Landstar Aktie – Analyse & fairer Wert

✓ Analyse-Standard 2.5 · geprüft am 7. November 2026

Ticker: LSTR (NASDAQ)   ISIN: US5150981018

Landstar organisiert Lkw-Transporte in Nordamerika, ohne selbst eine Lkw-Flotte zu besitzen. Rund 960 selbstständige Agenten gewinnen die Kunden; gefahren wird von selbstständigen Fahrern mit eigenem Lkw (BCO), die exklusiv für Landstar fahren, und von fremden Speditionen, die Landstar vermittelt. Landstar stellt Software, Auflieger, Versicherung und die Abrechnung.

Fakten (Stand: 7. November 2026):

  • Herkunft: gegründet 1991, an der Börse seit März 1993
  • Chef: Frank Lonegro, seit Februar 2024 (Vorgänger Jim Gattoni); Finanzchef Jim Todd; Vorsitzende des Verwaltungsrats Diana M. Murphy
  • Hauptsitz: Jacksonville, Florida
  • Mitarbeiter: 1.378 (Ende 2025) – dazu rund 960 Agenten und 8.709 Lkw von BCO-Fahrern (30.09.2026)
  • Größe: rund 1,9 Mio. Lkw-Ladungen im Jahr, über 70.000 Transportpartner, 17.426 Auflieger
  • Marktkapitalisierung: ca. 4,8 Mrd. USD
  • Kurs: 143,34 USD (06.11.2026); Spanne zwölf Monate 122–225 USD (Schlusskurse)
  • Dividende: 0,44 USD je Quartal, dazu seit 2019 jedes Jahr 2,00 USD Sonderdividende
  • Bilanz: Barmittel 297 Mio. USD, keine Bankschulden, Leasing 83 Mio. USD (26.09.2026)

Zyklik: hoch. Der Gewinn je Aktie lag 2022 bei 11,76 USD und 2025 bei 3,31 USD. Fracht folgt der Industrie, den Lagerbeständen des Handels und dem Angebot an Lkw.

Auf einen Blick
GeschäftFrachtvermittlung ohne eigene Lkw: Agenten bringen die Kunden, selbstständige Fahrer und Speditionen fahren. Umsatz 5,29 Mrd. USD in den letzten vier Quartalen, Nettomarge 3,0 %
CharakterZykliker mit kapitalleichtem Modell: Kapitalrendite im Schnitt über 40 %, keine Bankschulden, fast alles wird ausgeschüttet – aber Gewinn je Aktie 2025 unter 2015
HaupttheseNach drei schwachen Frachtjahren dreht der Zyklus: Umsatz je Ladung +25 % im dritten Quartal 2026, erstmals seit 2021 wieder deutlich mehr BCO-Fahrer. Landstar verdient im Aufschwung überproportional, ohne Kapital zu binden
Größtes RisikoDie Versicherungs- und Schadenkosten haben sich in fünf Jahren fast verdoppelt (8,8 % des BCO-Umsatzes 2025 nach 4,7 % im Schnitt 2019–2023). Und die Bewertung: Für unsere 15 % müsste der normale Gewinn zehn Jahre lang um rund 11 % im Jahr wachsen
QualitätZehnjahresrechnung 7 von 14 Punkten, nach unserer Gegenprüfung 6 von 14 – Stufe „solide“ (stark bei Kapitalrendite und Bilanz, kein Wachstum über den Zyklus)
EinordnungFairer Wert nach Profi-Standard rund 80 USD, nach unserem 15-%-Standard 51,01 USD – der Kurs von 143,34 USD liegt 181,0 % über unserem Wert und 79,5 % über dem Profi-Wert. Kaufziel mit 40 % Sicherheitsmarge (Zykliker): 30,60 USD.
Die Rechnung auf einen Blick – vom Gewinn zum fairen Wert
1. Gewinn je Aktie über den Zyklus7,48 USD
Landstar ist ein Zykliker, deshalb nicht der Gewinn der letzten vier Quartale (4,72 USD, ein Tiefpunkt), sondern die Nettomarge von zehn Jahren (4,81 %) mal heutiger Umsatz je Aktie (155,53 USD). Die Analysten erwarten für 2027 7,52 USD.
2. Wachstum pro Jahr5 %
Umsatz +4 %, Marge −1 % (höhere Versicherungskosten), Aktienzahl −2 % im Jahr = rund 5 %. Die Erholung aus dem Tief steckt schon in Schritt 1.
3. KGV in zehn Jahren12
Feste Regel: 2 × Wachstum (5 × 2 = 10), mindestens 12. Der Markt zahlte im Zehnjahresschnitt 24,6, heute 19,2 auf den Zyklusgewinn.
Plus Dividenden und Kasse+ 14,87 USD
Abgezinste reguläre Dividenden der zehn Jahre (1,68 USD, wachsend mit 5 %) = 10,54 USD, dazu die freie Nettokasse 4,33 USD je Aktie. Die Sonderdividende (2,00 USD) zählen wir nicht.
4a. Profi-Standard: 9 %rund 80 USD
Fairer Wert mit den Kapitalkosten des Marktes (erwartete Marktrendite nach Damodaran: 8,8 % am 1.9.2026, 9,0 % am 1.10.2026; wir rechnen mit 9 %). Das End-KGV darf hier höchstens 18 sein.
4b. valueforge-Standard: 15 %51,01 USD
Unsere persönliche Zielrendite – wir kaufen nur, wenn auch bei Fehlern in unseren Annahmen eine gute Rendite bleibt. Dieser Wert steht in Watchlist und Value-Rechner.
Kurs heute143,34 USD
79,5 % über dem fairen Wert nach Profi-Standard, 181,0 % über unserem 15-%-Wert.
Gegenrechnung6,5 % eingepreist
Über den freien Cashflow (Start 2025) verlangt der Kurs bei 9 % Kapitalkosten 6,5 % Wachstum im Jahr – erreichbar. Die Cashflow-Rechnung hält den Kurs bei 9 % also für erklärbar, das Gewinnmodell nicht (79,85 USD); der Unterschied liegt im End-KGV von 12 (Details unten).
Kaufziel30,60 USD
15-%-Wert minus 40 % Sicherheitsmarge – Stufe „solide“ (30 %) plus 10 Punkte für Zykliker (Profi-Standard: 47,91 USD).

Gewichtet über vier Fälle (Stress, schwach, Basis, stark mit 10/20/50/20 %): 54,08 USD nach unserem Standard, rund 85 USD nach Profi-Standard. Jede Zahl ist weiter unten hergeleitet.

Was heißt das? Unsere Einordnung nach Kurszonen
unter rund 31 USDKaufzone nach unserem Standard
31 bis 51 USDbeobachten – unter unserem 15-%-Wert, aber noch ohne volle Sicherheitsmarge
51 bis 80 USDfür 15-%-Anleger zu teuer, nach Profi-Standard noch unter dem fairen Wert
über 80 USDnach beiden Blickwinkeln über dem Wert ← Kurs heute

Der Kurs liegt über beiden Werten. Auch der starke Fall (80,28 USD) und die tiefste Notierung der letzten zwölf Monate (121,51 USD) liegen weit auseinander. Der Kurs ist nur erklärbar, wenn Landstar dauerhaft mit einem KGV um 20 bewertet wird – auf normale Gewinne waren es im Zehnjahresschnitt 22,3, heute 19,2. Unsere Regel unterstellt das nicht. Wann wir neu rechnen: nach unten, sobald ein Abbruchkriterium eintritt (siehe Gegenthese); nach oben, wenn die Versicherungskosten nachhaltig unter 6 % des BCO-Umsatzes fallen und die BCO-Flotte wieder wächst. Spätestens nach den nächsten Zahlen (Q4 2026 Ende Januar 2027). Das ist eine Einordnung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.

Erste Analyse nach Standard 2.5

Landstar stand bisher ohne eigene Analyse in unserer Watchlist (dort 86,32 USD aus einer fremden Bewertung). Dies ist unsere erste eigene Analyse; ein Änderungsprotokoll führen wir ab der nächsten Fassung.

Geschäftsmodell

Landstar ist ein Netzwerk aus drei Gruppen von Selbstständigen, zusammengehalten von Software, Versicherung und Abrechnung:

  • Agenten (rund 960): kleine, selbstständige Vertriebsfirmen, die Kunden gewinnen und Ladungen disponieren. Sie bekommen eine Provision vom Umsatz oder von der Marge. 457 von ihnen brachten 2025 je mindestens 1 Mio. USD Umsatz, zusammen 95 %. Die Verträge sind mit 10 bis 30 Tagen kündbar; jedes Jahr kündigen meist weniger als 3 %.
  • BCO-Fahrer (Business Capacity Owners, 8.709 Lkw): Fahrer mit eigenem Lkw, die ihn exklusiv an Landstar vermieten und unter Landstars Lizenz fahren. Sie bekommen 62–70 % des Frachtpreises (73–77 % mit eigenem Auflieger) und tragen fast alle Kosten. Landstar trägt die Haftung bei Unfällen – bis 5 Mio. USD je Schaden selbst.
  • Fremde Speditionen (Truck Brokerage, rund 39.000 aktiv): Landstar vermittelt Ladungen an sie und behält die Differenz. Sie fahren unter eigener Lizenz – trotzdem wird Landstar als Vermittler zunehmend mitverklagt.

Landstar besitzt keine Zugmaschinen, nur Auflieger (17.426) und Software. Deshalb braucht das Geschäft kaum Kapital: In zehn Jahren investierte Landstar 214 Mio. USD bei 2 950 Mio. USD operativem Cashflow. Die Kosten sind größtenteils variabel – sinkt die Fracht, sinken auch die Zahlungen an Fahrer und Agenten. Fest sind vor allem Verwaltung, Software und die Versicherung.

Wichtige Kennzahlen: die Variable Contribution (Umsatz minus Frachtkosten und Agentenprovision, rund 14 % des Umsatzes – Landstars Rohertrag), die Zahl der BCO-Lkw und die Versicherungs- und Schadenkosten in Prozent des BCO-Umsatzes.

Der Kern in einem Satz
Landstar verdient eine Vermittlungsmarge auf Fracht, die andere fahren und andere verkaufen – das bindet kaum Kapital, macht den Gewinn aber vollständig vom Frachtzyklus und von den Unfallkosten abhängig.

Umsatzverteilung

Umsatzart2025AnteilVeränderung 20259 Monate 2026VeränderungWas dahinter steckt
Lkw – Planenauflieger (Van)2,33 Mrd. USD49 %−5 %2,08 Mrd. USD+18 %Konsumgüter, Industrieware; das Massengeschäft
Lkw – offene Auflieger (Unsided/Platform)1,53 Mrd. USD32 %+5 %1,38 Mrd. USD+22 %Stahl, Maschinen, Bauteile, Rüstungsgüter – Landstars Spezialität
Lkw – Sonstiges (v. a. Power-only, Teilladungen)0,48 Mrd. USD10 %+8 %0,36 Mrd. USD+1 %Power-only: Landstar stellt nur Fahrer und Zugmaschine, der Kunde den Auflieger
Schiene, Luft- und Seefracht0,33 Mrd. USD7 %−12 %0,23 Mrd. USD−10 %Vermittlung an Bahnen, Reedereien, Fluglinien
Sonstiges (Versicherungsprämien, Mexiko)0,08 Mrd. USD2 %−20 %0,06 Mrd. USD+7 %Rückversicherung der BCO-Fahrer, Landstar Metro (abgewickelt)
Umsatz4,74 Mrd. USD100 %−2 %4,12 Mrd. USD+15 %

Quelle: 10-K GJ 2025 (24.02.2026), Lagebericht; Ergebnismeldung Q3 2026 (27.10.2026), Supplemental Information. „Sonstiges Lkw“ enthält Teilladungen (LTL, 2025: 95,9 Mio. USD). Landstar weist zwei Segmente aus: Transportation Logistics (fast der ganze Umsatz) und Insurance (rund 1 %).

Wer fährt?Anteil am Umsatz 20259 Monate 2026Was das heißt
BCO-Fahrer (eigener Lkw, exklusiv für Landstar)38 %40 %fahren unter Landstars Lizenz – Landstar trägt die Unfallhaftung
Fremde Speditionen (Truck Brokerage)53 %53 %Landstar vermittelt; die Spedition fährt unter eigener Lizenz
Schiene, Luft, See7 %6 %Vermittlung
Sonstiges2 %2 %Versicherungsprämien, Mexiko

Quelle: Ergebnismeldungen GJ 2025 (28.01.2026) und Q3 2026 (27.10.2026). Gewinn je Umsatzart weist Landstar nicht aus; das Betriebsergebnis der Segmente: Transportation Logistics 147,9 Mio. USD (2025, nach 32,2 Mio. Wertminderungen), Insurance 3,7 Mio. USD (2023 noch 55,6 Mio.) – die Versicherungstochter trägt die Schadenlast.

Landstars Umsatz hängt an zwei Größen: der Zahl der Ladungen und dem Umsatz je Ladung (Frachtpreis). 2025 fuhr Landstar 1,94 Mio. Lkw-Ladungen zu durchschnittlich 2.231 USD; im Boomjahr 2022 waren es 2,57 Mio. Ladungen zu 2.583 USD. Im dritten Quartal 2026 stieg der Umsatz je Ladung auf 2.811 USD (+25 %), die Zahl der Ladungen nur um 3 % – die Erholung ist bisher vor allem ein Preisanstieg, weil Lkw-Kapazität knapper wird.

Kein Kunde bringt mehr als 8 % des Umsatzes, die 100 größten Kunden zusammen rund 46 %. Konzentriert ist dagegen der Vertrieb: Zwei Agenturen brachten 2025 zusammen rund 994 Mio. USD, also 21 % des Umsatzes – eine davon hat wesentliche Teile ihrer Verwaltung in der Ukraine (10-K, Risikofaktoren).

05001 0001 5002 0001 2091 1531 2111 2051 1741 1711 4321 512Q4 2024Q1 2025Q2 2025Q3 2025Q4 2025Q1 2026Q2 2026Q3 2026

Umsatz je Quartal in Mio. USD, Q4 2024 bis Q3 2026. Quelle: SEC-Daten.

Qualitätsprüfung

Bevor wir einen fairen Wert rechnen, prüfen wir, ob das Unternehmen gut genug ist (je 0 bis 2 Punkte; Stufen: Spitze 12–14, stark 9–11, solide 6–8, schwach 0–5). Die Spalte „Zehn Jahre“ folgt den Schwellen unserer Watchlist (Wachstum ab 7 % = 1 Punkt, ab 12 % = 2; Eigenkapital je Aktie wachsend = 1, ab 7 % = 2; Kapitalrendite ab 10 % = 1, ab 20 % = 2). In der letzten Spalte vergeben wir die Punkte ein zweites Mal – nach unserer Gegenprüfung. Bei Umsatz, Gewinn und Free Cashflow gilt: Erreichen das letzte Geschäftsjahr (2025) und der aktuelle Stand (letzte vier Quartale) die Schwelle von 7 %, bleibt der Punktwert; nur das Vorjahr höchstens 1 Punkt; sonst 0. Die Gegenprüfung kann Punkte nur abziehen, nicht dazugeben. Diese Note steht auch in der Watchlist und im Value-Rechner.

KriteriumLandstar (2015–2025)Zehn JahreGegenprüfungNach Prüfung
Umsatz wächst mind. 7 % im Jahr3,6 % p. a. (3,32 → 4,74 Mrd. USD)02025 −1,6 %, letzte vier Quartale +10,7 %, Konsens 2026 rund +19 %. Die Erholung erreicht die Schwelle, das Vorjahr nicht; nach Regel 2.5c gäbe es dafür höchstens den Zehnjahreswert – und der ist 00
Gewinn je Aktie wächst mind. 7 %−0,2 % p. a. (GAAP, 3,37 → 3,31 USD)02025 −40 % (Tiefpunkt, Wertminderungen); letzte vier Quartale Nettogewinn +17 %. Auch ohne Sondereffekte (4,02 USD) lag 2025 unter 2015 → 00
Free Cashflow wächst0,2 % p. a. (211 → 215 Mio. USD)02025 −16 %, letzte vier Quartale −21 % – im Aufschwung binden steigende Forderungen Geld0
Eigenkapital je Aktie wächst8,0 % p. a. (10,64 → 22,92 USD)2Das Wachstum stammt aus 2015–2023. Seit dem Hoch 2023 (27,39 USD) ist der Wert je Aktie gesunken, weil Landstar mit Sonderdividenden und Rückkäufen mehr ausschüttete als verdiente (2025: 22,92 USD); heute 24,62 USD. Über drei Jahre wächst er nicht mehr → 1 (Regel R)1
Kapitalrendite (ROIC) über 10 %44,8 % im Schnitt (2016–2025)2Nicht durch Schulden oder negatives Eigenkapital geschönt; die Kasse ist vom Kapital abgezogen, Ausschüttungen heben den ROIC deshalb kaum. Landstar braucht kaum Kapital, weil die Lkw den Fahrern gehören. Im Tiefpunkt 2025 noch 27 % → der Punkt bleibt2
Bruttomarge stabil oder steigendRohertragsmarge 14,3 % (3 Jahre) zu 14,5 % (10 Jahre)1Statt der Bruttomarge nach GAAP (die enthält die Versicherungskosten) nehmen wir die Rohertragsmarge: Umsatz minus Frachtkosten und Agentenprovision (Landstar: Variable Contribution). Leicht unter dem Schnitt, innerhalb von 3 Punkten → 11
Schulden in unter 3 Jahren tilgbarNur Leasing 83 Mio. USD = 6 Monate freier Cashflow2Keine Bankschulden; die Kreditlinie über 300 Mio. USD ist ungenutzt2
Summe76

Alle Kennzahlen: eigene Rechnung aus SEC-Daten. Kapitalrendite mit einheitlich 24 % Steuer auf das Betriebsergebnis, Kapital = Eigenkapital + Leasing − Kasse − kurzfristige Anlagen. Maßgeblich – auch in Watchlist und Value-Rechner – ist „Nach Prüfung“.

Ergebnis der Qualitätsprüfung
Bestanden mit Einschränkung – Zehnjahresrechnung 7 von 14, nach Gegenprüfung 6 von 14, Stufe „solide“. Kapitalrendite und Bilanz sind Spitze, die Rohertragsmarge ist stabil. Wachstum gibt es über den Zyklus kaum: 2015 und 2025 waren beide schwache Frachtjahre, und dazwischen lag ein Boom. Die Gegenprüfung nimmt einen Punkt beim Eigenkapital je Aktie, das seit dem Hoch 2023 gesunken ist. Für die Sicherheitsmarge zählt die Stufe nach Gegenprüfung (Spitze 20 %, stark 25 %, solide 30 %, schwach = keine Kaufempfehlung), für Zykliker kommen 10 Punkte hinzu: hier 40 %.

Burggraben

Art: Landstars Vorteil ist ein Netzwerk mit Größenvorteil in einer Nische: Die größte Flotte selbstständiger BCO-Fahrer in den USA und die meisten unabhängigen Agenten aller kapitalleichten Anbieter (laut 10-K). Agenten bleiben, weil sie über Landstar Versicherung, Kredit, Abrechnung, Software und Zugriff auf Tausende Fahrer bekommen, ohne selbst Kapital einzusetzen. Fahrer bleiben, weil sie Ladungen, Auflieger und Rabatte erhalten. Besonders stark ist Landstar bei offenen Aufliegern (Schwerlast, Stahl, Maschinen, Rüstung) – dort zählt Erfahrung mehr als der Preis.

BelegBefundSpricht für den Graben?
Rohertragsmarge15,0 % (2015) → 14,1 % (2025), in zehn Jahren zwischen 13,7 und 15,4 %Ja – sehr stabil, auch im Abschwung
KapitalrenditeROIC im Schnitt 45 % (2016–2025), im Tiefpunkt 2025 noch 27 %Ja
Agenten-Treuejährliche Kündigungen meist unter 3 %; Ø-Umsatz je Million-Dollar-Agent 2025 9,8 Mio. USD (2023: 9,6)Ja
MarktanteilUmsatz zehn Jahre +3,6 % im Jahr; Zahl der BCO-Lkw 9.500 (2015) → 8.514 (2025)Nein – das Netzwerk ist nicht gewachsen
PreissetzungLandstar folgt dem Frachtmarkt; der Umsatz je Ladung fiel von 2.583 USD (2022) auf 2.231 USD (2025)Nein – Preisnehmer im Zyklus
KostenVersicherung und Schäden 3,2 % (2015) → 8,8 % (2025) des BCO-Umsatzes; Prämien für die Deckung über 10 Mio. USD seit 2020 etwa verfünffacht (+rund 400 %)Nein – der Vorteil schrumpft

Quellen: 10-K 2015–2025, 10-Q Q3 2026, Ergebnismeldungen (Ex. 99.1). Marktanteile weist Landstar nicht aus.

Was den Graben trägt
  • Netzwerk: rund 960 Agenten, 8.709 BCO-Lkw, über 70.000 Transportpartner
  • Kapitalleicht: Fahrer und Agenten bringen das Kapital, Landstar die Plattform
  • Nische offene Auflieger: 35 % des Lkw-Umsatzes, schwer zu digitalisieren
  • Bilanz: keine Bankschulden – Landstar übersteht lange Flauten ohne Not
Was ihn angreift
  • Digitale Vermittler: Plattformen und KI-Disposition machen Vermittlung billiger
  • Haftung: Gerichte verurteilen Vermittler zunehmend mit (Cabral, Urteil Januar 2026: 100 % von 22,8 Mio. USD)
  • Agenten-Abhängigkeit: zwei Agenturen bringen 21 % des Umsatzes und könnten wechseln
  • Fahrerstatus: würden BCO-Fahrer als Angestellte eingestuft (ABC-Test in Kalifornien), wäre das Modell gefährdet
Urteil: schmaler Burggraben
Die Belege für ein besonderes Modell sind klar: stabile Rohertragsmarge, sehr hohe Kapitalrendite, treue Agenten. Gegen einen breiten Graben spricht, dass das Netzwerk in zehn Jahren nicht gewachsen ist und Landstar die Preise des Frachtmarkts nehmen muss. Wir stufen den Graben als schmal ein: Er schützt die Kapitalrendite, aber nicht vor dem Zyklus und nicht vor steigenden Unfallkosten.

Quantitative Faktoren

Zehn Jahre Kennzahlen aus den SEC-Berichten (Geschäftsjahre 2015–2025). Bei einem Zykliker zählt weniger der Trend von Anfangs- zu Endjahr als die Frage, wie tief die Täler und wie hoch die Gipfel sind. 2015 und 2025 waren beide eher schwache Frachtjahre, 2021/22 ein Boom.

Umsatz je Aktie

0,00 $50,00 $100,00 $150,00 $200,00 $250,00 $2015201620172018201920202021202220232024202575,81 $136,63 $

Umsatz je verwässerter Aktie in USD, 2015–2025. Quelle: SEC-Daten.

Der Umsatz je Aktie stieg von 75,81 auf 136,63 USD, um 6,1 % im Jahr – davon 3,6 Punkte aus dem Umsatz, der Rest aus weniger Aktien. Im Boom 2022 lag er bei 203,02 USD. In den letzten vier Quartalen: 155,53 USD.

Aber: Der Umsatz enthält die volle Fracht, die Landstar an Fahrer und Speditionen weiterreicht. Er schwankt deshalb mit den Frachtpreisen, ohne dass Landstar mehr verdient. Aussagekräftiger ist der Rohertrag (nächste Karte).

Rohertragsmarge (Variable Contribution)

10,0 %12,0 %14,0 %16,0 %18,0 %20,0 %20152016201720182019202020212022202320242025Zehnjahresschnitt 14,5 %15,0 %14,1 %

Umsatz minus eingekaufte Transporte und Agentenprovision, in Prozent des Umsatzes. Eigene Rechnung aus den Ergebnismeldungen.

Von jedem Umsatzdollar bleiben nach Zahlungen an Fahrer, Speditionen und Agenten 14 bis 15 Cent – in zehn Jahren zwischen 13,7 % und 15,4 %. Das ist die Vermittlungsmarge, und sie ist bemerkenswert stabil. Der Grund: Landstar zahlt BCO-Fahrern einen festen Anteil am Frachtpreis, die Kosten atmen mit.

Aber: Seit 2021 liegt die Marge eher am unteren Rand, weil der Anteil fremder Speditionen (mit niedrigerer Marge als BCO-Fahrer) gestiegen ist. Und die Versicherungskosten stehen erst darunter.

Nettomarge und Versicherungskosten

0,02,04,06,020152016201720182019202020212022202320242025Nettomarge (GAAP)Versicherung und Schäden2,43,4

Nettomarge (GAAP) und Versicherungs- und Schadenkosten, jeweils in Prozent des Umsatzes, 2015–2025. Eigene Rechnung aus SEC-Daten.

Die Nettomarge lag zwischen 2,4 % (2025) und 5,8 % (2021), im Zehnjahresschnitt bei 4,81 % – das ist die Grundlage unseres Zyklusgewinns. Die blaue Linie zeigt den größten Störfaktor: Versicherungs- und Schadenkosten stiegen von 1,5 % des Umsatzes (2015) auf 3,4 % (2025); in den letzten vier Quartalen 3,5 %. Gemessen am Umsatz der BCO-Fahrer, für die Landstar haftet: von 3,2 % auf 8,8 %.

Aber: Ein Teil des Anstiegs sind Nachreservierungen für alte Unfälle (2025: 32,1 Mio. USD, neun Monate 2026: 37,3 Mio. USD) und einzelne Urteile. Ob das eine dauerhaft höhere Stufe ist oder ein Gipfel, ist die wichtigste offene Frage dieser Analyse. Branchenweit steigen die Schadenersatzsummen seit Jahren („nuclear verdicts“, laut 10-K).

Gewinn je Aktie

0,00 $2,50 $5,00 $7,50 $10,00 $12,50 $20152016201720182019202020212022202320242025Gewinn über den Zyklus heute: 7,48 $3,37 $3,31 $

Gewinn je verwässerter Aktie (GAAP) in USD, 2015–2025. Quelle: SEC-Daten, Ergebnismeldungen.

Der Gewinn je Aktie (GAAP, verwässert) schwankte zwischen 3,25 und 11,76 USD. 2025 lag er mit 3,31 USD unter 2015 (3,37 USD) – belastet durch 32,2 Mio. USD Wertminderungen (Mexiko-Tochter, eine abgeschaltete Software, eine Beteiligung; zusammen 0,71 USD je Aktie) und hohe Schadenkosten. Ohne die Wertminderungen: 4,02 USD. In den letzten vier Quartalen 4,72 USD. Die gestrichelte Linie zeigt unseren Gewinn über den Zyklus (7,48 USD).

Aber: Der Zyklusgewinn liegt 58 % über dem heutigen Gewinn. Er setzt voraus, dass die Marge zum Schnitt zurückkehrt. Die Analysten erwarten für 2027 zwar einen ähnlichen Gewinn, aber über mehr Umsatz bei rund 3,9 % Marge; die Versicherungskosten sprechen gegen die volle Rückkehr.

Operativer Cashflow und Investitionen

020040060080021652015190232016139162017298102018308192019211312020277232021623262022394262023287312024225102025Operativer CashflowInvestitionen

Operativer Cashflow und Investitionen in Sachanlagen, Mio. USD, 2015–2025. Quelle: SEC-Daten.

Landstar investiert kaum: 214 Mio. USD in zehn Jahren, 7 % des operativen Cashflows (Auflieger werden zum Teil über Leasing finanziert, 2026 bisher 28,6 Mio. USD). Der Cashflow läuft gegen den Zyklus: 2022, als die Fracht nachließ und Forderungen abgebaut wurden, kam der Rekord von 623 Mio. USD.

Aber: Im Aufschwung ist es umgekehrt. In den ersten neun Monaten 2026 lag der operative Cashflow nur bei 98,7 Mio. USD (Vorjahr 152,2), weil die Forderungen mit dem Umsatz stiegen – im zweiten Quartal war er sogar negativ.

Free Cashflow je Aktie

0,005,0010,0015,0020,004,823,972,946,987,254,676,6316,2910,247,196,1920152016201720182019202020212022202320242025

Free Cashflow (operativer Cashflow minus Investitionen) je verwässerter Aktie in USD. Quelle: SEC-Daten.

Der freie Cashflow je Aktie lag zwischen 2,94 und 16,29 USD, 2025 bei 6,19 USD. Über zehn Jahre wurden 115 % des Nettogewinns zu freiem Cashflow.

Aber: Einzelne Jahre sagen wenig, weil Forderungen und Verbindlichkeiten gegen Fahrer und Kunden stark schwanken. Wir nutzen den freien Cashflow deshalb nur als Gegenrechnung, nicht als Bewertungsbasis.

Dividende je Aktie

0,001,002,003,004,000,300,341,880,632,702,792,923,103,263,383,5620152016201720182019202020212022202320242025

Erklärte Dividende je Aktie in USD, inklusive Sonderdividenden (Jahr der Erklärung). Quelle: 10-K, Ergebnismeldungen.

Erklärte Dividende je Aktie inklusive Sonderdividenden. Die reguläre Quartalsdividende stieg von 0,07–0,08 USD (2015) auf 0,44 USD (seit dem dritten Quartal 2026, +10 %). Dazu kam seit 2019 jedes Jahr eine Sonderdividende von 2,00 USD (2017: 1,50 USD), die im Dezember beschlossen und im Januar gezahlt wird.

Aber: Die Sonderdividende ist kein Versprechen. Für 2025 erklärte Landstar zusammen 3,56 USD je Aktie bei 3,31 USD Gewinn – mehr als verdient. Für 2026 ist noch keine beschlossen. Wir rechnen nur mit der regulären Dividende.

Aktienanzahl

0,010,020,030,040,050,02015201620172018201920202021202220232024202543,834,7

Verwässerte Aktien im Jahresschnitt, Mio. Stück. Quelle: SEC-Daten.

Die verwässerte Aktienzahl sank von 43,8 auf 34,7 Mio., um 2,3 % im Jahr; am 26.09.2026 waren 33,71 Mio. Aktien ausstehend.

Aber: Die Rückkäufe von 1 187 Mio. USD (2016–2025) wirken fast voll, weil Landstar kaum Mitarbeiteraktien ausgibt (91 Mio. USD Aufwand in zehn Jahren). Aber: Zu welchem Preis gekauft wurde, steht unten bei der Kapitalverwendung – 2021 bis 2024 lag er weit über unserem Wert.

KGV

0,010,020,030,040,050,020152016201720182019202020212022202320242025Zehnjahresschnitt: 24,617,443,4

KGV zum Jahresende (Kurs Ende Dezember ÷ Gewinn je Aktie GAAP), 2015–2025. Quellen: Yahoo Finance, SEC-Daten.

Kurs Ende Dezember geteilt durch den GAAP-Gewinn des Jahres: im Zehnjahresschnitt 24,6, Median 25,4. Bei Zyklikern läuft das KGV verkehrt herum: im Boom 2022 nur 13,9, im Tiefpunkt 2025 43,4. Heute: 30,4 auf den Gewinn der letzten vier Quartale, 19,2 auf unseren Zyklusgewinn, 19,1 auf den Konsens 2027.

Aber: Auch auf normale Gewinne gerechnet (Zehnjahresmarge × Umsatz je Aktie des Jahres) bewertete der Markt Landstar im Schnitt mit 22,3 (Median 23,1, Spanne 16–27) – deutlich über unserer Regel von 12. Das ist der Hauptgrund für den Abstand zwischen Kurs und unserem Wert. Heute liegt das KGV auf normale Gewinne mit 19,2 sogar unter dem eigenen Schnitt.

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Kapitalrendite zerlegt

ROIC = operativer Gewinn nach Steuern ÷ investiertes Kapital (Eigenkapital plus Leasing minus Kasse und kurzfristige Anlagen). Zerlegt: ROIC = Marge nach Steuern × Kapitalumschlag. Bei Landstar ist die Marge klein (rund 5 % nach Steuern) und der Umschlag riesig: Jeder Dollar Kapital setzt 7 bis 12 Dollar um, weil die Lkw den Fahrern gehören. Getragen wird der ROIC vom Umschlag. Im Schnitt 2016–2025: 44,8 %.

Tabelle 2015–2025 (aufklappen)
JahrOperativer Gewinn nach SteuernInvestiertes KapitalMarge nach SteuernUmschlag= ROICohne Goodwill
2015184 Mio.427 Mio.5,5 %7,843,0 %46 %
2016170 Mio.435 Mio.5,4 %7,339,0 %42 %
2017185 Mio.484 Mio.5,1 %7,538,3 %42 %
2018252 Mio.575 Mio.5,5 %8,043,8 %47 %
2019227 Mio.482 Mio.5,6 %8,547,1 %51 %
2020192 Mio.502 Mio.4,7 %8,238,3 %42 %
2021384 Mio.723 Mio.5,9 %9,053,2 %56 %
2022434 Mio.597 Mio.5,8 %12,572,7 %78 %
2023262 Mio.514 Mio.4,9 %10,350,9 %55 %
2024189 Mio.508 Mio.3,9 %9,537,2 %41 %
2025115 Mio.420 Mio.2,4 %11,327,4 %30 %

Operatives Ergebnis nach GAAP mit einheitlich 24 % Steuer. Investiertes Kapital zum Jahresende. Eigene Rechnung aus SEC-Daten. Landstars eigene Kennzahl (Nettogewinn ÷ Eigenkapital plus Schulden) lag 2025 bei 12 %, 2022 bei 44 %.

0,0 %20,0 %40,0 %60,0 %80,0 %2015201620172018201920202021202220232024202543,0 %27,4 %

ROIC in Prozent, 2015–2025. Schnitt 2016–2025: 44,8 %. Eigene Rechnung.

Was die Zerlegung zeigt
  • Hoch in jedem Jahr: auch im Tiefpunkt 2025 noch 27 %, im Boom 2022 73 %
  • Goodwill kaum relevant: 34 Mio. USD; Landstar ist aus eigener Kraft gewachsen
  • Kein Schuldenhebel: Das Kapital ist fast nur Eigenkapital
Was dagegen spricht
  • Eigenkapitalrendite geschönt: Sonderdividenden und Rückkäufe halten das Eigenkapital klein – das hebt die Eigenkapitalrendite (2022: 49 %), ohne dass das Geschäft besser wird; der ROIC ist davon kaum betroffen, weil wir die Kasse abziehen
  • Inkrementell hoch, aber umkehrbar: Von 2017 bis 2022 stieg der operative Gewinn nach Steuern um 249 Mio. USD bei nur 113 Mio. USD mehr Kapital – im Aufschwung braucht es kaum Kapital, im Abschwung fällt der Gewinn ebenso schnell (2022 bis 2025: −319 Mio. USD)
  • Die Forderungen: 892 Mio. USD am 26.09.2026 (Ende 2025: 670) – im Aufschwung wächst das gebundene Kapital

Kapitalverwendung

Von 2016 bis 2025 erwirtschaftete Landstar 2 950 Mio. USD operativen Cashflow:

Verwendung (2016–2025)BetragEinordnung
Investitionen (Auflieger, IT)214 Mio. USD7 % des operativen Cashflows; dazu Auflieger über Leasing
Rückkäufe1 187 Mio. USD43 % des freien Cashflows
Dividenden (inkl. Sonderdividenden)847 Mio. USD31 % des freien Cashflows
ZukäufekleinLandstar Metro (Mexiko, 2017, rund 8,5 Mio. USD) – 2025/26 abgeschrieben und abgewickelt; Beteiligung Cavnue (2022) 2025 voll abgeschrieben (5,0 Mio. USD)
Kasse und kurzfristige Anlagen+289 Mio. USDLeasing −38 %
Mitarbeiteraktien (Aufwand, zum Vergleich)91 Mio. USD0,19 % des Umsatzes – kaum Verwässerung

Quellen: 10-K 2016–2025 (Kapitalflussrechnungen, Item 5 Rückkäufe, Notes zu Wertminderungen und Beteiligungen), Ergebnismeldungen (Ex. 99.1) 2015–2025 für Dividenden und Rückkäufe; Mexiko-Kaufpreis laut 10-K 2025, Risikofaktoren.

Landstar gibt also fast den ganzen freien Cashflow zurück: 74 % in zehn Jahren. Zukäufe spielen keine Rolle, und die wenigen kleinen (Mexiko, eine Software-Plattform, eine Beteiligung an autonomen Lkw) wurden 2025 im Rahmen einer strategischen Überprüfung mit zusammen 32,2 Mio. USD abgeschrieben. Das bereinigt die Bilanz, zeigt aber auch: Wachstum außerhalb des Kerngeschäfts ist Landstar bisher nicht gelungen.

Rückkäufe: zu welchem Preis?

JahrStückBetragØ PreisUnser Wert damals (15 %)Wert damals (9 %)Urteil
20152,50 Mio.161 Mio. USD64,53 USD17,61 USD30,09 USDüber beiden Werten
20160,77 Mio.51 Mio. USD65,33 USD17,42 USD29,76 USDüber beiden Werten
20182,00 Mio.208 Mio. USD104,05 USD25,95 USD44,34 USDüber beiden Werten
20190,85 Mio.89 Mio. USD104,36 USD23,84 USD40,74 USDüber beiden Werten
20201,18 Mio.116 Mio. USD98,39 USD24,87 USD42,50 USDüber beiden Werten
20210,73 Mio.123 Mio. USD167,17 USD39,72 USD67,87 USDüber beiden Werten
20221,92 Mio.287 Mio. USD149,93 USD47,15 USD80,58 USDüber beiden Werten
20230,32 Mio.54 Mio. USD169,94 USD34,29 USD58,60 USDüber beiden Werten
20240,45 Mio.82 Mio. USD181,67 USD31,49 USD53,82 USDüber beiden Werten
20251,28 Mio.181 Mio. USD141,12 USD31,73 USD54,23 USDüber beiden Werten
2026 (9 Monate)0,38 Mio.64 Mio. USD166,86 USD––über dem heutigen Kurs und über unserem Wert (51 USD)

Stück und Betrag laut Landstar (Ergebnismeldungen, 10-K, 10-Q); Durchschnittspreis = Betrag ÷ Stück. 2017 kaufte Landstar praktisch nichts zurück; 2022 aus der Veränderung der eigenen Aktien gerechnet (in der Meldung nicht genannt). „Wert damals“ = Zyklusgewinn des Jahres (Zehnjahresmarge 4,81 % × Umsatz je Aktie des Jahres) × unser Basisfall (5 %, End-KGV 12), ohne Dividenden und Kasse; Profi-Wert mit 9 %. Eigene Rechnung, nur als Größenordnung.

05010015020064201565201620171042018104201998202016720211502022170202318220241412025Kurs heute 143 $Unser Wert heute 51 $

Durchschnittlicher Rückkaufpreis je Jahr laut Landstar (USD) gegen den heutigen Kurs und unseren heutigen Wert. 2017 keine Rückkäufe.

Nach unserer strengen Methode war jeder Rückkauf zu teuer – Landstar wurde an der Börse auf normale Gewinne im Schnitt mit einem KGV von 22 bewertet, unsere Regel setzt 12 an. Gemessen am heutigen Kurs waren die Käufe bis 2020 (unter 105 USD) gut, die von 2021 bis 2024 (150 bis 182 USD) nicht. Antizyklisch war nur 2025: Nach dem Kursrückgang kaufte Landstar für 181 Mio. USD zu durchschnittlich 141 USD, im vierten Quartal zu 128 USD. Im dritten Quartal 2026 kaufte es dagegen zu 176 USD, nahe am Jahreshoch. Netto sinkt die Aktienzahl wirklich, weil kaum Mitarbeiteraktien gegenhalten. Genehmigt sind noch 882.550 Aktien.

Vergütung und Führung

Frank Lonegro (Chef seit Februar 2024) erhielt für 2025 laut Vergütungstabelle 4,6 Mio. USD (2024: 13,4 Mio. mit einem Einstiegspaket): Gehalt 0,8 Mio., Aktien 3,5 Mio., Jahresbonus 0,2 Mio. USD (Proxy vom 23.03.2026). Rund 59 % sind erfolgsabhängig. Der Bonus 2025 hing am verwässerten Gewinn je Aktie (Schwelle 5,61 USD) – erreicht wurden 3,31 USD, der Gewinnteil fiel also aus; gezahlt wurden 0,21 Mio. USD aus Strategiezielen. Gewinn je Aktie belohnt Rückkäufe indirekt. Ab 2026 hängt der Bonus am Betriebsergebnis, die Leistungsaktien am Wachstum des Gewinns je Aktie.

Auffällig: 2025 stimmten nur 47 % der Aktionäre der Vergütung zu (in den fünf Jahren davor über 97 %). Kritisiert wurde vor allem das Einstiegspaket von 10 Mio. USD in Aktien, die nur zugeteilt werden, wenn die Aktienrendite (gemessen in den Jahren sechs bis zehn) mindestens 9 % im Jahr erreicht. Insider halten zusammen rund 0,7 % der Aktien; größte Aktionäre sind Kayne Anderson Rudnick (11,1 %), Vanguard (10,2 %) und BlackRock (9,9 %). Verwässerung ist kein Thema: keine Optionen, 2,85 Mio. Aktien (8,5 %) für künftige Zuteilungen genehmigt.

Unser Urteil: Die laufende Vergütung ist an das Ergebnis gebunden – 2025 fiel der Gewinnteil des Bonus aus. Das Einstiegspaket 2024 (13,4 Mio. USD Gesamtvergütung) war dagegen großzügig, und die Zustimmung von nur 47 % ist ein deutliches Warnsignal der Aktionäre. Wir werten das neutral bis kritisch.

Unsere Einordnung der Kapitalverwendung
Gut: kaum Investitionsbedarf, keine Schulden, fast alles geht an die Aktionäre zurück, kaum Verwässerung. Kritisch: Rückkäufe ohne klares Preisbewusstsein (2021–2024 und Q3 2026 nahe Höchstkursen), Sonderdividenden auch in Jahren, in denen der Gewinn sie nicht deckte (2025), und die kleinen Ausflüge außerhalb des Kerns (Mexiko, Software, Beteiligung) endeten mit Abschreibungen.

Qualitative Faktoren

Management

Frank Lonegro führt Landstar seit Februar 2024, Finanzchef ist Jim Todd. Lonegro übernahm mitten in der Frachtflaute und hat aufgeräumt: strategische Überprüfung 2025 mit Rückzug aus Mexiko, Abschaltung einer zweiten Software-Plattform (Blue TMS), Abschreibung einer Beteiligung. Den Lieferkettenbetrug im internationalen Geschäft (2025, netto 4,8 Mio. USD Schaden) machte Landstar früh öffentlich. Gezielt ausgebaut wird das Netzwerk: mehr Million-Dollar-Agenten, mehr BCO-Fahrer im nächsten Aufschwung.

Wachstumstreiber

  • Frachtzyklus: Laut Landstar „rapidly improving“ (Q2 2026) bzw. „continues to improve“ (Q3 2026). Der Umsatz je Lkw-Ladung stieg von 2.231 USD (2025) auf 2.811 USD (Q3 2026). Treiber ist auch die knappere Kapazität: Seit Mai 2025 setzt die Verkehrsbehörde Englischkenntnisse bei Fahrern durch und schränkt Lkw-Führerscheine für Ausländer ein.
  • BCO-Fahrer: Im dritten Quartal 2026 kamen netto 165 Lkw hinzu – der stärkste Zuwachs seit 2021. Jeder BCO-Lkw bringt eine höhere Marge als vermittelte Fracht.
  • Offene Auflieger: Schwerlast, Stahl, Maschinen, Rüstung – 2025 „ein echter Lichtblick“ (Lonegro), im dritten Quartal 2026 +34 %.
  • Technik und KI: Preisfindung, Betrugserkennung, Callcenter und Agentenportal mit KI; Landstar nennt KI „the next major acceleration“ seiner Strategie (10-K).

Risiken

Die wichtigsten Risiken
  • Unfälle und Urteile: 5 Mio. USD Selbstbehalt je Schaden; bei einem Schaden von 65 Mio. USD trüge Landstar rund 33 Mio. selbst (10-Q). Die Prämien für die Deckung über 10 Mio. USD sind seit 2020 um rund 400 % gestiegen.
  • Haftung als Vermittler: Ein Urteil des Supreme Court (Montgomery gegen Caribe Transport II) hat den Schutz von Vermittlern bei Klagen wegen „fahrlässiger Auswahl“ eingeengt. Im Fall Cabral wurde Landstar zu 100 % von 22,8 Mio. USD verurteilt (Berufung geplant).
  • Agenten: Zwei Agenturen bringen 21 % des Umsatzes; Verträge mit 10–30 Tagen kündbar. Eine der beiden hat wesentliche Teile ihrer Verwaltung in der Ukraine.
  • Fahrerstatus: Würden BCO-Fahrer oder Agenten als Angestellte eingestuft (ABC-Test in Kalifornien und anderen Staaten), hätte das laut 10-K „a material adverse effect“ auf das Modell.
  • Frachtzyklus und Zölle: Nach drei schwachen Jahren erholt sich die Fracht, aber Handelsstreit und Industrieschwäche können das schnell drehen.
  • Betrug und Ladungsdiebstahl: branchenweit stark gestiegen; 2025 traf ein Lieferkettenbetrug Landstar selbst.

Wettbewerb und Analysten

Der US-Lkw-Frachtmarkt ist laut 10-K „extremely competitive and fragmented“: Speditionen mit eigenen Lkw, Vermittler, digitale Frachtbörsen, Bahn und Teilladungs-Spezialisten. Landstar nennt keine Wettbewerber namentlich; seine Vergütungs-Vergleichsgruppe umfasst u. a. C.H. Robinson, RXO, J.B. Hunt, Knight-Swift und Hub Group.

FirmaUmsatz letztes QuartalOperative MargeNettomargeKGV 12 MonateKGV SchätzungUnternehmenswertEigenkapitalrendite
Landstar+25 %4,3 %3,0 %30,419,14,6 Mrd. USD19 %
C.H. Robinson+30 %5,7 %3,7 %22,516,816,5 Mrd. USD39 %
RXO+32 %1,3 %−1,3 %–41,75,2 Mrd. USD−6 %
J.B. Hunt+20 %6,7 %5,1 %30,722,121,7 Mrd. USD19 %
Knight-Swift+14 %7,1 %1,9 %62,114,311,9 Mrd. USD2 %
Hub Group−5 %4,2 %2,8 %13,911,21,9 Mrd. USD6 %

Yahoo Finance, abgerufen 07.11.2026 – Sekundärquelle, nicht eigens geprüft. Zwölf-Monats-Werte bis zum letzten Quartal (meist Q3 2026); Umsatzwachstum = letztes Quartal gegen Vorjahresquartal; KGV Schätzung = auf die Gewinnschätzung der nächsten zwölf Monate. Yahoos Landstar-Zahlen weichen leicht von unserer SEC-Rechnung ab (z. B. operative Marge 4,3 % statt 4,1 %). J.B. Hunt und Knight-Swift besitzen eigene Lkw, C.H. Robinson und RXO sind reine Vermittler.

Einordnung: Landstar ist nicht billiger als die Gruppe – auf die Schätzungen bewertet der Markt Landstar mit rund 19, C.H. Robinson mit 17, Knight-Swift mit 14. C.H. Robinson ist ebenfalls kapitalleicht; Landstars Aufschlag ist nur gerechtfertigt, wenn das eigene BCO-Fahrernetz und die Nische offene Auflieger mehr wert sind als C.H. Robinsons höhere Eigenkapitalrendite. Die Analysten sind zurückhaltend: Mehrheit „halten“, Kursziel im Schnitt 179,25 USD (145–215 USD, 16 Analysten, Yahoo 07.11.2026) – über dem Kurs, weil sie mit dem Branchen-KGV rechnen.

ESG

Landstar besitzt keine Lkw und damit kaum eigene Emissionen; die Fahrer tragen die Fahrzeugkosten. Risiken sind Emissionsvorgaben (Kalifornien), mögliche Pflichten zu emissionsfreien Lkw – Landstar hält E-Lkw auf Langstrecke für „not commercially feasible at scale“ – und die Verkehrssicherheit: Die Unfallhäufigkeit der BCO-Fahrer sank im dritten Quartal 2026 um 5 % zum Vorjahr. Die Firmen sind nach ISO 9001 und RC14001 (Umwelt, Gesundheit, Sicherheit) zertifiziert.

Gegenthese: Was müsste passieren, damit wir falschliegen?

Unser Urteil lautet: solides Geschäft, für 15 % zu teuer. Hier prüfen wir beide Richtungen – was die Aktie weiter fallen ließe (Pre-Mortem: „Es ist 2031, die Aktie hat sich halbiert. Warum?“) und was unser Urteil „zu teuer“ widerlegen würde.

SzenarioWas passiertWahrscheinlichkeitEntspricht Fall
1. Die HaftungswelleUrteile gegen Vermittler und BCO-Unfälle treiben die Schadenkosten dauerhaft über 10 % des BCO-Umsatzes; die Prämien steigen weiter, Landstar muss Selbstbehalte erhöhenmittelStress
2. Kein Ende der KostenstufeDie Fracht erholt sich, aber Versicherung und Schäden bleiben bei 8–9 % – die Marge erreicht den alten Schnitt nie mehrmittel bis hochSchwach
3. Das Netzwerk bröckeltDigitale Vermittler und große Speditionen werben Agenten ab; eine der zwei großen Agenturen (21 % des Umsatzes) wechseltgering bis mittelStress
4. Gegenrichtung: Der Markt behält rechtDie Fracht zieht kräftig an, Versicherungskosten sinken, Landstar verdient 2027/28 wieder 8–10 USD je Aktie und bleibt mit KGV 20 bewertetmittelStark – und darüber

Die Wahrscheinlichkeiten sind unsere Einschätzung, keine Gewichte; die Gewichte stehen bei den vier Fällen (10/20/50/20 %). Abbruchkriterien sind Prüfpunkte nach jedem Quartal, die Szenarien ein Gedankenexperiment über fünf Jahre.

Gegenbelege – was gegen unser Urteil spricht
  • Der Markt hat Landstar seit mindestens zehn Jahren mit einem KGV um 20 bis 25 bewertet; wer 2015 zu 65 USD kaufte, hat bis heute einschließlich Dividenden weit mehr als das Doppelte.
  • Die Cashflow-Rechnung mit 9 % Kapitalkosten verlangt mit 2025 als Start nur 6,5 % Wachstum im Jahr.
  • Die Analysten sehen im Schnitt 179 USD als Kursziel, also über dem Kurs.
  • Die Erholung ist real: +25 % Umsatz im dritten Quartal 2026, mehr BCO-Fahrer, der Rohertrag liegt seit dem ersten Quartal 2026 wieder über dem Vorjahr (zuletzt +25 %).
  • Auf normale Gewinne gerechnet ist Landstar heute mit einem KGV von 19,2 günstiger bewertet als im eigenen Zehnjahresschnitt (22,3).
Abbruchkriterien (messbar, nach jedem Quartal geprüft)
  1. Die Versicherungs- und Schadenkosten liegen vier Quartale in Folge über 8 % des Umsatzes der BCO-Fahrer (Schnitt 2019–2023 laut Landstar 4,7 %, 2025 8,8 %, neun Monate 2026 8,0 %) – dann ist die höhere Kostenstufe dauerhaft und wir rechnen mit dem schwachen Fall.
  2. Die Zahl der Lkw selbstständiger BCO-Fahrer fällt unter 7.500 – der Kern des Modells (eigene Fahrer mit Landstar-Auflieger) schrumpft dann weiter, statt sich mit der Fracht zu erholen.
  3. Der Umsatz sinkt nach der Erholung 2026 wieder zwei Quartale in Folge gegenüber dem Vorjahr – dann war 2026 nur ein kurzer Preisschub und kein neuer Aufschwung.

Das letzte Quartal (Q3 2026, Ende Juni bis 26. September, veröffentlicht am 27.10.2026)

KennzahlQ3 2026Einordnung
Umsatz1 511,8 Mio. USD+25 % – Lkw-Umsatz +29 %, Umsatz je Ladung +25 %, Ladungen +3 %
Variable Contribution (Rohertrag)212,1 Mio. USD+25 %, Marge 14,0 % – stabil wie immer
Versicherung und Schäden55,3 Mio. USD9,4 % des BCO-Umsatzes (Vorjahr 7,2 %); darin 13,0 Mio. Nachreservierung und 8,0 Mio. Vergleiche für alte Unfälle
Betriebsergebnis65,5 Mio. USDMarge 4,3 % (Vorjahr 2,2 % mit 30,1 Mio. Wertminderung)
Gewinn je Aktie1,42 USDVorjahr 0,56 USD (bereinigt 1,22); ohne die Sonderbelastung bei den Schäden rund 1,89 USD
BCO-Lkw8.709+165 im Quartal, stärkster Zuwachs seit Q3 2021
Rückkäufe / Dividende41,4 Mio. USD / 0,44 USD232.645 Aktien zu 176 USD; Quartalsdividende +10 %

Quelle: Ergebnismeldung vom 27.10.2026, 10-Q vom 28.10.2026. Vergleich mit dem dritten Quartal 2025.

Gegen unsere Annahmen: Der Umsatz läuft deutlich besser als unser Basisfall (+4 % im Jahr) – das ist der Zyklus, den wir über den Zyklusgewinn schon eingerechnet haben. Die Versicherungskosten liegen dagegen über unserer Annahme und bestätigen den schwachen Fall eher als den starken. Unterm Strich: Der Gewinn bewegt sich auf den Konsens zu, unser Urteil ändert sich nicht. Einen Ausblick auf das vierte Quartal gibt Landstar nur in der Präsentation zur Telefonkonferenz; die Analysten erwarten rund 1,70 USD.

Qualitatives Gesamtfazit

Stärken
  • Kapitalleichtes Netzwerk mit Kapitalrendite im Schnitt über 40 %
  • Keine Bankschulden, hohe Ausschüttung, kaum Verwässerung
  • Stabile Rohertragsmarge von 14–15 % über den ganzen Zyklus
  • Erholung läuft: Preise, BCO-Fahrer und offene Auflieger ziehen an
Schwächen
  • Gewinn je Aktie 2025 unter 2015 – kein Wachstum über den Zyklus
  • Versicherungs- und Schadenkosten fast verdoppelt, Haftung als Vermittler steigt
  • Netzwerk nicht gewachsen (BCO-Lkw 2015: 9.500, heute 8.709)
  • Abhängigkeit von zwei großen Agenturen; Rückkäufe ohne Preisdisziplin

Fairer Wert

Wir bewerten Landstar mit unserem Gewinn-Multiplikator-Modell: Wir schreiben den Gewinn je Aktie zehn Jahre fort, übersetzen ihn mit einem passenden KGV in einen Kurs in zehn Jahren und rechnen diesen auf heute zurück – einmal mit den Kapitalkosten des Marktes von 9 % (Profi-Standard), einmal mit unserer Zielrendite von 15 % (valueforge-Wert). Dazu kommen nach Standard 2.5 die abgezinsten Dividenden und die Nettokasse.

Die Besonderheit: Landstar ist ein Zykliker. Der Gewinn je Aktie schwankte in zehn Jahren zwischen 3,25 und 11,76 USD, je nachdem, wie knapp Lkw-Kapazität war. Würden wir den Gewinn der letzten vier Quartale (4,72 USD, Nettomarge 3,0 %) fortschreiben, bewerteten wir einen Tiefpunkt; nähmen wir 2022 (11,76 USD), einen Höhepunkt. Unser Standard schreibt für Zykliker deshalb den Gewinn über den Zyklus vor (Abschnitt 3G): die durchschnittliche Nettomarge von zehn Jahren mal den heutigen Umsatz je Aktie. Weil dieser Gewinn schon eine normale Marge unterstellt, darf das Wachstum danach keine Margenerholung mehr enthalten – sonst zählten wir den Aufschwung doppelt.

Wert = Gewinn über den Zyklus × (1 + Wachstum)10 × KGV in 10 Jahren ÷ 1,1510 (valueforge) bzw. ÷ 1,0910 (Profi) + abgezinste Dividenden + Nettokasse je Aktie (Standard 2.5)

Der Gewinn über den Zyklus

SchrittWertWoher
Nettomarge (GAAP) im Schnitt 2016–20254,81 %Spanne 2,4 % (2025) bis 5,8 % (2021); enthält zwei Boomjahre (2021/22) und die Flaute 2023–2025
× Umsatz je Aktie, letzte vier Quartale155,53 USD5 289,8 Mio. USD ÷ 34,01 Mio. verwässerte Aktien (Q4 2025 bis Q3 2026)
= Gewinn über den Zyklus7,48 USDunsere Bewertungsbasis
zum Vergleich: GAAP-Gewinn der letzten vier Quartale4,72 USDNettomarge 3,0 %; ohne die Wertminderung auf das Mexiko-Geschäft (0,05 USD) 4,77 USD
zum Vergleich: Konsens 20277,52 USD18 Analysten (Yahoo, 07.11.2026), Spanne 6,75–8,30 USD
Gegenprobe: Zyklusmarge bei heutigen Versicherungskosten5,85 USDVorsteuermarge ohne Versicherung im Schnitt 8,5 % − heutige Versicherungsquote 3,5 %, nach 24 % Steuer (wie in der Kapitalrendite) = 3,76 % Nettomarge

Eigene Rechnung aus SEC-Daten (10-K 2015–2025, 10-Q Q3 2026, Ergebnismeldungen).

Warum diese Basis – und was gegen sie spricht
  • Dafür: Die Analysten erwarten für 2027 7,52 USD – ähnlich viel wie unser Zyklusgewinn von 7,48 USD, allerdings auf anderem Weg: mit 6,33 Mrd. USD Umsatz und nur rund 3,9 % Nettomarge (etwa unser schwacher Fall). Die Analysten rechnen also mit mehr Umsatz durch höhere Frachtpreise, nicht mit der alten Marge. Die Nähe der beiden Zahlen ist deshalb kein Beleg für unsere 4,81 %, aber eine Plausibilitätsprobe für die Höhe des normalen Gewinns. Die Fracht erholt sich bereits: Im dritten Quartal 2026 stieg der Lkw-Umsatz um 29 %, der Umsatz je Ladung um rund 25 %.
  • Dagegen: Die Versicherungs- und Schadenkosten sind von 1,8 % des Umsatzes (2016) auf 3,5 % gestiegen – die ganze Branche kämpft mit höheren Schadenersatzsummen. Bleibt das so, liegt der normale Gewinn nur bei rund 5,85 USD. Deshalb rechnet unser Basisfall mit einer Marge, die jedes Jahr leicht sinkt (−1 % Wirkung auf den Gewinn), der schwache Fall mit einer Marge, die bis Jahr 10 auf die volle heutige Kostenstufe sinkt.
  • Einmaleffekte: Die Zehnjahresmarge ist GAAP. Darin stecken der Steuergewinn aus der US-Steuerreform 2017 (+0,46 USD je Aktie) und die Wertminderungen 2025 (−0,71 USD). Beide wirken jeweils rund einen halben Prozentpunkt auf die Marge des Jahres und heben sich im Schnitt fast auf; wir bereinigen deshalb nicht.
  • Offen gerechnet: Mit dem GAAP-Gewinn der letzten vier Quartale (4,72 USD) und sonst gleichen Annahmen läge der Wert bei 37,67 USD; mit dem Zyklusgewinn bei heutigen Versicherungskosten bei 43,11 USD.

Woher das Wachstum kommt

BausteinStressSchwachBasisfallStarkBegründung
Umsatz pro Jahr+2,0 %+3,0 %+4,0 %+6,0 %Zehn Jahre +3,6 % (2015 und 2025 jeweils eher schwache Frachtjahre), fünf Jahre +2,8 %; letzte vier Quartale +10,7 %; Konsens 2026 5,65 Mrd. USD, 2027 6,33 Mrd. USD. Langfristig wächst Frachtumsatz etwa mit der Wirtschaft plus Preisen
Marge (Wirkung auf den Gewinn)−3,0 %−2,4 %−1,0 %+0,5 %Der Zyklusgewinn unterstellt schon die Durchschnittsmarge. Basisfall: Die höheren Versicherungskosten bleiben zur Hälfte (Marge sinkt in zehn Jahren von 4,8 auf rund 4,3 %). Schwach: volle heutige Kostenstufe (3,8 %). Stark: Versicherung normalisiert sich, KI senkt die Verwaltungskosten
Aktienzahl pro Jahr (netto)−2,0 %−2,5 %−2,0 %−1,5 %Zehn Jahre −2,3 % im Jahr (verwässert 43,8 → 34,7 Mio.); Rückkäufe 2016–2025 1 187 Mio. USD, Mitarbeiteraktien kaum (0,19 % des Umsatzes). Regel Q: historischer Wert, gerundet; im schwachen Fall mehr Stücke je Dollar (tieferer Kurs), im starken weniger
= Gewinnwachstum je Aktie (Bausteine)rund 1 %rund 3 %rund 5 %rund 8 %1,040 × 0,990 ÷ 0,980 ≈ 1,051
Konsens 2026 / 2027+44 % / +30 %4,02 (2025 ohne Wertminderungen) → 5,79 → 7,52 USD. Das ist die Erholung vom Tiefpunkt zur normalen Marge – die steckt bei uns schon im Zyklusgewinn und gehört deshalb nicht ins Wachstum
Unser Wachstum1 %3 %5 %8 %Basisfall = Bausteine (5,1 %), abgerundet. Deckel: siehe Kasten unten – nach GAAP −0,2 %, normal zu normal 6,9 % (unsere Entscheidung vom 07.11.2026)

Stress: lange Frachtflaute wie 2023–2025, Versicherung und Haftung als Vermittler werden noch teurer, große Agenten wandern ab. Schwach: Umsatz wächst nur mit der Inflation, Versicherungskosten bleiben voll auf heutigem Niveau. Stark: mehr BCO-Lkw und Marktanteile von kleinen Spediteuren, die Versicherungskosten normalisieren sich.

Konsens und Bausteine
  • Regel: Nach unserem Standard (seit 2.4) nehmen wir den Konsens der nächsten zwei bis drei Jahre, sofern er sich mit unseren Bausteinen deckt, gedeckelt durch das tatsächliche Gewinnwachstum der letzten zehn Jahre.
  • Warum hier nicht der Konsens? Die Analysten erwarten +44 % für 2026 und +30 % für 2027. Das ist die Erholung aus dem Frachttief, kein Dauerwachstum. Zehn Jahre lang 45 % im Jahr wären eine Margenausweitung ohne Ende. Bei einem Zykliker beginnt die Rechnung deshalb beim normalen Gewinn (in der Höhe ähnlich dem Konsens 2027, siehe oben), und das Wachstum danach kommt nur aus Umsatz, Aktienzahl und einer leichten Margenlast.
  • Deckel – unsere Entscheidung (07.11.2026): Nach Standard 2.4 deckelt das tatsächliche Gewinnwachstum der letzten zehn Jahre. Nach GAAP sind das −0,2 % im Jahr – der Gewinn je Aktie lag 2025 (3,31 USD) unter 2015 (3,37 USD), weil 2025 ein Tiefpunkt mit Wertminderungen war. Für Zykliker vergleichen wir normal mit normal: Der Zyklusgewinn wuchs seit 2015 um 6,9 % im Jahr; das ist allerdings nur das Wachstum des Umsatzes je Aktie, und der Endpunkt liegt in der Erholung. Wir halten den Vergleich normal zu normal für den richtigen Maßstab, weil der GAAP-Deckel Tiefpunkt mit Tiefpunkt vergleicht; unser Basisfall bleibt mit 5 % darunter. Am vorsichtigen Ende, mit dem wörtlichen Deckel (0 % Wachstum, End-KGV 12), läge der Wert bei 34,95 USD und das Kaufziel bei 20,97 USD; unser Stressfall mit 1 % ergibt 37,65 USD.
  • Offen gerechnet: Mit 6 % Wachstum (ohne Margenlast) läge unser Wert bei 55,09 USD, mit 8 % und dem Regel-KGV 16 bei 80,28 USD (starker Fall). Würde man den GAAP-Gewinn mit der Erholung im Wachstum rechnen (11 %, KGV nach Regel 22), käme man auf 91,11 USD – das zählte den Aufschwung im Wachstum und im End-KGV, deshalb rechnen wir so nicht.

Unsere Annahmen neben den Analystenschätzungen

Analysten / LandstarUnser BasisfallEinordnung
Gewinn je Aktie, letzte vier Quartale4,72 USD (GAAP, Summe der Quartale)7,48 USD Gewinn über den ZyklusTiefpunkt gegen Normalmarge
Gewinn je Aktie 20265,79 USD (18 Analysten, Spanne 5,50–6,37)–nach neun Monaten stehen 4,02 USD (1,16 + 1,44 + 1,42; zufällig genau so viel wie das ganze Jahr 2025 ohne Wertminderungen); für Q4 erwarten die Analysten rund 1,70–1,77 USD (Quartals- bzw. Jahresschätzung)
Gewinn je Aktie 20277,52 USD (18 Analysten)7,85 USD (7,48 × 1,05)ähnlich – die Analysten kommen über mehr Umsatz dorthin, wir über die Normalmarge
Kursziel / WertØ 179,25 USD (145–215 USD, 16 Analysten; Mehrheit „halten“)rund 80 USD (9 %), 51,01 USD (15 %)Kursziele für zwölf Monate auf Basis des Branchen-KGV, kein Maßstab für 15 % Rendite

Yahoo Finance (Stand 07.11.2026) – Sekundärquelle, nicht eigens geprüft. Landstar gibt Ausblicke nur für das jeweils nächste Quartal.

Die Rechnung im Basisfall

Rechenweg Schritt für Schritt (aufklappen)
SchrittWert
Gewinn über den Zyklus (4,81 % × 155,53 USD)7,48 USD
× (1 + 5 %)101,629
= Gewinn je Aktie in 10 Jahren12,18 USD
× KGV in 10 Jahren12
= Kurs in 10 Jahren146,21 USD
÷ 1,1510 (15 % Rendite pro Jahr)4,046
= abgezinster Kurs in 10 Jahren36,14 USD
+ abgezinste Dividenden der zehn Jahre (1,68 USD regulär, wachsend mit 5 %, abgezinst mit 15 %)+10,54 USD
+ Nettokasse je Aktie (Barmittel 297,3 − ausgestellte Schecks 68,7 − Leasing 82,7 Mio. USD, geteilt durch 33,709 Mio. Aktien)+4,33 USD
= Wert heute nach valueforge-Standard51,01 USD
Profi-Standard: End-KGV 12, ÷ 1,09102,367
+ Dividenden (abgezinst mit 9 %) + Nettokasse+18,09 USD
= fairer Wert heute nach Profi-Standard79,85 USD

Warum ein End-KGV von 12? Regel: 2 × Wachstum in Prozent, mindestens 12, höchstens der Zehnjahresschnitt (Rule #1, Phil Town, 2006). Bei 5 % Wachstum ergäbe das 10, die Untergrenze hebt es auf 12. Der Markt hat Landstar in den letzten zehn Jahren deutlich höher bewertet: Kurs Ende Dezember zum GAAP-Gewinn im Schnitt 24,6 (Median 25,4). Ein Teil davon ist Zyklus-Optik – im Tiefpunkt 2025 ergab sich 43,4, im Boom 2022 nur 13,9. Heute zahlt der Markt 19,2 auf unseren Zyklusgewinn. Diese Lücke zwischen Regel-KGV und Markt-KGV ist der wichtigste Grund für den Abstand zwischen Wert und Kurs.

Dividenden: Unser Standard nimmt die Dividende der letzten zwölf Monate: die vier regulären Beschlüsse 0,40 + 0,40 + 0,44 + 0,44 = 1,68 USD. Seit dem dritten Quartal 2026 sind es 0,44 USD je Quartal; mit diesem Satz (1,76 USD im Jahr) läge der Wert bei 51,51 USD. Landstar zahlt zusätzlich seit 2019 jedes Jahr im Januar eine Sonderdividende von 2,00 USD. Nach unserem Standard schreiben wir Sonderdividenden nicht fort – sie hängen am Gewinn des Jahres und an der Kasse. Würde man sie zehn Jahre lang mitzählen, kämen rund 10 USD hinzu (bei 15 %). Am Urteil ändert das nichts.

Kasse und Zinsen: Landstar hat keine Bankschulden, nur Leasing für Auflieger (82,7 Mio. USD). Die Ergebnismeldung nennt „rund 351 Mio. USD Kasse und kurzfristige Anlagen“. Wir zählen davon nur die freien Barmittel (297,3 Mio.) abzüglich der ausgestellten, noch nicht eingelösten Schecks (68,7 Mio., in der Bilanz als „Cash overdraft“). Die kurzfristigen Anlagen (53,7 Mio.) und die langfristigen Anleihen (94,9 Mio.) gehören der Versicherungstochter: 83,7 Mio. davon sind als Sicherheit für Akkreditive verpfändet (Bankgarantien, die Schadenzahlungen absichern), der Rest steht den Rückstellungen für Unfälle und Ladungsschäden (190,7 Mio. USD) gegenüber. Ihr Zinsertrag bleibt deshalb im Gewinn. (In der Kapitalrendite ziehen wir die kurzfristigen Anlagen dagegen vom Kapital ab – dort geht es um das Kapital, das im Transportgeschäft steckt.) Die Nettozinsen auf die mitgezählte Kasse machen 2,4 % des Gewinns aus – unter der Schwelle von 5 % (Standard 2.5a), also keine Bereinigung.

Vier Fälle mit Gewichten

FallDie Geschichte dahinterWachstumEnd-KGVWert (15 %)Wert (9 %)Gewicht (unsere Setzung)
StressDie Frachtflaute kehrt zurück und dauert, Schadenersatzsummen steigen weiter, Haftung als Vermittler wird teurer, große Agenten wechseln zur Konkurrenz (Gegenthese 1 und 3)1 %1237,65 USD57,53 USD10 % – drei schwache Jahre in Folge hat Landstar gerade erlebt
SchwachUmsatz wächst nur mit der Inflation (+3 %), die Versicherungskosten bleiben voll auf heutigem Niveau (Gegenthese 2)3 %1243,78 USD67,75 USD20 % – der Anstieg der Schadenkosten ist branchenweit und hält seit 2023 an
BasisfallUmsatz +4 %, Versicherung bleibt zur Hälfte teurer, Aktienzahl −2 % im Jahr5 %1251,01 USD79,85 USD50 % – Bausteine aus der eigenen Geschichte
StarkMehr BCO-Lkw, Marktanteile von kleinen Spediteuren, die Versicherung normalisiert sich: Umsatz +6 %, Marge leicht steigend8 %1680,28 USD129,45 USD20 % – der Umsatz je Aktie wuchs seit 2015 um 6,1 % im Jahr
Gewichtet54,08 USD85,12 USD100 %

Standardgewichte 10/20/50/20 % (Analyse-Standard 2.3/2.4) – unsere Setzung, keine statistische Wahrscheinlichkeit. Alle Fälle starten beim selben Gewinn über den Zyklus. End-KGV nach Regel 2 × g, mindestens 12. Profi-Werte mit End-KGV höchstens 18. Watchlist und Rechner führen den Basisfall (15 %).

Kurs 143,34 $Stress · g 1 % · KGV 1237,65 $Schwach · g 3 % · KGV 1243,78 $Basisfall · g 5 % · KGV 1251,01 $Stark · g 8 % · KGV 1680,28 $Gewichtet 10/20/50/20 (mit Stress)54,08 $

Wert der vier Fälle nach unserem 15-%-Standard und gewichtet, gegen den Kurs.

0 $20 $40 $60 $80 $100 $120 $140 $160 $Fairer Wert 44–80 $Kurs 143 $

Spanne des Werts nach unserem 15-%-Standard vom schwachen bis zum starken Fall.

Sensitivität und Kipppunkte

Wachstum und End-KGV tragen das Ergebnis. Valueforge-Wert (15 %), Basis Gewinn über den Zyklus; grün = über dem Kurs:

Wachstum \ End-KGV12162025
3 %44 USD54 USD64 USD76 USD
5 %51 USD63 USD75 USD90 USD
8 %64 USD80 USD96 USD116 USD
10 %75 USD94 USD114 USD137 USD
12 %88 USD111 USD134 USD162 USD

Nach unserer Regel gehört zu jedem Wachstum genau ein End-KGV (2 × g, mindestens 12); die übrigen Felder zeigen, was ein höheres KGV bewirken würde. 25 ≈ Zehnjahresschnitt (24,6).

Die dritte Stellschraube ist der Abzinsungssatz (Basisfall, so wie wir rechnen):

Abzinsungssatz9 % (Profi)12 %15 % (valueforge)
Basisfall79,85 USD63,39 USD51,01 USD

Kurs 143,34 USD. Eigene Rechnung.

Was im heutigen Kurs steckt

Kipppunkt Wachstum: Folgt das End-KGV unserer Regel (2 × g), müsste der Zyklusgewinn zehn Jahre lang um 11,4 % im Jahr wachsen (End-KGV dann rund 23), damit der Kurs unsere 15 % bringt – mehr als doppelt so viel wie in unserem Basisfall und mehr als der Umsatz je Aktie in den letzten zehn Jahren (6,1 %). Bei festem End-KGV von 12 wären es 18,3 %. Für 9 % Rendite reichen 8,5 % mit dem Regel-KGV (höchstens 18), 8,0 % mit dem Höchst-KGV 18. Bleibt das KGV beim Zehnjahresschnitt (24,6), genügen für 15 % 10,7 %.

Kipppunkt KGV: Bei 5 % Wachstum bräuchte es in zehn Jahren ein KGV von 42,7 – weit über dem Zehnjahresschnitt (24,6).

Tritt unser Basisfall ein, brächte die Aktie zum heutigen Kurs rund 2,1 % im Jahr (einschließlich Dividenden und Kasse) – weniger als die Kapitalkosten des Marktes. Der Kurs setzt also voraus, dass Landstar auch in zehn Jahren mit einem KGV um 20 bewertet wird. Auf normale Gewinne gerechnet lag es in zehn Jahren im Schnitt bei 22,3 (Spanne 16–27); heute sind es 19,2, also eher weniger als üblich. Unsere Methode verlässt sich auf diese Bewertung aber nicht.

Gegenrechnung über den Cashflow

Welches Wachstum des freien Cashflows verlangt der heutige Kurs? Wir rechnen mit dem freien Cashflow nach Mitarbeiteraktien (sie machen 5,4 % des operativen Cashflows aus, knapp über der Schwelle von 5 %), zehn Jahren Wachstum, danach 3 % Dauerwachstum. Genau: Der Startwert wächst ab dem ersten Jahr mit der gesuchten Rate; jedes Jahr wird mit 1,09t (bzw. 1,15t) abgezinst; der Endwert ist der Cashflow des zehnten Jahres × 1,03 ÷ (0,09 − 0,03), abgezinst mit 1,0910. Gesucht ist die Rate, bei der die Summe den Unternehmenswert von 4,69 Mrd. USD trifft. Weil der Cashflow eines Vermittlers gegen den Zyklus schwankt (im Aufschwung binden steigende Forderungen Geld, im Abschwung wird es frei), rechnen wir mit drei Startwerten.

StartwertBetragEingepreistes Wachstum bei 9 %bei 15 %Wert je Aktie bei 5 % Wachstum (9 %)
Letzte vier Quartale148 Mio. USD11,0 % pro Jahr23,0 % pro Jahrrund 92 USD
Jahr 2025209 Mio. USD6,5 % pro Jahr17,8 % pro Jahrrund 128 USD
Schnitt 2021–2025 (ein ganzer Zyklus)327 Mio. USD0,6 % pro Jahr11,0 % pro Jahrrund 198 USD

Freier Cashflow nach Mitarbeiteraktien. Unternehmenswert 4,69 Mrd. USD (Börsenwert 4,83 Mrd. USD minus Nettokasse 146 Mio. USD). Wert je Aktie = (abgezinste Cashflows + Nettokasse) ÷ 33,709 Mio. Aktien. Eigene Rechnung.

Warum die Cashflow-Rechnung freundlicher ist

Landstar braucht kaum Kapital: Die Lkw gehören den Fahrern, investiert wird vor allem in Auflieger und Software (214 Mio. USD in zehn Jahren bei 2 950 Mio. USD operativem Cashflow). Fast der ganze Gewinn wird zu freiem Cashflow – und der Cashflow-Rechnung mit 9 % und 3 % Dauerwachstum entspricht ein KGV um 20. Unser Gewinnmodell setzt das End-KGV dagegen nach Regel auf 12.

Gemessen am Zyklusschnitt 2021–2025 verlangt der Kurs bei 9 % Kapitalkosten nur 0,6 % Cashflow-Wachstum; die Cashflow-Rechnung ergibt dann rund 198 USD, über dem Kurs. Dieser Schnitt enthält aber den Rekord von 2022 (597 Mio. USD), als im Abschwung gebundenes Geld frei wurde. Mit 2025 als Start sind es 6,5 % und rund 128 USD, mit den letzten vier Quartalen – im Aufschwung binden die Forderungen Geld – 11,0 % und rund 92 USD.

Für unsere 15 % bräuchte es je nach Start 11–23 % Cashflow-Wachstum im Jahr. Die Cashflow-Rechnung hält den Kurs bei 9 % also für erklärbar, das Gewinnmodell nach Profi-Standard nicht (79,85 USD). Der Unterschied liegt im End-KGV: Die Cashflow-Rechnung unterstellt implizit ein KGV um 20, unsere Regel 12. Für unsere Zielrendite ist Landstar nach beiden Rechnungen zu teuer.

Zweiter Anker: Kurs/Buchwert gegen Eigenkapitalrendite

Für Zykliker verlangt unser Standard einen zweiten Blick über den Buchwert. Landstar hat ein Eigenkapital von 830 Mio. USD, 24,62 USD je Aktie (26.09.2026); der Kurs liegt beim 5,8-Fachen. Die Eigenkapitalrendite lag im Zehnjahresschnitt bei 30,3 %, in den letzten vier Quartalen bei 19,7 %. Ein gerechtfertigtes Kurs-Buchwert-Verhältnis ist (Eigenkapitalrendite − Wachstum) ÷ (Zielrendite − Wachstum). Mit der Zehnjahresrendite und 5 % Wachstum ergibt das 6,3 bei 9 % (rund 156 USD) und 2,5 bei 15 % (rund 62 USD).

Aber: Die hohe Eigenkapitalrendite ist zum Teil gewollt: Landstar schüttet über Sonderdividenden und Rückkäufe fast alles aus und hält das Eigenkapital klein. Der Anker zeigt deshalb vor allem, dass der Kurs für Anleger mit 9 % Kapitalkosten erklärbar ist, wenn die alten Renditen zurückkehren – für unsere 15 % liegt auch er weit unter dem Kurs.

Value-Rechner – drei Fälle selbst einstellen

Der Rechner ist mit dem schwachen Fall, dem Basisfall und dem starken Fall vorbelegt; Gewinn je Aktie, Wachstum, KGV und Rendite lassen sich frei verstellen. Als Gewinn steht dort der Gewinn über den Zyklus; Dividenden und Nettokasse stecken im Zuschlag.

Value-Rechner · selbst einstellen

Fairer Wert von Landstar in drei Szenarien

Alle Kennzahlen im Value-Rechner ansehen →
Fairer Wert = Gewinn je Aktie × (1 + Wachstum)10 × KGV in 10 Jahren ÷ (1 + geforderte Rendite)10. Dazu kommen im Basisfall 14,87 $ je Aktie: die Nettokasse (eigene Barmittel minus Finanzschulden; bei Nettoschulden ein Abzug) und, sofern das Unternehmen Dividenden zahlt, die abgezinsten Dividenden der zehn Jahre (Standard 2.5). Der Zuschlag ist je Szenario fest und ändert sich nicht mit, wenn Sie die Werte verstellen. Die Basis entspricht dem fairen Wert in unserer Watchlist. Pessimistisch und Optimistisch sind die Szenarien aus dieser Analyse. Alle Regler sind frei verstellbar – keine Anlageberatung.
6von 14solide Qualität
Checkliste
Erfüllt die Aktie die Value-Kriterien?
  • ✕Umsatz wächst mindestens 7 % pro Jahr3,6 % p. a. (3,32 → 4,74 Mrd. USD) – 2025 −1,6 %, letzte vier Quartale +10,7 %, Konsens 2026 rund +19 %. Die Erholung erreicht die Schwelle, das Vorjahr nicht; nach Regel 2.5c gäbe es dafür höchstens den Zehnjahreswert – und der ist 0 · verfehlt
  • ✕Gewinn je Aktie wächst mindestens 7 % pro Jahr−0,2 % p. a. (GAAP, 3,37 → 3,31 USD) – 2025 −40 % (Tiefpunkt, Wertminderungen); letzte vier Quartale Nettogewinn +17 %. Auch ohne Sondereffekte (4,02 USD) lag 2025 unter 2015 → 0 · verfehlt
  • ✕Free Cashflow wächst mindestens 7 % pro Jahr0,2 % p. a. (211 → 215 Mio. USD) – 2025 −16 %, letzte vier Quartale −21 % – im Aufschwung binden steigende Forderungen Geld · verfehlt
  • ✓Eigenkapital je Aktie wächst8,0 % p. a. (10,64 → 22,92 USD) – Das Wachstum stammt aus 2015–2023. Seit dem Hoch 2023 (27,39 USD) ist der Wert je Aktie gesunken, weil Landstar mit Sonderdividenden und Rückkäufen mehr ausschüttete als verdiente (2025: 22,92 USD); heute 24,62 USD. Über drei Jahre wächst er nicht mehr → 1 (Regel R) · erfüllt
  • ✓✓Kapitalrendite (ROIC) im Schnitt über 10 %44,8 % im Schnitt (2016–2025) – Nicht durch Schulden oder negatives Eigenkapital geschönt; die Kasse ist vom Kapital abgezogen, Ausschüttungen heben den ROIC deshalb kaum. Landstar braucht kaum Kapital, weil die Lkw den Fahrern gehören. Im Tiefpunkt 2025 noch 27 % → der Punkt bleibt · stark
  • ✓Bruttomarge stabil oder steigendRohertragsmarge 14,3 % (3 Jahre) zu 14,5 % (10 Jahre) – Statt der Bruttomarge nach GAAP (die enthält die Versicherungskosten) nehmen wir die Rohertragsmarge: Umsatz minus Frachtkosten und Agentenprovision (Landstar: Variable Contribution). Leicht unter dem Schnitt, innerhalb von 3 Punkten → 1 · erfüllt
  • ✓✓Schulden in unter 3 Jahren aus dem Free Cashflow tilgbarNur Leasing 83 Mio. USD = 6 Monate freier Cashflow – Keine Bankschulden; die Kreditlinie über 300 Mio. USD ist ungenutzt · stark
  • –Kurs liegt unter dem fairen Wert
Je Kriterium 2 Punkte (stark, z. B. Wachstum ab 12 %, ROIC ab 20 %), 1 Punkt (erfüllt) oder 0. Werte aus unserer SEC-Rechnung, Punkte nach der Gegenprüfung in dieser Analyse (Abschnitt Qualitätsprüfung). Dieselbe Note steht in unserer Watchlist und im Value-Rechner.

Ergebnis und Sicherheitsmarge

Ergebnis aus zwei Blickwinkeln

Profi-Standard (9 %): fairer Wert 79,85 USD, gewichtet 85,12 USD – der Kurs liegt 79,5 % über dem Wert.

valueforge-Standard (15 %): 51,01 USD, gewichtet 54,08 USD, Spanne schwach bis stark 44–80 USD – der Kurs liegt 181,0 % über dem Basisfall und 165,0 % über dem gewichteten Wert.

Aktueller Kurs: 143,34 USD. Nach beiden Maßstäben des Gewinnmodells über dem Wert; nur die Cashflow-Rechnung mit dem Zyklusschnitt als Start und der Buchwert-Anker mit 9 % kommen in die Nähe des Kurses.

Sicherheitsmarge und Kaufziel

Qualitätsstufe nach Gegenprüfung: 6 von 14 Punkten, Stufe „solide“ → 30 %, dazu 10 Punkte Zykliker-Zuschlag (Analyse-Standard 2.3, Abschnitt 11 Nr. 2: „Zykliker zusätzlich +10 Punkte“; ebenso Abschnitt 3F) = 40 % Sicherheitsmarge. Der Zuschlag gilt, weil der Gewinn je Aktie in zehn Jahren zwischen 3,25 und 11,76 USD schwankte.

Kaufziel nach unserem Standard: 51,01 × 0,60 ≈ 30,60 USD (ungerundet gerechnet) (Profi-Standard: 79,85 × 0,60 = 47,91 USD).

Das ist kein Kursziel und keine Prognose. Wer zum Kaufziel kauft und unser Basisfall eintritt, käme auf rund 23,0 % im Jahr (Dividenden und Kasse eingerechnet; die Kasse zählt nur einmal, beim Kauf).

Grenzen dieser Analyse
Wir arbeiten ausschließlich mit öffentlichen Quellen. Landstar gibt nur Ausblicke für das nächste Quartal – für 2027 stützen wir uns auf den Analystenkonsens. Der Gewinn über den Zyklus ist eine Normalisierung, keine Prognose: Wie hoch die Versicherungskosten dauerhaft bleiben, kann heute niemand sicher sagen. Die Vergleichszahlen der Wettbewerber stammen aus einer Sekundärquelle.

Fazit

Landstar ist ein ungewöhnliches Transportunternehmen: kaum eigene Lkw, rund 960 selbstständige Agenten, die Fracht beschaffen, und rund 8.700 selbstständige Fahrer mit eigenem Lkw. Das Modell braucht wenig Kapital (Kapitalrendite im Schnitt 45 %), hat keine Bankschulden und gibt fast alles an die Aktionäre zurück. Die Qualitätsprüfung ergibt aber nur 6 von 14 Punkten (Stufe „solide“): Umsatz und Gewinn je Aktie liegen nach zehn Jahren kaum über dem Stand von 2015, weil der Frachtzyklus alles überlagert.

Wir rechnen deshalb mit dem Gewinn über den Zyklus (7,48 USD je Aktie; die Analysten erwarten für 2027 ähnlich viel, allerdings über mehr Umsatz bei geringerer Marge), 5 % Wachstum, einem End-KGV von 12, dazu Dividenden und Kasse. Das ergibt 51,01 USD nach unserem 15-%-Standard (Spanne 44 bis 80 USD) und rund 80 USD nach Profi-Standard. Beim Kurs von 143,34 USD liegt Landstar 181,0 % über unserem Wert. Der Markt zahlte in zehn Jahren auf normale Gewinne im Schnitt ein KGV von 22,3, heute 19,2; unsere Regel setzt bei 5 % Wachstum 12 an. Das ist der Kern des Abstands – nicht die Frage, ob die Fracht sich erholt.

Vier Punkte behalten wir im Blick:

  1. Sinken die Versicherungs- und Schadenkosten wieder in Richtung 5–6 % des BCO-Umsatzes, oder bleiben sie bei 8–9 %?
  2. Wächst die Zahl der BCO-Lkw weiter (Q3 2026: +165, stärkster Zuwachs seit 2021)?
  3. Ist der Preisanstieg 2026 (+25 % je Ladung) ein Aufschwung oder ein kurzer Schub durch knappe Kapazität?
  4. Was zeigen die nächsten Zahlen (Q4 2026 Ende Januar 2027) und ob es wieder eine Sonderdividende gibt?

Unsere Einordnung: solides, kapitalleichtes Geschäft in einer zyklischen Branche – für unsere 15 % deutlich zu teuer, auch nach Profi-Standard über dem Wert. Unser 15-%-Wert liegt bei 51,01 USD, das Kaufziel mit 40 % Sicherheitsmarge (solide 30 % + Zykliker 10 %) bei 30,60 USD.

Interessenkonflikt: Der Autor hält keine Aktien von Landstar. Alle eigenen Positionen stehen öffentlich unter Mein Depot.

Quellen

Quellen & Referenzen:

  • Geschäftsberichte (10-K) und Quartalsberichte (10-Q) bis Q3 2026: SEC EDGAR, maschinenlesbare Daten über die SEC-Schnittstelle (abgerufen 07.11.2026)
  • 10-K GJ 2025 vom 24.02.2026: d66072d10k.htm (Item 1 Geschäft, Agenten, BCO, Versicherung; Item 1A Risiken; Lagebericht; Notes zu Wertminderungen und Segmenten)
  • 10-Q Q3 2026 vom 28.10.2026: d153250d10q.htm (Bilanz, Anlagen der Versicherungstochter, Schadenrückstellungen, Rückkäufe)
  • Ergebnismeldungen (Ex. 99.1) 2015–2026, zuletzt vom 27.10.2026: 8-K vom 27.10.2026; Vorabmeldungen vom 02.04.2025 (Lieferkettenbetrug) und 21.01.2026 (Schadenkosten Q4 2025)
  • Vergütung: Proxy-Statement (DEF 14A) vom 23.03.2026 (Geschäftsjahr 2025)
  • Kapitalkosten (Profi-Standard 9 %): Aswath Damodaran, NYU Stern, implizite Risikoprämie nach Monaten: 1.9.2026 erwartete Marktrendite 8,8 %, 1.10.2026 9,0 % (abgerufen 25.10.2026)
  • End-KGV-Regel: Phil Town, „Rule #1“, 2006
  • Kurs- und Chartdaten: TradingView (NASDAQ:LSTR), Yahoo Finance (Kurse bis 06.11.2026)
  • Analystenschätzungen, Kursziele und Vergleichszahlen: Yahoo Finance (Stand 07.11.2026) – Sekundärquelle, nicht eigens geprüft

Stand der Analyse: 7. November 2026. Datenstand der Kennzahlen: 07.11.2026 (SEC: 10-Q Q3 2026 vom 28.10.2026, Ergebnismeldung vom 27.10.2026, 10-K GJ 2025). Kurs: 143,34 USD vom 06.11.2026. Erstellt nach dem valueforge-Analyse-Standard 2.5 (Zykliker-Fassung nach Abschnitt 3G).

Haftungsausschluss

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere bergen Risiken, einschließlich des möglichen Totalverlusts des eingesetzten Kapitals. Valueforge verwendet ausschließlich vertrauenswürdige Quellen. Für die Richtigkeit wird keine Gewähr übernommen. Die Analysen spiegeln unsere aktuelle Meinung wider und sind keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Dieser Haftungsausschluss ist rechtlich verbindlich.