 USD512 USD

Nach unserer Regel gehört zu jedem Wachstum genau ein End-KGV (2 × g, höchstens 40,5); die übrigen Felder zeigen, was ein höheres oder niedrigeres KGV bewirken würde. 40,5 = Zehnjahresschnitt.

Die dritte Stellschraube ist der Abzinsungssatz (Basisfall):

Abzinsungssatz9 % (Profi)12 %15 % (valueforge)
Basisfall161,19 USD127,02 USD101,25 USD

Kurs 416,13 USD. End-KGV 14 in allen drei Spalten (unter der Profi-Grenze 18). Eigene Rechnung.

Was im heutigen Kurs steckt

Kipppunkt Wachstum: Folgt das End-KGV unserer Regel (2 × g, höchstens 40,5), müsste der Gewinn je Aktie zehn Jahre lang um 16,0 % im Jahr wachsen (End-KGV dann 32,1), damit der Kurs unsere 15 % bringt. Bei festem End-KGV von 14 wären es 25,2 %. Für 9 % mit dem Profi-End-KGV von 18 braucht es 16,0 %.

Kipppunkt KGV: Bei 7 % Wachstum bräuchte es in zehn Jahren ein KGV von 75,0 für 15 % und von 42,9 für 9 % Rendite – also ungefähr das heutige KGV, auch in zehn Jahren.

Tritt unser Basisfall ein, brächte die Aktie zum heutigen Kurs rund −1,7 % im Jahr (Kursentwicklung plus Dividenden, Kasse beim Kauf einmal gezählt).

Gegenrechnung über den Cashflow

Welches Wachstum des freien Cashflows verlangt der heutige Kurs? Wir rechnen mit dem freien Cashflow der Industrie laut Ferrari (Mitarbeiteraktien machen nur 1,1 % des operativen Cashflows aus, unter der Schwelle von 5 %), zehn Jahren Wachstum, danach 3 % Dauerwachstum. Der Startwert wächst ab dem ersten Jahr mit der gesuchten Rate; jedes Jahr wird mit 1,09t (bzw. 1,15t) abgezinst; der Endwert ist der Cashflow des zehnten Jahres × 1,03 ÷ (0,09 − 0,03), abgezinst mit 1,0910. Gesucht ist die Rate, bei der die Summe den Unternehmenswert von 65,4 Mrd. € trifft.

StartwertBetragEingepreistes Wachstum bei 9 %bei 15 %Wert je Aktie bei 7 % Wachstum (9 %)
Letzte vier Quartale (Industrie)1,82 Mrd. €12,7 % pro Jahr25,0 % pro Jahrrund 270 USD
Jahr 2025 (Industrie)1,53 Mrd. €14,9 % pro Jahr27,5 % pro Jahrrund 228 USD

Unternehmenswert 65,4 Mrd. € (Börsenwert 65,6 Mrd. € in Mailand minus Nettokasse der Industrie 0,22 Mrd. €). Wert je Aktie = (abgezinste Cashflows + Nettokasse) ÷ 175,4 Mio. Aktien, umgerechnet mit 1,113 USD je Euro. Eigene Rechnung.

Was die Cashflow-Rechnung sagt

Gemessen an den letzten vier Quartalen verlangt der Kurs bei 9 % Kapitalkosten rund 12,7 % Cashflow-Wachstum im Jahr – fast doppelt so viel wie unser Basisfall (7 %) und mehr als das Doppelte von Ferraris Umsatzziel. Die Cashflow-Rechnung mit unserem Wachstum ergibt rund 270 USD und liegt damit 35,1 % unter dem Kurs. Mit dem Jahr 2025 als Start sind es 14,9 % und rund 228 USD.

Woher der Abstand zum Profi-Gewinnmodell (rund 161 USD) kommt: Der Endwert der Cashflow-Rechnung entspricht rund dem 17-Fachen des Cashflows, also mehr als unser End-KGV von 14, und sie zählt den ganzen freien Cashflow der zehn Jahre, das Gewinnmodell nur die Dividenden.

Nach keiner unserer drei Rechnungen ist der Kurs erklärbar. Er setzt voraus, dass Ferrari zehn Jahre lang mit 12–15 % im Jahr wächst oder dass der Markt auch dann noch ein KGV um 40 zahlt.

Value-Rechner – drei Fälle selbst einstellen

Der Rechner ist mit dem schwachen Fall, dem Basisfall und dem starken Fall vorbelegt; Gewinn je Aktie, Wachstum, KGV und Rendite lassen sich frei verstellen. Gewinn in USD (umgerechnet), Dividenden und Nettokasse sind im Zuschlag enthalten.

Value-Rechner · selbst einstellen

Fairer Wert von Ferrari in drei Szenarien

Alle Kennzahlen im Value-Rechner ansehen →
Fairer Wert = Gewinn je Aktie × (1 + Wachstum)10 × KGV in 10 Jahren ÷ (1 + geforderte Rendite)10. Dazu kommen im Basisfall 29,04 $ je Aktie: die Nettokasse (eigene Barmittel minus Finanzschulden; bei Nettoschulden ein Abzug) und, sofern das Unternehmen Dividenden zahlt, die abgezinsten Dividenden der zehn Jahre (Standard 2.5). Der Zuschlag ist je Szenario fest und ändert sich nicht mit, wenn Sie die Werte verstellen. Die Basis entspricht dem fairen Wert in unserer Watchlist. Pessimistisch und Optimistisch sind die Szenarien aus dieser Analyse. Alle Regler sind frei verstellbar – keine Anlageberatung.
10von 14starke Qualität
Checkliste
Erfüllt die Aktie die Value-Kriterien?
  • ✓Umsatz wächst mindestens 7 % pro Jahr9,6 % p. a. (2,85 → 7,15 Mrd. €) – 2025 +7,0 % (knapp über 7 %), letzte vier Quartale nur +5,7 % → das Vorjahr erfüllt die Schwelle, der aktuelle Stand nicht (Ausblick 2026: +7,1 %, knapp darüber). Der Punkt bleibt bei 1 · erfüllt
  • ✕Gewinn je Aktie wächst mindestens 7 % pro Jahr18,6 % p. a. (bereinigt, 1,63 → 8,96 €) – 2025 nur +5,9 %, letzte vier Quartale +6,4 % – beides unter 7 %, also 0 Punkte. Der Ausblick 2026 (mindestens 9,85 €, +9,9 %) würde die Schwelle erreichen; wir werten aber wie beim Umsatz und bei allen Analysen die letzten vier Quartale · verfehlt
  • ✓✓Free Cashflow wächst mindestens 7 % pro Jahr13,6 % p. a. (Industrie, 0,43 → 1,53 Mrd. €) – 2025 +49 %, letzte vier Quartale +27 % – beides weit über 7 %. Der Sprung 2025 kommt vor allem aus dem höheren operativen Cashflow (2,35 nach 1,93 Mrd. €) · stark
  • ✓✓Eigenkapital je Aktie wächst32,7 % p. a. (2016–2025: 1,72 → 21,91 €) – Ende 2015 war das Eigenkapital nach der Abspaltung von FCA negativ, deshalb beginnt die Reihe 2016 auf niedriger Basis. Gegenprobe über fünf Jahre: 17,9 % im Jahr – trotz Rückkäufen. Der Punkt bleibt · stark
  • ✓✓Kapitalrendite (ROIC) im Schnitt über 10 %25,8 % im Schnitt (2016–2025) – Eigenkapital + Schulden − Kasse, mit 24 % Steuer. Der Goodwill von 785 Mio. € stammt aus der früheren Kaufpreisaufteilung im Fiat-Konzern, nicht aus eigenen Zukäufen; ohne ihn läge der ROIC 2025 bei 35 %. Die Schulden der US-Kundenfinanzierung sind mitgezählt, das drückt den Wert eher · stark
  • ✓Bruttomarge stabil oder steigend50,5 % (3 Jahre) zu 50,8 % (10 Jahre) – Knapp unter dem Zehnjahresschnitt (Tief 2022 mit 48,0 %); letzte vier Quartale 52,2 %. Nach der Regel (drei Jahre) bleibt es bei 1 · erfüllt
  • ✓✓Schulden in unter 3 Jahren aus dem Free Cashflow tilgbarIndustrie netto schuldenfrei – Nettokasse der Industrie 219 Mio. € (30.09.2026). Die Konzernschulden von 3,1 Mrd. € enthalten 1,6 Mrd. € der US-Kundenfinanzierung, gedeckt durch 1,88 Mrd. € Kundenkredite. Die Anleihen (954 Mio. €) sind mit dem Industrie-Cashflow eines Jahres tilgbar · stark
  • –Kurs liegt unter dem fairen Wert
Je Kriterium 2 Punkte (stark, z. B. Wachstum ab 12 %, ROIC ab 20 %), 1 Punkt (erfüllt) oder 0. Werte aus unserer SEC-Rechnung, Punkte nach der Gegenprüfung in dieser Analyse (Abschnitt Qualitätsprüfung). Dieselbe Note steht in unserer Watchlist und im Value-Rechner.

Ergebnis und Sicherheitsmarge

Ergebnis aus drei Blickwinkeln

Profi-Standard (9 %): fairer Wert 161,19 USD, gewichtet 163,84 USD – der Kurs liegt 158,2 % über dem Wert. Die Cashflow-Rechnung kommt auf rund 270 USD.

valueforge-Standard (15 %): 101,25 USD, gewichtet 104,05 USD, Spanne schwach bis stark 78–156 USD – der Kurs liegt 311,0 % über dem Basisfall.

Aktueller Kurs: 416,13 USD (373,85 €). Selbst der starke Fall (156 USD) liegt weit darunter.

Sicherheitsmarge und Kaufziel

Qualitätsstufe nach Gegenprüfung: 10 von 14 Punkten, Stufe „stark“ → 25 % Sicherheitsmarge (vor der Gegenprüfung 12 Punkte = Spitze, 20 %). Kein Zykliker-Zuschlag – eine offengelegte Ausnahme: Autos zählen in unserer Tabelle zu den Zyklikern, Ferrari verkauft aber Knappheit mit Auftragsbuch bis ins Jahr 2028. Mit Zuschlag (+10 Punkte, also 35 %) läge das Kaufziel bei 65,81 USD. Zweiter Anker für Zykliker: Kurs/Buchwert rund 17 bei einer Eigenkapitalrendite von 41 % (2025) – auch danach teuer.

Zyklus-Kontrolle: Heute verdient Ferrari operativ 29,8 %, ein Rekord. Mit der Durchschnittsmarge 2016–2025 (24,5 %) läge der Gewinn je Aktie bei 8,74 USD und unser Basisfall bei rund 89 USD statt 101 USD.

Kaufziel nach unserem Standard: 101,25 × 0,75 ≈ 75,94 USD (Profi-Standard: 161,19 × 0,75 = 120,89 USD).

Das ist kein Kursziel und keine Prognose. Wer zum Kaufziel kauft und unser Basisfall eintritt, käme auf rund 19,0 % im Jahr (Kurs in zehn Jahren plus Dividenden, Kasse einmal beim Kauf gezählt).

Grenzen dieser Analyse
Wir arbeiten ausschließlich mit öffentlichen Quellen. Ferrari nennt keine Preise je Modell, keine Länge der Wartelisten und keine Wiederverkaufswerte; die Stärke der Marke lässt sich nur über Umsatz je Auto und Margen messen. Die Analystenschätzungen stammen aus einer Sekundärquelle mit nur 9–12 Schätzungen. Wechselkurse verschieben den USD-Wert.

Fazit

Ferrari ist eine echte Luxusmarke: Umsatz je Auto +41 % seit 2015, operative Marge von 15,6 auf 30 % gestiegen, Kapitalrendite um 26 %, Industrie schuldenfrei, Auftragsbuch bis ins Jahr 2028 hinein. Die Qualitätsprüfung ergibt 10 von 14 Punkten (Stufe „stark“).

Mit 10,61 USD Gewinn je Aktie, 7 % Wachstum, einem End-KGV von 14, Dividenden und Nettokasse kommen wir auf 101,25 USD nach unserem 15-%-Standard (Spanne 78 bis 156 USD) und rund 161 USD nach Profi-Standard; die Cashflow-Rechnung ergibt rund 270 USD. Beim Kurs von 416,13 USD liegt Ferrari 311,0 % über unserem Wert. Der Kurs verlangt rund 16 % Gewinnwachstum über zehn Jahre – Ferrari selbst plant mit rund 5 %.

Vier Punkte behalten wir im Blick:

  1. Wie verkauft sich der Ferrari Luce – zahlen die Kunden auch elektrisch Ferrari-Preise?
  2. Hält der Umsatz je Auto, wenn die Sondermodelle (F80) auslaufen?
  3. Wie wirken US-Zoll und schwacher Dollar auf die Marge?
  4. Was zeigen die nächsten Zahlen (Q4 2026 Anfang Februar 2027) und hebt Ferrari die Ziele für 2030 an?

Unsere Einordnung: starke Qualität, nach allen drei Rechnungen deutlich zu teuer. Unser 15-%-Wert liegt bei 101,25 USD, das Kaufziel mit 25 % Sicherheitsmarge bei 75,94 USD.

Interessenkonflikt: Der Autor hält keine Aktien von Ferrari. Alle eigenen Positionen stehen öffentlich unter Mein Depot.

Quellen

Quellen & Referenzen:

  • Jahresberichte (20-F) 2015–2025 und Quartalsmeldungen (6-K): SEC EDGAR, maschinenlesbare IFRS-Daten über die SEC-Schnittstelle (abgerufen 07.11.2026)
  • 20-F GJ 2025 vom 19.02.2026: race-20251231.htm (Item 4 Geschäft, Händler, Modelle; Item 3 Risiken; Item 5 Kennzahlen; Item 6 Vergütung; Item 7 Aktionäre)
  • Ergebnismeldung Q3 2026 vom 03.11.2026: fnvq32026results.htm; Zwischenbericht Q3 2026: ferrarinvinterimreport-093.htm
  • Capital Markets Day 09.10.2025 (Ziele 2030): fnv_cmd2025xfinancialpart.htm
  • Dividendenvorschlag 19.02.2026 und Ergebnis der Hauptversammlung 15.04.2026 (6-K)
  • Kapitalkosten (Profi-Standard 9 %): Aswath Damodaran, NYU Stern, implizite Risikoprämie nach Monaten: 1.9.2026 erwartete Marktrendite 8,8 %, 1.10.2026 9,0 % (abgerufen 25.10.2026)
  • End-KGV-Regel: Phil Town, „Rule #1“, 2006
  • Kurs- und Chartdaten: TradingView (NYSE:RACE), Yahoo Finance (RACE, RACE.MI, EURUSD; Kurse bis 06.11.2026)
  • Analystenschätzungen, Kursziele und Vergleichszahlen: Yahoo Finance (Stand 07.11.2026) – Sekundärquelle, nicht eigens geprüft

Stand der Analyse: 7. November 2026. Datenstand der Kennzahlen: 07.11.2026 (SEC: Zwischenbericht und Ergebnismeldung Q3 2026 vom 03.11.2026, 20-F GJ 2025 vom 19.02.2026). Kurs: 416,13 USD bzw. 373,85 € vom 06.11.2026. Erstellt nach dem valueforge-Analyse-Standard 2.5.

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